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Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger: "Ich bin schwul!" (Die Zeit)

Fußballthemen, welche den FCK nicht oder nicht direkt betreffen.
Red Devil
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Beitrag von Red Devil »

Zuletzt geändert von Thomas am 08.01.2014, 14:54, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Primärquelle (Die Zeit) hinzugefügt.
Klagt nicht, kämpft!!!!!
SuperMo
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Beitrag von SuperMo »

Unglaublich, muss deshalb hier ein Thema eröffnet werden? Das Privatleben von Spielern (und natürlich auch Sonstigen Menschen) geht jeden einen Sch..... an. Hier wird auf alles angesprungen.
dehaagi
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Beitrag von dehaagi »

ist doch ok wenns endlich mal einer ausm profifussball zugibt....
Wutti10
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Beitrag von Wutti10 »

Folgende Meldung hätte mich mehr schockiert:

Ex-FCK-Spieler Sandra Wagner outet sich: "Ich kann Fussball spielen."
dehaagi
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Beitrag von dehaagi »

Wutti10 hat geschrieben:Folgende Meldung hätte mich mehr schockiert:

Ex-FCK-Spieler Sandra Wagner outet sich: "Ich kann Fussball spielen."
das sagense alle :D :D :D
Thomas
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Beitrag von Thomas »

SuperMo hat geschrieben:Unglaublich, muss deshalb hier ein Thema eröffnet werden? Das Privatleben von Spielern (und natürlich auch Sonstigen Menschen) geht jeden einen Sch..... an. Hier wird auf alles angesprungen.
Thomas Hitzelsperger ist doch genau zum Zweck einer öffentlichen Diskussion mit seinem Outing an die Presse herangetreten. Warum also sollte nicht darüber gesprochen werden oder die Sache sogar jeden einen Scheiß angehen?

Höchstens ob man dafür ausgerechnet die Boulevardmedien als erste Quelle heranziehen muss, ist vielleicht eine gute Frage. Deshalb verlinke ich hier mal noch den Artikel aus der Originalquelle Die Zeit:


Thomas Hitzlsperger bekennt sich zu seiner Homosexualität

Als erster prominenter homosexueller Fußballer begründet Hitzlsperger im ZEIT-Interview sein langes Schweigen. Unser Kolumnist will die Debatte im Sport voranbringen.

Vor vier Monaten zog sich Thomas Hitzlsperger aus dem öffentlichen Leben als Fußballprofi zurück. Nun wendet er sich noch einmal an die Öffentlichkeit. Der Münchener hat sich entschieden, mit einem in der Fußballwelt bislang tabuisierten Thema in die Offensive zu gehen: "Ich äußere mich zu meiner Homosexualität", sagt Hitzlsperger im Gespräch mit der ZEIT, die am Donnerstag erscheint, "weil ich die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte". Er habe das Gefühl, dass jetzt, nach dem Ende seiner Karriere, ein guter Moment dafür gekommen sei.

Das Bewusstsein, homosexuell zu sein, war "ein langwieriger und schwieriger Prozess" im Leben des 31-jährigen ehemaligen Mittelfeldspielers, der zwischen 2004 und 2010 insgesamt 52 Spiele für die Deutsche Nationalmannschaft absolvierte. "Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte", sagt Hitzlsperger. Er äußert sich so offen, wie es vor ihm noch kein anderer deutscher Profi getan hat. Homosexualität werde im Fußball "schlicht ignoriert". Bis heute kenne er keinen Fußballer persönlich, der das zu seinem Thema gemacht habe. (…)

Quelle und kompletter Text: http://www.zeit.de/sport/2014-01/thomas ... t-fussball
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)
Inoshiro
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Beitrag von Inoshiro »

Eigentlich ist es erschreckend, dass das Outing eines Profifußballers im Jahr 2014 überhaupt noch so eine Nachricht ist.

