GerryBührer hat geschrieben:Wie wäre es, wenn unsere Kurve sich mal die A.V.H. Rufe beim Abschlag des gegnerischen Torwarts verkneifen würde.
Das könnte dazu beitragen uns vom Image des Waldbauern zu lösen...
Beste Grüße
G.B.
+ Zunächst danke, Gerry, dafür, hier seit längerem mal wieder etwas über Würde und Respekt der beim Fußball Beteiligten zu lesen. In Zeiten der Vorrangigkeit von Pyros, Choreos und Doppelhaltern nicht eben selbstverständlich +
Für meinen bis dato letzten Beitrag, in dem es auch um das Einfordern von Respekt für den jeweiligen sportlichen Gegner ging, hat mich der kepptn zum Friedensbeauftragten des FCKs bei der UNESCO ernannt. Mit diesem Titel kann ich gut leben.
Als einer der zahlreichen geborenen Berliner Außenposten des FCKs halte ich mich in besagter Angelegenheit für weniger befangen.
Es folgen einige Betrachtungen, deren subjektive Schlußfolgerung ich hiermit vorweg nehme:
Der FCK hat nicht die besten Fans der Liga ...
... Allerdings fallen mir auch keine besseren ein
Das gleich doppelte Schmähen der FCK-Anhänger als irgendwie 'Rückständige' und 'Doofe' ist mit einiger Sicherheit als Ausdruck des Neids auf die sportlichen Erfolge der Unsrigen zu verstehen. Daß dieser dort besonders ausgeprägt ist, wo die finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen für Erfolge ungleich besser sind, als mitten in der Pfalz, ist verständlich. Liegt sozusagen in der Natur der Sache. Welche gemeint ist, steht in mxhfck's Signatur geschrieben.
Die Liste der Neider ist lang. Es ist praktischer, die Souveränen (aus Liga eins) aufzuzählen: Auf Anhieb fallen mir da nur drei, nämlich Werder Bremen, der SC Freiburg sowie die Münchener Bayern ein. Unberücksichtigt bleibendie drei Werkclubs. Diese spielen, in einer gänzlich anderen Liga.
Soweit, so gut. Nun zum weniger erfreulichen Teil.
Gefragt nach der Qualität des FCK-Supports würde ich antworten:"Nicht besonders gut."
Ich begründe meine Einschätzung, wie folgt (in no particulary order):
Wer Hass sät, muss im günstigsten Falle mit Schüssen vor den Bug rechnen. Bei nicht 100% exakter Peilung sind, um im Bild zu bleiben, auch Mitschiffstreffer zu erwarten, die die 'Unzerstörbari' zum Kentern bringen können.
Ein FCK-Publikum, das auf j e d e n gegnerischen Ballbesitz uniso mit Pfiffen reagiert, vergeht sich an der Würde des Spiels und seiner Protagonisten. Es schadet damit dem Fußballsport im Allgemeinen, und den Interessen des FCK im Besonderen.
Gehen die Schmähungen des Gegners über ein durchschnittliches, in einem Fußballstadion allgemein zu akzeptiertes Maß hinaus, wirken sie kontraproduktiv. Der Gegner spielt dann nicht selten eine Klasse besser, als es sein Tabellenplatz erwarten lässt. Dieser Effekt setzt, zu allem Übel hinzu, in besonderem Maße bei Spielern auf Schlüsselpositionen ein.
Wer kennt sie nicht, die vielstimmige Klage darüber, daß, ausgerechnet gegen den FCK, der Torwart des Gegners seine bis dahin beste Saisonleistung zeigt.
Die Erklärung dafür ist nicht ein günstiger Stand der Planeten oder ahnlicher Humbug, sondern der simple Zusammenhang von Ursache und Wirkung.
Mit jeder Titulierung der gegneischen Spieler als AVH mehr wächst deren Verlangen, es den Hinterwäldlern mal so richtig zu zeigen, wo in der Republik die besten Kartoffeln wachsen.
Diese Reaktion wird umso verständlicher, wenn man sich vor Augen führt, daß im FWS selbst die Zuschauer auf den besten Plätzen regelmäißig Schaum um den Mund herum haben.
