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Polizeigewerkschaft fordert Absage aller Bundesliga-Partien (Express.de)

Fußballthemen, welche den FCK nicht oder nicht direkt betreffen.
Red Devil
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Beitrag von Red Devil »

Müde nach Castor-Einsatz
Polizeigewerkschaft fordert Absage aller Bundesliga-Partien

Foto: dpa

Köln – Beim Castor-Transport ins Wendland waren rund 16.000 Polizisten im Einsatz, unter schwierigen Bedingungen: Doppelschichten, Kälte, immer wieder Zusammenstöße mit Demonstranten und schlechte Versorgung.

Jetzt fordert Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG), eine Absage aller Fußballbundesligaspiele am kommenden Wochenende!

(...)

Am Wochenende könnte es für viele von ihnen wieder besonders anstrengend werden. In Köln steht am Samstag das schwierige Derby gegen Borussia Mönchengladbach an. zum Express
Klagt nicht, kämpft!!!!!
Reddevil1998
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Beitrag von Reddevil1998 »

Das wäre ja mal echt der Hammer. Aber soweit wird es ja zum Glück nicht kommen. Man kann nicht einfach ein paar Tage vor dem Wochenende alle Spiele absagen. Was denkt der Mann?
kepptn
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Beitrag von kepptn »

Die GdP schon wieder... putzig.
Es gibt immer was zu lachen.
Lautern-Fahne
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Beitrag von Lautern-Fahne »

@Reddevil1998
Das seine abgekämpften Kollegen eventuell überarbeitet sind und deshalb lieber nicht eingesetzt werden sollten?

Der Castortransport muss wieder die Hölle gewesen sein. Ehrlich gesagt hätte ich keine Lust mich eine Woche lang mit Knüppeln,Steinen und Brandsätzen attackieren zu lassen- nur um dann auf ein "Gefahrenspiel" geschickt zu werden und vielleicht für die Leute, die mich wie ein Stück Dreck behandelt haben, den Kopf hinhalten zu müssen. Da wäre ich persönlich ziemlich gestresst- keine gute Vorraussetzung. Bin gespannt wie der Spieltag ausgeht.....
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Peter Gedöns
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Beitrag von Peter Gedöns »

Lautern-Fahne hat geschrieben: Das seine abgekämpften Kollegen eventuell überarbeitet sind und deshalb lieber nicht eingesetzt werden sollten?
Jaja, die abgekämpften Polizisten. Schon schlimm. Ich gehe morgen auch zu meinem Chef und sage, dass zwei 60-Stunden-Wochen genug sind. Er solle bitte allen Kunden für nächste Woche absagen.

Ein jeder hat sich seinen Beruf selbst ausgesucht und einem jeden steht es frei, garantiert durch das Grundgesetz. Aber was darin steht ist für die GdP eh oft Unsinn.
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Beitrag von Lautern-Fahne »

@Peter Gedöns

Da haste schon recht. Ich habe aber keine Lust darauf, dass ein Polizist, der völlig überspannt ist, am Wochenende überreagiert und seinen Frust an den Fans auslässt.
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Peter Gedöns
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Beitrag von Peter Gedöns »

Lautern-Fahne hat geschrieben: Da haste schon recht. Ich habe aber keine Lust darauf, dass ein Polizist, der völlig überspannt ist, am Wochenende überreagiert und seinen Frust an den Fans auslässt.
Muss er dazu gefrustet sein? ;)
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Lautern-Fahne
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Beitrag von Lautern-Fahne »

Punkt für dich. :) Was war überhaupt am leverkusener Eingang los? Am Einlass haben ca. 4 Polizisten einen Mann zuerst ans Gitter geschleudert, in da dran gepresst und ihn dann weggeschafft. Was jemand genaueres?
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Ballkontakt
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Beitrag von Ballkontakt »

Wäre ja auch schlimm, wenn man beim nächsten Heimspiel nicht wieder gefühlte 10.000 Polizisten einsetzen könnte, die am Kreisel vor dem Tunnel ein künstliches Nadelöhr kreieren und somit einen Personenstau auslösen.

Musste mich schon ziemlich zusammenreißen, um nicht "unabsichtlich" mit dem Schlüssel am Einsatzfahrzeug - das als Sperre diente - entlang zu schleifen.
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Red Devil
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Beitrag von Red Devil »

Übrigens das sagt der DFL Chef zu der Forderung des Präsidenten der Gewerkschaft der Polizei (GdP):

Wegen Castor-Einsatz
Polizeigewerkschaft fordert Absage aller Bundesligaspiele

(...)

