LDH hat geschrieben:@Suboptimal
"Denn es ist eines der kostbarsten Güter, die dieser Verein hat. Es ist das Herz des FCK. Man kann an seinem Pulsschlag hören, wie es um den Gesundheitszustand des Clubs bestellt ist."
Ich denke dieses kurze Zitat aus dem Artikel beantwortet deine Frage.
Hi LDH, natürlich steckt da viel Metaphorik drin. Und freilich muss man DBB nicht größer machen als es ist.
Allerdings hätte ein Seismograph hier die Erdbebenwellen im Fall Lakic oder im Fall RSP leicht feststellen können. Wer ein wenig seine Ohren gespitzt hat, wusste, dass die Ausbrüche - also die massiven Lakic-Raus-Rufe bzw. Pfiffe gegen RSP bei der Aufstellung - unausweichlich waren.
Ich denke im Fall Lakic gab es sehr viele im Stadion die nur die Rheinpfalz gelesen haben oder denen es erzählt wurde. Ein Bekannter von mir ist 64. Hat ne DK und ist fanatischer Anhänger. Der hat jedem auch ohne das Forum gelesen zu haben erzählt wie sehr ihn der Typ ankotzt. Egal ob mans hören wollte oder nicht.
Diejenigen die hier am lautesten Meckern sind doch auch die, die selbst ohne DBB sofort im Stadion Pöbeln und Trainer raus, Spieler raus, alle raus schreien.
In meinen Augen repräsentiern in letzter Zeit die Falschen DBB. Weil die Motzerei und Hetzerei einfach stärker hängen bleibt.
Ich denke schon, dass Gruber hier mitlesen muss. Und klar schreiben die beiden Vögel der Rheinpfalz hier ab. Denen fällt sonst ja nix mehr ein. Aber die richtigen Erdbeben brauchen kein Forum, keine Vordenker. Die enstehen in der Kurve oder am TV wenn man die Jungs spielen sieht.
Aber du hast natürlich recht. Man kann hier gut ablesen wie die Stimmung gerade ist. Den Verantwortlichen ist es sicher egal. Aber wie schon gesagt. Viele lassen sich von der miesen Laune hier anstecken. Das ist schade...
LDH hat geschrieben:In meinen Augen repräsentieren in letzter Zeit die Falschen DBB. Weil die Motzerei und Hetzerei einfach stärker hängen bleibt.
Dem kann man nur schwer widersprechen.
Zuletzt geändert von Marky am 02.02.2012, 14:53, insgesamt 1-mal geändert.
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
Respekt Marky, ein wichtiger und sehr gut geschriebener Denkanstoß. Mich, der traditionell eher Mitleser ist haben viele Punkte, die von Dir angesprochen wurden ebenfalls schon beschäftigt. Ich denke das Wort Respekt ist das A und O in der ganzen Debatte. Egal ob Respekt vor den Forumsteilnehmern oder auch vor unseren Verantwortlichen inkl Spielern. Ich denke auch, dass dies den Zusammenhalt in der FCK Familie massiv schwächt und das in einer Situation in der es gerade jetzt auf Geschlossenheit ankommt. Wenn wir auf 2008 zurück blicken, dann doch nur deshalb weil wir damals alle in einer scheinbar ausweglosen Situation zusammengehalten haben. So gesehen, geht es uns heute offensichtlich immer noch zu gut.
Ich wäre für einen "Nichtangriffspakt" in der wir uns auf sachliche Diskussionen konzentrieren ohne uns frontal anzugreifen. Es wird wieder der richtige Zeitpunkt kommen wo wir kritische Fragen stellen dürfen und müssen, aber zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich das eher kontraproduktiv.
Im uebrigen denke ich koennen die Macher von DBB wertvolle Unterstuetzung bieten, indem diese quasi als Sprachrohr fungieren. Ihr hattet in der Vergangenheit das eine oder andere gute Interview mt einem Vereinsverantwortlichen geführt, welches sehr informativ war. Auch dort könnte man nach Details zum Kagelmacher oder Borysiuk Transfer fragen oder auch hinterfragen wo die Stäerken von Oliver Kirch liegen, die ein Trainer sieht, viele hier aber nicht.
Gruß
Als ich mich im Mai 2007 hier angemeldet hatte, wurde ich durch den Geist der Gemeinsamkeit der in diesem Forum herrschte, gebannt. Gepflegte Diskussionskultur war an der Tagesordnung. Respekt und Toleranz normal. Danke Marky. Ich hoffe, du rüttelst das Forum mit deinem Artikel wieder zurecht.
