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FCK: Überleben eines Traditionsvereins - provinziell-naiv oder zeitgemäß-modern

Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.
scheiss fc köln

Beitrag von scheiss fc köln »

salomon hat geschrieben: Weder inhaltlich, selbst, wenn du dich nur auf @maracuja beziehst, hast du offensichtlich etwas verstanden noch sachlich beizutragen, ebenso wenig hinsichtlich meiner Beiträge - dies beweist du fortlaufend.

Nun zusätzlich persönlich zu werden, beweist, wes Geistes Kind du bist,...und, dass du nicht gerade "als hellstes Licht am Firmament glänzt!"

Danke für den Beweis! Irgendwie beruhigend zu wissen, dass man dich nicht ernstzunehmen braucht! :wink:
Du scheinst mir aber auch nicht von der schnellsten Truppe zu sein. Mensch, ich habe dir doch mindestens schon zweimal geraten, mich nicht ernst zu nehmen. Kapiert hast du es scheinbar erst jetzt. Du glaubst mir bestimmt auch nicht, wie unwichtig mir deine Beiträge, oder aber deine Meinung zu meinen hier ist. Und noch ein Tipp für den ganz Gescheiten hier: setze mich doch einfach auf deine Ignore-Liste. Dann musst du meine unsachlichen Beiträge nicht lesen und ich verfalle nicht mehr in den Zustand totaler Langweile, wenn du hier meinst dich aufspielen zu müssen. Und jetzt geh´ anderen Leuten auf den Sack - aber dabei immer schön das Große und Ganze im Auge behalten! :winken:
Mac41
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Beitrag von Mac41 »

Ich habe den Thread eröffnet, weil ich einige Ansätze in der Diskussion zwischen Ktown und salomon interessant fand, insbesondere den letzten Satz:
Zeigten wir, als FCK uns nicht immer nur ausschließlich der Tradition verpflichtet - von der wir uns in der heutigen Welt herzlich wenig kaufen können, außer vlt. in depressive Melancholie über die >>good old times<< zu verfallen - sondern würden hie und da mal mit unserer provinziellen Konkurrenz in den wirtschaftlichen >>Infight<< gehen, könnten wir sehr wohl tabellarisch, ligazugehörig - und finanziell ohnehin - anders und wesentlich besser dastehen.

SK wollte genau diesen Weg gehen, dachte ihn wenigstens an und fühlte vor - ...merkte aber schnell, dass dies in puncto Mitglieder nicht zu machen sei und verwies entsprechend darauf. In der Folge legte er diese Pläne ad acta: Leider!


Ich wehre mich dagegen der Argumentation zu folgen, wir bräuchten einen Sponsor, um dem FCK das Überleben in der Profiliga zu sichern. Ich weigere mich auch, den FCK auf dem Altar der Kommerzialisierung zu opfern, zumal ich weder Sponsor noch große kommerzielle Entwicklungsgebiete sehe.
Deshalb hab ich dieses Thema aus dem Spieltagsthreadd herausgeholt, damit wir mal unabhängig von Trainerentlassungen und Ergebnissen die Entwicklung des FCK diskutieren können. Dabei möchte ich gerne von den beiden oben zitierten Foristen mal hören, was sie sich genauer vorstellen, wie dieser Weg des FCK aussehen könnte.

Ich persönlich sehe da keinen großen Sprung nach vorne, wenn nur genügend Geld in die Hand genommen wird.
Hier gebe ich Bernd im Prinzip recht, daß der FCK erst mal seine Hausaufgaben auf vielen kleinen Gebieten machen muss, in der Struktur und Organisation, im Personal und natürlich auch auf den Ertragsfeldern, insbesondere der Entwicklung von Spielern.
Eine Sanierung des FCK geht sicher über die beiden Felder, Kosten reduzieren und Erträge steigern, wie ich oben zeigte geht das Steigern am schnellsten mit:
- Aufsteigen
- zahlende Zuschauer ins Stadion ziehen
- Transferüberschüsse erwirtschaften.
Ich bin gerne bereit auch andere Ertragsfelder zu eröffnen, sie sollten aber immer auch auf ihre "Verträglichkeit" und Nachhaltigkeit geprüft werden.
Was nutzt mir ein Herzblut-Merchandising, wenn ich damit irgendwann ausgeblutet bin.
Sollen wir unsere Seele verkaufen, falls mir jemand sagen kann was die ist, um irgendwann, wie St. Pauli in der Türkei, Falsifikate von Tüchern und T-Shirts zu beschlagnahmen?
Sollen wir wirklich 300.000 € im Jahr dafür einnehmen, das wir die Schwarzmarkt- Abzocke durch vianogo unterstützen? Wäre es da nicht besser die 850 Zuschauer mehr direkt ins Stadion zu ziehen? Oder - wenn der Stefan und der Fritz wirklich so toll im ziehen von Sponsoren sind, warum brauchen wir da noch eine Vermarktungsgeselschaft wie Sport-Five, die sich branchenüblich ein Drittel der akquirierten Gelder reinzieht?

@ salomon
Die Besserungsscheine sind nicht in der Bilanz enthalten. Der FCK zahlte in den letzten Jahren eine reduzierte Pacht, ein Teil wurde gestundet. Sollte er aufsteigen ist die volle Pacht fällig.
Ein Teil der Besserungsscheine aus denJjahren davor wurde erlassen, ein Teil mit Investitionen die der FCK tragen sollte aufgerechnet. Da war vor kurzem ein Artikel, im Zusammenhang mit Energiesparmaßnahmen hier auf dbb. Zudem wurde dem FCK ein Verkäuferdarlehn in Höhe von 2,8 Millionen von der Stadiongesellschaft für den Fröhnerhof und auch die angesprochenen Investitionen ausgezahlt, aber soweit ich gehört habe, ist der Topf erst mal konsumptiv verwendet worden.
In diesem Zusammenhang sollten wir auch mal bei der JHV nachfragen, wo das Geld der Fananleihe gerade ist.

