Wolfgang Wolf bastelt als neuer starker Mann an einem netteren Image der Kaiserslauterer Kicker
Kaiserslautern - Trainer Wolfgang Wolf weiß, was die Pfälzer hören wollen, er ist schließlich selbst einer. "Die Luft hat heute wieder gebrannt am Betzenberg, ich bin sicher, dass die Leute wieder kommen werden", sagte der Trainer des 1. FC Kaiserslautern am Freitagabend mit heiserer Stimme. Der FCK hatte gerade gegen die TuS Koblenz 4:3 gewonnen und die Dramaturgie war wie geschaffen für Wolf, der das Pathos liebt. Seine Mannschaft verwandelte in einem Flutlichtspiel einen 0:2-Rückstand nach der Halbzeit innerhalb von 19 Minuten in eine 4:2-Führung. "Das haben wir gebraucht", meinte Wolf zufrieden. In der Pause habe er seiner Mannschaft die "Charakterfrage" gestellt und seinen Spielern auf den Weg gegeben: "Zeigt denen, dass ihr Fußball spielen könnt!"
Der Trainer stellte den Erfolg gegen den Rivalen aus dem Rheinland als Erweckungserlebnis dar. Noch nämlich ist die wahre Leistungsstärke der Mannschaft nicht zu erkennen. Neun Punkte hat der FCK nach fünf Spieltagen, dreimal hat er zu Hause gewonnen. Auswärts wurde zweimal verloren, in Karlsruhe und in Rostock, gegen zwei Konkurrenten um den Aufstieg. Dass der diesmal ein ähnlicher Selbstläufer wird wie vor acht Jahren, als der FCK mit Erstligaetat und Nationalspielern wie Andreas Brehme den Durchmarsch bis zur deutschen Meisterschaft antrat, ist ausgeschlossen. Wolf hat 15 neue Spieler verpflichtet, im 26 Akteure großen Kader stehen Männer aus zwölf Nationen. Wolf fordert: "Gebt uns zehn Spieltage Zeit, auch ich muss die Spieler noch richtig kennen lernen."
Trotz aller Fragezeichen sind sie optimistisch beim FCK. Dabei macht in erster Linie der Zuspruch des Publikums Mut, am Freitag waren 40 000 im Fritz-Walter-Stadion. Zu den drei Heimspielen kamen im Schnitt 36 000, kalkuliert hat der Verein mit 11 000 weniger. Es gibt viele Gründe, warum die Pfälzer ihrem Klub nach den harten Jahren nun in Liga zwei die Bude einrennen. Die Nachfolger des radikal sanierenden Vorstandsbosses René C. Jäggi suchen die Nähe zu den Fans. Der Verein ist bemüht, Demut zu zeigen. Vorstandsmitglied Arndt Jaworski, ein 36 Jahre alter Wirtschaftsrechtler aus Hamburg, der von Vermarkter Sportfive zum FCK kam, hat die Imagekampagne "Das Herz der Pfalz" ins Leben gerufen. Es gab einen Diskussionsabend mit Vereinsgrößen und auch die Spieler gehen wieder raus zur Basis: Fabian Schönheim und Daniel Halfar verteilten zuletzt an 40 Erstklässler der Betzenberg-Grundschule Geschenktüten.
Solche Aktionen gab es in den vergangenen Jahren nicht, als die alte Führung um Jürgen Friedrich den FCK als Projektionsfläche der eigenen Eitelkeit missbrauchte und finanziell abwirtschaftete. Die vier durch Grabenkämpfe gezeichneten Jahre der Ära Jäggi, die den Klub zwar vor dem Ruin bewahrten, aber sportlich mit dem Abstieg endete, waren ein Martyrium für die Fans. Mehr als 1000 Neueintritte zeugen von Solidarität mit der neuen Führung. Ein zweiter Grund, weshalb Massen auf den Betzenberg pilgern, ist die knapp gescheiterte Aufholjagd der vergangenen Saison, bei der Talente aus der Pfalz die Protagonisten gaben und so neue Identifikationsmöglichkeiten schufen.
Eine Klasse tiefer tun sich die Jungen allerdings schwer. Einzig Mittelfeldwusler Sebastian Reinert hat seinen Stammplatz behalten. Torhüter Florian Fromlowitz sitzt auf der Bank, Jürgen Macho ist wieder die Nummer eins. Stürmer Marcel Ziemer trifft derzeit auch bei den Amateuren nicht, und Daniel Halfar fehlte vier Wochen lang verletzt. Am schwersten mit der Umstellung tut sich allerdings U21-Nationalspieler Fabian Schönheim. "Ich werde die Jungen nicht verheizen und auch Fabian nicht fallen lassen. Aber er muss wieder lernen zu beißen", sagt Trainer Wolf, der nach Jäggis Weggang der starke Mann ist. "Wir sind auf einem guten Weg", glaubt der 49-Jährige. Und auch der neue Kapitän und Abwehrchef Mathieu Beda sagt: "Im Gegensatz zum vergangenen Jahr gehen wir alle den gleichen Weg."
