Ohne das Spiel in der Wedau schön reden zu wollen, aber war es wirklich sooo viel schlechter, als das Spiel in München? Oder war der Kick gegen Dresden wirklich soviel besser? Ist das hier nicht die Ausrufung der Sintflut nur aufgrund einer dunklen Wolke am Horizont?
7 Punkte aus 3 Spielen, davon 2 auswärts, 4:0 Tore, ein neuer Unbesiegbarkeitshomerun hat begonnen, ich versteh dieses Gefühlschaos nicht.
Es ist doch alles gut!
Neee- es war nicht gut, es ist schon lange nicht mehr gut und es wird auch sobald nicht besser werden, solange es Fans gibt, die sich von einem Sonntagsschuss an einem Montag in der letzten Spielminute blenden lassen, die einen Sieg gegen einen überforderten designierten Drittligisten als Offenbarung der Galaktischen interpretieren, die seichte Operettenträllerer aus Provinzbühnen als Rodolfo's an die Staatsoper besetzen wollen.
Paet hat es ganz gut geschildert, das war nicht Not gegen Elend gestern am frühen Nachmittag, sondern Nicht Gewollt gegen nicht Nicht Gekonnt. Duisburg wollte nicht mitspielen, unterbrach den Spielfluss durch seine Fouls und das Gefalle immer wieder, störte die Lautrer Truppe im Aufbau, im Abschluss und der FCK konnte die immer wieder zerissenen Fäden nicht aufnehmen und hatte nicht die Disziplin und auch nicht die Qualität (Kurz hatte doch recht

), dem Ganzen wieder eine Ordnung zu geben.
In solchen Spielen trennt sich die Klasse von der Masse. Da zeigt es sich wer taktische und persönliche Disziplin in die Dominanz auf dem Platz umsetzen kann, aber Baumjohann, Mo und Köhler machten fleißig mit in dem Duisburger Bemühen das Niveau auf die Qualität des Geläufs abzusenken.
Da fällt es den Forenlautsprechern nun nur noch ein, den Trainer anzuzählen, der Fortounis und Borysiuk, die über Sprachhürden und Motivation gefallenen Engel nicht einzusetzen wagte, ein Trainer der die Schützlinge seines Freundes Magister Hagmayr protegiert (der Schurke im gestrigen Wiener Tatort wurde auch immer als Magister tituliert)und nur versucht die Weisheiten zu Spielsystem und Spielermotivation seines sportlichen und hierarchischen Chefs nachzuplappern!
91 Spieler in 4 Jahren, nur so schafft man es einen 35 Mann Kader in jeder Halbsaison fast vollständig durchzuschütteln, mit steigender Frequenz.
Try & Error, nennt man das.
Wir sollten garnicht in die Einzelkritik gehen, denn es ist ein grundsätzliches Team-, Vereins- und Umfeldproblem, das der FCK hat und das nicht erst seit gestern. Wir gehen den Weg der Banalisierung und glauben immer noch mit jedem gelungenen Doppelpass und jedem gelungenen Tackling die Zeiten von Brehme oder Briegel wieder aufleben zu lassen.
Wem jetzt erst auffällt, das wir in Bezug auf den Kader statt langfristigem Aufbau und Entwicklung dem Kurzzeitgedächtnis der Facebook- "I like it-Philosophie" huldigen, der definiert "Freunde" ebenfalls nur über sein Iphone.
Offensichtlich war die Karthasis des Abstiegs nicht hart genug, die Einsicht der letzten Regulären nur die Perfektionierung der Krokodilstränen der Außerordentlichen Mitgliederversammlung.
Und die Diskussion über einen Sportlichen Leiter ist doch genauso oberflächlich und dem kurzfristigen Denken geschuldet, wie der Nebensatz des Stefan Kuntz in seiner Verteidigungsrede auf der AOMV, daß er zwar manchmal daran denkt, einen zu brauchen, aber zum Wohle des Vereins sie dennoch nach besten Wissen und Gewissen selbst auszufüllen versucht.
Wollt oder könnt ihr es nicht einsehen, daß es im "System Kuntz" einen Alleinvertretungsanspruch gibt, daß Typen wie Lieberknecht oder Klopp in dem autokratischen System keinen Platz haben.
Ich hielt schon früh nicht allzuviel von Sasic (taktisch begrenzt und in seiner patriachalischen Art antiquiert), Kurz (halt als Trainer nur zweitklassig, aber damit sehr gut passend zur Position des FCK) und Foda (infiziert vom österreichischen Fußball, dieser Mischung aus Wiener Opernball und Wurstelprater) aber sie waren und sind Trainer unter Kuntz gewesen, solange sie ihm nützlich waren. Selbst die Verlängerung von Kurz war ein taktisches Manöver für Kuntz, von daher wird nicht über das Schicksal von Foda nicht nach dem Spiel in Belin oder Braunschweig entschieden, denn diese Spiele sind für das neue Ziel der Saison "Relegation" unwichtig, nein die Heimspiele gegen Köln, Paderborn, St. Pauli, werden zu Schicksalsspielen des Trainers. Wenn die in die Hose gehen und die Relegation, die wir zur Rettung des Budget und des Saisonziels so dringend brauchen, dann kann er gehen und seine Operettentruppe gleich mitnehmen.
The same procedure as last year, Miss Sophie?
The same procedure as every year, James.