Bester Stimmung erfreue ich mich dieser Tage auch nicht unbedingt, aber dieses wilde Geflatter, das hier einige aufführen, liegt mir fern. Auf "schräge Gedanken" bin ich auch schon gekommen. Erholungsurlaub... Anstatt nach Andalusien geht es aber doch, wie geplant, nach Freiburg. Warum sollte uns dort nicht doch noch die Sonne zwischen den Wolken heraus anlächeln.
Die Vorzeichen sind zwar mies: der Spielfluss lahmt, die Kugel findet fast nie ihr Ziel, auch das Glück steht uns nicht zur Seite. Entweder Alu oder irgendsoein Blödmann macht nicht das, was Medizinballtrainer M. ihm monatelang eingetrichtert hat.
Das Saisonziel habe ich indes noch nicht abgeschrieben. Ein kleiner Funke kann da eine ungeahnte Dynamik auslösen. Wir haben das alle schon erlebt.
Die Mannschaft scheint sich noch nicht aufgegeben zu haben. Abstiegskampf bedeutet mitunter auch, dass mit unkonventionellen Mitteln gearbeitet wird, die Spielweise den Gegebenheiten angepasst wird. Das hat man am Samstag gesehen. Der Modus ist auf Fighten umgestellt worden. In der Abwehr hat sich immer wieder ein helfendes Bein eingefunden, dass Schlimmeres verhindert hat. Zusammenhalt!
Im Verlauf der Saison hat es MK nicht geschafft, für die ihm anvertrauten Spieler ein geeignetes und auf deren jeweilige Befindlichkeiten abgestimmtes Programm an die Hand zu geben. Der letzte Impuls fehlte, um Spiele, die auf der Kippe standen, erfolgreich zu gestalten. Diese liegen gelassenen Punkten haben den Druck unerträglich erhöht.
Gegentreffer können in der Folge das Nervengerüst des Teams umwerfen, gesehen vor zwei Wochen. Köpfe und Beine wie gelähmt. Das darf nicht mehr so vorkommen.
Für einen Trainerwechsel ist es für mich zu spät, auch wenn darin nicht wenige die einzige Chance sehen. Plausible und nachvollziehbare Erklärungen für diesen Schritt habe ich wohl wahr genommen, aber der Erfolgsgarant fehlte mir allerdings in der Lieferung.
Persönlich tendiere ich dazu, mit MK weiterzumachen. Den Schalter hat er bereits umgelegt. Abstiegskampf pur mit einer verbissen-entschlossen fightenden Mannschaft, die es mit ihrem Trainer zusammen schaffen will. Voraussetzung: er kann seine Leute für sein Anliegen begeistern
Vielleicht schaffen es SK und MK mal wenigtens in dieser Phase der Spielzeit, ihre eigenen Jungs in ihren Stärken zu thematisieren, anstatt ihnen Ängste vor einem überstarken Gegner einzuimpfen. Dazu hat sich @ Blochin dieser Tage schon eingehender ausgelassen.
Neulich wurde hier diskutiert, ob MK Abstiegskampf kann oder nicht? Eine Diskussion darüber, ob diese Disziplin von den Fans beherrscht wird, sollten wir allerdings unbedingt auch führen. Zu viele Salo(o)nteufel und Waschlappen. Teilweise unwürdige und anmaßende Beiträge.
Auch der Ton, der teilweise gegenüber Stefan Kuntz angeschlagen wird, lässt in Teilen mehr als zu wünschen übrig. Er ist für die Zusammenstellung des Kaders zuständig, und da sind ihm in letzter Zeit grobe Fehleinschätzungen unterlaufen. Dafür steht er berechtigt in der Kritik.
Teilweise ist die Heftigkeit der Kritik, die ihm entgegenbrandet dem Umstand geschuldet, dass er als unfehlbare Person mit Goldfingern angesehen wurde, die er natürlich nicht sein kann. Diese überzogene Erwartungshaltung macht sich in enttäuschten Kommentaren Luft. Andererseits hat sich Stefan mit einer solchen Machtfülle umgeben, die ihm, wenn es mal nicht so optimal läuft, entgegen fällt.
In der jetzigen weniger behaglichen Situation wird SK sein bisheriges Schaffen am Betzenberg einer eingehenden Analyse unterziehen und seine Lehren daraus ziehen müssen. Das Überdenken beispielsweise der Transaktion Shechter/Vermouth wird ihn hoffentlich zu der Einsicht führen, dass ein autark agierender AR auch als eine Art Lebensversicherung für den Verein sein kann. Möchte auf die Ereignisse der vergangenen Woche nicht noch mal näher eingehen, aber mein Eindruck ist, dass SK ein recht spezielles Verständnis über das Aufgabengebiet dieses Gremiums hat.
Dass ein weiterer Bereich des FCK zu großen Sorgen Anlass gibt, wurde hier in einigen Kommentaren angeschnitten. In der Jugendabteilung scheint ein kleines Desaster seinen Lauf zu nehmen. SK war damit angetreten, alte Zöpfe abzuschneiden. Umgeben hat sich SK aber mit vielen alten Weggefährten, was ich durchaus nachvollziehen kann. Sollte sich herausstellen, dass am Fröhnerhof ein alter neuer Zopf mit altzöpfigen Methoden einer modernen Jugendarbeit nicht gerecht wird, dann muss dieser alte Zopf Frank Lelle abgeschnitten werden.
Ingesamt hoffe ich, dass uns die die aktuell wenig berauschende Augangslage zu einem Besinnen auf die ursprünglichen Lautrer Tugenden veranlässt. Zunächst angefangen bei uns Fans und Mitgliedern. Aber auch ein Zusammenrücken bei der Riege der Entscheidungsträger. Das hoffe ich nicht nur, das fordere ich ohne wenn und aber ein. Allen voran Stefan Kuntz, von ihm erwarte ich, dass er voran geht, in der Öffentlichkeit mobilisierende Worte findet. Keine nichtssagenden Floskeln!! Einige Vorschreiber haben bereits auf die Identität hingewiesen. Das ist das, was andere nicht haben. Mal sehen, ob dieses Faustpfand noch vorhanden hat.
Die Freiheit der Pfalz wird am Betzenberg verteidigt.
Der FCK ist das Gewehr, das man sich Tag und Nacht an die Stirn hält, ohne je abzudrücken.