Ich, für meinen Teil, bin in erster Linie Lautre-Fan und in zweiter Linie Fußball-Fan!
(ähnlich Nick Hornby "Fever Pitch")
**** Mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen, daber ich muss die 50 Zeichen voll kriegen *****
Sehr schön formuliert!
Warum müssen immer 50 Zeichen geschrieben werden? Zudem habe ich, nachdem umgestellt worden ist, stets Probleme beim Zitieren! Womit hängt das zusammen?
Wer kann helfen?
Lautre-Fan hat geschrieben:Ich hoffe, du rüttelst das Forum mit deinem Artikel wieder zurecht.
Das würde ja nicht mal Chuck Norris schaffen. Nein, es steht jeder in der Pflicht. Die Stimme eines Einzelnen geht auf so einem großen Marktplatz unter.
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
Denkt aber bitte daran, dass es selbst im (ganz) alten Forum schon Schreihälse wie etwa stadtkind gab und auch die wurden überlebt. Ich glaube nachwievor fest daran, dass sich auf lange Sicht Qualität durchsetzt. Auch hier.
"Ein Internetforum (lat. forum, Marktplatz), auch Diskussionsforum, ist ein virtueller Platz zum Austausch und Archivierung von Gedanken, Meinungen und Erfahrungen." (http://de.wikipedia.org/wiki/Internetforum)
(das Unterstreichen ist von mir)
Ich denke, dass dies - zusammen mit dem von meinen Vorschreibern Erwähntem - bereits alles sagt. Sehr gut haben mir auch die Hinweise auf ein demokratisches Verhalten (also andere Meinungen akzeptieren, auch wenn man anders denkt) gefallen.
Eigentlich ist es aber schade, dass man hier überhaupt darüber etwas schreiben muss, aber auch das wurde ja bereits vorher erwähnt.
"The thing about football - the important thing about football - is that it is not just about football." - Terry Pratchett (Buch "Unseen Academicals")
Es steckt viel Wahres in Deinem Artikel, Du bleibst bewußt neutral und deswegen kann man Dir auch wirklich nur zustimmen.
Nur kann man Deinen Marktplatz nicht unabhängig vom Lieferanten FCK sehen, denn er ist die Quelle der Themen, die hier diskutiert werden, zumindestens zu 90%.
Und da fängt genau mein Ansatz an: Kein FCK Fan kann was dafür, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, warum auch immer.
Er kann aber eine Meinung zu den Gründen dafür haben und die auch in einem Forum vertreten.
Das ist aber genau der Knackpunkt, denn das wird nicht resepktiert.
Fakt ist, dass wir ein wichtiges Spiel gegen Köln haben und es ist nicht ausverkauft, Wetter hin oder her.
Es ist für die einen lediglich Zufall, für mich ein klares Zeichen, dass das Produkt der Lieferanten den Leuten auf dem Marktplatz nicht mehr gefällt und sie wenden sich ab.
Und das spiegelt sich auch hier im Forum wieder.
Respekt fehlt, ja das stimmt, aber das darf nicht nur gegenüber den Spielern und dem VV und dem Trainer so gefordert werden, sondern insbesondere gegenüber den FCK Fans.
Ich kann gut damit leben, dass Kurz und Kuntz, die Spieler kritisiert werden, irgendwann ist Ihre Zeit rum und dann kommen andere.
Die FCK Fans bleiben und leiden mit diesem Verein und posten in diesem Forum. Mir sind alle FCK Fans heilig.
Was hier aber einige an Beleidigungen gegenüber andersdenkenden Fans im Namen von Fritz Walter aussprechen, passt nicht in ein Fan Forum und nicht in den FCK und die Forderung: Dann hau doch ab nach Mainz ist der langfristige Tod von DBB und für mich der Ausdruck von höchster Respektlosigkeit gegenüber FCK Fans.
Ich fordere Respekt gegenüber den Offiziellen und Spielern und zusätzlich Solidarität und Toleranz unter der FCK Fans, egal welche Gründe Sie für die sportlichen Belange erkannt haben wollen.
Habs mir anders überlegt, ist meine Nerven nicht Wert.
"Es ist ein schwerer Fehler, wenn man theoretisiert, ohne Prämissen zu haben. Unmerklich fängt man dann nämlich an, Tatsachen zurechtzubiegen, sie Theorien anzupassen, statt Theorien nach Tatsachen zu bilden."
