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2:0-Sieg im Testspiel gegen Sturm Graz (Der Betze brennt)

Archiv für Threads zu nicht mehr aktuellen Spielen.
wkv
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Beitrag von wkv »

Ich auch.

Und reden wir nicht drumherum.... spielen wir erfolgreich, redet kein Schwein mehr über letzte Saison.

Sind wir nicht erfolgreich, werden wir üble Zeiten erleben.

Ich möchte mich einfach für das erstere "entscheiden".

Prinzip Hoffnung. Wieso auch nicht, dass Leben fickt dich oft genug.
paulgeht
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Beitrag von paulgeht »

Otti Feldhagel hat geschrieben:[...]
Nee, Mac41, das ist keine Inkonsequenz.
Das ist der übergeordnete Wunsch auf Genesung des Patienten, mehr Hoffnung als Überzeugung.
Ein legitimes Mittel gegen Magengeschwüre, wie ich finde.

[...]
Das Problem ist ja nicht diese Erkenntnis an sich, noch nicht einmal dass man vielleicht irgendwo ein blindes Vertrauen zu Verantwortlichen hat, das anderen begründet oder unbegründet abgeht.

Das Problem ist doch, dass man sich inzwischen in dieses Rad eingefunden hat - große Erwartungen, schwache Leistungen führen zu großer Enttäuschung... was soll's, das Leben geht ja weiter, nicht wahr?

Nur sind wir inzwischen, wenn wir den Halbjahres-Transfer-Rhythmus als Grundlage nehmen, seit dem Winter 2011/12 zum vierten Mal an diesem Punkt, dass man sich die Sache irgendwie schönreden muss, um noch ernsthaft an irgendeine sinnvolle Idee zu glauben. Da werden Massen an Spielern verpflichtet und verkauft, dass mancher gar nicht mehr nachkommt.

Es ist richtig, streicht man aus dem Kopf all das, was davor gewesen ist, dann machten und machen in jeder Transferphase die Spielereinkäufe irgendwie Sinn. Wenn nun alles wieder frohlockt, was und wen wir da alles gekauft haben, dann kann ich das sogar nachvollziehen. Aber kommt jemand auch mal auf die Idee, nachzufragen, warum Halb-Jahr für Halb-Jahr so viele neue Spieler Sinn machen?

Legt man den langfristigen Maßstab an, dann wird einem ja fast schwindelig. Und irgendwie vergeht mir langsam die Lust, alle Halb-Jahre wieder feststellen zu müssen, dass wir mal wieder sinnvolle Einkäufe tätigen mussten, um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, die aber womöglich wieder in einem halben Jahr zu einem erneuten Kaufrausch führen, wobei natürlich fairerweise gesagt werden muss, dass manche Einkäufe sich auch als echte Verstärkung erwiesen. Was aber hier in den letzten Jahren schon an Ressourcen verbrannt wurde - menschlich und finanziell - hat sich das schon einer mal gefragt?

Ernsthafte Konsequenzen hatte das doch nie, warum auch? Ist es vielleicht viel angenehmer, sich zurückzulehnen, ein wohlwollendes "der macht das schon" zu murmeln und abzuwarten?

Ich persönlich denke, dass es höchstgefährlich ist, das Vergangene einfach zu streichen. Denn immer wenn man sich damit befasst und versucht daraus zu lernen, dann geht es auch um das Zukünftige. Und da ist mir beim FCK alles andere als wohl, ändert sich hier nicht grundlegend etwas. In diesem Punkt ist dann sogar im ersten Moment egal, wenn es diese Saison mit dem Aufstieg klappt.

Ja, jeder will hier einen erfolgreichen, gesunden, "nachhaltig aufgestellten" FCK. Nur muss man sich auf dem Weg dahin immer wieder hinterfragen. Das schafft man nicht, indem man die Vergangenheit (weil's bequemer ist?) einfach ausblendet. Sei es auch nur als "letzter Strohhalm". Kommt es dir denn nicht selbst Spanisch vor, dass du bei solch einem (guten) Kader vor einer Saison von einem "letzten Strohhalm" sprechen musst?

Letztlich freue ich mich wie Bolle auf die neue Saison. So einfach vergessen will ich aber nicht.
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Ktown2Xberg
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Beitrag von Ktown2Xberg »

Na denn:

Butter bei die Fische. Was wäre denn eine "konsequente" Haltung der Fans?


wkv hat geschrieben:Ich auch.

