P.S. War in dem Bus 336.
Dresdner Jagd auf Busse
Den 8. Februar 2013 wird man bei den Stadtwerken so schnell nicht vergessen: Drei Busfahrer und rund 450 Fahrgäste waren dem Ansturm Dresdner Chaoten hilflos ausgeliefert. „Das muss Konsequenzen haben“, sagte gestern Mittag ein noch immer geschockter Roland Warner, Vorstand der Stadtwerke.
[...] „Die Busse sehen aus, als seien sie aus einem Kriegsgebiet zurückgekommen“, sagte gestern ein ebenfalls noch immer fassungsloser Boris Flesch.Der Bereichsleiter Verkehr der Stadtwerke saß am Freitagabend in der zentralen Einsatzleitstelle von Polizei und Ordnungsamt, als Hilferufe von Busfahrern über Funk eingingen. Die voll besetzten Busse der Stadtwerke fuhren in der Kantstraße, ungefähr 200 Meter vor der Eisenbahnunterführung. Dort ist eine Baustelle. Und dort schlugen die Dresdner Gewalttäter zu.
Was genau passierte, hat Flesch über Funk miterlebt, von den Busfahrern und Fahrgästen erfahren. Er schildert es so: Die Dresdner Fans liefen auf die Fahrbahn und stoppten die Busse. Als keine Polizei zu sehen war, hätten sie Kapuzen über das Gesicht gezogen und die Angriffe begonnen. Sie warfen dabei mit allem, was ihnen in die Hände fiel.
An der Baustelle seien die Bauzäune herausgerissen und die schweren Gummifüße, in denen sie verankert sind, in die Busse geschleudert worden, ebenso Absperrbaken. Auch ein Kanaldeckel sei herausgerissen und gegen einen Bus geworfen worden. Zudem warfen die Chaoten schwere Steine gegen die Scheiben. Viele Scheiben gingen zu Bruch, an einem Bus wurde die Heckscheibe eingeschlagen.
Wie es dann weiterging, ist überhaupt nicht mehr zu begreifen. Die Dresdner Gewalttäter versuchten nach den Worten von Flesch, die Türen von außen aufzudrücken und die Busse zu stürmen. Dort standen die Menschen dich gedrängt, darunter ganze Familien. Und es brach Panik aus. Allein rund 30 bis 40 vermummte Angreifer hätten den Bus 336 attackiert, der am schwersten beschädigt wurde. Zum Glück hätten Fahrer und Fahrgäste ein Eindringen verhindern können; indem sie sich von innen gegen die Türen stemmten und sie zuhielten.
Als Polizei zu hören war, hätten die Gewalttäter ihren Angriff abgebrochen, schildert Flesch weiter. Die Busse seien aus der Gefahrenzone gefahren, der schwer beschädigte Bus 336 habe direkt den Betriebshof an der Daennerstraße angesteuert, die Fahrgäste hätten dort den Bus gewechselt. Mindestens zehn Minuten dauerten nach den Worten des Bereichsleiters die Jagdszenen in der Kantstraße. Ein Fahrgast erlitt Schnittverletzungen, eine Frau einen Schock. Flesch rechnet damit, dass es noch mehr Verletzungen gab, die erst aufgefallen sind, als der erste Schock vorüber war [...]
Ganzer Artikel: http://www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/c ... 91-8202037
Dynamo-Geschäftsführer Müller: ''Ich war entsetzt''
Dresden. Nach dem Spiel von Dynamo Dresden in Kaiserslautern kam es zu schweren Ausschreitungen – wie so oft, wenn Dynamo auswärts spielt. Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller nimmt betroffen Stellung.
Herr Müller, was haben Sie gedacht, als schon vor Anpfiff die ersten Bengalos gezündet wurden?
Ich war entsetzt. Wir wollen nächsten Freitag vor dem DFB-Bundesgericht erklären, warum es weder gerecht noch der Sache dienlich ist, Dynamo Dresden aus dem kommenden Pokalwettbewerb auszuschließen. Und dann grätschen uns diese Typen brutal rein. Pyrotechnik hat in Stadien nichts verloren.
Es gibt Einträge in Fanforen, die fordern, dass Dynamo-Spiele ohne Dresdner Fans stattfinden sollen.
Das sind keine Fans, die zerstören unseren Verein. Als in der zweiten Hälfte zum zweiten Mal gezündelt wurde, bin ich zur Leitstelle der Polizei gegangen und habe mir an den Bildschirmen aus der Nähe angeschaut, was im Dynamo-Block passierte. Die Polizei hat beispielsweise mindestens eine Viertelstunde lang einen Randalierer herangezoomt, der sich offenbar massiv daneben benommen hatte. Mir wurde aber erklärt, dass man den nicht festsetzen könne, weil man sonst eine Massenschlägerei riskiert.
Aber warum wurde der nicht am Ausgang in Gewahrsam genommen?
Das frage ich mich natürlich auch, zumal der als einer der Letzten den Block verließ. Das neue Sicherheitskonzept sieht schließlich vor, Straftäter zu identifizieren und individuell haftbar zu machen. [...]
Ganzer Artikel: http://www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/c ... 0568196626
Hinweis: Die bisherigen Meldungen und Reaktionen zu diesem Thema sind im Vorgängerthread zu finden: http://www.der-betze-brennt.de/forum/vi ... =3&t=15872DFB ermittelt gegen Dynamo Dresden
Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Ermittlungen gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden wegen der Fan-Auschreitungen beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eingeleitet. Beide Vereine wurden angeschrieben und zu Stellungnahmen aufgefordert.
Im Dresdner Zuschauerblock war am vergangenen Freitag unmittelbar vor Spielbeginn und während der zweiten Halbzeit mehrfach Pyrotechnik entzündet worden. Zudem hatte die Polizei einschreiten müssen, als eine Gruppe Dynamo-Anhänger den Nachbarblock stürmen wollte.
Dresdner Hooligans hatten außerdem auf dem Messeplatz in Kaiserslautern randaliert und dabei unter anderem die Pendelbusse angegriffen. Ein Bus-Insasse erlitt Schnittwunden durch herumfliegende Splitter, eine Frau einen Schock. Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf 70.000 Euro. [...]
Ganzer Artikel: http://www.welt.de/sport/fussball/artic ... esden.html