@salomon
S-FCKöln kennt die Diskussion über den Stadionnamen sehr wohl, wir haben das gemeinsam schon vor 5 Jahren durchgekaut und er hält, wie ich auch, diese Diskussion eigentlich für geistige Onanie, denn bevor wir keinen haben, der einen spürbaren Betrag zahlen würde, müssen wir uns auch nicht um/über das Fell streiten.
Hasta la Victoria - siempre!
Ktown2Xberg
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Beitrag von Ktown2Xberg »

Mac41 hat geschrieben:@KtownXberg,
die wirtschaftlich gepäppelte Konkurrenz für den Zuschauerschwund der letzten Jahre verantwortlich zu machen, ist übrigens auch nur auf den ersten Blick eine zwingende Argumentation. Denn du vergißt bei den "Zuschauerwanderungen" das große Reservoir der Zuhausebleiber, in den aktive FCK-Zuschauer aufgrund der Zweitligazugehörigkeit und der Unattraktivität der Spiele zurückgefallen sind.
Wie auch schon im kurzen "Nachklapp" der hier zitierten Posts im ST-Thread geschrieben:

Klar. Ursprünglicher Zusammenhang meines Posts war ja die Aussage eines Users, der Zuschauerschnitt sei allein das Ergebnis der Ära Foda.

Mir ging es ursprünglich lediglich darum zu betonen dass die Hintergründe des Zuschauerschwunds komplizierter sind. Da gehört für mich z.B. die wirtschaftliche Lage der Pfalz, die Entwicklung der Kaufkraft in der Zielgruppe bundesweit, die regionale Konkurrenz - in dem Fall sowohl die "gepäppelte" wie die zuletzt schlicht erfolgreichere - genauso dazu wie die nationale - und hier nimmt das Problem der "gepäppelten" Clubs eine größere Rolle ein; wir sind längst nicht mehr vom Budget unter den Top18 Deutschlands (und wären das wohl auch bei einem Aufstieg nicht zwangsläufig), auch wegen der bereits in Liga 1 etablierten "gepäppelten" (Leverkusen, Wolfsburg, Hopp und mit Abstrichen auch Augsburg) und der wohl noch kommenden (Leipzig, Ingolstadt?).

So oder so müssen wir uns mMn damit auseinandersetzen, dass sich die Fußballlandschaft verändert hat - und dass die aktuelle Lage des FCK eben auch noch andere Hintergründe hat als ein paar Jahre Misswirtschaft mit dem Stadion-Elend als Krone. Dazu gehört auch die von @salomon angeschobene Frage nach einem Investor und dem Wert der Tradition. In dem Punkt bin ich persönlich bei Dir, Mac, (weil auch ich an andere Wege glaube) plus einem Schuss @scheiss fc köln (weil auch ich der Meinung bin, dass sich die Frage nach einem Investor beim FCK derzeit mangels Attraktivität überhaupt nicht stellt, jedenfalls nicht in erwägenswerter Größenordnung).

Auch und gerade als beharrlicher Optimist bin ich jedoch der Meinung, dass wenn wir a) merken sollten, dass wir tatsächlich kein Erbrecht auf die Bundesliga haben, bzw. sehr viel leisten müssen, um da noch mitspielen zu können und b) unabhängig der Nachfrage das "60er"-Modell bewusst ablehnen dazu eben auch eine "neue Mentalität" gehört. Da kann man da für mich die wirtschaftliche Frage nicht von der Frage der Kultur lösen. Letztere ist zwar eher ein "weicher" Faktor - ich denke aber, dass diese "weichen" Faktoren in Bezug auf die Erfolge auf dem Platz unterschätzt werden.

Eine Underdog-Mentalität, die (- mal ganz, ganz kurz gegriffen -) im vollen Bewusstsein der Tatsache, dass wir vom "Business"-Standpunkt nicht zu den "offiziellen" Anwärtern auf einen Platz in der Bundesliga gehören den absoluten Willen dort zu landen und zu überleben in den Vordergrund stellt ist mMn beflügelnder, als eine Mentalität, die von der Mannschaft fordert, dass sie die erste Liga "liefert", weil das der Anspruch des FCK sein müsse. Ganz ohne jetzt schwarz-weiß behaupten zu wollen, dass wir aktuell nur das eine oder das andere haben. Aber dass für einen Teil der Fans (wahrscheinlich noch mehr für die, die zu Hause bleiben als die die noch regelmäßig kommen) die bloße Zweitligazugehörigkeit ein Zeichen für das "Versagen" auf dem Berg ist kann man wohl schon behaupten.

Und dann wären wir für mich erst bei dem Punkt, der die ursprüngliche Diskussion angeschoben hat - der Tatsache, dass der Unterhaltungswert bzw. der fehlende Unterhaltungswert über die Ära Foda Zuschauer gekostet hat.

Dem kann und will ich nicht widersprechen. Ich denke aber, dass ein größeres Bewusstsein für das was der FCK eigentlich zu leisten hat um wieder Erstligist zu sein ein vernünftiger "Nährboden" für einen (Rück-) Gewinn von Zuschauern wäre, die u.U. als Unterhaltungswert auch andere Werte und Erfahrungsdimensionen als die Ligazugehörigkeit respektieren.