Und reden wir nicht drumherum.... spielen wir erfolgreich, redet kein Schwein mehr über letzte Saison.

Sind wir nicht erfolgreich, werden wir üble Zeiten erleben.

Ich möchte mich einfach für das erstere "entscheiden".

Prinzip Hoffnung. Wieso auch nicht, dass Leben fickt dich oft genug.
Hat jemand die klasse Verfilmung von "Schiffbruch mit Tiger" gesehen? In diesem Sinne: "What do you think is the better story?"


Ich meine mich daran zu erinnern, dass das sommerliche Spiel aus Enttäuschung und neuer Hoffnung so etwas wie eine Institution des Fantums ist. Mir ging's bis auf wenige Ausnahmen ehrlich gesagt schon lange vor der Saison 11/12 regelmäßig so. In den 90ern hatten wir halt keine Foren, um z.B. nach Fjörtoft-Toren unserem Frust Raum zu geben.

Was ich damit sagen will:

Mit der Kritik ist es wie mit der Hoffnung - beides ist eines Fans gutes Recht...
wkv
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Beitrag von wkv »

Doch, Foren gab es damals auch.... man hat sich getroffen, ein Bier zusammen getrunken.

Wenn 2 Kerle sich in den Neunzigern in KL zum Bier getroffen haben, der Fck war noch vor dem Chicas Thema No1.

Und auch da gab es schon immer die Agnostiker, die alles gut Seher, die Pessimisten, die Optimisten, die Knodderer..... :lol:

Laudrer und Pälzer Kulturgut.

Eben die Schnääger.
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Beitrag von Hans-Peter Brehme »

paulgeht hat geschrieben:... Was aber hier in den letzten Jahren schon an Ressourcen verbrannt wurde - menschlich und finanziell - hat sich das schon einer mal gefragt? ...
Na hoffentlich doch die amtierenden Aufsichtsräte!
paulgeht hat geschrieben:... Ernsthafte Konsequenzen hatte das doch nie, warum auch? Ist es vielleicht viel angenehmer, sich zurückzulehnen, ein wohlwollendes "der macht das schon" zu murmeln und abzuwarten?
Na hoffentlich tun das nicht die amtierenden Aufsichtsräte!
paulgeht hat geschrieben:... Ich persönlich denke, dass es höchstgefährlich ist, das Vergangene einfach zu streichen. Denn immer wenn man sich damit befasst und versucht daraus zu lernen, dann geht es auch um das Zukünftige...
Da bin ich ganz bei Dir, lieber Paul.
"Go to where the puck is going to be!" (Wayne Gretzky)
wkv
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Beitrag von wkv »

Gestrichen werden darf da gar nix.

Man muss das Ganze einmal GRUNDLEGEND aufarbeiten und von seiten des AR die richtigen Schritte einleiten.

Und wenn ein SK mit einem Sportdirektor und Aufgabenteilung nicht leben kann, dann muss man sich eben trennen.
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Beitrag von Otti Feldhagel »

@ Paulgeht:
Zustimmung in allen Punkten.
Vergessen wird hier glaub ich niemand. Wiederholt sich das Vergangene, was ich nicht hoffe, kommt selbstredend alles wieder hoch.

Wir haben hier zur Genüge analysiert. Die Verantwortlichen hoffentlich erst recht.
Bei allem Zweifel, ich WILL es einfach hoffen, will mich nur noch auf den Saisonstart freuen.

@ Ktown:
Ja, der gute Pi liefert in der Tat eine sehr passable und nachdenkenswerte Metapher zur aktuellen Diskussion...

