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Spielbericht FCK-Fürth 2:1 | Der Tag der Kunstschüsse (Der Betze brennt)

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Thomas
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Beitrag von Thomas »

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Spielbericht: 1. FC Kaiserslautern - SpVgg Fürth 2:1
Der Tag der Kunstschüsse
von Marky

Zwei Tore des Monats gab es am Samstag auf dem Betze zu bestaunen. Beide durch den FCK. Sie überstrahlten sogar das Lakic-Comeback. Warum Trainer Runjaic trotz der drei Punkte noch mal mit seinen Mannen Tacheles reden muss, analysiert DBB-Autor Marky.

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Srdjan Lakic stand noch gar nicht auf dem Platz - und war irgendwie doch beteiligt am so wichtigen 1:0 des 1. FC Kaiserslautern, das Fürths Trainer Frank Kramer später als “Dosenöffner” für die Pfälzer interpretieren sollte. Nach stimmungsvollem Beginn war es auf den Rängen ruhiger geworden. Das leidenschaftliche Betzepublikum fand kaum Futter, um aus der Haut zu fahren. Erst nach knapp 40 Minuten brachen sich die Emotionen Bahn. Ja, ein Applaus-Orkan fegte von Block zu Block über die Westkurve. Erst war gar nicht zu erkennen, was die Eruptionen auf dem Fußballberg erzeugte. Der Grund war ein Auswechselspieler, der sich auf den Weg hinter das von Tobias Sippel im ersten Durchgang gehütete FCK-Tor im Westen machte. Der Grund war natürlich Srdjan Lakic. Und der meist diskutierte Rückkehrer ever ever ever hatte gerade zurückgeklatscht und gestrahlt wie zuletzt beim 5:0 gegen Schalke, da setzte auf einmal sein neuer Mannschaftskamerad Ruben Jenssen einen fantastischen Schlenzer in den Winkel. Dieser Ruben Jenssen, der bislang gefühlt noch nicht einmal in der ganzen Saison aufs Tor geschossen hatte. "Lucky" jubelte und der Betze war, wie es Pharrell Williams später treffend in einem der Halbzeitsongs ausdrückte, happy. Lakic dafür einen Scorerpunkt zuzuschreiben, wäre vielleicht übertrieben, aber es passte ins Bild. Es passt zu der total, total verrückten Beziehung zwischen Verein und Spieler.

"Wir haben in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel gesehen – nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte”, ordnete FCK-Coach Kosta Runjaic die ersten 45 Minuten kritisch ein. Fürth habe sehr gut verteidigt und die Räume eng gemacht – “da haben wir nicht so überzeugt, wie ich das gedacht hatte”. Runjaic hatte, wie erwartet, auf das unter seiner Ägide neue 4-2-3-1-System gesetzt. Mit - und das gab’s bisher auch nicht - Kostas Fortounis auf der “10”. In der Winterpause hatte Runjaic kritisch angemahnt, dass seine Mannschaft zu wenig für das Spiel tun würde. Daran wollte er in seiner ersten richtigen Vorbereitung mit seinen Spielern arbeiten. Das, was er letztendlich auf dem Platz sah, konnte den Trainer freilich nicht zufrieden stellen. Die Außen Marcel Gaus und Karim Matmour blieben anfangs stumpf, beim Spielaufbau schaufelte man mehr Bälle ins Seitenaus als zum Mann. Hier fehlte dann doch ein fitter Jan Simunek, der gar nicht im Kader war, der von Dominique Heintz ersetzt wurde. Und sicher war auch Druck da: Bei einer Niederlage hätten die bislang recht konstanten Fürther den Vorsprung auf sieben Punkte ausbauen können. Der FCK hatte zudem die letzten beiden Heimspiele verloren. Und sicher stand da mit Fürth auch ein gut geordneter Gegner auf dem Platz, der enorm viel lief, der gut verschob, der rasant umschaltete. Aber in seinen wenigen Kontern dann doch nicht die Entschlossenheit zeigte (oder am ausgezeichneten Marc Torrejon scheiterte), dem Ruf als gefährlichste Offensive der Liga nicht gerecht wurde. Sinnbildlich für die Offensivleistungen des FCK in der ersten Halbzeit war die Anfangschance von Gaus, der freie Schussbahn hatte, aber dann doch erst wieder einen Schlenker machte - in schlechter Tradition der zurückliegenden Spiele gegen Düsseldorf und Paderborn. Ja, bis dann eben Ruben Jenssen die schmerzlich vermisste Zielstrebigkeit zeigte und - in bester Ivo-Ilicevic-Manier - etwas herrlich Verrücktes unternahm. “Endlich schießen die mal aus der zweiten Reihe”, dachten wohl Trainer und Fans unisono.