Und das wäre mMn eine positive Voraussetzung um in Ruhe und ohne zu große Angst vor dem einen Fehler das organisieren zu können, was als einziges - auch da bin bei Dir, Mac - den FCK noch einmal auf die höhe der Zeit holen könnte: Eine positive Transferbilanz und dauerhafte Erstligazugehörigkeit. Nur Erfolge auf diesen Feldern - bzw. eine positive Dynamik zwischen ihnen - wird uns mMn noch einmal dahin bringen können, wo wir hin wollen.
Fragile X Factor
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Beitrag von Fragile X Factor »

Die Überschrift ist gemein.. schön gemein..

Unser antrainiertes Understatement verlangt natürlich den FCK und SK´s Wirken provinziell-naiv zu sehen und wir wären ja so gerne zeitgemäß-modern.
Letztlich sind wir aber zeitgemäßer als vermutet. Leider.
Uns fehlt nur noch ein Sportdirektor (Die Stellenbeschreibung würde ich gerne mal sehen, mal abgesehen welches Eignungsprofil damit einhergeht)

Wir hecheln einfach anderen Vereinen hinterher. Mir fällt auf jeden Fall keine Strategie des FCK ein, in der wir irgendwie die Vorreiterrolle innehaben. Im Prinzip ziehen wir nur Bauern den Läufern auf dem Schachbrett hinterher. Was will man auch erwarten, von Kaiserslautern mit dem Habitus einer grauen Maus.

Die Lage der Stadt, allgemeine Kaufkraft etc. pp., sicherlich alles Aspekte die man nicht von der Hand weisen kann, allerdings reichen sie als Erklärung nicht aus. Deswegen musste ich bei salomons 'In-Fight' auch grinsen.
Sympathieentwicklungen á la Union haben wir verschlafen, verschenkt und angespuckt. Wir beackern dasselbe Feld immer wieder und überlassen unsere Brachen der Konkurrenz. Unsere Enklaven werden kleiner oder verschwinden. Weil wir einfach nicht mehr stattfinden.

Die 'Ertragsfelder', wie vianogo wirken wie schlecht abgeschriebene Hausaufgaben. Sport-Five ist ein Dienstleister von der Stange. Mit blindem Vertrauen, weil andere damit augenscheinlich so gut fahren. :? (FCK: Cash-cow oder poor dog?)

Allerdings stellt sich auch automatisch die Frage ob der FCK darauf verzichten darf? Kann man diese Frage eigentlich noch stellen ohne Süffisanz zu SK zu ernten?

Die Frage ist doch auch gar nicht mehr ob, sondern wie wir uns auf dem Altar der Kommerzialisierung betten. Uns wird doch kein Kun(tz)griff in eine positive Gegenwart schleudern. (Bernds kleine Hausaufgaben)
Wir werden uns selbst helfen müssen, damit SK weiterhin unser provinzielles Gallierdorf "zeitgemäß" und vllt. effizienter vermarkten kann. Mac´s drei Punkte .. etwas anderes wird uns nicht helfen. Primär in meinen Augen. Wir müssen wieder ins Stadion. Aus Pflicht muss wieder Lust werden.

Dazu müssen wir erst einmal unsere Verweigerungshaltung überwinden, dazu muss der Fußball einfach Marke Betze sein und Stefan muss verdammt nochmal Schritte auf uns Fans (zahlende Zuschauer) zugehen. Foda und verkürzt '12:12' haben uns übel zugesetzt. Ich glaube nicht, dass wir eine Chance haben, sportlich wie ertragsseitig, mit einem halb gefüllten Betze.

Wie CK es schon erwähnte. Wir müssen wieder sympathischer werden. Sprich, wir müssen medial wieder positiv stattfinden. So wie der FCK zur Zeit wahrgenommen wird, sind wir für die 1. Bundesliga, wie die FDP für den Bundestag, einfach entbehrlich.

Ein Traditionsverein wie wir kann nur überleben, wenn er emotional besser ankommt, eine Kultur um sich entwickelt und sportlich dann und wann den Vereinen die vor Geld kotzen den Schneid (und den ein oder anderen Sponsor) abkauft..
"Are you gonna bark all day, little doggie, or are you gonna bite " (Mr. Blonde)

"The biggest thing for me is just to get out on that field. Just to do that will be incredible" (Jonah Lomu)
https://www.youtube.com/watch?v=SWT5I-oAVjY
Schlossberg
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Beitrag von Schlossberg »

Ich muss sagen, dass mir die Titelzeile nicht zusagt ...

War brauchen wir zum Überleben? Geld.
Was brauchen wir zum langfristigen Überleben?
Nachhaltigkeit unserer Einnahmen-Ausgabensituation.

Wo liegen die für Profi-Fußballvereine in der Regel wesentlichen Einnahmequellen?
Wo liegen unsere?

Ah ja.
Im Vergleich zu anderen erzeugen wir weniger Transfererlöse.
Daran ist also zu arbeiten.
Mit Kategorien wie den in der Titelzeile genannten hat das wenig zu tun.

Kaiserslautern ist Provinz, ist nicht München, Berlin, Hamburg, Köln.
Muss Provinz naiv sein? Nein.
An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.
paulgeht
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Beitrag von paulgeht »

Mac41 hat geschrieben:[...] Stefan Kuntz und Fritz Grünewalt würden das sofort annehmen, sie hätten das damals bei Pohl schon getan, wenn der Preis gestimmt hätte.
[...]
Der Preis hätte vielleicht dann gestimmt, wenn wir im Mai 2008 doch nicht den Klassenerhalt gepackt hätten.

