Oje - jetzt muss ich mein Schweigegelübde brechen und gebe damit denjenigen recht, die nach meinem Abgesang im Mai darauf gewettet haben, dass ich es eh nicht lassen kann hier wieder gegen den Verein zu hetzen.
@Thomas - ich habe meine Prinzipien und bleibe auch dabei.
@All ...
Für diejenigen, die sich extra für diesen Artikel hier angemeldet haben, um zu schreiben das nicht jeder Rostocker auf Wessis lauert sei der Hinweis erlaubt, dass es im vergangenen Jahr genau diese Benutzer waren, die sich vom BFC Dynamo hier angemeldet haben und auf die Veränderungen in der Fanszene hingewiesen haben. Ich kann mich gut daran erinnern, als wir den Mob im Block hatten und dann diese "geänderte" Fanszene live erleben durften. Diese Erfahrung sitzt tief.
Dennoch, diese Kolumne diente einzig und alleine dem Dank an die besonnene Polizeiführung, die offenbar ein recht ordentliches Konzept hatte mit der Blocksperre umzugehen. Gerade diese vermaledeite Blocksperre ist es doch, was im Grunde einem völligen Irrsinn entspricht. Sobald eine Blocksperre verhängt wird ist jedem gegnerischen Fan mit Gewaltpotential klar, dass die Leute, die nach dieser Sperre aus einer Straße kommen nur noch Gästefans sein können. Alleine diese "mulmige" Gefühl in der Magengegend ist es, was den Unfug der Blocksperre definiert. Das schürt bei dem Einen eben - OK nennen wir es - "Angstzustände" und bei dem Anderen eben "Aggression", um quasi den Adrenalinspiegel anzuheben.
Wie dem auch sei, ich habe mich im Block und bei dem Weg nach draußen umgesehen und fand viele mit diesem "Blick". Diese Ungewissheit was nun passiert oder "wie komme ich jetzt hier heil wieder raus".
Genau diese Situation wurde eben durch die Polizisten aufgegriffen und "entkrampft". Die Stunde war schei..e OK. Hätte es geregnet oder geschneit - ui ui - das wäre bei weitem noch beschissener gewesen. Aber letztlich hat die Zeit und die Art der Kommunikation - sowohl verbal als auch nonverbal - zur Entkrampfung und auch - so meine ich - Beruhigung geführt.
Genau das empfand ich eben als sehr gelungen und damit auch als Überraschung und des Lobes wert. Auch wenn mich das wieder zum Schreiben bei DBB bringt und somit zum "Umfaller"
Zum Text "Pro Hass und Gewalt" - ja, ihr habt ja recht und mir altem Mann sollte eine neue Brille gegönnt werden. Nachdem ich mir das Foto noch einmal angesehen habe steht da tatsächlich "Pyro Hass und Gewalt". Sorry für die falsche Aussage.
An diejenigen, die der Ansicht sind, ich hätte die Rostocker falsch dargestellt und es seien nicht überall die Bösen. Nein, natürlich nicht. Nur ist es extrem auffällig, dass man als "Wessi" eben genau so, sehr aggressiv nämlich, begrüßt wird. Bei einer Bahnfahrt im Frühjahr nach Schwerin sind die FC Hansa und "Haut ab Wessis" Tags überall an der Bahnstrecke deutlich zu lesen. Nur der Interesse halber, lest Ihr das auch, wenn Ihr nach Kaiserslautern reist - "Haut ab Ossis?" - ich denke nicht.
Die Wessis haben die Ossis nach der Wende übers Ohr gehauen und anschließend die Firmen geschlossen und die Arbeitslosigkeit verursacht. Das ist offenbar so tief im - falschen - Gedächtnis verankert, dass man es heute noch überall hinsprühen muss. Insbesondere auf die Wände und Bauten, die mit dem Solidaritätsbeitrag von uns "Wessis" und auch den "Ossis" saniert oder neu gebaut wurden.
Nene, das ist hier kein politisches Forum, aber die ablehnende Stimmung auf der ehemals anderen Seite der Mauer ist schon sehr deutlich spürbar.
Sei's drum.
Zu guter Letzt noch eine Anmerkung an diejenigen, wie @wkv und andere, die der Ansicht sind, dass man wegen der Zustände seine Farben nicht tragen zu können, weil das Gewaltpotential so hoch ist, nicht auf solche Auswärtsfahrten geht.
Überlegt doch mal, was damit erreicht wird. Das genau eben die Anzahl der Auswärtsfahrer sinkt, damit die Heimmannschaft möglichst keine Gegenwehr spürt. Damit wäre das Ziel der Aktion erreicht.
Dagegen sollte man sich wehren. Wehren in dem man zwar "neutral" anreist, aber im Block die Farben zeigt. Wenn es nicht anders geht, so what? Jedem Einzelnen im Block am Sonntag ein dickes Lob für die Courage und den Einsatz.