@ wkv:
Siehs mal so: Früher hatten wir uns bereits während des Spiels in Rage gestritten und uns anschließend in der Kneipe gegenseitig niederdiskutiert.
Heute bohrt man im Stadion mit seinen Augen Löcher durch sein Smartphone, um sich danach auf dbb einzuloggen.
Da erfährt man dann alles Wesentliche zum Spiel. :wink:
wkv
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Beitrag von wkv »

Siehs mal so: Früher hatten wir uns bereits während des Spiels in Rage gestritten und uns anschließend in der Kneipe gegenseitig niederdiskutiert.
Oder man hat die Sache in einer anständigen, zünftigen Wirtshauskeilerei ausdiskutiert..... :lol:

Um sich hinterher miteinander zu besaufen....

die spinnen, die Gallier.
Zuletzt geändert von wkv am 08.07.2013, 17:04, insgesamt 1-mal geändert.
paulgeht
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Beitrag von paulgeht »

Ktown2Xberg hat geschrieben:Na denn:

Butter bei die Fische. Was wäre denn eine "konsequente" Haltung der Fans?

[...]

Konsequent wäre zum Beispiel, bei der nächsten Terminierung der JHV genau hinzuschauen und ggf. zu protestieren, wenn die Terminierung einer ähnlichen Verarschung gleichkommt, wie letztes Jahr (als zufälligerweise der Vorstand auch noch einen erweiterten finanziellen Spielraum eingeräumt bekommen wollte).

(Allerdings wäre dem Konsequent-Sein hier ein Mitglied-Sein voranzustellen)

Im Übrigen kann man sich beim Thema Konsequent-Sein und JHV auch mal über die Aufsichtsräte, die hier völlig zurecht von HPB ins Spiel gebracht worden sind, seine Gedanken machen.

Konsequent wäre es letzte Saison auch gewesen, realistisch zu bleiben, auch wenn wir 16 Spiele ungeschlagen-ungeschlagen waren und das Gesehene richtig einzuordnen - zumindest aber nicht völlig übertrieben abzufeiern. Denn das hat zu einem Großteil zum Zustandekommen und Platzen der von Mac41 genannten Blase zu tun.
Otti Feldhagel hat geschrieben: [...]

Wir haben hier zur Genüge analysiert. Die Verantwortlichen hoffentlich erst recht.
Bei allem Zweifel, ich WILL es einfach hoffen, will mich nur noch auf den Saisonstart freuen.
Das ist wahr und es bringt auch nichts, jetzt die Diskussion immer im Kreise drehen zu lassen - denn dann nutzt sie sich ab. Ganz abhaken kann ich sie persönlich dennoch nicht.

Trotzdem: heute kam meine Dauerkarte. Und neben aller Befürchtungen und Skepsis fühlt sie sich dennoch gut an. :)
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BernddasBrot2
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Beitrag von BernddasBrot2 »

Der Kunde aus Golfsburg und bei Onkel Diddis Gnade, der kann vergessen.
Ein FCK Fan, der kann nicht vergessen.
Der Grund hierfür ist, er lebt und er LIEBT.
Er liebt den Verein, auch wenn sich in den letzten 10 bis 15 Jahren sehr viele verändert hat, mit dem er nicht zufrieden ist.
Dieses Hoffen und Bangen, die Gefühle die dich in den Himmel und gleichdarauf zur Hölle schicken, die machen dich kaputt.
Wer aus den vielen größeren und kleineren Gründen etwas Abstand sucht, der LIEBT trotzdem.
Diese fatalen Umständen spielen den "Mächtigen" immer wieder in die Hände, leider.
Zwei Wochen, in denen wir jede Meldung aufsaugen, mit der Hoffnung es kommt kein neuer Hammer auf uns zu.
Veränderungen, ja, da sehen sich sehr viele danach, aber da steht die Liebe wie so oft im Weg.
... und wenn du glaubst es könnte nicht schlimmer werden, lass mal TH machen, der zeigt DIR wie es noch schlimmer werden wird.
Ktown2Xberg
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Beitrag von Ktown2Xberg »

@JHV/Aufsichtsrat:

Jo, okay. Aber da ist es doch auch nicht anders als in der großen Politik: Wenn man mit dem gesamten Spektrum nicht zufrieden ist, dann hilft die kritischste Meinung nix. Dann bedarf es einer konstruktiven Verbindung von personellen und programmatischen Vorschlägen.

Oder einfacher gesagt: Was nutzt es, vermeintliche Ja-Sager im AR abzustrafen, wenn man keinen Einfluss darauf hat wer folgt? Was nutzt es, Anträge abzuschmettern, wenn man nicht gestalten kann? Die (mMn) einzig wirkliche Alternative wäre es, Leute und Ideen zu bringen die so überzeugend sind, dass sie sich entweder durchsetzen - oder nur "abgewehrt" werden können, indem man ihre Ideen aufnimmt. Das verstehe ich immer noch unter Demokratie.