Ob der Zusammenhalt auch die Belastungen einer längeren sportlichen Schwächeperiode aushält, bleibt abzuwarten. Denn trotz Imagekampagne und betontem Zusammenhalt - Vorstandsmitglied Arndt Jaworski weiß: "Natürlich ist die Lage weiter fragil: Wenn wir dreimal hintereinander verlieren, kommen bestimmt keine 40 000 mehr auf den Betzenberg." Tobias Schächter
Mod-Edit: Überschrift angepasst und ins Forum "Neues vom Betzenberg verschoben" (statt "Aktuelles Spiel").
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
Endlich nimmt man unseren verein auch überregional wieder positiv wahr... in den monaten nach jäggi wurde fan-technisch mehr bewegt als in 8 jahren davor... jetzt muss nur noch die sportliche (auswärts) Leistung stimmen dann sind wir auf dem besten weg zurück zu besseren zeiten....
Auf einen 3er in Haching!!!! :stimmung:
WIR fahren nur einmal nach haching und haching wird BRENNEN!
bis der Tod uns trennt, bis die Welt untergeht - FÜR IMMER FCK
fab-nw hat geschrieben:Endlich nimmt man unseren verein auch überregional wieder positiv wahr... in den monaten nach jäggi wurde fan-technisch mehr bewegt als in 8 jahren davor...
Das stimmt allerdings - in der letzten Bundesliga-Saison waren höchstens Halbspalter in der "SZ", manchmal sogar gar kein Bericht...
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
Die poisitiven Schlagzeilen mehren sich zum Glück endlich wieder...wir alle haben schlimme Jahre hinter uns!
Da sieht ma aber,wie ein klein wenig Imagepflege in den Medien wahrgenommen wird...dazu braucht es noch nicht einmal viel Geld!Es muss nur ehrlich gemeint sein...
Hier oben in Ostwestfalen hat man vom "neuen FCK" noch keine Notiz genommen (außer nach dem Spiel gegen Paderborn),aber ich bin mir ganz sicher,dass wir auch hier oben bald wieder positive Schlagzeilen hervorrufen werden!
Wollen wir wirklich ein netteres Image unserer Kicker, wie der Autor uns in der Überschrift weiß machen will? Auch wenn ich dem Artikel ansonsten absolut zuzustimmen vermag, lehne ich diese These ab. Entsprechend lehne ich es ab, als liebenswerter roter Teufel vermittelt zu werden, zumal dies bereits sprachlich ein Widerspruch ist.
Jesus und der Teufel teilten die Welt auf. In der Gegend um die heutige Pfalz angekommen, sagte der Teufel zu Jesus: Dieses Gebiet kannst du haben. Darauf Jesus: Palz (Behalte es - überlieferter Witz aus meiner Jugend ohne Quellenkenntnis.). Die Pfalz blieb teuflisch und später wurde der 1.FCK gegründet. Der Rest der Geschichte ist bekannt.
Das ist unsere Tradition. Von wegen nett. Ha! Unsere teuflische Gastfreundschaft soll noch manche Mannschaft zu spüren bekommen.
@rückkorb
Muss dir 100% recht geben. Mit der Nettigkeit sollte man haushalten.
Habe nicht nur in den 70 u. 80igern für mein relativ einsames Fan-Dasein hier im Westen immer daraus Kraft schöpfen können, dass auf dem Betze die gegnerischen Mannschaften mit "warmen Ohren" wieder nach hause geschickt wurden. Es flog auch meistens einer vom FCK vom Platz, und wir hatten trotzdem gewonnen.
Dass der FCK den Teufel im Wappen führt, kommt nicht von ungefähr.
Aber so ne Aktion wie mit der Schultüte ist ja auch mal nicht schlecht. Tue Gutes und rede darüber.
ich hab der sz bei einer abo-verlängerung mal geschrieben, dass sie über den fck nicht immer nur kurze schwachsinnsartikel schreiben sollen. mit leserbriefen kann man in der republik alles erreichen...
aber im ernst, seit einem halben jahr hat sich der ton tatsächlich geändert, die sz schreibt eigentlich tendenziell immer positiver über den fck.
tobias hat geschrieben:
aber im ernst, seit einem halben jahr hat sich der ton tatsächlich geändert, die sz schreibt eigentlich tendenziell immer positiver über den fck.
...ja, aber nicht, wenn der kackvogel namens oliver rust die feder schwingt...
Jäggi hat doch keine Speiler geolt.... Jäggi hat sie finanziert.....
Aber geholt haben die Spieler doch Jara, Henke und wie sie alle heßen....
Es gibt an Jäggi viel zu meckern, ABER das mit den Transfers, dass die der Jäggi wollte, kann man so net stehen lassen...