Es gibt ja hier viele, die immer wieder die Entwicklung des modernen Fußball kritisieren und die alten Traditionen anmahnen - und manchmal vollkommen zurecht. Ich dachte, nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, das könnte der Anstoß zu einer Diskussions- und "über-den-modernen-Fußball-Auskotzt"ecke werden...
Warum wir heute Fußball in Häppchen gucken iPhone Killed The Footballfan
Früher horchten die Fans an ihren Radios, schauten gebannt auf die Anzeigetafel oder suchten panisch die Kurven ab, als lägen dort irgendwo die Ergebnisse der anderen Plätze versteckt. Heute flimmert allerorten das iPhone – das Zepter der Passivität.
und ein weiterer, passender Artikel zum Thema "moderner Fußball" aus dem Jahr 2008:
Es lebe der moderne Fußball
Hoffenheim ist mittlerweile ein Meisterschaftsfavorit. Auf die Methoden können selbst die Bayern neidisch sein. Das ist gut für den deutschen Fußball.
Zitat:
Stellt man all die Beleidigungen gegen den „Millionario“ Hopp den Transferausgaben des Vereins gegenüber, müsste manch „nostalgischer“ Fan um Vergebung bitten: Beim Marktwert der einzelnen Spieler liegt Hoffenheim gerade mal auf Platz 15 (Quelle: transfermarkt.de). Nur Karlsruhe, Bielefeld und Cottbus stehen schlechter da nach dieser Rechnung. Hier ist Hoffenheim also der Abstiegskandidat, der er vorgibt zu sein.
HellMan hat geschrieben:Na, ob der Schreiberling das heute auch so sieht? Scheinbar hat Hoffenheim den Anschluss an Bayern verloren. Wie konnte das nur passieren?
Das ist halt der Unterschied zwischen Nachhaltigkeit und Möchtegern
dann nimmt Onkel Diddi halt mal wieder etwas Geld in die Hand... immerhin kann man damit vom Stadion/Spieler/Trainer und wenn man in Spanien lebt auch den Schiedsrichter mit kaufen!
Wenn ich Hoppenheim höre gehen bei mir alle Lichter auf Rot. Ich habe gedacht ich Hasse den KSC.. oder den Waldhof... Nein! Das sind nur anymositäten, rivalitäten alter Fussballschlachten.
Gegen Hoffenheim habe ich Hass!
Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein. (Mario Basler)
Der Wechsel der bevorzugten "Fan-Klientel" um es mal so auszudrücken, vom einfachen Arbeiter/Volk hin zum Kommerz-/Event-Fan welcher bereit ist für eine Karte auch den Preis einer Oper auszugeben, ist für mich der Todesstoß des Fussballs als Volkssport.
Eher sehe ich eine Entwicklung hin zu einem Sport der "Oberen Zehntausend" ala Polo oder Tennis. Etwas was sich nur die besser konstituierten Leisten können.
Wenn der DFB, wie es Zwanziger ja mal gesagt hatte, wirklich dahingehend den Fussball und den FAN reformieren will, wäre es für den DFB auch zwingend nötig die 50+1-Regelung zu kippen. Das Einsteigen der Russischen Oligarchen, Arabischen Ölscheichs oder diverser Investorengruppen wäre dann nur die weiterführung des bisher eingeschlagenen Weges.
Das YNWA wäre dann so etwas wie die Anfangshymnne eines jeden Fussballspiels - ein Stück Musik - ohne Hintergrund - könnte also jederzeit auch durch ein LadyGaga oder DSDS-Musikstück ersetzt werdne. Je nach Gusto des Publikums oder der Investorengruppe.
Man würde die "richtigen" Fans als die letzten feien Gallier bezeichnen, die sich standhaft dagegen wehren dem "Neuen" und "Guten" zu folgen - oder halt einfach gleich als Quertreiber zu beschimpfen.
Sollte es wirklich irgendwann dazu kommen, würde ich dem Fussball den Rücken zukehren, mir die alten FCK-Soiele anschauen und die Fan-Bücher durchlesen. Es wäre der letzte Lichtblick in einem sonst tristen "Sport-Alltag" wo doch der FCK immer etwas herrausragendes dargestellt hatte.