Und da ich bei dem Thema immer etwas weiter weg bin nehme ich mich mal als Beispiel:

Ich finde personalpolitisch (in punkto Mannschaft, Trainer usw.) auch nicht alles super, was die letzten 2 Jahre gelaufen ist. Ich weiß aber auch, was in Lautern sonst noch so alles rumläuft. Daher sage ich mir: Stefan Kuntz hat so lange meine Unterstützung, bis jemand mit besseren Ideen kommt. Wir müssen (das geht jetzt über den Fußball hinaus) mMn gesellschaftlich etwas mehr den Fokus darauf legen, dass repräsentative Demokratie eigentlich nicht als Zählen der Fehler von Verantwortungsträgern gedacht war, sondern als Wettkampf um die besten Ideen. Da liegt der Ansatz zu Veränderung.

paulgeht hat geschrieben:Konsequent wäre es letzte Saison auch gewesen, realistisch zu bleiben, auch wenn wir 16 Spiele ungeschlagen-ungeschlagen waren und das Gesehene richtig einzuordnen - zumindest aber nicht völlig übertrieben abzufeiern.
Wen oder was meinst Du? Ich kann mich an keinen Zeitpunkt der letzten Saison erinnern, zu dem irgendetwas "abgefeiert" wurde, von übertrieben mal gar nicht zu sprechen. Selbst in der ungeschlagenen Phase war doch kaum einem hier zum Feiern zumute, oder?

Und was wäre in diesem Zusammenhang "realistisch bleiben"? Was ist die "Realität" wenn man mit überschaubar attraktivem Fußball auf Kurs fürs Saisonziel ist? Ist "realistisch bleiben" von vornherein das anzunehmen, was sich dann in einem - sehr knappen Verlauf - 8 Monate später herausgestellt hat? Zugespitzt: Wenn beim Roulette ein rotes Feld kommt, war es dann unrealistisch die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass auch ein schwarzes kommen könnte?

Das was schief gelaufen ist jetzt mit einem angeblichen "Abfeiern" der anfänglichen Serie in Verbindung zu bringen geht für mich - als jemand der sehr weit weg ist - latent in Richtung Dolchstoßlegende...


Insgesamt:

Versteh mich nicht falsch: Ich habe jedes Verständnis dafür, dass man vieles was bei uns gelaufen ist kritisch hinterfragen kann. Es geht dabei mMn nur mindestens so sehr um das was man will wie das was man nicht will. Und wenn man Leute von der besseren Idee überzeugen will, dann müssen zu allererst die Argumente stimmen.
YouriDjorkaeff
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Beitrag von YouriDjorkaeff »

Hey Ktown2Xberg,

können wir es nicht einfach so halten wie in Deiner Signatur angegeben?

"Nicht die Reichen fressen die Armen, sondern die Schnellen die Langsamen." Franco Foda

Ich möchte einfach, dass der FCK / wir schneller werden. Einfach schneller werden, immer schneller! :D :arrow:
Ktown2Xberg
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Beitrag von Ktown2Xberg »

Das ist mittlerweile keine Signatur mehr, das ist eine Mahnung :D

In dem Punkt bin auch ich massiv der Meinung, dass Franco Foda uns noch etwas schuldet. Ich finde dieses Motto total geil - leider haben wir das auf dem Platz letzte Saison so gut wie nie demonstrieren können...

Aber wie gesagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. :teufel2:
paulgeht
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Beitrag von paulgeht »

Zum vorangehenden Punkt: Diese Leute gab und gibt es durchaus. Ich will nicht immer die gleichen Gruppen und Kreise ins Spiel bringen, aber wer brachte denn ein neues Mitgliederkonzept, einen Vorschlag zur Satzungsüberarbeitung? Auf wessen Drängen kommt es überhaupt zum Satzungsausschuss?

Es ist erfreulich, dass die betreffenden Leute zumindest im Satzungsausschuss, eine sogar mit den meisten Stimmen, vertreten ist. Also die Ideen gab es durchaus. Man muss sie natürlich auch sehen wollen und zulassen.