Ich hoffe aber, dass das Outing auch anderen homosexuellen Spielern Mut macht, zu ihren Gefühlen zu stehen.
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salomon
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Beitrag von salomon »

Inoshiro hat geschrieben:Eigentlich ist es erschreckend, dass das Outing eines Profifußballers im Jahr 2014 überhaupt noch so eine Nachricht ist.

Ich hoffe aber, dass das Outing auch anderen homosexuellen Spielern Mut macht, zu ihren Gefühlen zu stehen.
Aber hoffentlich sind sie dann so schlau wie "Hitz" und bekennen sich - wenn überhaupt (...denn, wen geht eigentlich sein Privatleben etwas an?) - erst im Anschluß an ihre Karriere.

Falls nicht - sondern währenddessen - würde das eine >>Höllenritt<<, ein >>Fegefeuerlauf<< für jeden homosexuellen Profi. Ständige Provokationen auf und neben dem Platz, bei schlechten Spielen "Pussysprüche" und was er möglicherweise alles an "rektalen Behinderungen" haben muß, weil er nicht richtig "in die Puschen" kommt, usw. usf.

So blöd kann kein männlicher Fußballprofi sein, um sich auf diesem Altar zu opfern. Dafür ist der Fußballsport viel zu patriarchalisch und >machismo< als dass er es auch nur ansatzweise wert wäre, hier Speerspitze und Protagonist sein zu wollen. Zudem wäre es sehr leichtfertig, seine Profikarriere mit einem solchen - wenngleich wohlmeinenden - Unterfangen aufs Spiel zu setzen.

Bei der gegenwärtigen >Polung< unserer Gesellschaft, kann man von einem solchen Schritt nur abraten - zumindest während der "aktiven Profikarriere"!
Hellfire
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Beitrag von Hellfire »

Alles schön und gut, Glückwunsch und so weiter.

Es ist mir aber nach wie vor ein Rätsel, warum das soviele Leute als schier unglaubliche Leistung abfeiern, dass ein Fußballer mit seiner Orientierung rauskommt.

Da würden mir andere Menschen einfallen die kein Schulterklopfen für wichtigere Dinge kassieren.
Passt jetzt gar nicht in die Feierstimmung der mediengeilen Gesellschaft, ist schon klar.
Eine Abwehr aus Granit - so wie einst Real Madrid -
und so zogen wir in die Bundesliga ein, und wir werden wieder Deutscher Meister sein!
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Beitrag von sow42195 »

salomon hat geschrieben:
Inoshiro hat geschrieben:Eigentlich ist es erschreckend, dass das Outing eines Profifußballers im Jahr 2014 überhaupt noch so eine Nachricht ist.

Ich hoffe aber, dass das Outing auch anderen homosexuellen Spielern Mut macht, zu ihren Gefühlen zu stehen.
Aber hoffentlich sind sie dann so schlau wie "Hitz" und bekennen sich - wenn überhaupt (...denn, wen geht eigentlich sein Privatleben etwas an?) - erst im Anschluß an ihre Karriere.

Falls nicht - sondern währenddessen - würde das eine >>Höllenritt<<, ein >>Fegefeuerlauf<< für jeden homosexuellen Profi. Ständige Provokationen auf und neben dem Platz, bei schlechten Spielen "Pussysprüche" und was er möglicherweise alles an "rektalen Behinderungen" haben muß, weil er nicht richtig "in die Puschen" kommt, usw. usf.

So blöd kann kein männlicher Fußballprofi sein, um sich auf diesem Altar zu opfern. Dafür ist der Fußballsport viel zu patriarchalisch und >machismo< als dass er es auch nur ansatzweise wert wäre, hier Speerspitze und Protagonist sein zu wollen. Zudem wäre es sehr leichtfertig, seine Profikarriere mit einem solchen - wenngleich wohlmeinenden - Unterfangen aufs Spiel zu setzen.