Arthur Conan Doyle, Die Abenteuer des Sherlock Holmes
Irgendwie ist es hier ein bisschen wie in der Lindenstraße, wir werden dann doch irgendwie miteinander alt.
Und @marky, Du hast mal vor langer Zeit in einer pn den Begriff "unsere Psychocouch" für DBB benutzt und das trifft es weiterhin. Wir befinden uns hier in einer nie enden wollenden Massengesprächstherapie und am Ende sind wir doch fast alle Kassenpatienten!
Chefarztbehandlung gibt es hier nicht, alle sind gleich. Ob sie nun Bücher schreiben, mit Kuntz und Gerry Pizza essen gehen oder erst seit 2 Wochen wegen Kevin Trapp Lauternfans sind, ob sie schlau oder dumm, hübsch oder hässlich, dick oder dünn sind, all das ist scheißegal.
Manchmal vergisst man das, regt sich furchtbar auf, zieht sich zurück und kommt dann doch wieder.
In den letzten Wochen macht es wieder mehr Spaß hier. Habe den Eindruck die Diskussionen sind wieder besser geworden. 50 Zeichen Regel? Die Rückkehr einiger alten user? Ein Zusammenreißen aller?
Bei mir ist es so: selbst, die deren Meinung ich hier nicht mag, brauche ich irgendwie. Seien es die hoffnungslosen oder manchmal auch leicht aggressiven oder blöden Beiträge. Ich brauche sie. Sie regen mich auf, aber in manchen Momenten will ich genau das. Um dann das Gegenteil oder zumindest ne andere Meinung zu verfassen.
Wenn man nur mit "positiv gestimmten Gleichgesinnten" hier unterwegs wäre, gäbe es DBB vermutlich schon lange nicht mehr. So finden wir auch (meistens!) bei dem größten Motzki irgendwo was liebenswertes, entwickeln eine latente Sympathie für ihn und schwupps ist er nicht mehr wegzudenken und fehlt einem fast, wenn er nicht mehr da ist.
Das brauchen wir hier genauso wie die Kompetenz, die Polemik, den Populismus, die Begeisterung, das Insiderwissen usw. Alles ein Teil vom Puzzle und solange man sich hinterher die Hand schütteln kann, darf auch gerne ordentlich gebattlet werden, aber eben immer wie Männer mit Stil. Oder meistens mit Stil.
Und selbst wenn der Verein abwiegelt er würde Internetforen nicht ernst nehmen, das ist doch Quatsch. Die gucken schon alle mehr oder weniger hier rein und das sollte man manchmal auch im Hinterkopf haben. Nicht um irgendwie ein bisschen berühmt zu werden (ich wurde letzte Saison von Klopp zitiert oder PeterGedöns landete mal in der Zeitung), sondern einfach weil es durchaus einen Einfluss auf die Spieler hat, wenn 200 Leute hier schreiben wie kacke du doch bist, du aber noch einen 3-Jahresvertrag hier hast.
Oder im Amedick-thread. Klar guckt der sich irgendwann die Abschiedskommentare an. Und wenn da dann von einer Minderheit steht, dass er wohl ging, weil Kurz seine Frau möglicherweise ge... hat, dann ist das echt eine Zumutung für das Forum hier. Bzw. es muss einfach nicht sein.
tim_price hat geschrieben:...
Und @marky, Du hast mal vor langer Zeit in einer pn den Begriff "unsere Psychocouch" für DBB benutzt und das trifft es weiterhin. Wir befinden uns hier in einer nie enden wollenden Massengesprächstherapie ...
Danke. Das beschreibt DBB mMn nochmal etwas besser als der Marktplatz.
Und wieder einmal ein schwieriges, weil sensibles aber notwendiges Thema auf eine kluge, sachliche und rhetorisch glänzende Art und Weise behandelt, ohne dass man dabei den Eindruck gewinen könnte, der Autor selbst würde teilnahmslos über den Dingen schweben.
Emphatie und Neutralität im Sinne von größtmöglicher Objektivität miteinander konstruktiv zu verbinden, ist im Zentrum eines brodelnden Vulkans wohl mit das Schwierigste, was man einem echten Fan abverlangen kann.
Daher sollte der bewußte Verzicht auf Anschuldigungen und Polemik in dieser Kolumne auch und vielleicht sogar vor allem als Signal verstanden werden, in den nächsten Wochen wieder enger zusammenzurücken, mehr Geschlossenheit zu zeigen, um damit dem Verein und der Mannschaft die nötige Unterstützung im schwierigen Abstiegskampf gewähren zu können.
