Naja, ich finde so einfach ist die Sache nicht. Das Selbstverständnis in die erste Liga zu gehören hat wohl ein Großteil der Anhängerschaft. Die Vorgabe des Aufstiegs in der letzten Saison war aber eine konkrete zeitliche Einordnung. Es war nicht nur eine Klarstellung, dass man aufsteigt, sondern wann dieses Bedürfnis gestillt sein wird. Und diese zeitliche Zielsetzung hat man - wie schon häufig gesagt - zu meinem Erstaunen schon im April 2012 nach einer Niederlage gegen Nürnberg angedeutet.Dem größten Teil von uns entsprachen die Aufstiegsparolen (und nichts anderes waren diese) doch wohl dem Selbstverständnis (bei mir war/ist es jedenfalls so, dazu brauch(t)e ich keine Bergpredigt).
Und selbst bei den nüchternsten und kritischsten Betrachtern sind doch die Begehrlichkeiten allein aus der Tabellensituation früher oder später provoziert worden.
Das Problem war, dass unser Fußball sehr häufig dem ausgegebenen (und oft wiederholten) Ziel (und damit dem Zeitplan) nicht würdig war. Ich gebe gerne zu: der andauernde Verweis auf das Saisonziel war natürlich ein schönes "abrundendes" Stilmittel - aber es war nicht falsch. Erst recht nicht, als man gegen der Ende der Saison im Angesichte der Relegation fast schon panisch etwas von "Ansprüche runterschrauben" von Vereinsseite brabbelte.
Das nun ausgegebene Ziel, da bin ich voll bei Ktwon, ist nichts anderes, als eine Kommunikationsstrategie. Es ist die Sicherstellung, sich - sollte es wieder am Ende etwas eng werden - in der Öffentlichkeit darauf berufen zu können und nach außen hin zumindest mehr Ruhe einfordern und Gelassenheit demonstrieren zu dürfen. Das (langfristige) Ziel, in Liga 1 zurückzukehren und das Selbstverständnis, ins Oberhaus zu gehören, ist damit freilich nicht aufgehoben.