Zur Diskussion über die Anzahl der Zuschauer (nicht zum weiterführenden Gedanken, welche finanziellen "Folgen" die haben): Würden wir den "Schwund" der Zuschauer auch, nicht ausschließlich aber auch, auf die regionale Konkurrenz zurückführen, müssten doch von Mainz und Hoppelhausen die Stadien voll (zumindest voller) sein. Das sind sie aber nicht. Die Mainzer und Hoppelaner verteilen genauso wie wir Freikarten, einzig die Eintracht boomt durch ihren Höhenflug. Alles andere, von Saarbrücken bis Karlsruhe ist zu vernachlässigen.

Ich glaube nicht, dass uns die Leute fehlen, weil's woanders gerade schöner ist - zumindest nicht für die Leute, die bereit sind ein Stadion aufzusuchen. Die Leute bleiben einfach zu Hause und das führe ich eben schon auch auf das Jahr eines gewissen Langweiler-Fußballs zurück.

Hinzu kommt eine gewisse Müdigkeit den FCK betreffend, die mal stärker, mal schwächer ist. Wir hatten dieses Feld doch schon im "Kampagnen"-Thread diskutiert: seit 2008 hat der FCK gefühlt 200 verschiedene und neue Kampagnen mit Motto-Shirt und Spruch gemacht, immer mit dem erhofften "Jetzt-erst-recht"-Effekt. Das mag im großen Ganzen nur ein kleiner Teil der Frage "Überleben eines Traditionsvereins" sein, aber ich kann mir nicht helfen: für mich wirkt das alles immer ratloser. Und das Problem sind nicht nur die Leute, die noch vor ein paar Jahren (good old times) im Stadion standen und jetzt fernbleiben, das Problem ist auch, dass da immer weniger nachkommt.
Mac41 hat geschrieben:[...]
Sollen wir unsere Seele verkaufen, falls mir jemand sagen kann was die ist, um irgendwann, wie St. Pauli in der Türkei, Falsifikate von Tüchern und T-Shirts zu beschlagnahmen?
Sollen wir wirklich 300.000 € im Jahr dafür einnehmen, das wir die Schwarzmarkt- Abzocke durch vianogo unterstützen? Wäre es da nicht besser die 850 Zuschauer mehr direkt ins Stadion zu ziehen? Oder - wenn der Stefan und der Fritz wirklich so toll im ziehen von Sponsoren sind, warum brauchen wir da noch eine Vermarktungsgeselschaft wie Sport-Five, die sich branchenüblich ein Drittel der akquirierten Gelder reinzieht?

Fritz Grünewalt zumindest deutet ja an, dass man einer Verlängerung mit Viagogo nicht abgeneigt wäre, ganz einfach (so sagte er das quasi achselzuckend) "weil 300 000 EUR pro Jahr in der zweiten Liga Geld ist, was man einplanen und gut gebrauchen kann". Vergessen sollte man halt nicht, wann der Viagogo-Kontrakt und unter welchen sportlichen Perspektiven damals abgeschlossen wurde. Ob da noch einmal 900 000 EUR zu erwarten sind? Und dann wäre die Überlegung, stattdessen lieber "die 850 Leute" ins Stadion zu locken doch nicht so verkehrt.

Die Frage ist doch, wie das eben - zeitgleich mit der beschriebenen Ermüdung in Sachen "Jetzt-erst-Recht" - passieren soll. Was gibt denn beim FCK momentan noch eine Perspektive? Für mich ist das nicht die erlittene "Kränkung" der Zweitliga-Zugehörigkeit, sondern vielmehr der fehlende Glaube, dass es da oben sportlich, wirtschaftlich und auch strukturell bald besser wird.
Ktwon2Xberg hat geschrieben:[...]Auch und gerade als beharrlicher Optimist bin ich jedoch der Meinung, dass wenn wir a) merken sollten, dass wir tatsächlich kein Erbrecht auf die Bundesliga haben, bzw. sehr viel leisten müssen, um da noch mitspielen zu können [...]
Finde ich eine sehr gute Aussage, gleichzeitig könnte man davon aber die Frage ableiten, was genau wir dafür zu tun hätten, und warum es uns erst mit dem verfehlten Klassenerhalt und dann mit dem verfehlten Wiederaufstieg nicht gelingt - da ist meiner Meinung nach die Frage nach "Nebensächlichkeiten" wie Struktur und Organisation im Verein, die BernddasBrot2 aufgeworfen hat, nicht weit entfernt.

Ich frage mich schon, wieso wir in nicht einmal 2 Jahren (seit dem Winter 2012) vier Trainer (Schäfer nicht eingerechnet) und vermutlich wahrscheinlich zehnmal so viele Spieler durch den Verein jagen müssen und immer der Effekt scheinbar immer der Gleiche ist (wobei Runjaic jetzt erst ein Spiel gemacht hat, das gehört angemerkt).