Die beste Zeit sich gegenseitig zu zerfleischen, bleibt weiterhin die Sommerpause und die sollte dazu auch ausgiebig genutzt werden.
Zum Thema im engeren Sinne, also zur Diskussionskultur, will ich später noch mal was schreiben.
scheiss fc köln hat geschrieben:Binnen kurzer Zeit der zweite Beleg dafür, dass DBB mit @Marky einen Volltreffer gelandet hat. Jetzt wollen wir nur hoffen, dass @Thomas nicht auf irgendwelchen Ignore-Listen steht...
Ja,schön und gut geschrieben ,und das mit der "geheimen" Ecke
empfindet man schon so "hach,wir sind alle so nett zueinander",es geht mehr um Hund und Katz als um die roten Teufel . Schon ne ziemliche Abgrenzung .Aber jedem das seine...
@Flammendes Inferno
Das ist eben bei DBB so.....mehr ein Familienfußballforum. Manchmal ist hier der Fußball reine Nebensache.
Ist aber wie in einem Zeitungskiosk auf dem Marktplatz.
Und durch die Ignorefunktion braucht man nicht mehr jede Zeitung zu lesen.
@werauchimmer: Danke für deinen Beitrag. Ich finde es bemerkenswert, dass du deine Posts in jüngster Zeit anders verpackst. Das Geschenkpapier war oft so dick aufgetragen, dass man sich kaum zum Inhalt durchkämpfen konnte. Und inhaltlich liegst du ja nicht so oft falsch.
Ich bin mir sicher, deine Kritiker werden das nach und nach goutieren - und deinen Posts auch wieder mit mehr Respekt begegnen bzw. dich nicht mehr sofort nach Mainz schicken wollen
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
tim_price hat geschrieben: Bei mir ist es so: selbst, die deren Meinung ich hier nicht mag, brauche ich irgendwie. Seien es die hoffnungslosen oder manchmal auch leicht aggressiven oder blöden Beiträge. Ich brauche sie. Sie regen mich auf, aber in manchen Momenten will ich genau das. Um dann das Gegenteil oder zumindest ne andere Meinung zu verfassen.
Wenn man nur mit "positiv gestimmten Gleichgesinnten" hier unterwegs wäre, gäbe es DBB vermutlich schon lange nicht mehr. So finden wir auch (meistens!) bei dem größten Motzki irgendwo was liebenswertes, entwickeln eine latente Sympathie für ihn und schwupps ist er nicht mehr wegzudenken und fehlt einem fast, wenn er nicht mehr da ist.
Das ist eine sehr interessante Sichtweise, tim. Was wären die Stürmer ohne ihre Vorlagengeber
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
Danke Marky
Marktplatz ist auch eine schöne Vokabel in diesem Zusammenhang.
DBB wird genauso wenig untergehen wie unser FCK. Dennoch wird auch DBB ups and lows erleben. Im letzten halben Jahr hatten wir so ein Low. Lag es wirklich an der geheimen Ecke? Zumal einige die sich in dieser Ecke aufhalten langsam aber sicher wieder öfters hervortreten?
Wir werden sicherlich alle gespannt sein auf den Endspurt um den Klassenerhalt. Wir werden erleben dass es weiterhin kräftige Kontroversen geben wird.
Am Ende so glaube ich schaffe wir den Klassenerhalt. Die Maßnahmen die Ihr von DBB ergriffen habt scheinen leicht spürbar zu greifen.
Letztlich liegt es an uns allen DBB zugestallten und als dass zu bewahren was es für uns ist:
Die geheime Ecke.....
Es muß ja nicht immer an DBB liegen, dass Einige halblang machen oder ganz verschwinden.
Gründung einer Familie, Vaterfreuden oder Traumfrau....da hat dann DBB sehr schlechte Karten.
Letztendlich ist es doch dasselbe Phänomen, wie es jeder kleinen Urlaubsinsel oder jedem Berliner Club passiert:
Am Anfang ein Geheimtipp, man trifft sich, ist sich sympathisch, familiäre Atmo...
Dann spricht sich das rum, es wird größer, die "Allteingesessenen" kommen seltener vorbei oder bleiben weg, weil se sich nicht mehr wohl fühlen. Und die Neuen halt nicht mehr die Alten sind.