Bei der gegenwärtigen >Polung< unserer Gesellschaft, kann man von einem solchen Schritt nur abraten - zumindest während der "aktiven Profikarriere"!
Ich habe das die ganze Zeit genauso gesehen wie Du. Unschwer auszumalen, was sich ein Spieler im Stadion anhören müsste. Inzwischen bin ich jedoch der Meinung, dass es falsch ist, so zu denken. Dann wird sich nie etwas ändern. Spätestens wenn sich in jeder Mannschaft irgendwann mal Homosexuelle geoutet haben, wird das aufhören. Und irgendwann wird es in der Öffentlichkeit gar nicht mehr große aufschlagen, wenn sich jemand zu seiner Homosexualität bekennt.
Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg (George Bernard Shaw)
Schlossberg
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Beitrag von Schlossberg »

Schwul, na und?

Das coming out von TH verdient m. E. die "öffentliche" (von Medien zwecks Quotensteigerung künstlich herbeigeführte) Aufmerksamkeit nicht.

Etwas anderes wäre es, wenn sich aktive und erfolgreiche Wintersportler demnächst in Sotchi oder Fußballer 2022 in Katar offen zu ihrer Orientierung bekennen würden.
Das wäre "gut so", um einen Fall zu zitieren, der m. E. in Deutschland doch so Einiges in Sachen Toleranz bewirkt hat.
An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.
Inoshiro
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Beitrag von Inoshiro »

sow42195 hat geschrieben:
Ich habe das die ganze Zeit genauso gesehen wie Du. Unschwer auszumalen, was sich ein Spieler im Stadion anhören müsste. Inzwischen bin ich jedoch der Meinung, dass es falsch ist, so zu denken. Dann wird sich nie etwas ändern. Spätestens wenn sich in jeder Mannschaft irgendwann mal Homosexuelle geoutet haben, wird das aufhören. Und irgendwann wird es in der Öffentlichkeit gar nicht mehr große aufschlagen, wenn sich jemand zu seiner Homosexualität bekennt.
Das kann ja bei einem Verein und seinen Fans auch zu einer Identifikation aus Trotz führen. Man denke nur an Ajax-Fans, die kontinuierliche antisemitische Anfeindungen damit gekontert haben, sich selbst eine "jüdische" Identität aufzubauen.

Vielleicht gibt es dann eben auch einfach heterosexuelle Fußballfans, die stolze "schwule" Anhänger ihres "schwulen" Vereins sind.
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attacke pfalz

Beitrag von attacke pfalz »

respekt vor th! das thema ist nicht egal und von einem outing abzuraten ist mmn falsch.das jemand genötigt ist sich ca. 20jahre seines lebens zu verleugnen ist ein skandal und macht das thema relevant und nicht egal! ich spiele fußball und ,so nehme ich mein team und die teams denen ich ich etwas näher stehe wahr, es währe kein problem wenn sich jem outen würde (außnahmen bestätigen natürlich die regel,aber einzelne deppen kann man durch die gruppe gut sanktionieren/isolieren).das man schwache schüsse,körperloses spiel usw schwul nennt ist nicht auf homophopie zurückzuführen sondern weil das wort im sprachgebrauch als definition für schwächlich o.ä steht.überhaupt,die ganzen sprüche die eine schwache leistung rügen sollen und evtl schwulen und frauenfeindlich sind,sind,fast immer, floskeln,die emotionen luft machen sollen und keineswegs als abneigung gegenüber den gennanten gruppen zu verstehen...das sollten sich homosexuelle bewusst machen! ich habe schon mit einigen der jungs darüber gesprochen,da hatte keiner ein problem mit evtl schwulen mitspielern.man würde ihn evtl anfangs etwas "necken"-mehr aber auch nicht-
trotzdem ist mir klar,dass es eine schwere sache für einen spieler ist,nicht hauptsächlich mannschaftsintern, sondern bei gegnerischen fans und spielern,deshalb hingt mein vergleich etwas,denn in unserer kreissklasse steht man halt lange nicht so im fokus wie in der bl...es muss eine ganz starke persönlichkeit her die da voran gehen könnte-ich finde dfl,dfb usw sollten sich da mehr engagieren ,denn wie gesagt, sich selbst verleugnen (müssen) ist ein skandal!
antikochteufel
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Beitrag von antikochteufel »

