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Auswärtsspiel in Rostock: De-Eskalation ernst genommen (Der Betze brennt)

Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.
Thomas
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Beitrag von Thomas »

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Reportage: Auswärtsspiel in Rostock
De-Eskalation ernst genommen
von JochenG

Hansa Rostock gegen 1. FC Kaiserslautern - auch von den ansonsten sehr reisefreudigen FCK-Fans tut sich nicht jeder dieses Auswärtsspiel an. Grund genug, noch einmal genauer hinzuschauen: Uns hat ein Gastbericht von JochenG erreicht, der das Spiel vom Sonntag aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet.

Jeder der ca. 400 Gästefans am Sonntag in Rostock hatte sicherlich kein unbeschwertes Gefühl, als es dem Ende des Pokalspiels entgegen ging. Immer öfter liefen Anhänger der Roten Teufel im Gästeblock die Stufen hoch und warfen einen Blick nach draußen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Ist mit Randale zu rechnen? Was machen die Ordner? Was macht die Polizei? Haben sich schon Rostocker in die Nähe des Käfigs gebracht, um die dann dort vermutlich eingesperrten Lautrer mit Pyro und Steinen zu attackieren?

Gerade bei dem Spielstand von 2:1 empfand man zwar eine gewisse Freude, jedoch wollte man sich noch nicht so recht freuen. Irgendwie war da ein klammes Gefühl in der Magengegend. Jeder, mit dem man in Kontakt war, wünschte nicht "viel Erfolg" sondern "kommt heil nach Hause".

Aber von Vorne. Als wir von unserem Hotel in Richtung Stadion liefen und dabei, natürlich neutral gekleidet, die Sprüche auf diversen Brücken lasen, wurde uns ein wenig anders. War es die richtige Entscheidung, hierher zu kommen? Wie wird der weitere Tag verlaufen? Zunächst aber verliefen wir uns. Und kamen ein wenig von der geplanten Route ab. Nicht wesentlich, aber dennoch ein Umweg. Bei Temperaturen um die 34 Grad und recht wenig Schatten nicht einfach. Dann die Eisenbahngleise über eine Brücke überquert und mit "Pyro, Hass und Gewalt" begrüßt.

- "Pyro, Hass und Gewalt" - Begrüßung auf Rostocker Art

Kurz darauf sahen wir dann die ersten Polizisten in ihrer Einsatzkleidung. Aber ohne Helm und recht freundlich. Erstaunlich ... Kurze Frage, wie man zum Gästeblock kommt und eine freundliche Antwort. Holla - das kennt man auch anders. Selbst einen Scherz konnte man machen und die Gruppe Polizisten - es waren wohl 5 oder 6 - lächelten sogar.

Es ging weiter in Richtung des Stadions. Irgendwann sah man dann auch die Flutlichtmasten. Dann die nächste Gruppe Polizei und eine Absperrung. OK, auch hier wieder die Frage, wie man zum Gästeblock kommt und wieder eine freundliche Antwort: "Hier lang", also durch die abgesperrte Straße. An der Sperre noch die kurze Frage eines Polizisten "Seid Ihr wirklich Gästefans?" - "Ja!" OK, die Sperre geht auf. Dann noch ein Stückchen weiter und man betrat den "Käfig". Also den Bereich vor dem Stadion, in dem sich Autos der Gästefans und später dann auch die zwei Busse befanden. Auch hier Polizei in Einsatzkleidung, aber ohne Helm auf dem Kopf und sichtlich bemüht, entspannt zu wirken.

Gut, soweit sind wir dann also. Vor dem "Käfig" dann die nächsten Begrüßungen auf Rostocker Art:

- "Gäste auf's Maul" - Freundliches Volk hier - mit leichter Rechtschreibschwäche

- Die klassische Rostocker Begrüßung (offenbar): "Die Wende machte aus uns Monster"

Somit war eine gewisse Tendenz abzuleiten - man mag hier offenbar keine Gästefans. Ebenso definiert man sich selbst als Monster. Nun ja. Der Respekt ist ja gegeben, aber deshalb gleich ohne Gäste spielen?