Doch damit nicht genug. Auch dem gleichmütigsten Schiedsrichter reißt irgendwann der Geduldsfaden, was verständlich ist, wenn jede, aber auch wirklich jede seiner nicht PRO ROT gefällten Entscheidungen in eine minutenlange Kakophonie aus heiserem Brüllen, infernalischem Pfeifen und sturmesähnlichen Toben mündet.
Man, nein besser: ich muß es so deutlich sagen: Dieses Verhalten zeugt für meine Begriffe davon, daß nenneswerte Teile des FCK-Publikums, sorry, nicht über den geistigen Entwicklungszustand eines ungezogenen Schulbubs hinaus gekommen sind.
Daß sich die Schiris vom allgegenwärtigen Hass nicht mehr, wie zu früheren Zeiten gewohnt, 'weich kochen' lassen, daß es, anders gesagt, den sprichwörtlichen Heimschiri so nicht mehr gibt, halte ich, wie alles, was der Verbreitung ziviler Umgangsformen dienlich ist, für einen Fortschritt.
Keinen Fußbreit dem Hass! Nicht nur in Kaiserslautern nicht, sondern überall dort, wo gerne und mit Hingabe Fußball gespielt wird.
Gäbe es, um in topic zu kommen, so etwas wie eine organisierte Vertretung kritischer FCK-Fans - ich würde ihr postwendend beitreten.
Nicht etwa, um auf die passive Hinnahme von Schiesdsrichterentscheidungen hinzuwirken. Nein, das gewiss nicht.
Vielmehr geschähe es aus Sorge um das Wohl unseres Vereins. Ich bin Zeitzeuge des Dekaden dauernden Loswerdens des Images des FCKs als das d e r Tretertruppe der Fußball-Bundesliga.
Auch in Kaiserslautern kann man wissen, daß am Ende immer der Schiri sich am längeren Hebel befinden wird. Stichwort: Tatsachenentscheidungen!
Schiris sind gehalten, nach dem Spiel einen sog. Spielberichtsbogen auszufüllen. Auf einem solchen werden nicht nur die für die Statistik relevante Daten wie Spielernamen und -Nummern, Uhrzeiten von Ein- und Auswechselungen, Minute eines erzielten Tore, besondere Vorkommnisse wie Platzverweise etc. etc vermerkt.
Darüber hinaus ist den Schiedsrichtern auf diesen die Möglichkeit einer 'Alllgemeinen Beurteilung' des Spiels und der vorherrschenden Atmosphäre im Stadion an die Hand gegeben - ganz ähnlich, wie man es von Schulzeugnissen her kennt.
Nicht ohne besonderen Grund stehen dort die 'Allgemeinen Beurteilungen' des Schülers als Erstes geschrieben. Wenn man so will, ist diese, geografisch betrachtet, nördlich und damit ü b e r den in den Einzelfächern erreichten Benotungen gelegen.
Ich halte jede Wette, daß das Publikum im FWS in einer solchen 'Allgemeinnen Beurteilung' mit unschöner Regelmäßigkeit nicht gerade besonders gut wegkommt; über manche der womöglichen Gründe geht meine Rede.
Tags: Größere Teile des Publikums offenkundig nicht regelfest, notorisch unfair, wenig gastfreundlich, bis hin zur offenen Feindseligkeit reichend.
Zusammengefasst: Am Betze regiert das, was Gerry Ehrmann (in einem unbedachten Augenblick?) auf den größten gemeinsamen Nenner, nämlich: mehr Hass! gebracht hat. Ignorierrend, daß mehr Hass! all die positiven Eigenschaften des Lautrer Publikums, wie seine Leidenschaftlichkeit, seinen nimmermüden Support, seine Treue auch in schlechten Zeiten, in denen so gar nichts gelingen will, vergessen machen kann.
Ich bin mir dessen bewusst, daß meine flammenden Worte auf wenig Zustimmung stoßen werden. Neil Young rät für diesen Fall: Even don't put a dent on this one. Auch aus seiner Feder der Apell: Truth to be known.