Klasse Fußballer, klasse Typ. - Ich hoffe nur, dass es Anderen Mut macht, offen und angstfrei mit ihrem Leben umzugehen. Es kann unserer Gesellschaft nur zugute kommen, wenn die Frage der sexuellen Orientierung kein Thema mehr ist, sondern mehr oder weniger langweilige Alltagsnormalität.
"Nicht irgendein Verein" :teufel2:
c
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Beitrag von c »

Ich finde dieses Thema nach wie vor einfach nur lächerlich. Und armselig... für die die Gesellschaft. Überall wo ein großes mediales Interesse vorherrscht muss um jeden Schritt abseits der Norm ein riesen Bohei gemacht werden. Diese zusätzlich generierte Aufmerksamkeit, trägt eigentlich nie dazu bei irgendwas zu normalisieren, sondern zwingt den dummen Deutschen lediglich dazu, den jeweiligen Themeninhalt als "unnormal" in seiner Rübe abzuspeichern. Trotz Windfähnchenbereitschaft.

In unserem 500 Seelenkaff haben wir einen jungen, schwulen Bürgermeister und das interessiert hier kein Schwein. Der wurde deswegen weder gemobbt, noch wurde er extra mit Samthandschuhen angefasst. Es ist einfach... normal. Und das sollte es auch in dem Fall Hitzlsperger sein.
Wenn das so ein popeliges, bärbeißiges Holzfällerkaff hinkriegt, dann schaffen das ja wohl auch die weltoffenen Großstädte. Ich glaube die Leute sind da wesentlich toleranter als es dieser Medienwirbel suggeriert. Das sind zumindest meine Erfahrungen...

Dennoch glaube ich auch, dass es für einen (Ex-)Spieler wirklich schwer (gewesen) sein muss, da er sich jetzt mit dem ganzen Mediensalat rumärgern muss und sich dabei gleichzeitig gut verkaufen muss, da man es durch sein Outing von ihm erwartet. Das ist schon respektabel.
salomon
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Beitrag von salomon »

attacke pfalz hat geschrieben:,denn in unserer kreissklasse steht man halt lange nicht so im fokus wie in der bl...es muss eine ganz starke persönlichkeit her die da voran gehen könnte-ich finde dfl,dfb usw sollten sich da mehr engagieren ,denn wie gesagt, sich selbst verleugnen (müssen) ist ein skandal!
Glaubst du? Mach das mal in der Kreisklasse,...und fortan wird das für dich und deine Elf kein Zuckerschlecken. Häme, Provokationen bis hin zu tätlichen Auseinandersetzungen (zuweilen auch mannschaftsintern inkl. Spielerabwanderungen, wenn du nicht selber gehst etc. - habe ich als Bezirksliga-Trainer eines homosexuellen Spielers, der allerdings "geoutet wurde", alles schon erlebt!), ...gerade, weil man sich in der KKL und in der Region so gut kennt - nicht selten persönlich.

Wem will man da bitteschön dazu raten, Mut zu beweisen und sich zu outen? Sorry, aber wir Schreiberlinge haben gut reden,...aber in "deren" Situation würden sich sicherlich die meisten von uns ganz schnell "bedeckt" halten und in vornehmer Zurückhaltung üben.

Und bzgl. >Buli< würde ohnehin mitnichten jmd. seine Karriere riskieren - das wäre auch absolut verständlich und nachvollziehbar.

Wir müssen schon ehrlich und im Konjunktiv bleiben - was begrüßenswert und fair wäre, ist noch lange nicht de facto en vogue. Nicht nur auf diesem Sektor. In der "Jus" sagt man so schön: Recht haben und Recht bekommen sind in diesem unserem Land zweierlei.