Das Spiel selbst war dann, zum Glück aus unserer Sicht, erfolgreich verlaufen. Lediglich nach dem Anschlusstreffer kam von der Gegentribüne ein wenig Aggression in Richtung des Gästeblocks auf. Man hatte den Eindruck, die Rostocker haben sich mal den "All Blacks Haka" angesehen. Wirkte gut.

Dann war das Spiel um. Wie schon eingangs geschrieben, waren leicht nervöse Aktivitäten festzustellen, da zahlreiche Anhänger sich von "oben" einen Eindruck über die Situation "draußen" verschaffen wollten.

Aber selbst Vorsätze wie "wir gehen fünf Minuten vor dem Ende" konnte man bei dem Spielstand und der Situation auf dem Platz nicht ernsthaft umsetzen. Also blieb man.

Dann verabschiedete sich die Mannschaft - warum trauten die sich nicht näher zu uns? - und man wurde "sanft" aus dem Stadion begleitet. Wirklich ohne böse Worte, ohne dumme Bemerkungen und ohne Geschubse.

Draußen war zwischenzeitlich der "Käfig" abgeriegelt. Blocksperre. Wobei es eher "Platzsperre" war, denn aus dem Block kam man, aber eben nicht vom Platz. Nun geschah etwas merkwürdiges. War man mal auf einigen Auswärtsspielen, so kennt man es, dass die Polizei ihre Helme auf hat, in Reihen steht und darüber wacht, dass keiner das Gelände verlässt. Stoisch und stur stehen sie da. Die Damen und Herren in dunkelgrün, dunkelblau oder gar schwarz. Nicht hier in Rostock.

Man steht entspannt und ohne Helm herum. Versucht einigen Anhängern zu erklären, dass es noch dauern wird. Es bilden sich Gruppen - wer kennt nicht diese Gruppenbildung bei iRobot - und man spricht. Polizisten gehen einzeln auf diese Gruppen zu, erklären und beraten. Merkwürdig. So etwas habe ich noch nicht gesehen.

Eine Frau hat irgendwie wohl Kreislaufprobleme. Die Kioske im Stadion sind zu. Der Zugang zum Stadion auch. Ein Polizist geht weg und kommt mit einem Tetrapak Wasser wieder. Wasser, das die Einsatzkräfte in ihren Einsatzfahrzeugen haben und das für sie bestimmt ist. Er reicht der Frau das Wasser und spricht mit ihr.

Komische Menschlichkeit. Auf beiden Seiten. Kann es sein, dass Fußballfans doch keine Verbrecher sind und die Polizisten auch "nur Menschen"?

Es zieht sich ca. eine Stunde, bis der "Käfig" geöffnet wird. Nicht ohne von den herumlaufenden Polizisten beraten zu werden. Manche erhalten die Empfehlung, das Trikot dann doch besser auszuziehen oder zumindest umzudrehen. Andere werden beraten, wie sie am besten hier oder dort hinkommen. Nach ca. 400 bis 500 Metern verteilt sich die Anhängerschaft, die Autos und die Busse teilen sich in die Straßen auf. Wir sitzen noch in einem griechischen Restaurant in der Nähe des Stadions, essen gemütlich zu Abend und wundern uns nur noch. Freundlichkeit pur. Völlig unerwartet.

Auch wenn man nun lesen musste, dass es offenbar in einer Seitenstraße vom Stadion zu einer Auseinandersetzung zwischen Suptras/Ultras und Polizei kam, auf der Seite der Gästefans habe ich bislang kaum eine solch entspannte Situation erlebt wie hier in Rostock.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier eine Polizeiführung mal darüber nachgedacht hat, was das Wort De-Eskalation bedeutet und wie man es am sinnvollsten anwendet.

Deshalb an dieser Stelle ein extrem dickes Dankeschön an die Einsatzkräfte in Rostock, zumindest die, die sich im Gästebereich aufgehalten haben. Vielen Dank für diese Erfahrung, dass man tatsächlich wie ein "Gast" behandelt wird. Eine Erfahrung, die man viel öfter machen sollte. Die schlimmsten Erwartungen wurden ad absurdum geführt.