Auf die Forderung der Polizei hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) prompt reagiert!

„Es gibt keinen Grund, sich ernsthaft mit der Absage des kommenden Bundesliga-Spieltages zu beschäftigen. Wir erkennen die harte Arbeit der Polizei an. Populismus hilft aber nicht weiter“, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball.

Rauball warf Wendt vor, dieser versuche sich auf Kosten der Bundesliga in den Medien zu profilieren. „Es ist bezeichnend, dass er bis heute noch nicht ein einziges Mal den persönlichen Kontakt zur Ligaspitze gesucht hat“, sagte Rauball. zur BLÖD
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OWL-Teufel

Beitrag von OWL-Teufel »

Jedem Polizisten sollte bei seiner Berufswahl klar sein,dass er erheblichen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt wird.

Dieses Gejammer ist doch unerträglich.

Schön,dass der GdP-Vollhorst seinen Schergen ein zauberhaftes Alibi für sinnlose Polizeigewalt im Zusammenhang mit den Bundesligaspielen liefert.
Paul
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Beitrag von Paul »

Ich finde schon, dass die ganze Sache zu diskutieren ist.
Ich denke zwar nicht, dass man gleich nen ganzen Bundesligaspieltag absagen muss, aber im Kern ist die Kritik der GdP an sich nicht unberechtigt.
Liegt vielleicht auch daran, dass ich Polizisten kenne, die sowohl in Stuttgart, als auch beim Castor, als auch bei BL-Spielen sein mussten und müssen.

Natürlich hat OWL irgendwo recht: jeder muss sich bei seiner Berufswahl irgendwo im Klaren sein, auf was er sich da einlässt. Aber sind wir doch mal alle ehrlich. Wer konnte zu Beginn seiner Ausbildung ernsthaft absehen, auf was es am Ende wirklich hinausläuft? Also auch inklusive aller Eventualitäten.
(Ich z.B. bin nicht zur Bundeswehr gegangen, weil ich niemals auf jemanden schießen will. Damit scheidet Polizist auch direkt aus. Damals, als die Entscheidung gegen Wehrdienst anstand, war ein "Engagement" der Bundeswehr bspweise in Afghanistan sicher nie und nimmer absehbar. Das lässt aber doch sicher nicht den Umkehrschluss zu, dass man damit rechnen musste, falls man sich als Soldat verpflichtet, oder? Das waren enorm friedliche Zeiten damals und die Bundeswehr galt eher als Hilfstruppe, denn als Kampfeinheit.)

Ich finde es auch etwas zweifelhaft, über die Grundforderung der Gewerkschaft zu lästern, nur weil man selber auch gerade zwei 60 Stunden Wochen hinter sich hat. Nur weil man selber unter Druck steht und kaum Pausen und Zeit für anderes hat, muss es der Polizei genauso gehen?

Aus meiner Sicht ein bedenklicher Ansatz.

Es gibt sicher genug schwarze Schafe bei der Polizei, weiß ich aus erster Hand. Aber das Gros dieser Leute ist doch genauso in nem Zwiespalt. Man arbeitet auf Befehl und zum Teil extremst gegen seine persönliche Einschätzung/Auffassung - siehe das Holz-X am Polizeibus nahe Dannenberg. Siehe auch die vielen Polizisten, die selbst Dauerkarten für ihren Verein haben, dann aber in den Einsatz müssen, um die eigenen Farben einzukesseln, wegzugeleiten usw.

Es sind sicherlich Grenzen erreicht in Sachen Einsatzzeiten inklusiver physicher und psychischer Belastung. So seh ich das. Ob der Chef der GdP jetzt ein guter Kerl ist, steht indes auf einem anderen Blatt.
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Peter Gedöns
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Beitrag von Peter Gedöns »

Paul hat geschrieben: Aus meiner Sicht ein bedenklicher Ansatz.
Ein missverstandener Ansatz. ;) Es geht jetzt auch gar nicht um "schwarze Schafe" und ähnliches. Es geht darum, dass einem als Berufsanfänger bewusst sein sollte, was da im Polizeidienst auf einen zukommt. Und dass es da auch zu extremen Belastungen kommen kann, ist nix neues. Schon zu meinen Kindheitszeiten gab es mit der Startbahn West, Wackersdorf oder der Hafenstraße Großeinsätze, die den normalen Polizeibetrieb belasteten.