Ähnlich verhält es sich mit der Homosexualität: Schwul sein ist in der öffentlichen Meinung normal, klar, und selbstredend, dass wir für Fairness plädieren,....solange es uns nicht betrifft und wir nicht im Fokus der Öffentlichkeit bzw. vor einem sehr höchstwahrscheinlichen Karriereknick mit fatalen Auswirkungen stehen! Hand aufs Herz - unter diesen Prämissen: Wer von uns würde tatsächlich dieses Risiko gehen? Und das nicht nur im Buchstabensalat eines Forums?

Hitz wählte jedenfalls den richtigen Augenblick: Im Anschluß an seine Karriere! Er wußte: sich früher zu äußern, hätte ihn seine >>Berufung<< gekostet!

Mut hat er dennoch bewiesen, Chapeau! Sich als erstklassiger Profi und Ex-Nationalspieler nun zu "outen", verdient absolute Hochachtung. Insofern ist er eben doch Protagonist und Vorreiter - das verdient höchsten Respekt :!:
daachdieb
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Beitrag von daachdieb »

c hat geschrieben:Ich finde dieses Thema nach wie vor einfach nur lächerlich. Und armselig... für die die Gesellschaft.
ZEIT: Herr Hitzlsperger, Sie haben vorhin gesagt,
dass Sie keinen Fußballer persönlich kennen, der
Ihnen erzählt habe, dass er homosexuell sei. Wird
denn darüber nicht untereinander, zum Beispiel in
der Kabine, spekuliert?

Hitzlsperger: Selbstverständlich – auch der Fußball braucht Gerede und Spekulationen. Das geht dann
vielleicht so: »Ich kenne einen, der kennt einen, der
sagt, der Soundso sei schwul.« Klar fallen dann auch
Namen – wenn der Betroffene nicht dabei ist. In
Gegenwart des betroffenen Spielers habe ich so
etwas nie erlebt.

...

ZEIT: Wie wurde denn in Ihrer Anwesenheit über
Schwule gesprochen?

Hitzlsperger: So absurd das im Jahre 2014 auch wir-
ken mag: »Schwul« ist als Schimpfwort im Fußball
immer noch verbreitet. Man sagt sogar manchmal
»schwuler Pass« nach einem schwachen Zuspiel.

ZEIT: Haben Sie auch einen Begriff wie »schwuler
Pass« selbst verwendet?

Hitzlsperger: So was habe ich bestimmt auch schon
mal gesagt. Leider.

Das komplette Interview (pdf)
Oderint, dum metuant
fck-jetzt.de
attacke pfalz

Beitrag von attacke pfalz »

@salomon
mit im fokus stehen meinte ich das mediale thematisieren, die schmägesänge von gegnerfans(sind ja wohl deutlich mehr leute als in der kk),evtl dummes gelaber von fremden(!)wenn man sich im öffentlichen raum bewegt usw....was du schilderst ist krass und kann ich mir gut vorstellen-solche dinge (provokationen,beleidigungen etc) gibts tatsächlich ständig,in welchem zusammenhang auch immer-bin aber halt der meinung,dass man das aushalten kann (da es halt nicht so übermäßig auftreten würde wie bei nem bl spieler).außerdem ist wichtig,dass dein team zu dir steht.was du über dein team schreibst ist schlimm und kann ich mir bei uns nicht vorstellen-an deiner stelle wäre ich zurückgetreten oder hätte sie alle rausgeworfen,wenn mir einige sagen sie gehen weil einer schwul ist,mit leuten die solch ein menschenbild haben könnte ich zumindest nicht meine freizeit verbringen-sprich,diese leute müssten gegenwind spüren und nicht der andersorientierte----ist aber tatsächlich theoretisch und wirklich hineinversetzen(oute ich mich,oute ich mich nicht) kann ich mich nicht...
eine möglichkeit wäre, wenn der fußballverband homophobie(oder ist es das sogar schon?) unter strafe stellt-punktabzug,platzsperre,spieler sperre usw.-das würde auf dem platz(von bl bis kk) schnell für ruhe sorgen...
Hauptstadt_Lautrer
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Beitrag von Hauptstadt_Lautrer »

Hat jemand diesbezüglich eben auch Stefan Kuntz im ZDF heute journal gesehen?
Habe mitten im Interview/Schalte nach Saarbrücken eingeschaltet.

