Altmeister hat geschrieben: Echt seltsam, dass im reichen Düsseldorf so ein Traditionsverein nicht zu halten zu sein scheint.
Das sind die Auswirkungen der Marionettenliga DEL, in der (Traditions)Mannschaften sich aufgrund der Konkurenz von Plastikteams verkaufen müssen. Der Fußball kann dort genau studieren, wie sich eine Amerikanisierung des Sports langfristig auswirkt.
Die DEG, die Anfang der 90er Jahre an der Brehmstraße derart gefragt war, das du nur über den Schwarzmarkt an ein Einzelticket drankamst, hat ja, ähnlich wie die Fortuna, in den letzten 20 Jahren ein bewegtes Schicksal hinter sich. Fast-Pleite, 2. Liga, Rückkehr in die DEL und jetzt neues Stadion, das zwar die VIP-Logen, aber ansonsten den Fans nichts bietet. Gastronomie einfallslos, keine ordentliche ÖPN-Anbindung, da geht irgendwann die Identifikation bei den ganzen Kunstgebilden verloren.
..und wenn dann der Namensgeber sich überlegt, ob das Engagement sich überhaupt noch rechnet, dann stehen die Gesellschaften ganz schnell mit dem Rücken zur Wand.
Ich hatte mir die Geschichte der DEG nach deinem Post schnell noch mal durchgelesen und sehe da durchaus einige Parallelen zum FCK. Insbesondere das durch das finanzielle Ausbluten bedingte langfristige Auseinanderdriften von Investitionsmöglichkeiten zu -Notwendigkeiten, der Druck durch das Verbleiben in der Liga, auch durch die Zuschauer, und zum anderen das sich immer weiter erhöhende Anspruchsdenken.
Beim FCK sind diese Saison ja auch schon erste Anzeichen sichtbar. Insbesondere der schleichende Zuschauerrückgang gibt Anlass zur Sorge.
Zwar liegen wir immer noch im Zuschauerschnitt, aber im Vergleich zur Vorsaison (Abgleich der Spielpaarungen) fehlen schon 17.000 Zuschauer, das ist ein Minus von 6,11% zur Vorsaison, nach Anzahl der Spiele sogar mehr als 20.000. Nur ein Spiel bisher war ausverkauft.
Das Ganze bei der anhaltenden Diskussion über Sicherheit und Stimmung. Recht schnell sind die plus 10.000 zur letzten Zweitligasaison an Eventies wieder weg, wenn Stimmung und Ergebnis nicht stimmen.