“In der zweiten Hälfte haben wir auf das 2:0 hingearbeitet”, so Runjaic. Den Roten Teufeln wuchsen nun augenscheinlich Flügel, Fortounis war on Fire. Alle taten was für das Spiel. Und selbst die genauso grandios herausgespielte wie vergebene Chance durch Matmour - der zudem den völlig verwaisten Mo Idrissou übersah - fiel da nicht schwer ins Gewicht. Denn Augenblicke später stand der Betze Kopf, als Florian Dick die irre Idee hatte, Arjen Robben zu kopieren. Zwei Tore des Monats in einem einzigen Spiel. Zwei FCK-Distanzschüsse. Drin. Sensationell. Total verrückt.

Und jetzt kam auch noch - unter Standing Ovations - Lakic aufs Feld, in der 64. Minute für Fortounis. Und nicht wenige dachten euphorisiert, der macht jetzt auch noch eins. Doch mit Prognosen sollte man gerade als FCK-Fan sehr vorsichtig sein. Es kam anders. Mit der Auswechslung des Griechen und der Umstellung auf ein 4-4-2 geriet das FCK-Gefüge durcheinander (unsere DBB-Taktik-Experten haben dies in ihrem Thread messerscharf analysiert). Die Dynamik war raus, der Esprit fehlte, die Kompaktheit ging verloren. Und der FCK “erzielte das dritte Tor sozusagen auch”, wie Runjaic süffisant anmerkte. “Wieder so ein einfaches Tor.” Einen recht harmlosen Schuss von Füllkrug konnte Sippel nicht festhalten, Löwes Beine machten nicht, was ihnen das Gehirn vorgab und Mudrinski drückte das Leder über die Linie. Der FCK, der Meister der Slapstick-Gegentore. Runjaic brachte Occean, der die Fortounis-Lücke füllen sollte - korrigierte der Taktik-Fuchs damit etwa seinen vorigen Wechsel wieder?

Die Mannen mit dem Kleeblatt auf dem Trikot “bissen sich dann rein, gingen sehr hohes Risiko” (Trainer Kramer). Und hatte am Ende eine “glasklare Torchance, die man auch in solchen Spielen nutzen muss”. Kramer meinte damit seinen Angreifer Füllkrug, der freistehend, wenige Meter vor dem Kasten nur den langen Haxen von Heintz traf. Da waren 88. Minuten gespielt. Vier Minuten später beendete Schiri Knut Kircher, der alles bestens im Griff hatte, die Partie - und der FCK-Anhang schnaufte ganz tief durch. Zuvor hatte er jede Ballberührung der Fürther mit wütenden Pfiffen quittiert. Das hat es in dieser Form länger nicht gegeben. Ein gutes Zeichen! 1.000 der rund 33.000 Zuschauer kamen übrigens aus Fürth - eine respektable Zahl.

“Aus meiner Sicht haben wir uns nach einer schweren Vorbereitung heute belohnt”, fiel das Fazit von Runjaic dann doch versöhnlich aus. Das, was ihm nicht gefallen habe, werde er am Sonntag mit seinen Spielern besprechen. Diese schlitternden derweil auf dem regendurchweichten Rasen nach kurzer Siegesfeier (mit Sonderapplaus für Dick) der Westkurve freudig entgegen. Und der FCK rutscht in der Tabelle wieder bis auf einen Punkt an den direkten Aufstiegsrang zwei heran. Das war nach der Paderborn-Pleite so nicht abzusehen.