Das soll nicht bedeuten, dass man in Zukunft ohne Vorsicht und Zurückhaltung nach Rostock fahren kann. Sicher war die Situation am Sonntag außergewöhnlich, da sich die Ultras und Suptras außerhalb des Stadions befunden haben. Es gibt offenbar in dieser Region einen sehr tiefsitzenden Hass uns "Wessis" gegenüber. So fand sich an der Strandmauer von Warnemünde ein weiterer Willkommensgruß.

- "Das Schlimme am Sommer seid ihr Wessis"

Unabhängig davon jedoch ist beim Spiel am Sonntag ein sehr besonnener Einsatzplan umgesetzt worden, der sicher als Beispiel für andere Spiele dienen kann. Wir werden am 31. August sehen, wie wir in Dresden empfangen und behandelt werden.

Quelle: Der Betze brennt / Gastschreiber JochenG
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)
Red_Devil
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Beitrag von Red_Devil »

Bei dem ersten verlinkten Bild steht meiner Meinung nach nicht "Pro Hass und Gewalt" sondern "Pyro Hass und Gewalt"

Ansonsten sehr interessant. Danke dafür.
Zuletzt geändert von Thomas am 22.08.2012, 13:32, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Stimmt natürlich - ist korrigiert, danke!
OWL-Teufel

Beitrag von OWL-Teufel »

Red_Devil hat geschrieben:Bei dem ersten verlinkten Bild steht meiner Meinung nach nicht "Pro Hass und Gewalt" sondern "Pyro Hass und Gewalt"
Lese ich daraus auch.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Rostock für Gästefans ein sehr heißes Pflaster ist und der Vereinsname Hansa Rostock, die ominösen vier Buchstaben Acht Cola Acht Bier und Parolen im Stile "Wessis jagen, Wessis schlagen" prangen so ziemlich an jeder graffititauglichen Stelle und werden mit Aufklebern an Straßenlaternen drapiert. Irgendwie herrscht dort eine beklemmende Atmosphäre.

Es ist gut zu lesen, dass die Polizei eine Deeskalationspolitik verfolgte. Nur so geht es, vielleicht sollten sie diese Strategie mal den Kollegen in Bayern empfehlen.

Dennoch habe ich für mich beschlossen, diesem Verein nicht einen Cent in Form von Eintrittskarten oder Getränkeverzehr mehr zukommen zu lassen.
DevilDriver
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Beitrag von DevilDriver »

Danke für den Artikel. Sehr interessante Infos
aus Sicht eines Auswärtsfahrers.

Schön auch zusehen, dass es ohne Provokationen
o.ä. gehen kann. Das gilt für ALLE beteiligten.

Ich habe meine Auswärtsfahrten in den letzten Jahren
mächtig zurückgefahren. 2-3 mal fahre ich noch zu
ausgewählten Auswärtsspielen.

Und in dem Bericht wird auch der wesentliche Grund
dafür genannt. Wenn ich schon höre, dass man im
"Käfig" noch eine Stunde festgehalten wird bzw.
sich nicht frei bewegen kann, ist bei mir Grenze
erreicht.

Ich bin doch kein Vieh das im Stall/Käfig gehalten
wird und dann als Herde durch abgesperrte Straßen
getrieben wird.

Schade das man anscheinend nicht mehr überall seine
Farben repräsentieren kann und auch wegen strikter
Fantrennung, mit den gegnerischen Fans bei einem
Bier über Fußball diskutieren kann.

Eine traurige Entwicklung der letzten Jahre, die
mir den Spaß an Auswärtsfahrten genommen hat.
Hellfire
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Beitrag von Hellfire »

Ihr alten Facebook-Verschwörer, jetzt ist der Artikel also doch bei dbb 8-)

Ich war mal für ein Studium dort oben zu Gast, ja, viele Leute haben tatsächlich nen ziemlichen Schaden bezüglich Westen/Ausländern.
Schon traurig, deren Minderwertigkeitskomplex.
Eine Abwehr aus Granit - so wie einst Real Madrid -
und so zogen wir in die Bundesliga ein, und wir werden wieder Deutscher Meister sein!
kepptn
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Beitrag von kepptn »

DevilDriver hat geschrieben:...
Ich bin doch kein Vieh das im Stall/Käfig gehalten
wird und dann als Herde durch abgesperrte Straßen
getrieben wird.

