patrick1984 hat geschrieben:Fünfstück im Sommer einen 3 Jahresvertrag geben,
mit dem Ziel spätestens nach 3 Jahren aufzusteigen
(keine Kündigung vorher). Alle Altluschen und Stümper ersetzen,
z. B. Matmour, Occean, Idrissou, Karl, Ring und 2-3 aus der 2. Mannschaft hochziehen.
Zusätzlich noch 2-3 junge Talente aus der 3. Liga holen und 1-2 End-20er aus der 2. Liga.
Und wenn das auch nicht klappt?
Hast Du den vielgeliebten Zimmer gestern gesehen?
Ja, der ist gerannt. Ja, der wollte. Sah auch stellenweise spektakulär aus.
Aber hat der auch nur eine Flanke besser gebracht als der gescholtene Dick?
Nein, nach dem dritten Anrennen wusste jeder Berliner, dass er den linken Fuß nur hat um nicht umzufallen und deswegen
immer stoppte, auf rechts legte und dann nach innen zog. Ab da hat er keinen Stich mehr gesehen.
Was mir tierisch auf die Nerven geht ist folgendes:
Der FCKler an sich kennt nur noch himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt.
Nur noch schwarz und weiß. Krönt ihn zum König oder köpft ihn.
Der eine fordert Fortounis, der andere will ihn nie wieder im FCK-Trikot sehen.
Zimmer ist aktuell der Gott, Occean der Depp.
Es werden Kämpfer gefordert, Spieler die "wollen" und alles für den FCK geben. Gleichzeitig wird Dick aufs übelste beschimpft.
Grundsätzlich können einige Spieler machen was sie wollen, sie sind auf verlorenem Posten. Bei Anderen wiederum spielt es keine Rolle wie scheiße sie spielen, deren Leistung wird immer verklärt. Was bitte hat Zoller die letzten Spiele gebracht außer dickste Chancen verstolpert? Aber Zoller ist Gott (ohne den steigen wir niemals auf) und Idrissou, der 1000x mannschaftsdienstlicher spielt ist der Arsch.
Spielt Matmour wird er gehasst, sitzt er auf der Bank ist der Trainer der Depp weil er ohne Matmour spielt. Occean kann eh machen was er will, er ist immer scheiße. Fortounis wird gefordert und dann verteufelt...
Irgendjemand hat es schon gesagt: Bei uns war Kirch die Nulpe hoch zehn - jetzt spielt er Cl.
So langsam sollte man sich mal Gedanken machen, wer man eigentlich ist:
Wir sind ein Zweitligist ohne Kohle - Wären unsere Spieler im Stande immer das zu leisten, was man hier voraussetzt, dann würden wir in der ersten Liga oben stehen. Kann man nicht mal langsam damit anfangen unsere Situation realistisch zu betrachten?
Wir spielen nicht mehr um Platz 5 der 1. Liga - sondern um Platz 10 der ersten bis Platz 7 der zweiten Liga. Das muss endlich mal in eure Köpfe rein! Hört auf die Spieler des FCK an Maßstäben zu messen, die diese nicht erfüllen können.
Wenn die Spieler das könnten, würden sie derzeit nicht beim FCK spielen. Das ist ein langer Prozess, der durchlaufen werden muss.
Aber wir verlangen immer alles jetzt und sofort.
Wir haben kein Konzept, das auf mittelfristigen Erfolg ausgelegt ist,
sondern versuchen es jedes Jahr mit der Brechstange. Und warum? Weil das Volk das so will.
Wir hätten doch gar nicht die Geduld für "und 2-3 aus der 2. Mannschaft hochziehen.
Zusätzlich noch 2-3 junge Talente aus der 3. Liga holen und 1-2 End-20er aus der 2. Liga.".
Spätestens ab Spieltag 10 wäre die Hälfte es nicht Wert unser Trikot zu tragen und der Trainer müsste weg.
Glaubt Ihr allen Ernstes, der Kuntz verzichtet freiwillig auf die Stars aus der zweiten und holt absichtlich die Nulpe aus der ersten Liga?
Oder hat er nicht vielleicht doch die Hoffnung, dass der zweite an sein Leistungsvermögen anknüpft - das er irgendwann mal bewiesen hat - und uns sofort weiterbringt?
Was uns fehlt ist die Geduld im Umfeld. Die realistische Einschätzung unserer Situation. Wir sind wie die Kölner, die sofort nach dem Aufstieg wieder vom internationalen Wettbewerb träumen.
Wir sind aber in der zweiten Liga, ohne Kohle: Also woher bitte soll unsere Dominanz kommen?
Warum sind wir immer noch so arrogant zu glauben, das wir als FCK was besseres sind als z.B. Union Berlin?
Weil wir vor 15 Jahren noch mal Meister waren?
Wir reden uns unsere Stellung selbst immer weiter ein und verlangen dadurch Dinge von der Mannschaft, die sie einfach nicht im Stande ist zu leisten. Wir haben keine Mannschaft, die die zweite Liga im Vorbeigehen vernascht. Wir können uns diese Mannschaft gar nicht leisten.