Abschließend, für Freunde der Statistik: Beide Mannschaften liefen jeweils 120 km (!), in der Zweikampfbilanz gab es genauso wie bei den Sprints keinen Sieger. Der FCK hatte mehr Ballbesitz (55%). Auf die meisten Ballkontakte bei Lautern kam Löwe (78). Der war mit Karl auch Top-Zweikämpfer (jeweils 20 gewonnene). Auf die beste Passquote darf Fortounis (88%) Stolz sein, lauffreudigster Teufel war Jenssen (12,73 km). Und schnellster Spieler? Dick, mit 32,57 km/h.

Last, but not least: Herzlichen Glückwunsch, Horst Eckel!

Quelle: Der Betze brennt
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)
Miggede
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Beitrag von Miggede »

Guter Bericht!

Wichtiger Sieg, das ist die Hauptsache. Sicherlich gibt es Optimierungspotential, wenn Zoller wieder da ist und Lakic & Ede integriert sind läuft das schon.

Jetzt erst mal am Mittwoch zur Kür nach Leverkusen!
wkv
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Beitrag von wkv »

Schöner Bericht, Marky. Sehr treffend. Ich hab ja im Taktikthread gemutmaßt, dass der Gesichtsausdruck von Runjaic mir den Eindruck nahelegte, dass er eben nicht zufrieden war, dass man das so nicht wollte....

Trotzdem haben wir in Hz.2 phasenweise guten Fußball geboten, leider die Konter nicht konsequent zu Ende gespielt.

Was mir auch oft bitter aufstieß waren die drei Mann an der Seitenlinie, von denen weder einer mal die Linie lang ging, noch sich in Richtung Mitte anbot.


Luft nach oben, würde ich sagen. Trotzdem gegen den Tabellenzweiten, der einen Gegner "Killen" wollte gewonnen....

1 Punkt noch.

Und mir hat es heute gut gefallen, dass man aus der Ferne geschossen hat.

Was haben wir darüber diskutiert....und trotzdem:

Unsere Standards sind eine Schande.
Seit1969
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Beitrag von Seit1969 »

Klar. umsonst ist Fürth nicht Zweiter.
Trotzdem, es gibt da noch viel Arbeit für den Trainer.
Praktisch in allen Mannschaftsteilen. Und da drängt sich die Frage auf ob das in der verbleibenden Zeit zu schaffen ist.
Vorrangig ist die Minimierung von individuellen Fehlern, so wie heute wieder ein (zwei) Fehler zum Gegentor geführt hat. Als Zuschauer fällt einem da gar nicht mehr viel ein als Kopfschütteln.
Schauen wir mal wie nach dem "mitspielenden" Gegner Fürth, die Aufgabe bei den "Malochern" in Aue gemeistert wird.
Am Mittwoch ist sowieso die leichteste Aufgabe in dieser Saison. Erwartet wird eh nichts, da kann die Mannschaft mal zeigen wie sie ohne Druck agieren kann.
Fly with the eagle or scratch with the chicken
herzdrigger

Beitrag von herzdrigger »

Marky hat geschrieben: Löwes Beine machten nicht, was ihnen das Gehirn vorgab
Ach Marky, wir lieben deinen Schreibstil. :love:

Das Ergebnis stimmt, Coach Kosta hat treffend schon während der Pressekonferenz analysiert.
Die Mannen auf dem Platz sind dazu angehalten die Vorstellungen des Trainers nicht nur im Training sondern während dem Spiel auf dem Platz umzusetzen.
Wenn sie das tun sollte uns nicht Bange werden. Und ein bisschen "Leitungs-Training" zwischen Gehirn und ausführenden Körperteilen wäre auch nicht schlecht. :teufel2:
Hellfire_LD
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Beitrag von Hellfire_LD »

Danke, Marky. Ein großartiger Bericht der alles auf den Punkt bringt.
Gerade in der 1. HZ hat man gesehen, dass es noch viel Luft nach oben gibt. Denn nicht immer gelingen uns 2 solche Sonntagstreffer und man liegt schnell mal 0:1 hinten. Ich denke aber dass sich das hoffentlich bald bessern wird.
In die Hölle ist es überall gleich weit.
teufelshü
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Beitrag von teufelshü »

