Mac41 hat geschrieben:[...] Stefan Kuntz und Fritz Grünewalt würden das sofort annehmen, sie hätten das damals bei Pohl schon getan, wenn der Preis gestimmt hätte.
[...]
Der Preis hätte vielleicht dann gestimmt, wenn wir im Mai 2008 doch nicht den Klassenerhalt gepackt hätten.
Zur Diskussion über die Anzahl der Zuschauer (nicht zum weiterführenden Gedanken, welche finanziellen "Folgen" die haben): Würden wir den "Schwund" der Zuschauer auch, nicht ausschließlich aber auch, auf die regionale Konkurrenz zurückführen, müssten doch von Mainz und Hoppelhausen die Stadien voll (zumindest voller) sein. Das sind sie aber nicht. Die Mainzer und Hoppelaner verteilen genauso wie wir Freikarten, einzig die Eintracht boomt durch ihren Höhenflug. Alles andere, von Saarbrücken bis Karlsruhe ist zu vernachlässigen.
Ich glaube nicht, dass uns die Leute fehlen, weil's woanders gerade schöner ist - zumindest nicht für die Leute, die bereit sind ein Stadion aufzusuchen. Die Leute bleiben einfach zu Hause und das führe ich eben schon auch auf das Jahr eines gewissen Langweiler-Fußballs zurück.
Hinzu kommt eine gewisse Müdigkeit den FCK betreffend, die mal stärker, mal schwächer ist. Wir hatten dieses Feld doch schon im
"Kampagnen"-Thread diskutiert: seit 2008 hat der FCK gefühlt 200 verschiedene und neue Kampagnen mit Motto-Shirt und Spruch gemacht, immer mit dem erhofften
"Jetzt-erst-recht"-Effekt. Das mag im großen Ganzen nur ein kleiner Teil der Frage
"Überleben eines Traditionsvereins" sein, aber ich kann mir nicht helfen: für mich wirkt das alles immer ratloser. Und das Problem sind nicht nur die Leute, die noch vor ein paar Jahren (good old times) im Stadion standen und jetzt fernbleiben, das Problem ist auch, dass da immer weniger nachkommt.
Mac41 hat geschrieben:[...]
Sollen wir unsere Seele verkaufen, falls mir jemand sagen kann was die ist, um irgendwann, wie St. Pauli in der Türkei, Falsifikate von Tüchern und T-Shirts zu beschlagnahmen?
Sollen wir wirklich 300.000 € im Jahr dafür einnehmen, das wir die Schwarzmarkt- Abzocke durch vianogo unterstützen? Wäre es da nicht besser die 850 Zuschauer mehr direkt ins Stadion zu ziehen? Oder - wenn der Stefan und der Fritz wirklich so toll im ziehen von Sponsoren sind, warum brauchen wir da noch eine Vermarktungsgeselschaft wie Sport-Five, die sich branchenüblich ein Drittel der akquirierten Gelder reinzieht?
Fritz Grünewalt zumindest deutet ja an, dass man einer Verlängerung mit Viagogo nicht abgeneigt wäre, ganz einfach (so sagte er das quasi achselzuckend) "weil 300 000 EUR pro Jahr in der zweiten Liga Geld ist, was man einplanen und gut gebrauchen kann". Vergessen sollte man halt nicht,
wann der Viagogo-Kontrakt und unter
welchen sportlichen Perspektiven damals abgeschlossen wurde. Ob da noch einmal 900 000 EUR zu erwarten sind? Und dann wäre die Überlegung, stattdessen lieber
"die 850 Leute" ins Stadion zu locken doch nicht so verkehrt.
Die Frage ist doch, wie das eben - zeitgleich mit der beschriebenen Ermüdung in Sachen "Jetzt-erst-Recht" - passieren soll. Was gibt denn beim FCK momentan noch eine
Perspektive? Für mich ist das nicht die erlittene
"Kränkung" der Zweitliga-Zugehörigkeit, sondern vielmehr der fehlende Glaube, dass es
da oben sportlich, wirtschaftlich und auch strukturell bald besser wird.
Ktwon2Xberg hat geschrieben:[...]Auch und gerade als beharrlicher Optimist bin ich jedoch der Meinung, dass wenn wir a) merken sollten, dass wir tatsächlich kein Erbrecht auf die Bundesliga haben, bzw. sehr viel leisten müssen, um da noch mitspielen zu können [...]
Finde ich eine sehr gute Aussage, gleichzeitig könnte man davon aber die Frage ableiten,
was genau wir dafür zu tun hätten, und warum es uns erst mit dem verfehlten Klassenerhalt und dann mit dem verfehlten Wiederaufstieg nicht gelingt - da ist meiner Meinung nach die Frage nach "Nebensächlichkeiten" wie Struktur und Organisation im Verein, die BernddasBrot2 aufgeworfen hat, nicht weit entfernt.
Ich frage mich schon, wieso wir in nicht einmal 2 Jahren (seit dem Winter 2012) vier Trainer (Schäfer nicht eingerechnet) und vermutlich wahrscheinlich zehnmal so viele Spieler durch den Verein jagen müssen und immer der Effekt scheinbar immer der Gleiche ist (wobei Runjaic jetzt erst ein Spiel gemacht hat, das gehört angemerkt).
Was für ein Potential um den FCK durchaus da ist, hat man doch der Relegation oder Fananleihe gesehen. Letztlich sollte man sich auch immer vor Augen führen, wie viele Leute noch immer nach Dresden, Berlin, München oder Frankfurt mitfahren.
Ktown2Xberg hat geschrieben:[...]
Ich denke aber, dass ein größeres Bewusstsein für das was der FCK eigentlich zu leisten hat um wieder Erstligist zu sein ein vernünftiger "Nährboden" für einen (Rück-) Gewinn von Zuschauern wäre, die u.U. als Unterhaltungswert auch andere Werte und Erfahrungsdimensionen als die Ligazugehörigkeit respektieren. [...]
Von wem muss deiner Meinung nach dieses neue Bewusstsein ausgehen? Muss der FCK das ausgeben? Oder geht das nur durch eine quasi
"Selbst-Erziehung" der FCK-Fans?