Ein Artikel über den SR, der uns in Koblenz verpfeifen darf....
Konsequent falsch
Schiedsrichter Babak Rafati liegt mit allen seinen Entscheidungen voll daneben
Von Christoph Ruf
Verantwortungsvolle Eltern bringen ihren Kindern schon früh ein paar grundlegende Dinge bei, die das Zusammenleben der Menschen erleichtern. Man rülpst nicht bei Tische, unterhält sich bei der Pippi-Langstrumpf-Vorführung im Kino nicht laut mit den Geschwisterchen. Und wenn man einmal Mist macht, entschuldigt man sich eben danach. Dann, erfährt das interessierte Kind, ist nämlich alles halb so schlimm.
Babak Rafati schlich am frühen Samstagabend wortlos an den Journalisten vorbei. Wobei das wohl eher am schlechten Gewissen gelegen haben dürfte als an mangelnder Erziehung. Er wusste ja, dass viel passieren muss, bis einer wie der Nürnberger Andy Wolf mit zitternder Stimme und fassungslosem Blick stottert, dass er leider nichts über die Schiedsrichterleistung sagen könne, weil er wohl sonst bis ans Ende seiner Tage gesperrt würde. Wolf ist eigentlich nicht als Sensibelchen beleumundet. Der Innenverteidiger ist eher einer, dem man zutraut, dass er schon mit sechs Jahren den "Friedhof der Kuscheltiere" attraktiver fand als die Plüschtiere selbst.
Doch das war dann doch zuviel. Gleich zwei klare Elfmeter verweigerte Rafati den Nürnbergern. Und noch in vielen Jahren werden Optiker rätseln, wie man übersehen kann, dass dabei einmal ein Spieler sekundenlang zu Boden gezogen wurde und beim anderen Mal eine Grätsche im Spiel war, mit der Mo Idrissou auch das Schilf am nahen Valznerweiher hätte roden können.
Reguläres Tor annulliert
Und dann war da noch dieses reguläre Tor, dessen Nichtanerkennung für den verletzten Nürnberger Per Nilsson schlicht die "Fehlentscheidung des Jahres" war. Christofer Heimeroth hatte einen Ball nicht festhalten können, worüber sich der Nürnberger Markus Mandler redlich freute. Doch dann annullierte Rafati den Treffer. Hätte der Fifa-Schiedsrichter ein paar mehr seiner sieben Sinne aus Hannover mitgebracht, hätte er gemerkt, dass man die Aktion selbst im Fünfmeterraum hätte weiterlaufen lassen müssen. Einer, der das Geschehene eigentlich ebenso unkommentiert lassen wollte wie Rafati selbst, ist Torwart des 1. FC Nürnberg. Doch wie es nun einmal so ist mit den Vorsätzen zu Jahresbeginn: So ganz klappte das nicht.
Zunächst einmal sagte Raphael Schäfer artig, dass er über den Schiedsrichter nichts sagen wolle. Und zwar schon gar nicht, wo doch Umfragen führender Fußballmagazine unter Bundesliga-Profis seit Jahren eine klare Sprache über dessen Fähigkeiten lieferten. Aber wo er nun schon einmal dabei sei, nichts über den Schiedsrichter zu sagen, könne er eben auch nichts über die aus Nürnberger Sicht ordentliche zweite Halbzeit sagen. Außer vielleicht folgendes: "Man kann Rafati da nicht ausklammern, weil er einfach spielentscheidend war."
Spielentscheidend war allerdings auch, dass Javier Pinola in der 86. Minute einen Elfmeter verschoss. Rafati hätte nämlich zwei Elfmeter geben müssen, pfiff aber den dritten. Und der war unberechtigt.
Rafati hat am Samstag bei allen wichtigen Entscheidungen voll daneben gelegen. Das aber mit absoluter Konsequenz...... weiter ......
Quelle: Frankfurter Rundschau, Ausgabe 17.1.2011, Druckversion, SPORT,Autor Christof Ruf