Bin ich der Einzige, der gesehen hat dass Matmour technisch total limitiert ist!?
Ständig gefährliche Ballverluste.Festgespielt,verhaspelt,egoistisch!
Wieso spielt so jemand 80 min.?!!! :?
In Peru, in Peru in den Anden....
de79esche

Beitrag von de79esche »

Ja, ja, der "Lakic Effekt". Das waren meine Worte beim 1:0. Wie Du schon passend beschriebst. Ich sagte: "Sähne ner, Lakic macht sich warm un schunn knallts." :wink:
War schon ein lustiger Zufall (mehr sollte man da nicht rein interpretieren. Fand ihn, nach seiner Einwechslung aber sehr nervös, hat aber ein paar Kopfballduelle gewonnen und für mich den besten Spielzug eingeleitet. Und wenn da Ede den Ball etwas sauberer in die Mitte legt, steht Lucky alleine vor dem Tor. Leider war der Pass zu fest und zu ungenau. Mo wirkte gestern nicht fit, hat nicht mal verbal geglänzt.
Alles in allem, wenns im Spiel nicht läuft, schnippeln wir halt 2 in den Winkel. Und wenn man das 1:0 sieht, war das ein katastrophaler Abwehrfehler von Fürth (nicht nur uns passieren solche Böcke).
Positiv stimmt mich, daß Kosta nicht zufrieden war, ein Foda fand ja jedes Spiel toll.
Auf nach Aue und eine Schippe drauflegen. :teufel3:
Ede für Matmour und Mo mit Lucky vorne und das Ding läuft. Denn 2 Stürmer müssen sein. Waren wir gestern doch teilweise sehr beschränkt, was die Anspielstationen anging. Fürth hat uns mit 3 Mann schon 20 Meter in unserer Hälfte angegriffen.
Miggede
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Beitrag von Miggede »

Was mir gestern einmal mehr aufgefallen ist ist die Diskrepanz zwischen Stimmung bei DBB und Stimmung der Masse.

Wenn man auf DBB liest waren gefühlte 80% gegen den Lakic-Transfer, gestern im Stadion hatte ich genau das umgekehrte Gefühl. Da gab es in der Vergangenheit schon mehrere Beispiele wo ich gedacht habe, das hier im Forum das Stimmungsbild verfälscht ist, meistens ins Negative... Irre ich mich?
OWL-Teufel

Beitrag von OWL-Teufel »

teufelshü hat geschrieben:Bin ich der Einzige, der gesehen hat dass Matmour technisch total limitiert ist!?
Ja
EchterLauterer
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Beitrag von EchterLauterer »

Miggede hat geschrieben: Da gab es in der Vergangenheit schon mehrere Beispiele wo ich gedacht habe, das hier im Forum das Stimmungsbild verfälscht ist, meistens ins Negative... Irre ich mich?
Nö.
Bei dbb zu schreien, heißt polarisieren. Da gibts für manche plötzlich nur noch schwarz und weiß und keine Zwischentöne mehr.
Die einzige Gabe, die wahrhaft gerecht unter den Menschen aufgeteilt ist, ist der Verstand. Denn ein jeder glaubt, er habe genug davon. Pinkfarbener Text ist in jedem Falle Ironie, schwarzer Text aber vielleicht auch.
Die dritte Zeile dieser Signatur ist dem Forumssignaturwart gewidmet.
dehaagi
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Beitrag von dehaagi »

ich weiss ja nicht warum man matmour eine schlechte Technik nachsagen möchte, schau dir nur mal an, wie der auf der aussenbahn die langen pässe am fuss runterholt und gleich weiterverarbeitet. ich denke da gibt's in der zweiten Liga nicht allzuviele die das so können....
salamander
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Beitrag von salamander »

Miggede hat geschrieben:Was mir gestern einmal mehr aufgefallen ist ist die Diskrepanz zwischen Stimmung bei DBB und Stimmung der Masse.