Edit: Um einen kleinen Nachtrag hier noch einzubauen: Ich stimme dir übrigens total zu, dass Demokratie, egal wo und wie, nicht bedeuten kann, einfach nur alles und an allem rum zu kritisieren. Zeitgleich nehme ich mir dennoch heraus, auch wenn ich weiß, dass ich in naher und ferner Zukunft wohl kaum den Job von Kuntz übernehmen werde können, Kritik zu üben. Ähnliches mache ich ja auch bei z.B. der Bundeskanzlerin. Auch wenn ich in naher und ferner, selbst in ganz ganz ferner Zukunft ihr Amt nicht übernehmen werde auch nicht wollen würde. In dem Moment, in dem ich aber kritisere, habe zumindest ich eine Vorstellung wie es anders sein sollte. Und das schreibe ich hier, versuche ich aber auch auf der JHV - sofern man sie nicht auf den Vorabend des Spiels bei St. Pauli terminiert - mit meiner Stimme und durch Mitgliedschaft in Interessengruppen, wie Fanclubs oder der Perspektive FCK zu vertreten.
Wen oder was meinst Du? Ich kann mich an keinen Zeitpunkt der letzten Saison erinnern, zu dem irgendetwas "abgefeiert" wurde, von übertrieben mal gar nicht zu sprechen. Selbst in der ungeschlagenen Phase war doch kaum einem hier zum Feiern zumute, oder?
Komm schon, natürlich waren hier die meisten in Feier-Laune.

Erinnerst du dich nicht mehr an das 1:0 gegen Cottbus? Da war im Stadion nach Abpfiff das volle Feierprogramm ausgerufen, hier musste ich mir die üblichen "Geh-doch-nach-Hoffenheim"-Plattitüden anhören, weil ich ziemlich genervt am Abend in Frage stellte, ob das Gesehene wirklich so einer großen Party bedurfte. Denn die große Feier nach Abpfiff passte so gar nicht zu dem, was auf dem Platz gespielt wurde. Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Pfiffe o.ä. wären ebenso lächerlich gewesen. Aber ein bisschen die Euphorie und Erwartungen runterbremsen, den "realistischen Blick" bewahren, wäre nicht schlecht gewesen.

Sicher ist es eine Kernfrage, ob man kritisch an die Sache rangehen muss, wenn der "Laden auf Kurs" ist. Ich behaupte aber - und das nicht, weil ich es heute weiß - dass man schon damals sehen konnte, woran zum Teil unser Spiel hakte. Da gab es doch auch die Phase, in der wir uns immer ein Gegentor holten (was übrigens manchmal von der Gegentorstatistik phasenweise an die Saison 06/07 erinnerte).

Dennoch herrschte hier allgemeine freudige Stimmung - bis das ganze Kartenhaus gegen Regensburg anfing zu wackeln und in Hamburg, Berlin und gegen Aalen völlig zusammenfiel.

Ich sage ja nur, wenn auch wir aus dieser Phase lernen, diese Stimmung sich im ganzen Klub bis zur Mannschaft durchsetzt, dann halte ich das für gesünder.
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Ktown2Xberg
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Beitrag von Ktown2Xberg »

Jedem seine Meinung - und vieles von dem was Du da sagst klingt für mich sehr vernünftig und wohl überlegt.

Ich persönlich erlaube mir auch die Bundeskanzlerin zu kritisieren (und das nicht zu wenig :D ) - aber ab dem Punkt ist es dann Sache meines Gesprächspartners, diese Kritik nachzuvollziehen oder nicht. Das kann ich nicht fordern. Und in einem Fußballverein Zurückhaltung in Sachen guter Stimmung zu empfehlen empfinde ich persönlich ganz einfach als Quatsch. Das mag daran liegen, dass man Dinge mit zunehmendem Alter gelassener sieht - aber wer feiern will soll feiern.

Und die Stimmung zum Hinrunden-Ende ist dann doch recht relativ. Dir mag sie (nach Cottbus) für das - von Dir - "Gesehene" zu positiv gewesen sein. Andere werden genauso wenig verstanden haben, warum man über die Hinrunde hinweg nicht positiver drauf war (und könnten - das wäre mMn genauso Quatsch wie die "die Hinrunde wurde abgefeiert, deshalb konnte es so laufen wie es gelaufen ist"-These - sich jetzt auch hinstellen und sagen "wenn sich eine richtige Aufbruchstimmung breit gemacht hätte hätten wir vor Weihnachten nicht so verkackt", macht zum Glück keiner).