Schade das man anscheinend nicht mehr überall seine
Farben repräsentieren kann und auch wegen strikter
Fantrennung, mit den gegnerischen Fans bei einem
Bier über Fußball diskutieren kann. ...
Nun, leider gibt es dafür immer wieder Grund zum Anlass. In Rostock sehe ich derartige Maßnahmen durchaus ein, in Leverkusen - wo es noch unwürdiger zugeht - nicht.

Mir hat der Bericht auch sehr gut gefallen. Er zeigt erstens, wie OWL-Teufel schon sagte, sehr schön wie es zwischen Fans und Polizei laufen sollte und laufen kann.
Wenn beide Seiten freundlich auftreten und Provokationen ausbleiben ist der Fußballtrip schon ein völlig anderer.
Zweitens deutet er aber auch an, wie wichtig Polizeipräsenz bei manchen Spielen ist. Denn eines ist gewiss, ohne hohes Polizeiaufkommen wäre der Bericht ganz anders ausgefallen.
Es gibt immer was zu lachen.
SockeMC
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Beitrag von SockeMC »

Vielen Dank für den lesenswerten Bericht. Die Einsatzkräfte aus Aalen sollten sich dringend mal mit ihren Rostocker Kollegen in Verbindung setzen.
:teufel2: Wenn das Licht am Ende des Tunnels nicht scheint, stimmt die Kurve ein. :teufel2:
suYin
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Beitrag von suYin »

Hier mal ein Artikel (Polizeibericht) aus Rostock:

Hansa - Auseinandersetzungen zwischen Ultras und Polizei
Gewalttätige Aktionen am Rande des DFB-Pokalspieles des F.C. Hansa Rostock gegen den 1. FC Kaiserslautern

20. August 2012

Hansa Rostock - Auseinandersetzungen zwischen Ultras und der Polizei am Rande des DFB-Pokalspieles gegen den 1. FC Kaiserslaute Nachdem die „Fanszene Rostock e.V.“ und die „Suptras Rostock `01“ das DFB-Pokalspiel am 19.08.2012 boykottierten, kam es im Umfeld der DKB-Arena zu Auseinandersetzungen zwischen Ultras und der Polizei.

Etwa 120 gewaltbereite Anhänger des F.C. Hansa Rostock zogen mit Sprechchören: „Fußball, Terror und Randale!“ kurz vor Spielende in Richtung DKB-Arena. Als sie dort auf Polizeikräfte trafen, bewarfen sie die Beamten und mehrere Dienstfahrzeuge mit Flaschen und Steinen. (...)

http://www.rostock-heute.de/hansa-rosto ... izei/51475
tk
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Beitrag von tk »

vielleicht sollten lob und dank an die einsatzkräfte auch direkt an die polizei weitergeleitet werden, vielleicht sogar von quasi-offizieller seite (fanbeauftragte, dbb o.ä.)? das könnte die fürsprecher von deeskalation und augenmaß innerhalb der truppe stärken und denen wind aus den segeln nehmen, die immer und schnell ein möglichst hartes durchgreifen fordern...
#spz.
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Beitrag von #spz. »

Wenn die Suptras der Rostocker ihre Umsiedlung im Stadion mit der Vereinsführung durchbekommen, sollte es im allgemeinen immer etwas friedlicher ablaufen in Rostock. Dann gehen nämlich deren Suptras auf die Gegenüberliegende Seite des Gästeblocks wie es eigentlich in jedem Stadion üblich ist. Dann kann man auch davon ausgehen das es zu weniger Eskalationen vor während und nach dem Spiel kommt. Leider stellt sich aber im Moment die Rostockerführung noch quer was die Umsiedlungspläne der Suptras angeht. Was eben auch der Grund war warum die das Spiel boykottiert haben. Aber bitte schert nicht alle Rostocker über einen Kamm, da ich selber "Ossi" bin und in meiner Nähe einige Rostockfans habe kann ich euch nur darum bitten um Vorurteile zuvermeiden. Es gibt tatsächlich mehr anständige Fussballfans als Vollidioten! ;-)
K-TOWN!
herzdrigger

