Dramatische Szenen nach Absturz - Pilot stirbt bei Übung
Berlin - Bei einer Polizeiübung am Donnerstagmorgen sind am Berliner Olympiastadion zwei Hubschrauber in der Luft zusammengestoßen. Jetzt ist ein dramatisches Video des Absturzes aufgetaucht.
Bei einer Polizeiübung nahe des Olympiastadions Berlin sind am Donnerstagmorgen gegen 10.30 Uhr zwei Hubschrauber der Bundespolizei abgestürzt. Augenzeugen zufolge passierte der Unfall bei Schneegestöber in niedriger Höhe auf dem Flugfeld. Die Rettungsmaßnahmen liefen zunächst noch, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Trümmerteile lagen rund um den Unfallort im Schnee.
Es sollte eine Übung für den Einsatz gegen Hooligans sein, doch dann wurde es ernst: Bei einer Polizeiübung über dem Olympiagelände in Berlin sind zwei Hubschrauber zusammengestoßen. Ein Pilot kam ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt. Ein Großaufgebot der Feuerwehr ist vor Ort.
Man stelle sich einmal vor, das passiert an einem Spieltag.
Es fliegen Teile in die Fanmenge hinein.
Dort gibt es dann vielleicht nicht nur verletzte.
Nicht auszumalen.
... und wenn du glaubst es könnte nicht schlimmer werden, lass mal TH machen, der zeigt DIR wie es noch schlimmer werden wird.
Es hätte auch in Berlin leicht sehr viel mehr passieren können. Wie es hieß, flog ein Rotorflügel hunderte Meter weit. Das Dingin eine Menschengruppe ... man wagt gar nicht daran zu denken.
Der "Veranstalter" dieser Übung gehört vor Gericht.
Es ist ihm auf jeden Fall grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen.
Hier ein Link zu einem (zumindest meiner bescheidenen Meinung nach) sehr guten Blog bzgl. dieser unsinnigen Übung, geschrieben von einer Anhängerin der Hertha:
„ Auch der Vizevorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Hans-Joachim Zastrow, zeigte sich bestürzt: "Der Unfall macht deutlich, in welcher Gefahrenausübung die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei jeden Tag leben." (Tagesspiegel)
So dramatisch das alles ist, aber es ist doch verrückt, das inzwischen Szenen wie in amerikanischen Vietnam-Verklärungsfilmen an Spieltagen bei uns Alltag werden soll.
Kann mir mal zum Beispiel jemand erklären, wann und wo während der Vorfälle gegen Dresden Polizeihubschrauber landen und Polizeikräfte absetzen sollte? In der Dunkelheit? Kann mir mal jemand erklären, wo diese Hubschrauber fliegen sollen? Stehen die mit mehreren Polizeikräften für drei Stunden in der Luft, kreisen überm Stadion? Ja, dann wundern mich die hohen Polizeikosten auch nicht mehr.
Es dauert nicht lange, da werden die ersten Drohnen eingesetzt. Und die Bundeswehr wird im Innland eingesetzt werden dürfen - zur Abwehr von terroristischen Gefahren und Fußball-Hooligans. Syrien? Mali? Wen kümmert es, wenn Spieltag für Spieltag nahezu Hunderte von Fans vor der eigenen Haustür dahingerafft werden.
Und dann müssten wir noch klären - wenn wir schon dabei sind - wie wir die Hubschrauber auch gleich noch gegen die bösen Bengalos einsetzen können.
► Um 9.15 Uhr beginnen die rund 400 Bundespolizisten die Übung. Viele mimen Fußball-Fans und randalierende Hooligans, zünden Rauchfackeln, es schneit.
Wann haben das letzte Mal randalierende Hooligans Rauchfackeln gezündet? Wäre das nicht etwas kontraproduktiv?
► Zur Übung gehört auch die Fliegerstaffel aus dem brandenburgischen Blumberg (Märkisch-Oderland). Drei Hubschrauber mit 42 Mann Besatzung starten um kurz nach 10 Uhr in Blumberg. Geplante Ankunft: 10:40 Uhr. Die Heli-Staffel braucht für die Strecke (ca. 30 Kilometer) keine halbe Stunde.
Das heißt, bis die Fliegerstaffel da ist, dauert es in Berlin eine halbe Stunde?! Das wiederrum bedeutet, die Hooligans müssen sich knapp 45 Minuten auf die Mappe hauen oder randalieren (am S-Bahnhof?), damit die Fliegerstaffel (immerhin 45 Mann) noch eingreifen kann?