Ein Besuch auf dem "Heiligen Berg" im Stadion von Fritz-Walter und den anderen Helden.
Ein Besuch beim FCK war immer etwas besonderes, nicht nur wegen den Spielen, oder wegen der Stimmung. Nein auch wegen den besonderen Menschen die man dabei immer kennenlernen durfte.
Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein. (Mario Basler)
Das ist für mich ehrlich gesagtauch ein großes Ärgernis. In der Regel ist es doch so, dass der Spieler, der passiv im Abseits steht, dennoch einen Vorteil hat!
Das ist für mich ehrlich gesagtauch ein großes Ärgernis. In der Regel ist es doch so, dass der Spieler, der passiv im Abseits steht, dennoch einen Vorteil hat!
klar, deswegen läßt der Schiri bei passivem Abseits auch weiterspielen, es gilt einfach die Vorteilsreglung
Ich habe im Museum bisher keine Megaphonanlage der Walter-Elf gesehen, ebenso keine von unseren Meisterschaften/Pokalsiegen 1951-1953-1990-1991-1996-1998!
hm - also meiner Meinung nach gibts noch so zwei Schlagwörter, die die ganze Kiste erst ins Rollen gebracht haben und erst dadurch solche Vereine wie Hoffenheim oder Wolfsburg entstehen konnten:
HellMan hat geschrieben:
Das ist für mich ehrlich gesagtauch ein großes Ärgernis. In der Regel ist es doch so, dass der Spieler, der passiv im Abseits steht, dennoch einen Vorteil hat!
klar, deswegen läßt der Schiri bei passivem Abseits auch weiterspielen, es gilt einfach die Vorteilsreglung
Ich will dir mal ein Beispiel geben, was ich damit meine.
Bei unserem Heimspiel gegen Hoffenheim, war der spätere Torschütze zum 1:0 beim Zeitpunkt der Ballabgabe im Abseits. Er war jedoch Passiv, da der Pass nicht zu ihm , sondern zum Spieler auf der Außenbahn gespielt wurde, der dann den Ball nach innen gegeben hat! Der Torschütze hatte auf jeden Fall einen Vorteil gegebüber seinem Verteidiger gehabt.
ich lese gerade das buch "die fußball-matrix: auf der suche nach dem perfekten spiel" von christoph biermann. denjenigen von euch, die das buch noch nicht gelesen haben, lege ich es ans herz! es macht "fußball-romantikern" wie mir auf fast jeder seite auf brutale weise deutlich, WIE modern und kalkuliert der heutige fußball wirklich ist. und dabei war ich der überzeugung, ich würde das ganze schon halbwegs realistisch einschätzen
apropos moderner fußball: das erste kapitel befasst sich ausschließlich mit der tsg hoffenheim...
Gibt es eigentlich hier Leute, die damals, 1995, schon die Tragweite erahnt hatten?
An Schrecken soll man ja regelmäßig erinnern, in der Absicht, dass sich diese nicht wiederholen
Ich bin zufällig darauf gestoßen, dass sich heute das Bosman-Urteil zum 16. Mal jährt. Und weil es den Fußball in seiner Entwicklung wohl am meisten verändert und beschleunigt hat, hier ein kleiner Artikel aus dem letzten Jahr dazu, welches auch die Person Bosman in den Mittelpunkt stellt. Wirklich lesenswert!!:
Aktenzeichen RS C-415/93
Einmal Hölle und zurück: Vor 15 Jahren veränderte das Bosman-Urteil den Fußball. Alle haben davon nur zu üppig profitiert. Nur einer nicht: Jean-Marc Bosman selbst. Die Geschichte eines tragischen Helden.
Villers-L'Eveque, eine 1700-Seelen-Gemeinde in der Peripherie von Lüttich. Hier wohnt der Mann, der die Grundfesten des Fußballs erschüttert hat. Der pubertierende Teenager zu Multimillionären gemacht hat und einige der größten Verbände der Welt in schwere Agonie stürzte.
Hier wohnt Jean-Marc Bosman. Teufel, Revoluzzer, Spielverderber, Rebell, Antiheld, Wichtigtuer und Heilsbringer in einem. Der Mann, der einem ohnehin schon ziemlich aus den Fugen geratenen Fußballgeschäft eine Explosion ungeahnten Ausmaßes bescherte.