EuGH kippt Monopol für Sportwetten
Der Gesetzgeber hat sich verzockt, die privaten Wettanbieter und der Profi-Sport könnten davon profitieren und zu den neuen Wettkönigen werden.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Mittwoch das in Deutschland geltende staatliche Monopol für Sportwetten und Glücksspiele gekippt, da es nicht mit dem Recht der Europäischen Union (EU) vereinbar ist. Laut EuGH begrenze die deutsche Regelung die Glücksspiele, und damit auch die Sportwetten, nicht "in systematischer Weise". Das Monopol verstoße unter anderem gegen die Niederlassungs- sowie die Dienstleistungsfreiheit in der EU und sei deshalb ab sofort nicht mehr anwendbar.
Gemeinsame Stellungnahme des deutschen Sports zu den EuGH-Urteilen (bundesliga.de)
Wir begrüßen die heutigen Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes, weil sie für die künftige Regelung von Lotterien und Sportwetten Klarheit schaffen. Sie stärken die Position des deutschen Sports, die er unter Federführung des DOSB insbesondere gemeinsam mit den besonders betroffenen Verbänden und Organisationen, namentlich dem DFB und der DFL sowie der Deutschen Sporthilfe in die Debatte um die Neufassung des Glücksspielstaatsvertrags der Länder eingebracht hat.
EU-Kommission: Unvereinbar mit EU-Recht
Glücksspielstaatsvertrag: Rote Karte aus Brüssel
Nach langem Ringen hatten sich 15 Bundesländer auf einen neuen Glücksspielstaatsvertrag geeinigt. Doch für den von Beginn an scharf kritisierten Entwurf gab es nun erwartungsgemäß die Rote Karte aus Brüssel. Die EU-Kommission stuft das Werk als unvereinbar mit EU-Recht an. Schleswig-Holstein hatte sich gegen den Entwurf entschieden und ein eigenes Gesetz ausgearbeitet, das nicht nur von den Wettanbietern positiv bewertet wurde