Worüber man sich ernsthaft Gedanken machen sollte ist doch, ob bei einem Spiel FCK gegen Mönchengladbach wirklich Hundertschaften inklusive großzügiger Absperrungen notwendig sind. Denn mit solchen - offen gesagt - verschenkten Einsätzen häuft die Polizei Überstunden en masse an, die dann letzten Endes wieder zum Wehklagen führt.

Um in meinem Vergleich zu bleiben: Mein Chef erwartet, dass ich 60-Stunden-Wochen mache, wenn es notwendig ist. Er erwartet aber nicht, dass ich 40 Stunden die Woche da bin, wenn nur für 30 Arbeit im Hause ist. Und er überlegt sich dann auch keine sinnlosen Füllaufgaben, um etwa in der Außendarstellung zu punkten oder Arbeitsszenarien zu schaffen, wo keine sind. Ich denke es ist klar, worauf ich hinaus will.

Da sollte man ansetzen. Muss es bei jedem Spiel ein Großeinsatz wie bei den Chaostagen sein? Am Wochenende spielen mit Köln - Mönchengladbach und Bayern - Nürnberg zwei Spiele mit Rivalitätscharakter, dazu Werder - Frankfurt, was auch nicht ohne ist. Und das bringt mich zum letzten Punkt. Überall will die Polizei ihre Finger drin haben. Warum muss man dann solche Spiele auf das Wochenende nach dem Castor terminieren? Da fehlt mir die Absprache.
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Paul
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Beitrag von Paul »

Im großen und Ganzen sind wir einer Meinung. :winken:
Peter Gedöns hat geschrieben: Es geht darum, dass einem als Berufsanfänger bewusst sein sollte, was da im Polizeidienst auf einen zukommt.
Ich bin halt einfach nicht sicher, ob man sich dessen überhaupt wirklich bewusst sein kann, wenn man anfängt. Ich war mir - im Nachhinein - auch über vieles nicht im Klaren. Deshalb bereue ich meine Berufswahl sicher nicht, aber ich würde mir nach heutigem Stand vielleicht mehr Gedanken im Vorfeld machen...
Um in meinem Vergleich zu bleiben: Mein Chef erwartet, dass ich 60-Stunden-Wochen mache, wenn es notwendig ist. Er erwartet aber nicht, dass ich 40 Stunden die Woche da bin, wenn nur für 30 Arbeit im Hause ist.
Das ist gut so, wenn dein Chef Leute hat, die dieses Modell mitgehen können, es vielleicht sogra auch favorisieren. Aber kann man wirklich von JEDEM erwarten, dass er mehrere 60 Stunden-Wochen hintereinander fährt? Ist es nicht geradezu notwendig, mehr Pausen einzuschieben (und ich meine nicht Kaffeepausen).

Das Problem ganz generell ist doch auch, dass, sobald kein "Aufpasser"
mehr da ist, irgendwer meint, den Dicken zu markieren. Auch der Respekt vor der Polizei ist sogut wie weg - sieht man auch in vielen anderen Berufen wie beispielsweise den des Lehrers.
Ich bin bei dir, dass gegen Gladbach offensichtlich viel zu viele unnötige Einsatzkräfte vorort waren. Wenn es aber nun zu wenige wären und dann was vorfällt... Ich will nicht wissen, wie dann wieder geschimpft wird. Auch hier!
Ist ne Gradwanderung (wie viele entsende ich, wieviele stehen zur Verfügung, wieviele brauche ich wirklich), auch, weil sich die Fanlager ZU TEILEN deutlich radikalisiert haben!
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Steini
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Beitrag von Steini »

@Paul und OWL Naja naja...

