Otti Feldhagel hat geschrieben:[...]
Nee, Mac41, das ist keine Inkonsequenz.
Das ist der übergeordnete Wunsch auf Genesung des Patienten, mehr Hoffnung als Überzeugung.
Ein legitimes Mittel gegen Magengeschwüre, wie ich finde.
[...]
Das Problem ist ja nicht diese Erkenntnis an sich, noch nicht einmal dass man vielleicht irgendwo ein
blindes Vertrauen zu Verantwortlichen hat, das anderen begründet oder unbegründet abgeht.
Das Problem ist doch, dass man sich inzwischen in dieses Rad eingefunden hat - große Erwartungen, schwache Leistungen führen zu großer Enttäuschung... was soll's, das Leben geht ja weiter, nicht wahr?
Nur sind wir inzwischen, wenn wir den Halbjahres-Transfer-Rhythmus als Grundlage nehmen, seit dem Winter 2011/12 zum vierten Mal an diesem Punkt, dass man sich die Sache irgendwie schönreden muss, um noch ernsthaft an irgendeine sinnvolle Idee zu glauben. Da werden Massen an Spielern verpflichtet und verkauft, dass mancher gar nicht mehr nachkommt.
Es ist richtig, streicht man aus dem Kopf all das, was davor gewesen ist, dann machten und machen in jeder Transferphase die Spielereinkäufe
irgendwie Sinn. Wenn nun alles wieder frohlockt, was und wen wir da alles gekauft haben, dann kann ich das sogar nachvollziehen. Aber kommt jemand auch mal auf die Idee, nachzufragen,
warum Halb-Jahr für Halb-Jahr so
viele neue Spieler Sinn machen?
Legt man den langfristigen Maßstab an, dann wird einem ja fast schwindelig. Und irgendwie vergeht mir langsam die Lust, alle Halb-Jahre
wieder feststellen zu müssen, dass wir
mal wieder sinnvolle Einkäufe tätigen mussten, um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, die aber womöglich
wieder in einem halben Jahr zu einem erneuten Kaufrausch führen, wobei natürlich fairerweise gesagt werden muss, dass manche Einkäufe sich auch als echte Verstärkung erwiesen. Was aber hier in den letzten Jahren schon an Ressourcen verbrannt wurde - menschlich und finanziell - hat sich das schon einer mal gefragt?
Ernsthafte Konsequenzen hatte das doch nie, warum auch? Ist es vielleicht viel angenehmer, sich zurückzulehnen, ein wohlwollendes "der macht das schon" zu murmeln und abzuwarten?
Ich persönlich denke, dass es höchstgefährlich ist, das Vergangene einfach zu streichen. Denn immer wenn man sich damit befasst und versucht daraus zu lernen, dann geht es auch um das Zukünftige. Und da ist mir beim FCK alles andere als wohl, ändert sich hier nicht grundlegend etwas. In diesem Punkt ist dann sogar
im ersten Moment egal, wenn es diese Saison mit dem Aufstieg klappt.
Ja, jeder will hier einen erfolgreichen, gesunden, "nachhaltig aufgestellten" FCK. Nur muss man sich auf dem Weg dahin immer wieder hinterfragen. Das schafft man nicht, indem man die Vergangenheit (weil's bequemer ist?) einfach ausblendet. Sei es auch nur als "letzter Strohhalm". Kommt es dir denn nicht selbst Spanisch vor, dass du bei solch einem (guten) Kader vor einer Saison von einem "letzten Strohhalm" sprechen musst?
Letztlich freue ich mich wie Bolle auf die neue Saison. So einfach vergessen will ich aber nicht.