Was für ein Potential um den FCK durchaus da ist, hat man doch der Relegation oder Fananleihe gesehen. Letztlich sollte man sich auch immer vor Augen führen, wie viele Leute noch immer nach Dresden, Berlin, München oder Frankfurt mitfahren.
Ktown2Xberg hat geschrieben:[...]
Ich denke aber, dass ein größeres Bewusstsein für das was der FCK eigentlich zu leisten hat um wieder Erstligist zu sein ein vernünftiger "Nährboden" für einen (Rück-) Gewinn von Zuschauern wäre, die u.U. als Unterhaltungswert auch andere Werte und Erfahrungsdimensionen als die Ligazugehörigkeit respektieren. [...]
Von wem muss deiner Meinung nach dieses neue Bewusstsein ausgehen? Muss der FCK das ausgeben? Oder geht das nur durch eine quasi "Selbst-Erziehung" der FCK-Fans?
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Ktown2Xberg
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Beitrag von Ktown2Xberg »

paulgeht hat geschrieben:
Ktwon2Xberg hat geschrieben:[...]Auch und gerade als beharrlicher Optimist bin ich jedoch der Meinung, dass wenn wir a) merken sollten, dass wir tatsächlich kein Erbrecht auf die Bundesliga haben, bzw. sehr viel leisten müssen, um da noch mitspielen zu können [...]
Finde ich eine sehr gute Aussage, gleichzeitig könnte man davon aber die Frage ableiten, was genau wir dafür zu tun hätten, und warum es uns erst mit dem verfehlten Klassenerhalt und dann mit dem verfehlten Wiederaufstieg nicht gelingt - da ist meiner Meinung nach die Frage nach "Nebensächlichkeiten" wie Struktur und Organisation im Verein, die BernddasBrot2 aufgeworfen hat, nicht weit entfernt.
Na ja. Wie beantworte ich diese Frage ohne "täglich grüßt das Murmeltier"? Ich versuch's mal so: Für mich ist das nicht zwangsläufig eine Frage der Struktur. Warum?

Weil mit nahezu der selben Struktur von 2008 bis 2011 eine kontinuierliche Positiv-Entwicklung im sportlichen Bereich (und als Folge dessen: auch im Image) erreicht wurde. Ich erinnere nur an den Klopp-Spruch im Sommer 11, dass der Klassenerhalt des FCK in der damals abgelaufenen Saison seiner Meinung nach sportlich größeren Wert hatte als eine Meisterschaft der Bayern. Das hing natürlich auch daran, dass die Spieler auf die man gesetzt hat - alle aus der Kategorie "gescheitert" oder "noch nix gerissen" (Amedick, Rodney, Lakic, Sam, Illicevic) - allesamt über die sportliche Entwicklung der Mannschaft auch individuell einen Sprung gemacht haben.

Und hier kommt "das Murmeltier": Für mich liegt - neben vielen kleineren, die in der Summe auch weh getan haben - der einzige wirklich große Management-Fehler in der Sommer-Transferphase vor der Saison 11/12; damals hat sich unsere sportliche Leitung entschieden, den bis dahin recht erfolgreich gegangenen Weg, Spieler zu entwickeln (von dem man aber auf Grund von Leihspielern und dem Vertragsende des Topspielers noch nicht nachhaltig profitiert hatte) mit eigenen Spielern der Marke "demnächst im internationalen Geschäft" weiter zu gehen. Von der Idee her richtig. Der Kardinalfehler - with the benefit of hindsight - war dabei mMn, dass Kuntz eben nicht (wie davor und danach) 5-6 Talente geholt hat, in der Hoffnung dass 2 oder 3 ihren Wert signifikant steigern und bei uns sportlich Einschlagen, sondern dass neben Fortounis (der finanziell genau im richtigen Rahmen lag) das "Königspaket" um Shechter geschnürt wurde. Das war sehr hoch gepokert - und ging dummerweise schief. mMn nicht zuletzt, weil - verkürzt gesagt - damit Spieler in zentrale Positionen gerückt wurden, die vom Typ her nicht in den Fußball des damaligen Chef-Coaches passten.

Das war Mist. Der Klarheit halber: Mist, von dem viele - auch ich - mit Blick auf den fast in Liverpool gelandeten internationalen Starstürmer und die Aussicht auf ein fettes Transferplus euphorisiert waren. Aber halt Mist - weil damit viel Risiko verbunden war und es eben schief gegangen ist. In dem Sommer hätte man lieber kaufmännisch solide 3-4 Transfers der Preisklasse Fortounis plus eventuelle Schnäppchen der Kategorie "2. Chance" (Mölders war ja z.B auch ein Kandidat) holen sollen; dann hätte man u.a. selbst bei einem (in der Entwicklungsphase immer möglichen) Abstieg ein anderes Fundament gehabt.

Nun ist es mMn so, dass unser Vorstand mit der vermeintlichen "Abkürzung" in der Vereinsentwicklung Shechter (der unser Schürrle werden sollte) tierisch auf die Nase gefallen ist - aber seitdem beim Aufbau einer neuen Mannschaft abermals unglaublich schnell, clever (man denke z.B. an die Schnäppchen Baumjohann, Torrejon, Jenssen, Zoller) und mit Plan (wir haben nun, 15 Monate nach der "Stunde Null" einen für Zweitligaverhältnisse bei leicht überdurchschnittlichen Kosten deutlich überdurchschnittlich - und auf fast allen Positionen mindestens doppelt - besetzten Kader) agiert hat. In diesem Feld sehe ich Parallelen zu 2008-2011. Der größte Unterschied: Weder die Mannschaft als Ganzes, noch die einzelnen Spieler zeigen die positive Entwicklung, die damals unter Kurz stattgefunden hat; Borysiuk und Fortounis seinen hier als schmerzhafteste Beispiele angeführt; dass beide Potential haben, wird keiner - auch nicht die Trainer ihrer nicht gerade "exotischen" Nationalmannschaften - verneinen wollen.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Wenn mit diesem jungen Team - das größtenteils noch langfristig bei uns unter Vertrag steht - eine positive sportliche Entwicklung gelingt, dann sind wir mMn sehr nah an dem, was Mac oben beschrieben hat: Einen Sprung bei den Einnahmen durch Erstligazugehörigkeit (dann nicht in die Kategorie Fürth/B'schweig zu rutschen wird schwer genug, aber first things first) und Transferüberschüsse.