Es ist wirklich tragisch, aber auch ärgerlich im Sinne des Getöteten.
Vielleicht sollte man jetzt aber auch mal Seitens der Polizei drüber nachdenken ob das "Hooligan-Problem" so groß ist, als dass man bei Schnee solch eine "Übung" ausführen muss.
Es scheint so als seien eigene Übungen bei falscher Einschätzung der Problematik weitaus gefährlicher als das Geschehen an Spieltagen.
Dem Piloten nützt diese Erkenntnis leider nichts mehr.
Dieser ganze Auftrieb, der Ablauf der Übung, die Journalisten, die anwesend waren, das alles deutet doch darauf hin, daß es nicht um ein echtes Einsatzszenario ging, sondern es war eine Showveranstaltung, in der mal so richtig gezeigt werden sollte, was man so kann und was man so hat.
Bengalos in Randalierergruppen außerhalb des Stadions, das gibt die richtigen Bilder und dazu gehören auch Hubschrauberlandungen mit rausstürmenden Einheiten.
Nicht nur Anhänger des "Management by Helicopter"
- Mit viel Lärm und Getöse auftauchen
- Staub (hier Schnee) aufwirbeln
- in der Ferne verschwinden
schätzen die effektvollen Auftritte, auch Polizeiführer brauchen das, um zu beeindrucken. Zumal wenn es um Kinobilder à la "Delta Force" geht.
Was es bringt, 42 Polizisten 30 Minuten durch die Luft zu karren, um eigentlich in einem städtischen Gebiet mit Wohnbebauung, Kleingärten und U- sowie S-Bahn Station eine Gruppe von Kravallmachern zu verfolgen, brauchen wir nicht zu diskutieren, das ist Quatsch und wurde nur der Show wegen gemacht.
Berliner Polizeikräfte haben in den letzten Jahren gelernt, daß, wenn sie sich mehr zurückhalten und weniger martialisch auftreten,das Eskalationsrisiko deutlich geringer ist. Bei bundesweiten Einsätzen werden sie deshalb oft als "Pussies" belächelt und man schickt lieber die Bayern vor, wenn es um Wetwork geht.
Von daher war das doch ein guter Tag zu sehen, wie es nicht gemacht werden sollte!
Der Pilot und die Verletzten, ist allerdings ein hoher ungerechtfertigter Preis, um zu zeigen, welche Idioten in der Polizeiführung das Sagen haben.
Wie man hört sollte das alles eine große Inszenierung werden. So sollen wohl zahlreiche Journalisten im Vorfeld informiert worden sein und auch Pyrotechnik sollte gezündet werden, um den anwesenden Journalisten zu zeigen, wie man diese bösen Buben dann bändigt. Wenn man jetzt noch sieht, dass in Berlin weder die großen Derbys (vom Gewaltpotential her) noch was anderes (außer Pokalfinale, wo auch Ruhe herrscht am Stadion, wenn dann gehts vorher in der Stadt ab) kann man auf den Gedanken kommen, dass es sich mehr um eine öffentliche Aktion handelt als um eine wirkliche Übung.
Eventuell ist man deswegen auch geflogen, obwohl man eig. nicht hätte sollen. Um Medien usw. zufrieden zu stellen..
"Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende bereitet." - Karl Kraus
Schlimm so was, dann noch so völlig sinnbefreit.
Irgendwie hat doch die ganze mediale Hetze und Massenhysterie gegen den Fußballfan nun sein erstes Opfer gefordert. Ein Herr Wendt, der sowieso jenseits aller Realität zu leben scheint, mittendrin..wirklich ein Drama, keine Ironie in den Worten.
Fast schon paramilitärische Propagandaeinsatz der Bundespolizei, die Presse sitzt knipsend und den Kopf nickend nebenan. Schlimm, schlimmer gehts kaum.
Erinnert mich latent an Bilder von "Unrechtsregimen", nur das die schon länger mehr auf Panzer setzen, wenn sie "Aufständige" niederwalzen.
Leider, leider muss ich sagen, dass ich da ähnliche Assoziationen habe.
Sind die "Hooligans" vielleicht nicht tatsächlich nur Platzhalter für andere Gegner?
War die betonierte Fläche in Berlin vielleicht ein optisch möglichst unterschiedlicher Übungsort im Vergleich zur Dannenbergstraße in Bochum?