In "Die Welt" zu lesen:
Die Wahrheit über Hoeneß' Rücktritts-Angebot
Laut Pressemitteilung des FC Bayern bot Präsident Uli Hoeneß wegen seiner Steueraffäre dem Aufsichtsrat seinen Rücktritt an. Dieser habe abgelehnt. Ganz so hat es sich offenbar nicht zugetragen.
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.... "Uli Hoeneß hat dem Aufsichtsrat angeboten, das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden ruhen zu lassen, bis die zuständigen Behörden über die strafbefreiende Wirkung seiner Selbstanzeige entschieden haben", heißt es da.
Und dann: "Im Interesse des FC Bayern … hat der Aufsichtsrat der FC Bayern München AG nach intensiver Diskussion einvernehmlich entschieden, dass Uli Hoeneß das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG weiter ausüben soll." ...
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Doch die Wirklichkeit stimmt mit diesem Eindruck nicht ganz überein. Denn nach Informationen der "Welt" aus dem Umfeld des Aufsichtsrates hat Hoeneß nicht angeboten, sein Amt ruhen zu lassen. Er soll vielmehr gesagt haben:
Wenn der Aufsichtsrat es wolle, .....
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"Aufsichtsrat hat nicht aufgepasst"
...... "Da hat der Aufsichtsrat bei der Kommunikation nicht aufgepasst", sagt eine mit den Vorgängen vertraute Person: "Die Pressemitteilung gibt nicht richtig wieder, wie es wirklich war."
Damit konfrontiert, lehnte der Sprecher des FC Bayern jeglichen Kommentar ab.
Hoeneß war nicht vernünftig
Die Erwartungen im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung gingen in eine andere Richtung: "Wenn Hoeneß vernünftig ist, lässt er sein Amt ruhen", hatte es geheißen. Es werde aber kein Druck auf ihn ausgeübt. In Wirklichkeit war Hoeneß aber nicht vernünftig, sondern die Kommunikationsstrategen des FC Bayern haben es nur vernünftig aussehen lassen. Und der Aufsichtsrat hat das getan, was schon klar war.
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Ermittlungen ziehen sich hin
Der Aufsichtsrat will "die Angelegenheit weiterhin beobachten und sich bei Vorliegen neuer Erkenntnisse mit dem Thema befassen". Sieg oder Niederlage in Wembley und Berlin dürften wohl kaum als "neue Erkenntnisse" gewertet werden. Und die Staatsanwaltschaft München II bekräftigte am Dienstag erneut, dass die Ermittlungen sich auf ungewisse Zeit hinziehen werden.
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Experten bemängeln Entscheidung
Andere Experten stimmen bei: "Es wurde die Chance verpasst, eine professionelle und angemessene Aufsichtsratskultur zu pflegen", beklagt Axel Smend, Beiratsvorsitzender der Deutschen Agentur für Aufsichtsräte. "Der Aufsichtsrat hätte Hoeneß dazu bewegen müssen, sein Amt ruhen zu lassen, bis die Dinge geklärt sind. Jemand, der in einem laufenden Strafverfahren steckt, hat einfach an der Spitze eines Aufsichtsratsgremiums nichts zu suchen."
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Das Kontrollorgan als Freundeskreis?
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Der Eindruck allzu enger Bande entstand schon am Morgen nach der Sitzung: Da stimmten das Präsidium und der Verwaltungsbeirat in einer Presseerklärung der Entscheidung des Aufsichtsrats "vollinhaltlich" zu. Verantwortlich für die wohlwollenden Worte zeichneten unter anderen der erste Vizepräsident Karl Hopfner und der Beiratsvorsitzende Edmund Stoiber – beide Mitglieder des Aufsichtsrates.
Zum ganzen Artikel:
http://www.welt.de/sport/article1159833 ... gebot.html
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Olé Amigo, olé !