Ich packe meine Gedanken jetzt mal in diesen Thread, da ich keinen anderen, passenden dafür finden kann:
Ich habe mir am Montag auf dem Stuttgarter Hbf die Printausgabe des kickers zugelegt und auf der Zugfahrt gelesen. Darin findet sich auch ein Artikel über die ansteigenden Mitgliederzahlen der Bundesligavereine (Überschrift: "Der angesagteste Klub der Stadt").
Als Beispiel wird Hertha BSC Berlin und und deren explodierende Mitgliederzahl angegeben: Den Angaben zu Folge hatte Hertha im Jahr 1998, damals als Aufsteiger die erste BuLi-Saison grade abgeschlossen, 1700 Mitglieder. Letztes Jahr, zu Zweitligazeiten hatte der Verein 20 000 Mitglieder und jetzt, im November, liegt die Mitgliederzahl bei 28 500.
Der Artikel spricht von einem Trend in der Liga, die passende Tabelle dazu habe ich hier mal eingescannt:
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Quelle: kicker-Printausgabe Nr 96 / 2011, Seite 12
Meine Frage wurde und wird schon sehr oft gestellt, aber ich verstehe bis jetzt noch immer nicht, wieso wir vergleichsweise so eine geringe Mitgliederzahl aufweisen können. Es kann doch nicht sein, dass ein Verein wie Leverkusen fast 10 000 Mitglieder mehr als wir haben.
Ich sehe uns
vom ("emotionalen") Potential her auf einer Ebene mit Köln (55 495 Mitglieder) oder Bremen (40 500). Stattdessen finden wir uns im unteren Drittel zusammen mit Mainz, Augsburg, Freiburg und Hoffenheim wieder. Wobei anzumerken ist, dass sich sowohl mit Hannover alsauch Nürnberg,
Traditionsvereine die Identifikation schaffen können, finden lassen, die noch weniger Mitglieder haben.
Der Artikel führt aus, wieso die Mitgliederzahlen wohl so steigen und Mitgliedschaften attraktiv machen:
1. Vorkaufsrecht
2. Ermäßigung bei Tageskarten
3. Ermäßigung bei Dauerkarten
4. Preisnachlass bei Fanartikeln
5. attraktive Angebote von Sponsoren und Partnerunternehmen
Vor allem aber bietet die Mitgliedschaft eine
emotionale Verbindung mit dem Verein (auf Schalke hat man die 100 000er Grenze gebrochen, das sei die Möglichkeit, "Tradition zu leben").
All die Anreize und erst recht die emotionale Verbundenheit und Tradition könn(t)en wir doch auch bieten, wieso klappt es bei uns nicht? Liegt es an der sportlichen, von außen betrachtet eher unattraktiven Situation (wieso hat Köln dann so viele Mitglieder)? Wieso können wir diesen "Boom"-Trend in der Liga nicht mitgehen? Mit einer Steigerung der Mitgliederzahlen von etwas mehr 60% reißen wir ja jetzt im Vergleich nicht grade die ganz großen Bäume aus...
Der Artikel schließt wie folgt:
[...] Die Mitgliederschwemme wird zunehmend auch zu einem ökonomischen Faktor für die Klubs. "Die Wirtschaftlichkeit", sagt Nürnbergs Sport-Vorstand Martin Bader, "ist nicht zu unterschätzen. Wer in einen Verein eintritt, bleibt dort in der Regel auch. Daraus ergibt sich eine Konstante, die planbar ist." Freilich fließen die eingenommenen Gelder in den gemeinnützigen Gesamtverein oder den Nachwuchsbereich - für die Finanzierung der Profisparte spielen die Mitgliedsbeiträge in der Regel keine Rolle. Gleichwohl schaut man interessiert hin.
Bei Hertha etwa, wo eine Mitgliedschaft für einen Vollzahler jährlich 60 Euro kostet, subventioniert die Kommanditgesellschaft (KG) den Gesamtverein derzeit pro Jahr mit einer mittleren sechsstelligen Summe. Kommen zu den 28 500 Mitgliedern noch weiter 10 000 hinzu, trägt sich der Verein selbst. "Das", bekräftigt Preetz, "ist unser Ziel" [...]
kicker-Printausgabe Nr 96 / 2011, Seite 13
So, und genau zu diesem Abschnitt habe ich eine Frage: Was bedeutet jetzt dieser Sachverhalt:
Bei Hertha etwa, wo eine Mitgliedschaft für einen Vollzahler jährlich 60 Euro kostet, subventioniert die Kommanditgesellschaft (KG) den Gesamtverein derzeit pro Jahr mit einer mittleren sechsstelligen Summe.
Wer unterstützt da innerhalb des Vereins wen?! Oder hat das mit der
Ausgliederung des Profibereichs, sprich mit der Unternehmsform etc. zu tun?
Wenn ja, heißt das dann im Umkehrschluss, auch hohe Mitgliederzahlen bringen den eingetragenen
Vereinen ohne ausgegliederte Profiabteilung nur einen so geringen finanziellen Betrag in der Bilanz, dass er, und das Anwerben neuer Mitglieder, vernachlässigt werden kann?
Ganz nebenbei was bedeutet bei Leverkusen und Wolfsburg die *-Notiz? Konnte man vorher nicht Mitglied bei den beiden Werksvereinen sein?
Grundsätzlich habe ich nicht so viel Ahnung von all diesen Unternehmens- und Gesellschaftsformen, trotzdem ist es ja ganz interessant...
EDIT: ok, so in der Nachbetrachtung weiß ich nicht, ob ich nicht einige Dinge durcheinander schmeiße.

Aber vielleicht kann ja jemand anderes was Intelligentes zu der Tabelle und deM Hertha-Sachverhalt schreiben