Und das bedeutet für mich - mit Blick auf Dein Statement oben - dass der verfehlte Klassenerhalt und der verfehlte Wiederaufstieg zwei paar Schuhe sind. Ersteres mussten wir erleiden, weil im Erfolg ein großer Fehler begangen wurde. Letzteres ist das Ergebnis einer Trainerwahl, die - auch wenn mir da heftig widersprochen werden sollte -: auf "kleiner Flamme" schief gegangen ist, weil der Trainer (der - dabei bleibe ich - sportlich sicher keine absolute "Null" ist) nicht zur Mannschaft und zur sportlichen Situation gepasst hat, eine gewachsene Außenseitermannschaft eine Ausnahmesaison gespielt hat und wir es mit einem (auch wenn ich das mit Brocken meines Mittagessens auf der Zunge sagen muss...) übermächtigen Gegner in der Relegation zu tun hatten den uns ein nachlässiger CL-Finalist verpasst hat.

Worauf ich hinaus will:

Der Abstieg aus der ersten Liga war rückblickend betrachtet (in den Ursachen, nicht im Ergebnis - auch ein "bescheidener" FCK mit Mölders und Co. hätte absteigen können) die Folge größerer Managementfehler. Der verpasste Wiederaufstieg war mMn genau das nicht. Für den müssen wir das maximale aus den Gegebenheiten rausholen - und das wurde knapp verdaddelt. Ob ein Sportdirektor, ein anderer Vorstand etc. gleich beim ersten Trainer nach dem Abstieg einen Volltreffer gelandet hätte? Ob in einer solchen Konstellation der Trainer, der - den kühlen Fakten nach - stets am Saisonziel gekratzt hat "on the fly" rausgeschmissen worden wäre?

Runjaic hat bisher erst ein Spiel gemacht, aber ich traue ihm zu, diese Entwicklung "zu liefern". Wenn diese Einschätzung richtig wäre, hätten wir mMn gerade die wichtigste "Strukturveränderung" der letzten 4 Jahre vollzogen...
paulgeht hat geschrieben:
Ktown2Xberg hat geschrieben:[...]
Ich denke aber, dass ein größeres Bewusstsein für das was der FCK eigentlich zu leisten hat um wieder Erstligist zu sein ein vernünftiger "Nährboden" für einen (Rück-) Gewinn von Zuschauern wäre, die u.U. als Unterhaltungswert auch andere Werte und Erfahrungsdimensionen als die Ligazugehörigkeit respektieren. [...]
Von wem muss deiner Meinung nach dieses neue Bewusstsein ausgehen? Muss der FCK das ausgeben? Oder geht das nur durch eine quasi "Selbst-Erziehung" der FCK-Fans?
Natürlich weder noch. Die Dialektik de Aufklärung ist hinlänglich diskutiert, aber ich denke dennoch dass ein solcher Wandel des Bewusstseins nur das Ergebnis kollektiver Reflexion im Modus der Kommunikation sein kann. Einfacher gesagt: Das Ergebnis vieler Diskussionen wie dieser hier :)
Schlossberg
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Beitrag von Schlossberg »

Ktown2Xberg hat geschrieben:Die Dialektik de Aufklärung ist hinlänglich diskutiert
Da bin ich mir nicht so sicher.
Andererseits muss ich zugeben, dass, wenn die Kritik von Adorno und Horkheimer an Kant und den Folgen es der Struktur nach auch möglicherweise wert wäre, auf den Fußball und speziell den FCK transponiert zu werden, sich die Feder doch sträubt, die Geschichte, und speziell die Katastrophe, deren Nicht-Verhinderung die Frankfurter Schule der Aufklärung anlastete, mit so etwas (nach verschiedensten Maßstäben eben doch) Kleinem wie dem Abstieg eines Traditionsvereins auch nur in eine entfernte Parallelität zu setzen.
An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.
Ktown2Xberg
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Beitrag von Ktown2Xberg »

Zustimmung. Verhängnisvolle Nebensätze...

Also ohne Adorno:

Eine Veränderung des Bewusstseins können weder wir Fans noch der Verein "verordnen", das geht wenn dann nur über persönliche Reflexion und kommunikativen Austausch.
MäcDevil
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Beitrag von MäcDevil »

Wenn man sich heutzutage in der Profi-Fussballwelt etablieren will muss sich wohl zeitgemäß-modern entwickeln !
Sonst ist es nur ein Frage der Zeit bis man sich in einen der unteren kleinen Ligen wieder findet !
Kuntz hat selbst schon angekünfigt, dass ein Aufstieg in die 1. BL dringend erreicht werden muss. Sonst ist in den nächsten Jahren der FCK nur noch ein Regionalliga-Verein...hoffe, dass das nicht eintritt.
...und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!" ...und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer...!
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Beitrag von Hans-Peter Brehme »

@Schlossberg + Kreuzberger: Huiiiiii... :love: .
"Go to where the puck is going to be!" (Wayne Gretzky)
paet_fck
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Beitrag von paet_fck »

"Den FCK auf dem Altar der Kommerzialisierung zu opfern" - irgendwo hier habe ich es gelesen und halte es für den falschen Ansatz.

