Hier bewahrheitet sich doch der Satz:"Wer im Schweinestall spielt darf sich nicht wundern wenn er streng riecht."
Ich finde es nur schade, dass sich in und um München oder generell in Bayern keiner bereit gefunden hat dieses Stück gelebte Tradition aus dem Sumpf zu ziehen. Nein, es musste ein Investor aus Jordanien sein.
Wie bei unserem Verein hatten die Sechziger Entscheidungsträger, die erst einen schleichenden und jetzt immer mehr eskalierenden Verfall hervorgerufen haben (der FCK hat hoffentlich die Kurve gekriegt, 1860 kriegt sie hoffentlich noch), wie bei unserem Verein auch meinte man ein schöneres Stadion haben zu müssen und wie bei unserem Verein auch ist alles uniform im Sinne von DFB und DFL geworden.
Was waren denn "die Löwen" früher? Zuerst derVerein in München, später auf Augenhöhe mit den Bayern und mittlerweile kann man doch flapsig sagen "Ach ja die, die treten den Bayern den Rasen kaputt." 1860 München wird in Fußballdeutschland als Mannschaft wahrgenommen, die auch noch so da ist, wie der FSV eben in Frankfurt auch noch so da ist.
Dann spielt man in einem Stadion, das bei eigenen Spielen mit durchschnittlich rund 25.000 Zuschauern, bei Spielen der Bayern aber mit durchschnittlich 71.000 Zuschauern gefüllt ist. Dass hier wenig Emotionen rüberkommen dürfte klar sein.
Wie das der FC St. Pauli sehr gut vorlebt hätte man auch aus 1860 München eine Marke machen können. Die Kiezkicker verkaufen sich immer noch als Querdenker und "Freibeuter der Liga", obwohl ihre Fanschaft nicht exotischer als unsere, ihr Stadion penibel nach den Verbandsvorgaben und die Mannschaft frei von Typen wie Ippig, Frosch o.ä. ist.
1860 München hätte man auch als eine Art "Gegenentwurf zu den Bayern" aufbauen können, hat man aber nicht.
Schaun' mer mal.
Eine Erste Bundesliga ohne den 1. FC Kaiserslautern ist möglich aber sinnlos. - frei nach Loriot
Mir fehlen wirklich die Hintergrunddetails, aber: Wenn man bei den 60ern nicht ganz blöd ist, und es möglich war, seit dem Einstieg des Investors tatsächlich einen brauchbaren "Plan B" für den Fall der Fälle (also wohl jetzt) in der Hinterhand zu haben, hat man eigentlich vieles richtig gemacht: Die Millionen abgegraben, um die damals drohende Insolvenz zu verhindern, und dann den Investor abgeschossen, als er unverschämt wurde. Könnte fast schon cool sein. Bleibt nur so ein bißchen die Frage, ob es auch so gelaufen wäre, wenn die 60er nicht zu der Großzahl der Vereine zählen würde, bei denen die DFL bei einem Verstoß gegen die 50+1-Regel wohl genauer hinschauen würde. Aber Ismaik hat ja angekündigt, sich bei der DFL zu beschweren. Mal schauen, ob er dort was erreicht. Das nötige Kleingeld dazu sollte er ja haben...