Der Staat ändert sich und seine Polizei. Mir geht die ganze Diskusion am Kern vorbei.
Nicht der Fussball ist verantwortlich oder die berechtigten Demonstrationen gegen diesen Atomwahnsinn.
Dieser Sicherheitwahnsinn, welchem unser Land anheimgefallen ist, hat doch ganz andere Ursachen.
Und dieser Herr von der Polizeigewerkschaft bedient sich doch nur des Instrumentes welches wir alle am Besten spielen können: Schuld sind immer die anderen.
Peter hat sehr richtig bemerkt, dass wir eine "Vermehrung von Sicherheit" erleben dürfen, welche mittlerweile jedes Fussballspiel zu einen Erlebnis werden läst.
Beim Fussball üben, bei Stuttgart21 oder dem Atom-Ringelrein zuschlagen. Da wird dann ernst gemacht.
Kippt doch den nächsten Castor-Inhalt in den Deutschen Bundestag, damit wäre uns allen geholfen.
:skull:

PS: Paul Du wärste sowie so zu leicht gewesen um bei den "Hilfstruppen"
die Kohlen aus dem Feuer zu holen...von daher finde ich es gut dass DU endlich zugelegt hast. :D
Mann Hilfstruppen... tse tse tse...damals wie heute ?
Satire oder /und Ironie ... bei mir nie :D
Paul
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Beitrag von Paul »

Steini hat geschrieben:...
Der Staat ändert sich und seine Polizei. Mir geht die ganze Diskusion am Kern vorbei.
Nicht der Fussball ist verantwortlich oder die berechtigten Demonstrationen gegen diesen Atomwahnsinn.
Dieser Sicherheitwahnsinn, welchem unser Land anheimgefallen ist, hat doch ganz andere Ursachen.
Und dieser Herr von der Polizeigewerkschaft bedient sich doch nur des Instrumentes welches wir alle am Besten spielen können: Schuld sind immer die anderen. Peter hat sehr richtig bemerkt, dass wir eine "Vermehrung von Sicherheit" erleben dürfen, welche mittlerweile jedes Fussballspiel zu einen Erlebnis werden läst. ...
Und das ist widerum 1:1 auf fast alle Mitbürger und Lebenssituationen anwendbar. Dieser Drang nach Sicherheit. Jedes Risisko muss irgendwie abgefangen werden. Die Verantwortung wird weitergeschoben...

Natürlich gibt es sinnvolle Verischerungen wie ne Haftpflicht oder so. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass ich mit nem Bürojob BU werde? Wird mir trotzdem wärmstens empfohlen, wiel man ja schnell mal psychisch... Unfallversicherung fürs Kind: kann man machen, aber ich bin auch groß geworden, trotz manchen Sturzes während der Kindheit.
Man muss einfach ein Bisschen auf sich aufpassen - und eben auf seine Kinder - auch ne Sache von Verantwortung!

Kindergarten: Die Erzieher dürfen inzwischen ja bald nicht mal mehr ein Pflaster auf ein aufgeschlagenes Knie kleben. Lieber die Eltern anrufen und sich vergewissern. Und warum? Weil wenn man es einfach macht, ist man ruckzuck verklagt.
Schule: da macht ein Kind seine Hausaufgaben nicht und der Lehrer bestellt die Eltern ein, nachdem das öfter vorkommt. Was sagen heute die Eltern? "Mein Kind macht sowas nicht oder braucht keine Hausaufgaben - wir wissen es besser - mein Kind ist intelligent genug."
Und wenn das Kind dann nicht versetzt wird, ist wer schuld?

Kaum jemand sagt noch: "Auf meine Verantwortung" und steht dann auch dazu.

Hebammen: die müssen über 30 Jahre ihre Dokumentationen archivieren, weil sie belangt werden könnten. Denn wenn ein 28 jähriger plötzlich ne Allergie hat, kann durchaus geschaut werden, ob da nicht bei der Geburt doch mal die Herztöne etwas mau waren. Kein Scherz! Das schwächste Glied in der Kette eben. Und deren Berufshaftpflicht ist deswegen sau teuer geworden...
...mein Orthopäde indes muss die Röntgenbilder nur 10 Jahre aufheben, danach ist er aus dem Schneider!

Will sagen: wir verweichlichen. Nur noch Weicheier und Vonsichschieber.

Der Chef der GdP argumentiert natürlich völlig falsch, aber im Kern der Sache hat er nicht so unrecht.
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derhonkel

Beitrag von derhonkel »

UUUUUUUUUIIIIIII!