Bin trotzdem noch ganz gerne hier, wenn auch nicht mehr in der Frequenz wie vor 1,2 Jahren. Die Anzahl guter und meinungsbildender Posts / Diskussionen hat leider rapide abgenommen.
Bei den verlinkten 2008er-Threads läuft es mir heiß und kalt den Rücken runter. Das sind auch 3 Jahre später noch Adrenalin und Endorphine pur. Ich habe dieses Forum 2007 entdeckt, mal hin und wieder mitgelesen, mal was geschrieben, mehr nicht. Dann kam die Horror-Saison und die Angst vor dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Und für einen „auswärtigen“ Fan wie mich, der ein paar Hundert Kilometer weit weg sitzt und nicht allzu viele (eher gar keine) FCK-Fans in der Nähe hat, war das fantechnisch eine besonders einsame Zeit. Ich erinnere mich, dass ich mich irgendwann einfach damit arrangiert hatte, dass es Fußball demnächst in meinem Leben einfach nicht mehr geben würde. Und dann habe ich dieses Forum entdeckt. Also WIRKLICH entdeckt. 350 km Entfernung – und plötzlich waren da Leute, die meine Sorgen teilten, genauso frustriert waren wie ich, genauso mitfieberten, genauso hofften und zwischendurch auch genauso nicht mehr hofften. Was den Fußball angeht, hat mir DBB damals das Leben gerettet. Ich erinnere mich an den 18. Mai, nachdem ich zwei Stunden apathisch vor dem PC gesessen hatte (raus habe ich mich nicht getraut) und mir einen miesen Stream vom Spiel angeschaut hatte– und wir hatten es tatsächlich geschafft. Ich habe es dann hinbekommen, einen Post einzutippen, weil ich einfach all den anderen da draußen irgendwas sagen musste. Gestern hab ich ihn wieder entdeckt: „Wir sind SO geil!“ Und vier hüpfende Smileys. Mehr ging nicht mehr. Mehr musste auch damals nicht sein. Weil wir’s irgendwie gemeinsam durch die Scheiße geschafft hatten – ich und die anderen FCK-Fans, verbunden durch den Glauben an den Fußballgott und durch DBB. Für heutige Leser unfassbar, wie sehr wir uns damals gegenseitig durch die schweren Zeiten getragen haben. Heute leider undenkbar...?
Also Danke, Marky, für diese unverhoffte Zeitreise. Ich mag deine kleine Marktplatz-Analogie. Weil mir das Forum sehr am Herzen liegt. Ich bin nicht so von der „Früher-war-alles-besser“-Abteilung (und mit Sicherheit auch niemand, der hier mit qualitativen Bomben-Beiträgen die Fahne hochhält), aber das Niveau des Forums geht leider sehr den Bach runter. Ich schätze, das ist wohl die Scheiße, die die besseren Zeiten an die Oberfläche spülen. Bedenklich finde ich – nein, ES NERVT MICH, dass sich immer mehr lesenswerte User resigniert aus dem Forum zurückziehen, weil sich ein paar Vollidioten hier breit machen. Jedem, dem dieses Forum etwas bedeutet oder mal bedeutet hat, sollte bis auf’s Letzte dafür kämpfen, dass dem geistigen Dünnpfiff hier Einhalt geboten wird.
Respekt ist, wenn man Gegenständliches (Verhalten, Leistungen, Taten u.s.w.) diskutiert ohen damit den Menschen, der sich entäußert, insgesamt in Frage zustellen, zu verletzen oder zu beleidigen.
Deshalb wird Kritik zwar aus einer Grundhaltung des Kritikers heraus geäußert. Sie kann aber in den seltensten Fällen nur immer negativ oder positiv sein.
Wenn jemand nur alles positiv oder negativ darstellt, besteht der Verdacht, daß er sich in einer Rolle gefällt bzw. er glaubt, diese Rolle spielen zu müssen, daß er Interessen (eigene oder die anderer) vertritt oder seine Ressentiments pflegt.
Beispiel: K&K waren seit Mai vorigen Jahres sehr kritikwürdig. Einige wollten das nicht sehen, beschworen Bunkermentalität, Zusammenhalt oder Dankbarkeit für vergangene Leistungen. ZU den Negativ-Kritikern zähle auch ich mich. Die Dispositionen für die Rückrunde zeigen mir, daß sie die Schwachpunkte erkannt hatten und versucht haben, im Rahmen des dem FCK Möglichen Abhilfe zu schaffen. Theoretisch ist ihnen dies meiner Meinung gelungen.