Wenn man auf DBB liest waren gefühlte 80% gegen den Lakic-Transfer, gestern im Stadion hatte ich genau das umgekehrte Gefühl. Da gab es in der Vergangenheit schon mehrere Beispiele wo ich gedacht habe, das hier im Forum das Stimmungsbild verfälscht ist, meistens ins Negative... Irre ich mich?
Ja.
patrick1984
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Beitrag von patrick1984 »

OWL-Teufel hat geschrieben:
teufelshü hat geschrieben:Bin ich der Einzige, der gesehen hat dass Matmour technisch total limitiert ist!?
Ja
NEIN, Matmour ist in allem limitiert....Abschlussschwach, Kopf Richtung Boden und los gerannt, kein Auge für den Mitspielern, verdribbelt sich ständig da er den Ball nicht abspielt. Sorry meiner Meinung nach ist er nicht gut für unser Spiel.
de79esche

Beitrag von de79esche »

[/quote]NEIN, Matmour ist in allem limitiert....Abschlussschwach, Kopf Richtung Boden und los gerannt, kein Auge für den Mitspielern, verdribbelt sich ständig da er den Ball nicht abspielt. Sorry meiner Meinung nach ist er nicht gut für unser Spiel.[/quote]
Fortunis auch nicht, der dribbelt sogar quer.
salamander
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Beitrag von salamander »

EchterLauterer hat geschrieben:
Miggede hat geschrieben: Da gab es in der Vergangenheit schon mehrere Beispiele wo ich gedacht habe, das hier im Forum das Stimmungsbild verfälscht ist, meistens ins Negative... Irre ich mich?
Nö.
Bei dbb zu schreien, heißt polarisieren. Da gibts für manche plötzlich nur noch schwarz und weiß und keine Zwischentöne mehr.
Naja. Ich z.B war hier gegen den Lakic-Transfer, weil ich glaube, dass wir anstatt des fünften Spitzen-Stürmers noch einen guten Außen gebraucht hätten (das Spiel gestern unterstreicht das). Mit dem Spieler Lakic selbst habe ich aber kein Problem, seit er uns in Stuttgart, Schalke und Wolfsburg 2011 zum Klassenerhalt geschossen hat, obwohl klar, war, dass er geht. Selbstverständlich hab ich ihn mit Beifall begrüßt. Wie viele andere auch. Das Beispiel taugt also nicht.

Grundsätzlich sind natürlich Meinungsäußerungen von Amateurexperten in Foren tendenziell kritischer als die Stimmung im Kreis der allgemein Interessierten. Liest man die Leserbriefspalten der FAZ, käme man nicht auf die Idee, dass Merkel in der Bevölkerung auf breite Zustimmung stößt. Das ist aber auch nicht DBB-typisch.
scheiss fc köln

Beitrag von scheiss fc köln »

"Limitiert" ist wahrscheinlich das ekelhafteste Unwort hier, und wird inflationär genutzt.

Ein nicht "limitierter" Spieler kickt wohl kaum bei einem Zweitligisten. Und ich würde sogar so weit gehen, Mario Götze "limitierte" Kopfballstärke zu attestieren.

Es muß nichtmal ein Sondertrikot sein, um von einer "limitierten" Auflage zu sprechen - schätzungsweise sind die Auflagen der "Nichtsondertrikots" dann einfach auf, je nach Verein, 100000 oder 1000000 "limitiert".

So ein Quark...
patrick1984
Beiträge: 793
Registriert: 01.12.2012, 13:02

Beitrag von patrick1984 »

scheiss fc köln hat geschrieben:"Limitiert" ist wahrscheinlich das ekelhafteste Unwort hier, und wird inflationär genutzt.

Ein nicht "limitierter" Spieler kickt wohl kaum bei einem Zweitligisten. Und ich würde sogar so weit gehen, Mario Götze "limitierte" Kopfballstärke zu attestieren.

Es muß nichtmal ein Sondertrikot sein, um von einer "limitierten" Auflage zu sprechen - schätzungsweise sind die Auflagen der "Nichtsondertrikots" dann einfach auf, je nach Verein, 100000 oder 1000000 "limitiert".