Schuld sind immer die anderen?
Zum Beispiel eine Frau Roth und ein Herr Özdemir? Die öffentlich zu Protesten gegen die Transporte aufrufen und nachher keine Verantwortung übernehmen für den Mist der da passiert? Die sind ja völlig unschuldig, so wie die gesamt linke Mischpoke aus dem Saarland nebst Porsche-Klausi auch immer komplett unschuldig ist.
Oder die Stuttgart 21 Gegner, denen bei Anfuhr der Bagger und Raupen einfällt, wie sehr sie den Stadtwald lieben? Und dann protestieren, aber die rechtlich gesetzten Fristen eines Einspruches verstreichen lassen?
Mit Sicherheit waren die Polizei-Einsätze dort überzogen, da gibt es keine zwei Meinungen zu, und mir schmeckt S21 auch nicht, einfach weil es technisch totaler Selbstmord ist. Aber wenn ich auf Demokratie und Freiheit pochen will, dann muss ich die vice versa einsetzen, und nicht NUR in eine Richtung.

Und was die Vermehrung der Sicherheit angeht, dann bitte schaut doch mal nach Rostock zum G8 Gipfel vor einigen Jahren. Als dort der schwarze Block aufmarschiert ist, der ganz klare Strukturen in sich hat, der nicht unformierter Spontanwiderstand ist, sondern geplant, da konnte die Polizei nur verlieren.
Als der schwarze Block Jägerzäune von Anwohnern auseinander genommen hat, war die Polizei Schuld, weil sie NICHT eingegriffen haben. Als sie gegen den schwarzen Block vorgegangen sind waren sie nicht deeskalierend genug.

Gucken wir uns mal nen Castor Transport an. Wie einige vielleicht wissen ist ein sehr guter Freund von mir früher Teil einer BFE gewesen, der selbst häufig genug Castor fahren musste.
Dort ketten sich Öko-Aktivisten und deren KINDER an die Gleise und betonieren diese teilweise ein und nehmen neben den Verätzungen durch den Beton auch Verletzungen dieser in Kauf. Und diese Leute wollen in einer Demokratie leben?
Hört doch auf. Ist doch lächerlich was in diesem Land abgeht. Philantrop und Gutmensch muss man sein, heute vergessen was ich gestern gesagt habe.
Politik ist kein konstruktives Handeln mehr sondern nur noch unkonstruktiv an anderen rummeckern. Frau Roth war gestern abend wieder das beste Beispiel (Gott habe ich diese Alte gefressen). Scheinheiligenschein auf und vergessen das man in 9 Jahren Rot-Grün auch nix auf die Kette bekommen hat, sogar verschweigen dass Herr Trittin 2001 diese überhaupt erst wieder freigegeben hat.

Natürlich ist die Forderung der GdP Bullshit, aber dieses "ich weiss doch welchen Beruf ich mir aussuche und bla blubb" Geschwafel ist nicht besser.
Genau das sorgt für Kräftemangel in allen Bereichen. Denkt mal ne Sekunde drüber nach wenn Ihr in Euren geheizten Büros Euch die Hintern im Bürosessel breitsitzt.

Sorry für OT. Aber das Thema zieht das mit sich!

EDITH meint noch: Apropos Umweltaktivisten und wie ernst ich diese Menschen noch nehmen mag: Googelt doch mal nach Bildern vom Streckenabschnitt, wieviel Müll da liegt?
Ballkontakt
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Beitrag von Ballkontakt »

derhonkel hat geschrieben: Natürlich ist die Forderung der GdP Bullshit, aber dieses "ich weiss doch welchen Beruf ich mir aussuche und bla blubb" Geschwafel ist nicht besser.
Genau das sorgt für Kräftemangel in allen Bereichen. Denkt mal ne Sekunde drüber nach wenn Ihr in Euren geheizten Büros Euch die Hintern im Bürosessel breitsitzt.
Jaja, die armen Polizisten. Ein Runde Mitleid. :weinen:

Wie hier schon richtigerweise geschrieben wurde: in Deutschland herrscht zum Glück freie Berufswahl. Und worin genau der enorme Stress besteht, wenn 80% der Beamten den Walter-Elf-Kreisel bewachen, ist mir auch nicht ganz klar. Die sitzen 90 Minuten (während des Spiels) im beheizten Einsatzwagen - bei laufendem Motor - und haben vorsorglich sogar ihre Nackenkissen dabei, damit es nicht unbequem wird. Bei Spielen wie gegen BMG machen die nichts, als sich die Beine in den Bauch zu stehen. Und die Armen, die im Stadion eingestzt werden, müssen sogar noch kostenlos das Spiel von der Ost oder Süd aus ertragen. Schrecklich!

