Manipulierte Spiele: Europol deckt gigantischen Wettbetrug im Fußball auf
Die europäische Polizeibehörde Europol hat nach eigenen Angaben den größten Wettskandal der Fußballgeschichte aufgedeckt: Über 380 Spiele sollen manipuliert worden sein, unter ihnen auch WM- und EM-Qualifikationspartien. Die zentrale Steuerung schreiben die Fahnder einem Kartell in Asien zu.
Hamburg - Mindestens 380 Spiele sollen im europäischen Fußball manipuliert worden sein. Das hat die europäische Polizeibehörde Europol auf einer Pressekonferenz im niederländischen Den Haag verkündet. Demnach haben Ermittler in ganz Europa geschobene Partien aufgedeckt, mit denen insgesamt etwa acht Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet wurden. Dabei soll es sich unter anderem auch um Qualifikationsspiele für Welt- und Europameisterschaften handeln, auch Schiedsrichter sollen darin verwickelt sein.
Europol-Chef Rob Wainwright sagte, durch die Untersuchungen seien 425 korrupte Offizielle identifiziert worden, zudem habe man an Manipulation beteiligte Spieler und Schwerkriminelle in 15 Ländern ermitteln können. Laut Wainwright habe die Behörde auch Verbindungen zu asiatischen Kriminellen aufgedeckt, die an Verschiebungen in Europa beteiligt sein sollen. "Es gibt ein Wettkartell mit Sitz in Singapur, das Beziehungen zu mehreren europäischen Ländern unterhält", sagte der Europol-Chef. Vor allem nach Italien gebe es enge Kontakte der Wettmafia.
Die Zahl ist sicherlich zu klein beziffert.
Alleine Anwerbung/Logistik/Reizpunkte setzen dürfte diese übersteigen.
Es sei denn, es handelte sich um side-bets (Anstoß, Einwurf, Abstoß).
Die Zeit der Wunderns ist sicherlich vorbei, spätestens seit Ante Sapina aufflog.
Trotzdem berührt Wettbetrug im Fußball mehr als der vom finanziellen Ausmaß und den Auswirkungen auf die Weltwirtschaft ungleich bedeutendere Betrug, der bei den Finanzjongleuren dieser Welt an der Tagesordnung ist (Beispiel: Manipulation der LIBOR).
Zum gewissen Grad assoziiert man mit Fußball immer noch Ehre und Integrität. Das sind Attribute, die bei Bankern wohl niemand in den Sinn kommen.
Zuletzt geändert von Schlossberg am 04.02.2013, 16:57, insgesamt 1-mal geändert.
Wutti10 hat geschrieben:Das wäre der einzige Aspekt, mit der man der Nachwelt die Leistung unserer Trümmertruppe in der Saison 2011/2012 verständlich erklären könnte.
Wenn es nur so einfach wäre. Leider hatte die Gurkentruppe nunmal nicht wirklich viel drauf.