So ein Quark...
OK er ist auf3.liga Niveau limitiert... besser so..
scheiss fc köln

Beitrag von scheiss fc köln »

patrick1984 hat geschrieben:OK er ist auf3.liga Niveau limitiert... besser so..

Nein! Ich vertraue dem Urteilsvermögen diverser Trainer einfach mehr, als deinem. Die werden das besser einschätzen können.

Mir fällt gerade noch ein, mein Kopfballspiel ist extrem besser als das vom Götze - trotzdem kicke ich für ´ne (durchaus erfolgreiche) Thekenmannschaft, und der in der Champions-League!!! Ungerechte Welt!
Zuletzt geändert von scheiss fc köln am 09.02.2014, 10:05, insgesamt 1-mal geändert.
geowil
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Registriert: 11.01.2011, 22:16

Beitrag von geowil »

scheiss fc köln hat geschrieben:"Limitiert" ist wahrscheinlich das ekelhafteste Unwort hier, und wird inflationär genutzt.

Wird vorzugsweise von limitierten Schreibern benutzt... :wink:
salamander
Beiträge: 4457
Registriert: 16.02.2007, 22:21

Beitrag von salamander »

patrick1984 hat geschrieben:Bin ich der Einzige, der gesehen hat dass Matmour technisch total limitiert ist!?
Matmour ist technisch einer der stärksten Zweitligaspieler und sauschnell dazu, mit Ball und ohne. Leider fehlt es ihm an Auffassungsgabe für das Spiel. Er rennt blind in den Mann (oder 2 oder 3), sieht Lücken nicht, in die er stoßen kann, sieht keine Gassen, keine besser postierten Leute. Kann er gehen, spielt er hektisch ab. Müsste er abspielen, läuft er sich mit Ball fest. Muss es steil gehen, rennt er quer. Gestern versucht er, statt den freistehenden Idrissou anzuspielen, einen risikoreichen Kunstschuss auf den Torwinkel.

Matmour hat aufgrund seiner tollen Anlagen immer wieder im Ansatz großartige Aktionen, aber der Ertrag ist viel zu gering. Deshalb hat Frankfurt ihn abgegeben, denn in der ersten Liga reicht das nicht.

Interessanterweise ist er damit vom Profil her das Gegenteil von Gaus, der ein sehr gutes Spielverständnis hat, dem es aber an der individuellen Qualität fehlt, um das umzusetzen. Zusammen gepackt in einem Spieler ergeben die beiden einen brauchbaren Erstligaaussen. Getrennt ist es gerade mal Zweitligadurchschnitt.

Dabei hatte ich bei Matmour die Hoffnung, dass ein guter Trainer sein riesiges Potenzial besser zur Geltung bringt, ihn entwickelt, ihn einen Leistungssprung machen lässt. Daran glaube ich nicht mehr. Ich sehe bei Matmour keinerlei Entwicklung. Einige phantastische Ballannahmen im Spiel, ein oder zwei gelungene Dribblings im Mittelfeld, ordentliche Arbeit gegen den Ball. Und viele gescheiterte Dribblings und Fehlpässe. Und - natürlich - alle 12 bis 15 Spiele mal ein Galauftritt, wo er trifft und alle in Grund und Boden spielt. Aber im Alltag der zweiten Liga ist er kein Aktivposten, sondern Teil unseres Aussenproblems. Dabei kann man ihm keinen Vorwurf machen, er will ja, aber irgendwo fehlt ihm das, was der moderne Fußball auf höchstem Level verlangt. Handlungsschnelligkeit, Auffassungsgabe, Zug zum Tor, Coolness beim Abschluss, Spielverständnis. Das ist schade, war aber absehbar, Veh ist auch kein Blinder.
MarcoReichGott
Beiträge: 4402
Registriert: 04.03.2013, 10:40

Beitrag von MarcoReichGott »

Matmour hat ne ordentliche Ballbehandlung, ein vernünftiges 1:1 und - das sollte man hier bei uns ja auch nochmal hervorheben - er arbeitet gut gegen den Ball und ist eigentlich immer kämpferisch dabei. Und seine Standarts haben schon zu manchem Tor geführt. Zu gute halten muss man ihm außerdem, dass er auf seiner Seite von Dick oftmals allein gelassen wird.