Es gibt also negative und positive Kritik. Wer aus Prinzip nur negativ oder nur positiv rosarot "kritisiert", will nicht diskutieren, sondern nur seine Befindlichkeit von sich geben. Solche Latrinenfüller, die so gern das Kotz-Smily einfügen, aus dem Forum flüchten, weil es zu gegensätzlich zugeht oder die Ignore-Taste betätigen, weil sie andere Meinungen nicht ertragen, gibt allerdings in DBB noch zur Genüge.
Kritik heißt immer prüfende Beurteilung, nicht Aburteilung. Für diejenigen, die mit Kritik nicht fertig werden, nachfolgend ein verkürzter Auszug einer online-Darstellung für den Fall, daß Internet-Freaks den nicht finden wollen):
Mit Kritik umgehen lernen
Kritik ist die Meinung einer Person, dem Kritiker, zu etwas, was eine andere Person, den Kritisierten betrifft. Letztendlich entscheidet der Kritisierte, wie ernst er die Kritik und die Person des Kritikers nimmt und welche Bedeutung die Kritik für ihn hat.
Kritik schmerzt dann besonders stark, wenn der Kritisierte sich in seiner gesamten Person in Frage gestellt sieht.
Wir können umso schlechter mit Kritik umgehen, je weniger wir uns selbst Fehler verzeihen können und umso geringer unser Selbstwertgefühl ist.
Wenn wir uns minderwertig fühlen, dann schmerzt uns Kritik sehr viel mehr, als wenn wir über ein gesundes Selbstwertgefühl verfügen.
......
Ein nicht hilfreicher Umgang mit Kritik besteht darin, auf Kritik mit Ablehnung des Kritisierenden reagieren, mit Angriff in Form von Gegenkritik, mit Gekränktsein und Schmollen bis hin zu am Boden zerstört und deprimiert sein und mit Rechtfertigungen, die quasi eine Art Entschuldigung darstellen. Alle diese Reaktionen auf Kritik schaden uns.
Wenn uns jemand kritisiert, dann gehen wir am besten so vor:
wir hören zu - ohne den anderen zu unterbrechen oder uns zu entschuldigen
wir stimmen dem anderen zu - da wo er Recht hat
wir bitten den Kritisierenden, seine Kritik ausführlicher zu erläutern
wenn wir tatsächlich im Unrecht sind, geben wir das zu und entschuldigen uns
Ist die Kritik unangebracht oder unfair, dann sagen wir: Sorry, aber ich bin nicht deiner Meinung.
Wenn wir kritisiert werden, dann ist es wichtig, uns vor Augen zu halten, dass die Kritik die Meinung des Kritikers ist, d.h. uns klarmachen "Das ist seine Sicht. Man kann es auch anders sehen". Jedes Ding hat mindestens 2 Seiten. Welche ist die Richtige? Gibt es überhaupt eine richtige Seite? Der andere hat das Recht auf seine Sicht, wir auch.
.....
So gesehen können wir Kritik willkommen heißen, da wir dadurch die Chance haben, uns zum Besseren zu verändern. Ja, wir könnten Menschen, die kritisieren, auch als Trainingspartner ansehen, als Menschen, die uns die Chance geben, mit Kritik umgehen zu lernen.
Wenn wir durch Kritik immer am Boden zerstört sind, dann ist es wichtig, dass wir an unserer Selbstachtung arbeiten, sprich, dass wir lernen, uns selbst unsere Fehler und Schwächen zu verzeihen.
Verletzt und gekränkt reagieren wir nämlich nur dann auf die Kritik anderer, wenn diese uns auf Fehler und Schwächen aufmerksam machen, für die wir uns selbst ablehnen. Wären wir wirklich restlos von uns und unserem Tun überzeugt, würde es uns nicht kratzen, wenn andere etwas an uns auszusetzen haben. Wenn wir uns jedoch unserer Fähigkeiten und Werte nicht bewusst und von diesen nicht überzeugt sind, dann ist jede Kritik eine Waffe, die uns leicht und schnell verletzen kann
@Hellboy
Wer beurteilt, was lesenswert ist oder nicht, was ein "guter" oder "schlechter" Beitrag ist? Allein die Tatsache, daß dich dir mißliebige Beiträge "auf den Nerv gehen", zeigen, daß du nicht diskussionsfähig bist. So schwer es auch mir manchmal fällt: Man muß auch Meinungen, die einem nicht passen, ertragen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Für dich gelten o.a. Übungsregeln besonders.