Beitrag von herzdrigger »

Schöner Bericht Jochen, der auf bessere Zeiten hoffen lässt.
paulgeht
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Beitrag von paulgeht »

tk hat geschrieben:vielleicht sollten lob und dank an die einsatzkräfte auch direkt an die polizei weitergeleitet werden, vielleicht sogar von quasi-offizieller seite (fanbeauftragte, dbb o.ä.)? das könnte die fürsprecher von deeskalation und augenmaß innerhalb der truppe stärken und denen wind aus den segeln nehmen, die immer und schnell ein möglichst hartes durchgreifen fordern...
Hab ich beim Lesen auch gedacht. Warum nicht auch mal ein Lob wirklich "ganz offiziell" weiterleiten? Nur so wird klar, dass die "Taktik" der Deeskalation auch wirklich wirkt und gut ankommt.
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Betzipower4ever
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Beitrag von Betzipower4ever »

Klasse Bericht und ziemlich mein empfinden wiedergespiegelt !!! Danke dafür Jochen!

Ich fand die Atmosphäre teilweise auch bedrückend in Rostock besonders bei der Ankunft ich bin mit 3 Leuten angereist und haben es leider erst zur 2ten Halbzeit geschafft. und mussten quasi zu viert durch Rostock aber hat ja alles geklappt die Tore vielen ja erst in der 2ten Halbzeit und die Stimmung war wie immer klasse... danke auch dafür an euch alle die da waren :love:

gruß
Rocky

PS: kann mir jemand sagen wo es mehr Fanfotos vom Block gibt ? =)
:teufel2: Die Liebe wächst mit der Entfernung.
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Einmal Lautern immer Lautern treu bis in den TOD! :teufel2:
Red Devil
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Beitrag von Red Devil »

Wirklich eine gute Leistung der Herren/Frauen in Grün und Blau. Da können sich u. a. die Hooliganabteilung der bayrischen USK eine Scheibe von abschneiden. Aber vielleicht wollten die Rostocker Beamten in Hinblick auf die sich in diesen Tagen jährenden ausländergeindlichen Auschreitungen von Rostock-Lichtenhagen zeigen das es auch anderst geht. Und damals machte die Rostocker Polizei keinen allzu guten Eindruck.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, das es bei FCK-Auswärtsspielen schon anderst gelaufen ist. Bei diversen FCK-Gastspielen (nicht nur in Rostock) wurden z. B. damals in Augsburg auf unschuldige FCK-Fans von den Grünen und Blauen mit brutaler Härte ohne Grund zusammengeschlagen. Oder sie wurden mit unnötigen Sanktionen belegtoder solange auf Autobahnrasthöfen festgehalten bis sie nur noch die letzten Minuten eines FCK-Auswärtspiel sehen können.
Klagt nicht, kämpft!!!!!
TuK_Kugelfang
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Beitrag von TuK_Kugelfang »

#spz. hat geschrieben:Wenn die Suptras der Rostocker ihre Umsiedlung im Stadion mit der Vereinsführung durchbekommen, sollte es im allgemeinen immer etwas friedlicher ablaufen in Rostock. Dann gehen nämlich deren Suptras auf die Gegenüberliegende Seite des Gästeblocks wie es eigentlich in jedem Stadion üblich ist. Dann kann man auch davon ausgehen das es zu weniger Eskalationen vor während und nach dem Spiel kommt. Leider stellt sich aber im Moment die Rostockerführung noch quer was die Umsiedlungspläne der Suptras angeht.
Das ist so nicht korrekt. Die Suptras wollen aus ihrer Ecke (Block 27 A) raus, aber nicht, um dann auf die gegenüberliegende Seite (Blöcke 03-07) sondern auf die danebenliegende Tribüne (Blöcke 21-25) zu wechseln. (vgl. http://www.der-betze-brennt.de/images/f ... 2013-9.jpg - das Transparent hing vor 27 A mit Pfeilrichtung auf die Blöcke 21-25)
(Stadion-Ansicht: http://www.dkb-arena-rostock.de/index.php?id=30 )
Lautern ist der geilste Club der Welt!
MatthiasGnuschke
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Beitrag von MatthiasGnuschke »