Kann als nichts darüber sagen, warum SK dazu befragt wurde.
fichtenherbert
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Beitrag von fichtenherbert »

Stefan Kuntz wurde gerade im Heute Journal von Klaus Kleber nach Hitzelsperger via Liveschalte interviewt.

Link: http://www.heute.de/ZDFheute-Nachrichte ... -3998.html
attacke pfalz

Beitrag von attacke pfalz »

was macht de stefan mittwochs obens in saarbrigge vor de ludwigskärch-wo der sich überall rumtreibt :) wen es interessiert, der kann ihn in der zdf mediathek nochmal bewundern...
Hellfire
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Beitrag von Hellfire »

Spiegel Online hat geschrieben:Die Resonanz auf das Coming-out des früheren Fußball-Nationalspielers Thomas Hitzlsperger ist groß. Zweifelsohne: Der Schritt ist mutig und ein wichtiger Tabubruch. Er und die Reaktionen darauf werfen viele Fragen auf. Eine Auswahl.

Warum hat das Sexualleben von Menschen - egal ob prominent oder nicht - überhaupt einen Nachrichtenwert?

Wann wird das Coming-out eines Fußballers keine Nachricht mehr sein?
Warum outet sich Hitzlsperger erst nach seiner aktiven Karriere?

Kann es einen richtigen Zeitpunkt geben, seine Homosexualität öffentlich zu machen? Und einen falschen?
(…)
http://www.spiegel.de/sport/fussball/fr ... 42519.html
Eine Abwehr aus Granit - so wie einst Real Madrid -
und so zogen wir in die Bundesliga ein, und wir werden wieder Deutscher Meister sein!
wernerg1958

Beitrag von wernerg1958 »

Ja die achso tolerante Gesellschaft:
Mir ist egal ob einer Homo Hetro Bi oder weis ich was ist, das ist allein seine Sache, und wenn er Fußballer ist und ist ein Guter da ist mir das auch Schnurz ob er Homo ist oder sonst was,nur alle reden vom Tolerant sein.

Da sollen siehs auch Beweisen, aber dann drückt der Schuh an dieser Stelle doch gewaltig.
bene667
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Beitrag von bene667 »

Richtig interessant wird es, wenn sich ein Spieler während seiner laufenden Karriere outet. Wobei ich größtes Verständnis habe, wenn man es so handhabt wie Thomas Hitzlsperger. Meinen Respekt hat er allemal.
"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde."
Eckhardt Dagge, Superweltergewichts-Weltmeister 1976

"Eine Frau, die schweigt, sollte man nicht unterbrechen."
OWL-Teufel

Beitrag von OWL-Teufel »

Es ist traurig, dass sich ein Mensch in einer vermeintlich freien und toleranten Gesellschaft offenbar dazu gezwungen sehen muss, seine sexuelle Orientierung zu offenbaren.

Das mal wieder vollkommen überzogene mediale Echo und auch die Tatsache, dass der Mann sich das erst nach seiner Karriere traut, zeigt, dass die (momentan vielfach geheuchelte) Toleranz noch in den allerkleinsten Kinderschuhen steckt.

Für mich sollte dieses Thema keines sein, das Medien und Talkshows tagelang füllt, sondern ein Mensch sollte einfach mit dem/der Lebenspartner(in) seines Herzens durch die Öffentlichkeit gehen können als das Selbstverständlichste in der Welt.
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