Normalerweise sind solche großen öffentlichen Typisierungsaktionen kostenfrei allerdings übernimmt die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) die Kosten die sich im allgemeinen auf etwa 50 € belaufen und aus Spenden finanziert werden.
Spenden ist daher fast genau so wichtig wie die Typisierung und es ist völlig egal ob man da 1 € oder 1 Mio. € spendet, jeder Euro zählt.
Typisieren lassen können sich – ähnlich wie bei der Blutspende – alle gesunden Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, die mindestens 50 Kilogramm wiegen. Gesund heißt in diesem Fall, dass keine Medikamente oder Drogen für einen gewissen Zeitraum vor der Typisierung eingenommen wurden. Außerdem sind Personen ungeeignet, die unter chronischen Erkrankungen wie beispielsweise des Herzens oder der Lunge leiden, die Krebs hatten oder mit AIDS infiziert sind.
Ein detaillierter Fragebogen klärt vor der Typisierung alle weiteren Voraussetzungen. Auch bei Schwangerschaft ist eine Typisierung möglich, wobei eine Knochenmarkspende frühestens sechs Monate nach der Entbindung infrage kommt.
Prinzipiell gibt es vier verschiedene Möglichkeiten für eine Typisierung. Man kann eine Typisierungsaktion in der Nähe besuchen, die regelmäßig stattfinden oder eine der zahlreichen ständigen Einrichtungen zur Typisierung aufsuchen. Auch Firmentypisierungen werden alljährlich angeboten. Bei diesen drei Methoden erfolgt eine Registrierung der Daten vor Ort sowie eine Blutentnahme.
Als vierte Alternative kann man sich als Briefspender online oder telefonisch registrieren und Informationsmaterial und ein Typisierungsset zuschicken lassen. Entscheidet man sich zur Spende, muss eine Einverständniserklärung unterschrieben werden, von der jederzeit zurückgetreten werden kann. Mit einem Wattestäbchen muss nun ein Wangenabstrich genommen und das ganze Set zurück an das jeweilige Spendenregister geschickt werden. Nach einigen Monaten erhält man dann einen Spenderausweis.
Warum sollte ich mein Knochenmark spenden?
Die größte Angst besteht jedoch vor der Knochenmarkspende selbst, die für äußerst schmerzhaft und riskant gehalten wird, was in der Regel jedoch nicht zutrifft. So gibt es beispielsweise zwei verschiedene Arten der Spende. Die periphere Stammzellenentnahme kann ambulant erfolgen und ähnelt in der Vorgehensweise einer Blut- oder Blutplasmaspende. Sie wird mittlerweile in den meisten Fällen als Methode zur Knochenmarkspende durchgeführt.
Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der Knochenmarkentnahme um eine stationäre Operation unter Vollnarkose, die wie alle Operationen gewisse Narkoserisiken enthält. Außerdem kann es an den Schnitt- bzw. Stichstellen, an denen das Knochenmark entnommen wird, zu Wundschmerz kommen. Dieser klingt wenige Tage bis Wochen nach der Operation wieder ab und es bleiben zwei kleine Narben über dem Gesäß zurück.
Nach der Operation bildet der Körper die entnommenen Stammzellen innerhalb von zwei Wochen neu, was bedeutet, dass dem Spender durch die Entnahme nichts verloren geht. Er muss sich danach langfristig auf keinerlei körperliche Einschränkungen einstellen.
Was sollte ich noch über Typisierung und Knochenmarkspende wissen?
Es gibt zahlreiche verschiedene Spendenregister, die alle Spenderdaten in anonymisierter Form an das zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) weiterleiten, welches diese für den internationalen Vergleich bereit hält.
Die Typisierung und Registrierung kann unter anderem in folgenden Spenderregistern erfolgen:
Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR)
Stiftung Knochenmarkspende Bodensee (KSB)
Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB)
Aktion Knochenmarkspende Brandenburg-Berlin (AKBB)
Deutsche Stammzellspenderdatei (DSD)
Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD)
Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS)
Bei jeder Typisierung, egal ob Typisierungsaktion oder Einsendung per Post, entstehen Kosten von 50 Euro, die ausschließlich aus Spenden finanziert werden, da diese Untersuchungen nicht von Krankenversicherungen unterstützt werden. Alle genannten Register stellen daher auch die Möglichkeit für eine Geldspende zur Verfügung.
Wenn Sie bereits in einem Register als potenzieller Knochenmarkspender registriert sind, brauchen Sie sich nicht noch einmal registrieren zu lassen. Ihre Daten gehen an eine zentrale Sammelstelle. Eine weitere Registrierung oder Typisierung würde allenfalls zu Verwirrung und zusätzlichen Bearbeitungskosten führen.
Spenden richten Sie bitte an:
DKMS
Sparkasse Rhein-Nahe
BLZ: 560 501 80
Spendenkonto: 17059353
http://www.dkms.de