Und ich bleib dabei: Anderen zu empfehlen, sie sollten die Dinge mal realistischer sehen zeugt mMn von mangelnder Demut vor der Realität, egal wie gut die Intentionen sind. Die "Realität" ist in ihrer Wahrnehmungsqualität nämlich alles andere als eindeutig. Wenn Hoffer nach ein paar Minuten in Hoffenheim den Ball richtig trifft, dann hättest Du jetzt vielleicht eine ganz andere Vorstellung davon, was "realistisch" war.

Wie gesagt, ich schätze Deine Meinung und kann sie in Teilen nachvollziehen. Der Grad zwischen dem Kampf für ein richtige Sache und dem Punkt, wo man anderen vorschreibt was sie zu denken, fühlen oder tun haben ist mMn jedoch extrem schmal. Und - nimm's mir nicht übel - der Spruch mit dem beim nächsten Mal "realistisch sehen" ist einfach mMn jenseits dieser Grenze. Wenn wir dieses Jahr gut spielen und vor Weihnachten zwischen Platz 4-6 dümpeln, was ist dann "realistisch"? Das gute Spiel? Der Platz? Sollen die Leute dann optimistisch sein? Oder "realistisch"? Ob man optimistisch oder skeptisch sein möchte, sollte wohl noch jeder für sich selbst entscheiden dürfen.


Aber mehr wird's dazu von mir nicht geben - es wäre glaube ich komisch, wenn wir das jetzt zu weit treiben, gerade zumal wir angesichts der Meinungsbreite hier im Forum wohl auch nicht soo weit voneinander entfernt sind - und ich Deine Meinung wie gesagt durchaus respektabel finde, insbesondere in der Ernsthaftigkeit mit der Du sie rüber bringst.
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Beitrag von paulgeht »

Ktown2Xberg hat geschrieben:[...] Das mag daran liegen, dass man Dinge mit zunehmendem Alter gelassener sieht - aber wer feiern will soll feiern.[...]
Hm, ich bin 23. Ich hoffe, dass das bis jetzt nicht schon alles war und man mich zu den älteren Semstern zählt. :)

Aber ernsthaft, ich weiß schon, was du meinst.
Ktown2Xberg hat geschrieben:Der Grad zwischen dem Kampf für ein richtige Sache und dem Punkt, wo man anderen vorschreibt was sie zu denken, fühlen oder tun haben ist mMn jedoch extrem schmal. Und - nimm's mir nicht übel - der Spruch mit dem beim nächsten Mal "realistisch sehen" ist einfach mMn jenseits dieser Grenze. [...]
Das klingt gerade so, als würde ich völlig arrogant allen anderen absprechen, dass sie selbst denken können und nur ich die wahre Wahrheit kenne. Das liegt mir fern und wenn dieser Eindruck entsteht, ist das nicht das Ziel.

Ich nehme das aber gerne von dir an, muss mir vielleicht auch überlegen, wie ich das anders formuliere. Zum Schluss stimme ich dir zu, dass wir das jetzt hier auch nicht auf die Spitze treiben müssen.

Belassen wir es dabei und sehen, was uns die Zukunft bringt. :)
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Ktown2Xberg
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Beitrag von Ktown2Xberg »

Arroganz wollte ich Dir auch keinesfalls unterstellen.

Und die Dinge wie Du sie siehst solltest Du unbedingt weiter ansprechen. :prost:
wkv
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Beitrag von wkv »

wkv hat geschrieben:
Lonely Devil hat geschrieben: Wollte da nicht 'mal einer zur "Treibjagd" auf Foda aufrufen ?
Ich bereue wenig, was ich so geschrieben hab, aber dieser Satz gehört dazu. Im Eifer des Gefechts, in einer zutiefst aggressiven Grundstimmung hab ich verbal über die Stränge geschlagen. Das war aber niemals wörtlich gemeint.

Aber ich nehme hier das in Anspruch, was ich auch anderen zugestehe: Das ich nicht alles für bare Münze nehme, was so in der Hitze des Erregungszustandes geschrieben oder gesagt wird.
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