Wir brauchen Geld und die Kommerzialisierung - und müssen dafür nicht unsere Werte opfern. Und das geht weit über die Frage eines Namingrightsponsoring oder einer Marketingkampagne hinaus.

Ich finde das Beispiel SSC Neapel in Italien sehr interessant. Ein Verein, der sehr sehr viele Parallelen mit unserem aufzeigt - seit 7 Jahren aber einen anderen Pfad eingeschlagen hat.

Ich werde dazu in den nächsten 1-2 Tagen noch etwas weiter ausholen. Danke schon mal an den Initiator des Threads, gute Diskussion.
paet_fck
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Beitrag von paet_fck »

So, passt ganz gut zum Thema:

Kommerzialisierung vs. Tradition - so heißt es ja oft. Ich glaube nicht, dass es Gegenpole sind. Im Gegenteil: Kommerzialisierung rettet die Tradition.

http://3hundertsechzig.com/2013/10/08/k ... tradition/
Schlossberg
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Beitrag von Schlossberg »

@paet_fck
Ich setze das dagegen, was unsere Kulturtradition bewahrt hat, nämlich staatliches und privates Mäzenatentum.
Opernhäuser, Kunstmuseen, Bibliotheken und Denkmäler als Träger von Tradition sind im Wesentlichen nicht kommerziell, sondern durch Mäzenatentum erhalten worden.

Wohlgemerkt ist nicht jeder, der sich Mäzen nennt, auch einer. Ein widerliches Beispiel dafür ist jedem bekannt.

Mit wieviel Prozent fördert der Staat meine Eintrittskarte, wenn ich eine Vorstellung im Pfalztheater besuche?

Verkörpert ein Ligaspiel weniger Tradition als eine Aufführung der Dreigroschenoper?
Nur mal so eine Frage.
An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.
salamander
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Beitrag von salamander »

Finanzielle Möglichkeiten und sportlicher Erfolg von Fußballteams korrelieren laut einer Auswertung in England zu 80 %. Der Rest ist darauf zurückzuführen, dass in manchen, finanziell schwächeren Vereinen die Ressourcen besser genutzt werden. Vereine wie Freiburg oder Mainz. Oder wir.

Betrachtet man einen 10 Jahreszeitraum von heute ab, so sehe ich finanziell die folgenden Clubs vor uns: Bayern, BVB, Leverkusen, Schalke, Stuttgart, Hamburg, Wolfsburg, Hopp, Hannover, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Hertha. Die Gründe sind bekannt, bei den einen ist es Firmen- oder Mäzenatengeld, bei den anderen eine lokale Wirtschaftspower, die, wenn sie geschickt gemolken wird (und das kriegen inzwischen fast alle hin), diese Vereine für uns finanziell unerreichbar macht. Hinzu kommen aus meiner Sicht auch noch Gladbach und Bremen, die durch lange Erstligazugehörigkeit auf eine solide Basis zurückgreifen können sowie 60 (wenn der Sponsor tatsächlich einmal richtig Geld geben sollte) und sicherlich (schon bald) Red Bull. Macht 17 Clubs.

In der gleichen Gewichtsklasse wie wir bewegen sich dann mittelfristig gesehen Mainz (auch, wenn die momentan die Nase vorn haben), Augsburg, Freiburg, Nürnberg, Pauli, sicher iirgendwann auch wieder Bielefeld, Bochum und Duisburg, möglicherweise auch Dresden (das Potenzial ist in jeder Hinsicht da) und Union. Braunschweig und Fürth sehe ich da, ungeachtet des momentanen sportlichen Erfolges, schon etwas zurück.

Nach den finanziellen Möglichkeiten liegen wir nach meiner kleinen Spielerei also irgendwo zwischen Rang 18 und 28. Aber wie gesagt, Geld erklärt nur 80 %, es gint also Hoffnung. Dennoch werden wir verdammt gute Arbeit leisten müssen, um in der Bundesliaga zu spielen. Da darf nicht viel schief gehen. Eine suboptimale Trainerverpflichtung, ein schlechtes Händchen bei Transfers oder einfach Verletzungspech führen zum Abstieg bzw. Nichtaufstieg. Polster sind keine da, Nachschüsse der lokalen Wirtschaft in Krisenzeiten gibt es nicht, die Stadt ist pleite, die Vermarktbarkeit des Regionalvereins ist begrenzt, das Stadion gehört uns nicht mehr, die Politik fasst uns nur noch mit der Beisszange an und uns an einen reichen Onkel verkaufen wollen wir auch nicht. Und jedes Jahr in der zweiten Liga schwächt uns weiter. Also bleibt nur eins: So wenig Fehler wie irgend möglich machen. Aufsteigen und mit Zähnen und Klauen in der Liga halten. Und schrittweise mit Transferüberschüssen und satten TV-Geldern die finanzielle Basis verbessern. Unser Vorbild muss BMG sein. Einen anderen, realistischen Weg sehe ich nicht. Da brauchen wir über die Vermarktung des Stadionnamens (bringt nicht außer Ärger) oder mögliche Investoren (wo denn?) gar nicht zu reden.