Hallo liebe Lauterer, ich hab mich mal extra angemeldet bei euch um einen Kommentar zu schreiben. Nette Schilderung, aber es ist nicht euer Ernst, wie ihr Rostock darstellt, oder? Ich bin Rostocker, und wir stehen nicht an jeder Ecke und warten auf Westdeutsche, um die zu verprügeln! Schade, dass aus einer seriösen Fandokumentation so eine traurige Meinungsmache und Hetze geworden ist! Trotzdem schöne Grüße von der Ostsee!
Steel
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Beitrag von Steel »

Sehr gut geschrieben da sieht man halt das die WiederVereinigung noch nicht geschafft ist. Das schlimme ist das der Fußball mit Doktrin und Politik vermischt wird. Das ist nur Sport wenn man besser ist hatt man auch verdient gewonnen. Mann sollte immer Achtung und Respekt vom Gegner waren. Hoffe das wir waren Fans der Hooolsezne zeigen das sie nicht dazu gehören und den Verein nur schaden. Das noch mehr Fans solchen Auswüchsungen die rote Karte zeigt. Ich kann es nicht verstehen das sie mit Rauchbomben und Pyrotechnik andere gefährden. Last es sein kostet nur Geld wo runter die Nachwuchsförderung leidet euer Steel.
Adaleh
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Beitrag von Adaleh »

MatthiasGnuschke hat geschrieben:Hallo liebe Lauterer, ich hab mich mal extra angemeldet bei euch um einen Kommentar zu schreiben. Nette Schilderung, aber es ist nicht euer Ernst, wie ihr Rostock darstellt, oder? Ich bin Rostocker, und wir stehen nicht an jeder Ecke und warten auf Westdeutsche, um die zu verprügeln! Schade, dass aus einer seriösen Fandokumentation so eine traurige Meinungsmache und Hetze geworden ist! Trotzdem schöne Grüße von der Ostsee!
Hallo Matthias,
kann Dir nur zustimmen - Rostock hat genauso viel oder wenig Probleme mit seiner Szene wie manche anderen Vereine. Manche schlagen nicht nur beim Fußball gerne über die Stränge - ein gesellschaftliches Thema in allen Bereichen und Regionen und Ländern.
Wenn´s um Ost und West geht, paßt die Hetze bei Presse und manchen Fans eben gut ins eigene Weltbild ...
Grüße aus de Palz.
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Beitrag von FCK-Ralle »

Danke an Jochen für diesen interessanten Bericht.
Hat mich wirklich gefreut zu lesen. SO sieht gelungene De-Eskalation aus. Sehr lobenswert.
Nur, wäre das auch so gelaufen, wenn die Suptras nicht das Spiel boykottiert hätten? :?

Was mich aber immer wieder wundert, dass diese Ossi-Wessi-Scheiße immer noch so präsent ist.
FCK 4-life
"Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!" (Gerry Ehrmann)
West Devil Lautern
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Beitrag von West Devil Lautern »

MatthiasGnuschke hat geschrieben:Hallo liebe Lauterer, ich hab mich mal extra angemeldet bei euch um einen Kommentar zu schreiben. Nette Schilderung, aber es ist nicht euer Ernst, wie ihr Rostock darstellt, oder? Ich bin Rostocker, und wir stehen nicht an jeder Ecke und warten auf Westdeutsche, um die zu verprügeln! Schade, dass aus einer seriösen Fandokumentation so eine traurige Meinungsmache und Hetze geworden ist! Trotzdem schöne Grüße von der Ostsee!