Das Fatale an der Sache ist, daß man in Kaiserslautern die notwendige (sic!) Kritik an den Begleiterscheinungen der Parole von mehr Hass! als Aufforderung zu noch mehr Hass! begreift. Wir haben es mit einem in sich selbst wachsenden Problem
Denjenigen, die so sicher wie das Amen! in der Kirche den Einwand produzieren, ich würde die Parole von mehr Hass! 1:1 als Aufforderung zu, sagen wir: mehr physischer Gewalt oder Ähnlichem missverstehen, sei vorsorglich gesagt, daß sie nicht erwarten können, daß man sie für die unkritische leichtfertige Verwendung eines weltweit negativ besetzten Begriffes wie dem des Hasses mit Lob überschüttet.
In dieser Angelegenheit trägt Gerry Ehrmann ein gerüttelt Maß an Mitschuld, weil er der durch die unaufgeforderte Übernahme der Parole in sein persönliches Wörterbuch massiven Vorschub für die fanseitige Überzeugung, mit mehr Hass! dem Verein quasi einen Gefallen o.ä. zu tun, geleistet hat. Daß es ein Bärendienst gewesen sein könnte, auf diesen naheliegenden Gedanken kommen weder Kuntz, noch Ehrman und von daher erst recht nicht der verführte, gemeine Lautrer Fußballfan. Zur Entlastung kann ich nur vorbringen, daß Ehrmans prolliges Gehabe wohl affektgesteuert ist. Zudem kann er sich sicher sein, daß wo kein Kläger auch kein Angeklagter ist. Offensichtlich war und ist er nicht willens oder in der Lage, über die Auswirkungen seines Tuns und Lassens zu reflektieren, so wie man es von einer in derart exponierter öffentlicher Stellung stehender Person mit Fug und Recht erwarten kann. Kein Bewußtsein darüber ist erkennbar, welch ein schlechtes Vorbild Ehrmann für die Nachwachsenden abgibt, wenn er regelmäßig samtags ab halb vier wie ein Derwisch, vulgo: wie ein wild gewordener Handfeger an der Seitenlinie auf und ab tobt. Sechs! Setzen!
Kuntz bzw. auch der DFB täte gut daran, Ehrman für eine gewisse Zeit aus dem Verkehr zu ziehen, meint: auf die Tibüne zu setzen, damit dieser sich der für meine Begriffe vereinsschädigenden Wirkung seines Verhaltens bewußt werden kann.
Zum Schluss, 'dbb' ist schließlich in der Hauptsache ein Fußball-Forum, noch ein paar sportliche bits and pieces:
- Die Heimstärke des FCK ist ein Mythos längst vergangenen Zeiten.
- Der Klassenerhalt ist erst durch eine am Schluß der Saison gleich ganze Reihe gewonnener Auswärtssspiele sichergestellt worden.
- Und dennoch halte ich den siebten Platz in der Abschlusstabelle für eineleistungsgerechte Platzierung
- Erstmals in der Geschichte der Bundesliga wurde eine Mannschaft Deutscher Meister, deren Auswärts-Bilanz sich nur gerinfügig schlechter als ihre Heim-Bilanz liest.
- Die aktuelle FCK-Mannschaft, man kann es zwischen den Zeilen hören und lesen, wenn man will, spielt derzeit wohl lieber auswärts als daheim.
- Der inzwischen mehrfache freiwillige Verzicht auf den vermeintlichen Vorteil des-in-der-zweiten-Halbzeit-auf-die-West-spielen-Könnens mag ein Indiz für das Zutreffen dieser Annahme sein.
- Der Kurs/der Mut von MK, er wolle die Mannschaft dahingehend entwickeln, daß sie in der Lage ist, möglichst viele Situationen spielerisch lösen zu können, verdient bei einem Publikum, daß von wenigen Ausnahmen abgesehen (ich nenne stellvertretend Miro Kadlec) mehrheitlich demTypus des Grasfressnden, ehrlichen Fußball-Arbeiters in seiner Gunst bevorzugte. verdient hohen Respekt.
- In diesem Sinne wird sich die Entscheidung, Hlouslek nicht fix verflichtet, sondern stattdessen lieber einem jungen Griechen (sein Nach-Name möge Porgramm sein) an den Betze zu holen wird noch als die Richtige erweisen.
- Meine Saisonprognose lautet: Der FCK wird nicht absteigen aber auch nicht wieder Siebter werden. 12ter liest sich in Saison 2 nach dem Aufstieg
auch nicht schlecht, oder?