In Kölner Hotel
Warum wollte Schiri Rafati sich das Leben nehmen?
Von T. GASSMANN, A. HAUBRICHS, M. KRÜCKEN, T. LEMPE, R. BAUMANNS
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Um 9 Uhr treffen sich die Assistenten Holger Henschel, Patrick Ittrich und Frank Willenborg im Frühstücksraum des Hotels. Rafati ist nicht da. Das kam in der Vergangenheit öfter vor. Deshalb ahnen sie noch nicht, dass der Iraner an Selbstmord denkt. Denn am Abend zuvor habe sich der 41-Jährige nichts anmerken lassen.
Um 13.15 Uhr soll die Vorbereitung auf das Spiel beginnen. Aber Rafati ist wieder nicht da. Die Assistenten rufen auf seinem Zimmer an. Er geht nicht ans Telefon. Sie gehen hoch, sie klopfen. Stille. Ein Hotelangestellter öffnet mit einem Generalschlüssel die Tür. Den Assistenten bietet sich ein Bild des Schreckens.
DFB-Boss Dr. Theo Zwanziger: „Er lag in der Badewanne. Und es war sehr viel Blut zu sehen.“ Rafati hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten! Seine Assistenten leisten erste Hilfe. Sie retten ihm damit das Leben!
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Hielt Rafati, der in den letzten vier Jahren von den Liga-Profis dreimal zum schlechtesten Schiri gewählt wurde, dem nicht mehr stand? Gab es finanzielle Probleme? Steckte auch er in der Steueraffäre? Oder waren es private Probleme, die ihn zu der Verzweiflungstat trieben?
Klar ist: Rafati steht nach unseren Informationen nicht auf der Liste der 21 Referees, die Ex-Schiri-Sprecher Manfred Amerell („Ich bin geschockt. Rafati konnte mit dem Druck umgehen.“) der Steuerbehörde übergab.
Vor etwa drei Jahren ließ sich Rafati von seiner Ehefrau scheiden. Sein Sohn habe eine neue Freundin, mit der er glücklich sei, sagte sein Vater Djalal. (...)
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