Deinen Versuch der Verharmlosung hier kannst Du aufgeben.
Lese Dir lieber mal in anderen Vereinsforen die Berichte über Rostock Auswärtsspiele durch.
Dann wirst Du feststellen das das Gewaltpotenzial in Rostock fast noch höher ist, als in Dresden oder beim Halleschen FC!
In Rostock sollten sich nur noch Gleichgesinnte aufhalten, und “normale Fans“ diesem Verein den Rücken kehren.
Wer nach so langer Zeit das Gewaltpotenzial dieser Verbrecher noch nicht beheben konnte,ist auch als Verein gescheitert.
Berliner
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Beitrag von Berliner »

Ich finde, es steht jedem Verein zu, dass man seine Anhängerschaft differenziert betrachtet. Davon möchte ich nur Hansa Rostock ausnehmen, wo Rassismus und Gewalt von der breiten Masse getragen wird. Das sage ich nach zahlreichen Stadionbesuchen.
So habe ich zum Beispiel das WM Finale 2002 im Osteestadion gesehen. Die ganze Tribüne machte Tiergeraeusche als Assamoah eingewechselt wurde.
Schön dass wenigstens die Polizei einen anderen weg wählt.
Ich persönliche halte es mit OWL. Keinen Cent für diesen Verein.
"They must go for it now as they have nothing to lose but the match."
teufelsbaron
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Beitrag von teufelsbaron »

Ein gelungener Bericht von Jochen. Ich war selber dabei. Nervig war halt nur die Warterei von einer Stunde im sogenannten Sicherheitskäfig, indem es leider bei dieser Hitze für die wartenten Lauterer nichts mehr zu trinken gab. Hätte man vielleicht auch etwas anders lösen können. Aber Hut ab vor den Einsatzkräften und der Bierruhe unserer Fans. Da diese sich auch sehr gut verhalten haben, hat auch dazu beigetragen, das es im und am Gästeblock ruhig blieb.
Hellboy
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Beitrag von Hellboy »

Red Devil hat geschrieben:Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, das es bei FCK-Auswärtsspielen schon anderst gelaufen ist. Bei diversen FCK-Gastspielen (nicht nur in Rostock) wurden z. B. damals in Augsburg auf unschuldige FCK-Fans von den Grünen und Blauen mit brutaler Härte ohne Grund zusammengeschlagen. Oder sie wurden mit unnötigen Sanktionen belegtoder solange auf Autobahnrasthöfen festgehalten bis sie nur noch die letzten Minuten eines FCK-Auswärtspiel sehen können.
Ich verstehe wirklich nicht, was diese Anmerkung hier soll. Die von dir beschriebenen Vorfälle sind uns allen bekannt. Ich finde den Bericht von Jochen gerade deshalb so gut, weil er mal einen wohltuenden Kontrast darstellt zu den Negativberichten und dem häufig darauf folgenden ACAB-Parolenkloppen von möglichst vielen Dumpfbacken. Und damit meine ich nicht die zurecht kritischen Auseinandersetzungen mit misslungenen oder schikanierenden Polizeieinsätzen. Was hier aber dargestellt wird, ist ein tolles Beispiel dafür, wie es laufen kann und sollte, und dass da auf der "anderen Seite" auch nur Menschen stehen, die unter großem Druck ihren Job machen - und das in diesem Fall hervorragend. Wieso kann man dies nicht an dieser Stelle einfach mal so stehen lassen, sondern muss direkt wieder die Negativbeispiele raushauen, um es zu relativieren?
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Cohen

Beitrag von Cohen »

Sehr schöner Bericht und zeigt wirklich, wie Deeskalation (bzw. gar nicht erst aufkommende Eskalation) auf BEIDEN Seiten funktionieren kann.

Allerdings missfällt mir schon ein wenig die sehr negative Darstellung der Rostocker, die doch sehr undifferenziert betrachtet werden - und differenzierte Betrachtung ist doch auch das, was immer von den Medien gefordert wird.

Ich bin nicht mehr so häufig in diesem Forum unterwegs, aber Begriffe wie "Pyro", "Hass", "acab", "auf's Maul" etc. werden oder wurden zumindest auch hier leider von zu vielen Usern zu häufig gebraucht, durchaus auch in aggressivem Zusammenhang. Daraus ist ja auch nicht zu schliessen, dass alle dbb-User Hooligans sind ...
Betzipower4ever
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Beitrag von Betzipower4ever »

schön gesehen @West Devil Lautern....! :teufel2:
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