Wir haben eine Mannschaft aus Spielern, die ein gewisses Potential haben (Ring, Jensen, Löwe....), aus Spielern die führen sollten und in der Vergangenheit irgendwann mal bewiesen haben, das sie es eigentlich können (Lakic, Matmour, Idrissou, Occean,...) und ein paar ganz Junge, von denen man sich erhofft, das sie irgendwann mal das Zeug dazu haben in einer Profimannschaft zu spielen (die man aber behutsam aufbauen muss - sonst enden sie wie Ziemer, Bohl, Reinert....).
Mehr haben wir nicht. Wir haben nicht mal einen klaren Kopf in der Mannschaft. Früher hatten wir 2,3 echte Führungsspieler und dann 8,9
"Indianer", die sich an den anderen aufgerichtet haben. Dazu 2,3 Talente und das war es. Heute haben wir aber einen durcheinander gewürfelten
Haufen von "Eigentlich-können-sie-es-ja-aber-halt-nicht-immer-vielleicht-wird-es-aber-nochmal-was"-Spielern.
Aber die stecken sich eben immer wieder gegenseitig mit der Seuche an.
Wenn, ja wenn es mal in einem Spiel läuft, dann klappt das doch auch (Leverkusen). Aber das ist eben die Ausnahme.
Wir haben keine Hierarchie.
Ja, das war dieses Jahr die Sache von Kuntz und Foda (Runajic hat noch keine Mannschaft zusammengestellt).
Aber welche Möglichkeiten hatten die beiden denn? Konnten die aus dem vollen schöpfen? Oder waren vielmehr finanzielle Zwänge vorhanden?
Und dann muss der Führungsspieler ja auch immer noch bereit sein zum FCK zu kommen.
Und ihr könnt glauben was ihr wollt: Wir haben nicht mehr den Namen den wir gerne glauben zu haben. Die Spieler brauchen nicht zu überlegen ob sie lieber nach Lautern oder nach Mainz gehen. In Mainz ist nämlich alles besser: Bessere sportliche Situation, bessere
finanzielle Situation, bessere Trainingsbedingungen, höher dotierter Vertrag, bessere Mannschaft, bessere Liga, bessere Chancen ins Blickfeld von einem noch größeren Verein zu geraten.... Und ob er jetzt "Kaiserslautern Allez" hört oder "Mainz Allaaf" ist dem in Buxtehude geborenen Spieler doch auch scheißegal.
Was können wir denn dagegenhalten? Das wir eine maßlos übersteigerte Erwartungshaltung haben, dass wir jedes "Versagen" zum Anlass nehmen den Spieler zu verteufeln? Wir warten doch nur noch darauf, das wir auf die Mannschaft einschlagen können. Hier freut man sich nicht mehr über Siege, sondern nimmt diese zum Anlass sofort von Glück zu sprechen und "aber im Prinzip haben wir genauso scheiße gespielt wie die ganze Zeit" zu sagen. Wir hoffen doch nur noch auf Niederlagen um uns selbst dann bestätigt zu sehen. Wir erklären uns selbst alle zum Arsch der Nation und regen uns dann darüber auf, dass wir der Arsch sind.
Verdammter Mist, wir sind doch keine Anhänger mehr, wir sind nur noch glücklich, wenn wir was zum schimpfen haben. Wo man sonst von "rosaroter Vereinsbrille" spricht, haben wir die pechschwarze auf.
Wir brauchen als allererstes Einsicht. Einsicht wo wir stehen. Dann benötigen wir Geduld. Geduld um wieder etwas in Ruhe aufzubauen.
Erst wenn diese Voraussetzungen wieder da sind, erst dann hilft uns ein Sportdirektor mit einem Konzept weiter. Dann braucht es auch Glück, dass dieses Konzept greift.
Denn andere Vereine wollen sich ja auch weiterentwickeln. Ist ja nicht so, das wir die einzigen sind, die nach oben wollen.
Und mit der Einsicht, kommt auch wieder das Wir-Gefühl. Toll, wie die Unioner gestern reagiert haben. Die haben die Mannschaft gefeiert. Obwohl auch Berlin sein Saisonziel verfehlt hatte. Ich weiß, das das schwer ist. Mir geht es doch auch nicht anders. Ich ärgere mich auch maßlos über vergebene Chancen. Ich schimpfe auch auf eigene Spieler. Aber man muss doch irgendwann mal die Emotion beiseite legen und das ganze nüchtern und sachlich betrachten:
Mehr ist aktuell nicht drin. Und da hilft es nicht, wenn ich alles nieder mache. Und vor allem nicht, wenn ich lese in welchem Ton hier von einigen "gepoltert" wird.
Meine Fresse, reißt euch mal zusammen: Den FCK hat mal ausgemacht, das man gemeinsam durch Dick (lol) und Dünn marschierte. Wir waren eine Macht.
Weil wir zusammenstanden.
Mit der jetzigen Stimmung rund um den Verein wären wir 1990 und 2008 abgestiegen und niemals mehr Deutscher Meister geworden.
Wir zerstören uns gerade selbst.