Leider geht die Geschichte genauso zu Ende, wie es zu erwarten war:
Die beteiligten deutschen Funktionäre rudern zurück, weil sie selbst Dreck am Stecken haben und Blatter mit diesem Wissen Gegendruck ausübt. Dass bei der WM-Vergabe 2006 gemauschelt wurde, sollte zwar eigentlich jeder längst mitbekommen haben (u.a. Google-Suche: "Charles Dempsey" oder
hier), aber die Medien nehmen die Vorwürfe als völlig neu und die Funktionäre weisen sie überrascht-empört von sich. Bevor es jetzt aber brenzlig wird, rudern sie energisch zurück und sagen, dass alles ja nicht so gemeint war. Theo Zwanziger heute: "Blatter ist weiter tragbar. Außerdem habe ich keinen Auftrag, seinen Rücktritt zu fordern." (Anm.: Wer kann einem Mitglied des mächtigen FIFA-Exekutivkomitees bitte Aufträge erteilen?

). Gleichzeitig rudert auch Blatter zurück, das waren ja eigentlich keine Vorwürfe gegen Deutschland, sondern nur ein Vergleich: Die WM-Vergabe nach Deutschland war korrekt, die Vergaben nach Südafrika, Russland und Katar selbstverständlich auch. Gibt schließlich keine handfesten Beweise dagegen. Da wird vom DFB so schnell keiner mehr was hinterfragen, denn man hat ja selbst keine weiße Weste. Dann doch lieber schön den Schnabel halten, ehe man noch selbst in die Schusslinie gerät. Das ist das System "Fußball-Funktionäre", erinnert ein bisschen an die berühmten drei Affen - in abgewandelter Form übrigens auch heute wieder beim Sicherheitsgipfel in Berlin zu sehen.
Das Thema FIFA wird jedenfalls in den nächsten Tagen, vielleicht schon morgen, aus der Öffentlichkeit verschwinden, weil die Beteiligten ab jetzt schweigen und es den großen Medien egal ist. Und Blatter kann mehr oder weniger weitermachen wie bisher. Business as usual.
Es gibt dazu ein schönes Sprichwort, das hier auch als Fazit passt:
Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!