Und gerade, weil wir uns auf einem solchen Weg kaum Fehler leisten können, braucht es Aufsicht und eine kritisch-konstruktive Kontrolle der operativ Handelnden. Die Causa Foda hat dies erneut gezeigt. Blindes Vertrauen können wir uns nicht mehr leisten. Selbst dann, wenn man glaubt, dass SK der richtige Steuermann für diesen Parforceritt ist.
Paul
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Beitrag von Paul »

Ganz gut zusammengfasst von Salamander. So sehe ich unsere Position auch in etwa. Wobei, wenn man dem FCK dann quasi auferlegt, kaum bis keine Fehler machen zu dürfen, dann muss man das auch bei einigen anderen Vereinen machen, die eben auch keine unendliche finanzielle Basis haben. Deshalb bei "zwischen 18-28" noch einen Fehlerbalken mit Tendenz nach oben hinzufügen und es passt: 14-30 in etwa.

Problematisch finde ich wird es, wenn es nun um Aufsicht und kritisches Hinterfregen geht. Wer bestimmt, wann zwingendes Handeln notwendig ist und wer hakt berechtigt wann ein, wenn nur noch im Affekt gehandelt wird. Je nach Lage der Dinge (und das ist im Voraus häufig schwer bestimmbar) macht es auch mal Sinn, festzuhalten. Ganz schweres Thema natürlich im Moment, wo die Handlung eindeutig viel zu spät eingestezt hat.
Nur im Pälzer Bode hänn moi Haxe richdich Halt!
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JohannesS
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Beitrag von JohannesS »

http://www.manager-magazin.de/magazin/a ... 19212.html
Der HSV mag zurzeit der am schlechtesten geführte Erstligaklub im Lande sein. Doch auch für viele andere Vereine gilt: Wenn Pokale locken oder der Abstieg droht, bleibt die kaufmännische Tugend auf der Strecke. Und nicht nur die.
http://www.manager-magazin.de/finanzen/ ... 13255.html
Holzhäuser: Zugespitzt gesagt: Ziel eines Klubmanagers ist es eigentlich ständig, eine Insolvenz zu vermeiden - bei maximalem sportlichen Erfolg. Eine Firma mit einem einzigen Produkt, nämlich Fußball, ist ein Unternehmen mit hohem Risiko.
http://www.turus.net/sport/7336-rb-leip ... mmerz.html
Stand 2013 gibt es diesen angepriesenen Traditionsfußball jedoch in den oberen drei Ligen nicht mehr – da kann man noch soviel schimpfen, poltern und träumen. Und Schuld daran hat nicht Red Bull in Leipzig oder ein Dietmar Hopp in Hoffenheim. Schuld ist das jetzige System, bei dem die Ablösesummen und Gehälter nach oben hin offen sind und ein 20-jähriger Fußballer 10 Millionen Euro im Jahr verdienen und für 70 Millionen Euro verkauft werden kann. Wer da noch ernsthaft oben mithalten will, muss um jeden Preis das Geld herankarren. Keine Frage: Eine Spirale, die sich immer weiter dreht. Auf der Strecke bleiben Faninteressen und Vereine ohne Geldgeber. Daher ist ein Kampf und eine Anfeindung von Dortmundern, Schalker, Stuttgartern oder auch Cottbussern gegenüber Hopp bzw. Red Bull inkonsequent und naiv, denn ihre eigenen Vereine spielen das Spiel selber mit. „Don´t fight the player – fight the game“ müsste das Motto der „kommerzkritischen Fans“ lauten und nicht „Mein Kommerzverein ist besser als deiner, weil älter,…“
Teilweise standen diese drei Links hier auch schon im Forum. Jeder näher interessierte sollte sie sich durchlesen da sie den Status Quo des Fußballgeschäfts ganz gut umreißen. Diesen Tatsachen kann sich auch der FCK nicht entziehen. Sie lauten kurz gesagt:
- So gut wie alle Clubs wursteln irgendwie vor sich hin. Sie es durch Fananleihen, Bilanzakrobatik, Stadionnamen, halbseidene Tickethändler usw. Auch aus dem Grund dass es müssen. Weil ansonsten schon zig andere Vereine Schlange stehen um den Platz einzunehmen.
- Die Spitze forciert das Tempo immer weiter (Bale 100Mio, Özil 50Mio) und der Rest muss folgen oder bleibt auf der Strecke.
- Die Kosten sind fix, die Einnahmen variabel. Ergo das Risiko für den der dabei bleiben will enorm hoch.
- Es geht also nicht darum ob provinziell-naiv oder zeitgemäß-modern. Wir sind mitten drin im Geschäft. Wer das nicht will muss in die Kreisklasse C gehen aber sicher nicht in die ersten 3 Ligen. Nur wahr haben wollen das viele Fans nicht.

Das passt auch zu den Ausführung meiner direkten Vorposter. Entweder dreht man das Rad mit und steht dazu mit all seinen Auswüchsen. Das heißt dann unter anderem auch die Möglichkeiten realistisch einzuordnen (Stichwort Fahrstuhlmannschaft). Oder aber man lässt es und findet sich im Amateursport wieder.

Bei Bayern hat man es etwas früher gemerkt, oder wer erinnert sich noch hieran?
"Da wurde auch diese alte schöne Welt, lieber gehe ich in die Regionalliga und ich geh wieder nach Weinheim und ich will doch nicht mehr gegen Chelsea spielen.
[...]
Dann müsst ihr, dann müsst ihr euch zu diesen, dann müsst ihr diesen Verein euch suchen der demnächst vielleicht in der dritten Liga spielt.
[..]
Ihr und wir wir werden ebay nicht verändern! Ja, das muss ich euch mal sagen: Ich brauche ebay auch nicht und google auch nicht und trotzdem werd ich’s nicht verhindern."
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