Das Problem ist halt nur, dass er ein ziemlich miserables Spielverständnis hat und die Abstimmung der Laugwege mit den Mitspielern überhaupt nicht funktionieren. Seine Pässe sind auch oftmals ziemlich unpräsize und im Torabschluss ist er nun wirklich miserabel.

Das hat halt zur Folge, dass er immer dabei ist weil er durchaus seinen Anteil am Spiel hat eben - offensiv - absolut nix bei rum kommt.

Ich würde ihn ehrlich gesagt auch nicht mehr aufstellen, außer es geht gegen Gegner wo er wirklich stark nach hinten mitarbeiten kann. Wenn man sich Matmours Karriere-Daten so anschaut braucht man auch nicht mehr darauf zu warten, dass "Der Knoten platzt".

Er hat seine Qualitäten und deswegen bauen die Trainer immer auf ihn, aber ein offensiver Außenspieler, der - aus dem Spiel heraus - in 20 Spielen kein Tor geschossen und ca. 2 Torvorlagen gegeben hat, darf einfach bei nem Aufstiegsaspiranten nicht in der Stammelf stehen.

Ich erwarte bei uns keinen Spieler, der auf der Außenbahn irgendwelche genialen Momente hat aber bei Matmour werden halt schon Standartsituation wie ein einfaches Konterspiel katastrophal ausgespielt.
thehaunted
Beiträge: 49
Registriert: 05.11.2009, 08:09

Beitrag von thehaunted »

Ich finde es schon erstaunlich, dass viele über System, Aufstellung und die so genannte "Kompaktheit" im Mittelfeld reden. 50% des Spiels könnten wir 5-0-5 spielen. Die Bälle Werden viel zu häufig einfach über das Mittelfeld gedonnert. Aber gut, wer im Mittelfeld "Motoren" wie Karl hat oder auf den Außen einen Matmour der wahrscheinlich das Tor nicht treffen würde, wenn man ihm den Weg frei machen würde, der muss so kicken. Ich bin jedenfalls nicht begeistert von dem Gesehenen gestern. Wir hatten genau das, was sich viele gewünscht haben: eine Mannschaft die mitspielt. Aber gebracht hat's nicht viel. Außer 2 Sonntagsschüsse und wieder unnötigen Ballbesitz unserer IV's war wenig los. Keine Torchance (matmour ausgeklammert), pomadiges Spiel und unser Mittelfeld dreht sich bei Ballbesitz zu 75% Richtung eigenes Tor und sucht Sippel...
Schlossberg
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Beitrag von Schlossberg »

salamander hat geschrieben:Matmour ist ...
Das kann man m. E. so stehen lassen.
Exemplarisch dafür die Szene, die in den Highlights auf fck-tv.de bewundert werden kann.
Wie sich Matmour die Riesenchance, die er dann so schlecht nutzt, selbst erarbeitet, ist allererste Sahne, und das nicht nur technisch.
An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.
bittere_pille

Beitrag von bittere_pille »

Welcher unserer Spieler ist denn NICHT limitiert ?
So ne ANalyse wie hier bei Matmour gemacht wird, kann man bei jedem machen, beim Tobbes angefangen und bei Idrissou aufgehört...
Und was bringt es ? Kommen da ganz neue, überraschende Erkenntnisse raus ?

Und Achtung: selbst bei Aufstieg werden wir solche Spieler zu Genüge haben..., hatten wir schon immer (bis auf einige Ausnahmen...) .
Alleine die Aufstellung gegen Barcelona ist da nen Blick wert. Das waren 11 Durchschnittsspieler, die über sich hinaus wuchsen. Und mehr sollte man von Lautern nicht erwarten.

Die Holtbys, Sams usw. kicken entweder gar Nicht oder nicht lange bei uns.
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