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Auswärtsspiel in Rostock: De-Eskalation ernst genommen (Der Betze brennt)

Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.
wkv
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Beitrag von wkv »

Schöner Bericht, Jochen, und differenziert beide Seiten beleuchtend.

Leider, das muss ich zu meiner Schande gestehen, kommen mir bei Sätzen wie "dreht das Trikot lieber um oder zieht es aus" die Galle hoch, und der Wunsch nach der totalen Senke für die betreffenden Vereine, so wie Dresden und Frankfurt keimt auf.

Ich weiß, Dresden und FFM sowie Rostock sind nicht nur Assis, aber das Gefühl keimt trotzdem auf.


Wenn ich mit meinen Farben nicht unbehelligt zum Stadion kommen kann, ist der Fußball am Ende.

Hooligans? Von wegen...die treffen sich unter sich....

Das hier sind Verbrecher, nix weiter.
Flo ausm Norden
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Beitrag von Flo ausm Norden »

Schön zu sehen, dass es auch anders geht (von beiden Seiten). Dafür erstmal einen Applaus! :applaus:
Wenn auf beiden Seiten solche Ereignisse öfter vorkommen würden, würden deutschlandweit wir Fußballfans nicht so in den Medien dargestellt werden, wie es leider immer wieder der Fall ist. Ich bin aber nicht so naiv, zu glauben, dass sich insgesamt etwas an "Problemfans" oder "Problempolizisten" ändern wird.

Über Rostocker Fußball kann ich persönlich nichts sagen, weil noch nie dort wegen Fußball gewesen. Die Stadt an sich ist ganz schön. Das ist Dresden aber auch. Dort bin ich aber z.B. nicht mit Lautern-Klamotten unterwegs. Nicht mal mit nem kleinen Aufdruck oder Ähnlichem. Das ist mir nunmal zu gefährlich.

Insgesamt kann ich aus eigener Erfahrung noch von zwei weiteren "Problem-Vereinen" sprechen: Cottbus und Chemnitz, welche beide durchaus auch gerne mal als solche bezeichnet werden. In Cottbus habe ich dieselben Erfahrungen gemacht, wie sie in diesem Thread beschrieben werden. Freundliche Polizisten und Ordner, die einen nicht gleich aggressiv angucken und den Stock zücken. Okay, die Schuhe musste man ausziehen, aber naja, was solls.

In Chemnitz war ich mal letzte Saison mit nem Kumpel, als Bielefeld dort gespielt hat. Man konnte meinen, dass Chemnitz immer noch Karl-Marx-Stadt heißt, so wie viele von deren Kuttenträgern rumgelaufen sind. Ich musste mich zum Beispiel auch sehr wundern, dass auf dem Weg zum Gästeblock "FCK" groß und fett an nem Stahlträger zu sehen war, bis mir klar wurde, dass wohl der FC Karl-Marx-Stadt gemeint ist. :wink: Wenn sie meinen. Etwas Schiss hatte ich dort erst schon, weil manche der Gestalten etwas grimmiger einen angeguckt haben, als man "in die falsche Richtung" zum Stadion ging. Wir warenauch "in Zivil" dort und hatten zum Glück dann doch keinerlei Probleme, obwohl wir zum Hauptbahnhof gefühlt durch die ganze Stadt mussten. (Im Übrigen ist die Stadt Chemnitz hässlich!)

Allgemein kommt es wohl auch auf die Partie an. Wir sind auch keine Waisenknaben, wenn es gegen den Waldhof geht... Bis zu einem gewissen Punkt bin ich der Meinung, dass eine Redewendung doch recht passend für solche Situationen ist: "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus." Das gilt für aggressive Polizisten, die nicht de-eskalierend handeln und das gilt für Fußballfans, die einen auf dicke Hosen machen.

Umso besser, wenn man wie hier mal ein entgegengesetztes positives Bild bekommt.

@wkv: Sehe ich genauso.
"The thing about football - the important thing about football - is that it is not just about football." - Terry Pratchett (Buch "Unseen Academicals")
19Sachse53
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Beitrag von 19Sachse53 »

Anhand dieses gut geschriebenen Berichtes kann man mal wieder sehen, dass in den meisten Fällen nur sinnlos Panik gemacht wird. Klar hat Hansa eine recht "eigene" Fanszene, aber dass man nun deswegen nicht mehr nach Rostock zu einem Auswärtsspiel fahren soll???
Gleiches habe ich hier auch im Forum über das kommende Auswärtsspiel des FCK in Dresden gelesen. Da wird den Leuten direkt abgeraten dorthin zu fahren! Das muss man sich mal überlegen! Letztendlich ist das alles nur das Produkt der Berichterstattung der deutschen Presse. Da ist bei jedem Mist gleich von großen Ausschreitungen die Rede und schon haben viele Schiss nach Dresden, Rostock oder Cottbus zu fahren. Einfach nur traurig. Und das mit dem Trikot- oder Schalklau: Das hängt bei Dynamo wohl mit der der jahrelangen und intensiven Zaunfahnenkultur zusammen, und wenn man schon keine Fahne des Gegners erbeuten kann dann wenigstens nen Schal. Das ist übrigens auch nix neues, das gabs schon vor über 35 Jahren und das bestimmt nicht nur in Dresden oder im Osten! Wenn man das aber weiß, muss man ja auch nicht behangen wie ne Litfasssäule zum Spiel gehen. Ich wünsche jedenfalls allen Gästefans des FCK in am 31. viel Spaß und wenn sich einer fürchten muss, dann vor der Bombenstimmung gegenüber im K-Block!

dynamische Grüße
JochenG

Beitrag von JochenG »

Oje - jetzt muss ich mein Schweigegelübde brechen und gebe damit denjenigen recht, die nach meinem Abgesang im Mai darauf gewettet haben, dass ich es eh nicht lassen kann hier wieder gegen den Verein zu hetzen.
@Thomas - ich habe meine Prinzipien und bleibe auch dabei.
@All ...
Für diejenigen, die sich extra für diesen Artikel hier angemeldet haben, um zu schreiben das nicht jeder Rostocker auf Wessis lauert sei der Hinweis erlaubt, dass es im vergangenen Jahr genau diese Benutzer waren, die sich vom BFC Dynamo hier angemeldet haben und auf die Veränderungen in der Fanszene hingewiesen haben. Ich kann mich gut daran erinnern, als wir den Mob im Block hatten und dann diese "geänderte" Fanszene live erleben durften. Diese Erfahrung sitzt tief.

