Schöne Diskussion!
@Mac: Ob Schlossberg meint, dass wir wegen dieser Qualität aufsteigen
werden oder ob wir's
müssen, um diese Qualität zu halten sind doch letztlich zwei Seiten der selben Medaille - für den Moment heißt es erstmal nur, dass wir diese Qualität
haben. Und sollten wir die Jungs bei einem / nach einem Aufstieg einen nach dem anderen verkaufen, dann wär auch das ein guter Ausgang. Ich fange an diese Truppe zu mögen, aber der "ewige Kreis" aus Zu- und Abgängen geht ja eh nicht an uns vorüber - wenn wir dabei wirtschaftlich endlich mal wieder einen guten Schnitt machen ist das mMn schon fast das Höchste der Gefühle. Wenn dann mal ein Heintz oder Zuck entscheiden sollte, dem FCK noch zwei, drei Jahre zu geben bevor der nächste Schritt in der eigenen Karriere kommt wär's natürlich das Sahnehäubchen...
Was das 4-4-2 angeht:
Mir ist der Blick auf den Status Quo da teilweise etwas zu einseitig. Das klingt ja fast, als wär der auf sich selbst ablegende Mo bei uns der Regelfall. Dass das immer mal wieder vorkommt ist sicher ärgerlich, aber zum einen eben auch Folge von Mo's variabler Interpretation der Rolle (auch für diese schöne Beschreibung Dank @Schlossberg), zum anderen werden Mo's Ausflüge auf die Flügel ja mitunter durchaus genutzt, um andere Spieler im Zentrum freizuspielen. Zucks Galamoment ist auch genau so entstanden...
Zu guter Letzt: Wir spielen im Moment eben bevorzugt die berühmten "vertikalen Pässe" (wenn mir jemand erklärt, warum die im 3dimensionalen Raum so heißen wär ich dankbar...); steil und flach in die Spitze, möglichst in den Lauf der in die Schnittstellen stoßenden Offensivkräfte - auch dafür ist das 1:0 gg. Cottbus ein schönes Beispiel. Flanken sind eigentlich primär die Aufgabe der AVs, wenn Mo mal wirklich ne
Flanke von Außen reinzieht, dann heißt das in der Regel, dass wir mit unserem "Plan A" für die jeweilige Spielsituation eh schon durch sind.
Letztlich sind die Grundkoordinaten der Offensiv-Ausrichtung eh nur noch eine "Hülle" - wichtig ist, wie die Mannschaft gegen den Ball arbeitet, d.h. wie viele Spieler generell hinter dem Ball bleiben sollen, wie sich jeder bei Ballverlust verhält usw. Da ist eher die personelle Besetzung der Rahmen, nicht zwingend das jeweilige Offensivsystem. Der eine Spieler kann halt gut gegen den Ball arbeiten, der andere weniger - also muss man sich bei letzteren Fragen, wie viele man sich davon leisten kann und wo man sie hinstellt. Und damit wären wir beim eigentlichen Knackpunkt:
Damit Bunjaku seine Stärke als "echte" Spitze ausspielen kann, muss er weitgehend davon befreit werden, auch tief gg. den Ball zu arbeiten. Wenn man dann noch Baumjohann auf dem Feld hat (der nach hinten einfach nicht seine Stärken hat, auch wenn er mittlerweile über den Willen dort immer öfter sein Bestes rausholt) und Mo nicht plötzlich nur noch hinten aufräumen soll, dann reicht's nach hinten nicht mehr. Deshalb spielt Bunjaku bei uns grad den Poldi und muss die Außenbahn mit absichern. Einer muss es ja tun, Namen hin oder her (Zitat Robben am Mittwoch: "Heute habe ich eher den zweiten Außenverteidiger spielen müssen.").
Ich sehe für uns im Moment (grob zugespitzt) innerhalb dessen was wir als System (als organischen Spielansatz, nicht als Zahlenspiel) entwickelt haben nur zwei taktische Alternativen:
Ein 4-4-2 mit Doppelsechs (bei dem Baumjohann außen vor ist) oder ein 4-2-3-1 mit defensiv mit absichernden Außen (was heißt, dass Bunjaku viel Defensivarbeit leisten muss - oder eben draußen bleibt). Mehr als zwei Feldspieler, die nicht permanent mit zurückgehen kann man sich aktuell nicht mehr leisten. Ich würde ja persönlich noch etwas mehr zuspitzen: Ich finde das Bunjaku als Außen soviel von seiner Stärke verliert (gemessen an dem, was er defensiv als gelernter Stürmer zu bringen vermag), dass im 4-2-3-1 Zuck und Fortounis eigentlich auf Außen erste Wahl sein müssten. Bunjaku würde ich genau dann im 4-4-2 bringen, wenn Baumjohann mal ausfallen sollte oder es das System des Gegners nahelegt.
Aber den Käptn auf die Bank setzen? Ein Luxusproblem... Nichtsdestotrotz: Zuck macht Druck
Zu der Abseitssituation mit Mo / RIedel:
Ich hab den Fehler da auch eher bei Mo gesehen; er geht zum Ball, etwas hinten dran "zwischen" ihm und Riedel steht ein Defensivspieler der dadurch mindestens zwei Optionen abwägen muss und nicht direkt gegen Riedel verteidigen kann. Da Abseits zu entscheiden ist vollkommen legitim - auch wenn mit dem passiven Abseits generell natürlich unglaublich viel Schindluder getrieben wird (da kann man oft gar nicht so schnell gucken, wie von einer "neuen Spielsituation" geredet wird...).
Schön fand ich in diesem Zusammenhang jedoch was anderes. In einer anderen Abseitssituation mit Mo in der selben Phase (war glaube ich nicht dieselbe Szene) dreht sich Mo dann um und meckert Richtung Ariel, dass der Pass nicht früher kam. Und was passiert? Der 20jährige Bub erklärt Mo mal eben mit Kloppo-Miene die Laufwege. Geil

Wir brauchen im MF unbedingt noch einen, der den Laden zusammenhält. Aber wir haben zum Glück jemanden, der sich in diese Richtung entwickelt