Dennoch, diese Kolumne diente einzig und alleine dem Dank an die besonnene Polizeiführung, die offenbar ein recht ordentliches Konzept hatte mit der Blocksperre umzugehen. Gerade diese vermaledeite Blocksperre ist es doch, was im Grunde einem völligen Irrsinn entspricht. Sobald eine Blocksperre verhängt wird ist jedem gegnerischen Fan mit Gewaltpotential klar, dass die Leute, die nach dieser Sperre aus einer Straße kommen nur noch Gästefans sein können. Alleine diese "mulmige" Gefühl in der Magengegend ist es, was den Unfug der Blocksperre definiert. Das schürt bei dem Einen eben - OK nennen wir es - "Angstzustände" und bei dem Anderen eben "Aggression", um quasi den Adrenalinspiegel anzuheben.
Wie dem auch sei, ich habe mich im Block und bei dem Weg nach draußen umgesehen und fand viele mit diesem "Blick". Diese Ungewissheit was nun passiert oder "wie komme ich jetzt hier heil wieder raus".
Genau diese Situation wurde eben durch die Polizisten aufgegriffen und "entkrampft". Die Stunde war schei..e OK. Hätte es geregnet oder geschneit - ui ui - das wäre bei weitem noch beschissener gewesen. Aber letztlich hat die Zeit und die Art der Kommunikation - sowohl verbal als auch nonverbal - zur Entkrampfung und auch - so meine ich - Beruhigung geführt.
Genau das empfand ich eben als sehr gelungen und damit auch als Überraschung und des Lobes wert. Auch wenn mich das wieder zum Schreiben bei DBB bringt und somit zum "Umfaller" ;)

Zum Text "Pro Hass und Gewalt" - ja, ihr habt ja recht und mir altem Mann sollte eine neue Brille gegönnt werden. Nachdem ich mir das Foto noch einmal angesehen habe steht da tatsächlich "Pyro Hass und Gewalt". Sorry für die falsche Aussage.

An diejenigen, die der Ansicht sind, ich hätte die Rostocker falsch dargestellt und es seien nicht überall die Bösen. Nein, natürlich nicht. Nur ist es extrem auffällig, dass man als "Wessi" eben genau so, sehr aggressiv nämlich, begrüßt wird. Bei einer Bahnfahrt im Frühjahr nach Schwerin sind die FC Hansa und "Haut ab Wessis" Tags überall an der Bahnstrecke deutlich zu lesen. Nur der Interesse halber, lest Ihr das auch, wenn Ihr nach Kaiserslautern reist - "Haut ab Ossis?" - ich denke nicht.
Die Wessis haben die Ossis nach der Wende übers Ohr gehauen und anschließend die Firmen geschlossen und die Arbeitslosigkeit verursacht. Das ist offenbar so tief im - falschen - Gedächtnis verankert, dass man es heute noch überall hinsprühen muss. Insbesondere auf die Wände und Bauten, die mit dem Solidaritätsbeitrag von uns "Wessis" und auch den "Ossis" saniert oder neu gebaut wurden.
Nene, das ist hier kein politisches Forum, aber die ablehnende Stimmung auf der ehemals anderen Seite der Mauer ist schon sehr deutlich spürbar.

Sei's drum.

Zu guter Letzt noch eine Anmerkung an diejenigen, wie @wkv und andere, die der Ansicht sind, dass man wegen der Zustände seine Farben nicht tragen zu können, weil das Gewaltpotential so hoch ist, nicht auf solche Auswärtsfahrten geht.
Überlegt doch mal, was damit erreicht wird. Das genau eben die Anzahl der Auswärtsfahrer sinkt, damit die Heimmannschaft möglichst keine Gegenwehr spürt. Damit wäre das Ziel der Aktion erreicht.
Dagegen sollte man sich wehren. Wehren in dem man zwar "neutral" anreist, aber im Block die Farben zeigt. Wenn es nicht anders geht, so what? Jedem Einzelnen im Block am Sonntag ein dickes Lob für die Courage und den Einsatz.
FCK58
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Beitrag von FCK58 »

Ich hätte nix dagegen, wenn du häufiger umfallen würdest. :D
Natürlich schreibmäßig und nicht besoffen. :wink:
Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
Hermann Hesse
Steffbert
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Beitrag von Steffbert »

JochenG hat geschrieben:Auch wenn mich das wieder zum Schreiben bei DBB bringt und somit zum "Umfaller"
Ach, ist schon in Ordnung, Jochen. :winken:
Stop living in the past
Hellfire
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Wohnort: Wohnen in Mainz - Fußball in Kaiserslautern!!!

Beitrag von Hellfire »

Aber die Hetze muss aufhören! :D

....................
Eine Abwehr aus Granit - so wie einst Real Madrid -
und so zogen wir in die Bundesliga ein, und wir werden wieder Deutscher Meister sein!
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