Das ist Jammern auf höchstem Niveau. Mehr nicht.
Betze!
derhonkel

Beitrag von derhonkel »

Ballkontakt hat geschrieben:Jaja, die armen Polizisten. Ein Runde Mitleid. :weinen:

Wie hier schon richtigerweise geschrieben wurde: in Deutschland herrscht zum Glück freie Berufswahl. Und worin genau der enorme Stress besteht, wenn 80% der Beamten den Walter-Elf-Kreisel bewachen, ist mir auch nicht ganz klar. Die sitzen 90 Minuten (während des Spiels) im beheizten Einsatzwagen - bei laufendem Motor - und haben vorsorglich sogar ihre Nackenkissen dabei, damit es nicht unbequem wird. Bei Spielen wie gegen BMG machen die nichts, als sich die Beine in den Bauch zu stehen. Und die Armen, die im Stadion eingestzt werden, müssen sogar noch kostenlos das Spiel von der Ost oder Süd aus ertragen. Schrecklich!

Das ist Jammern auf höchstem Niveau. Mehr nicht.
Starker Beitrag.
Diskutieren wir oder wärmst Du das auf was die anderen schon gesagt haben?
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Beitrag von Ballkontakt »

derhonkel hat geschrieben:Starker Beitrag.
Danke. 8-)
derhonkel hat geschrieben:Diskutieren wir oder wärmst Du das auf was die anderen schon gesagt haben?
Ja, tut mir leid. Aber ich sehe da einfach keinen Ansatz für eine tiefergreifende Diskussion. Finde es auch sehr weit hergeholt, hieraus eine grundlegende Gesellschaftsdiskussion abzuleiten. Mein Beitrag war daher nur eine Einleitung für mein persönliches Fazit. Und das lautet ganz simpel:
ballkontakt hat geschrieben:Das ist Jammern auf höchstem Niveau. Mehr nicht.
Und ein gewisses Maß an inhalterlicher Redundanz ist nicht vermeidbar bzw. sogar voll beabsichtigt, um zu zeigen, dass ich in diesem Fall bspw. mit der Meinung von Peter Gedöns zum Großteil d'accord gehe.

Ansonsten bleibt es dir überlassen, meine Beitrage großzügig zu ignorieren.
Betze!
derhonkel

Beitrag von derhonkel »

Tja, manchmal sieht die Welt in Schwarz und Weiss viel einfacher aus, ne?

Nach Eurer Theorie ist jeder selbst schuld, der sich nicht bei VW ans Band setzt und bei der 28. Arbeitsstunde in seine Trillerpfeiffe trötet...
Na dann.

Alleine der Beitrag mit dem Schlüssel und dem Einsatzfahrzeug entzieht jegliche Grundlage...
Soll wohl werden.
Peter Gedöns
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Beitrag von Peter Gedöns »

derhonkel hat geschrieben: Nach Eurer Theorie ist jeder selbst schuld, der sich nicht bei VW ans Band setzt und bei der 28. Arbeitsstunde in seine Trillerpfeiffe trötet...
Na dann.
Ja gut, dann sind wir beide ja schon mal Volldeppen. :D

Nein, der Beruf des Polizisten verlangt an sich ja eine Portion Idealismus und die Bereitschaft, sich für andere (die Allgemeinheit) auch aufzuopfern. Im Gegenzug bekommt man ein Beamtenverhältnis und damit eine extreme Planungssicherheit für die Zukunft.
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derhonkel

Beitrag von derhonkel »

Jop. Extrem Planungssicher wenn man von heute auf morgen von Kiel nach Bayern versetzt werden kann...
Paul
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Beitrag von Paul »

Peter Gedöns hat geschrieben:... Im Gegenzug bekommt man ein Beamtenverhältnis und damit eine extreme Planungssicherheit für die Zukunft.
Und diese Planungssicherheit scheint nach Meinung vieler hier darin münden zu sollen/zu dürfen, dass ein Polizist immer und überall ohne Jammern parat zu stehen hat. Scheiß egal, wie lange er sich dafür die Beine in den Bauch stehen muss und wie unnötig das auch sein mag.

Ich fang jetzt lieber mal nicht mit Beruf+Familie an... denn wie das ernsthaft gehen soll bei 60+X Wochenstunden - das würde mich mal brennend interessieren.

Ein Polizist ist eine Maschine die zu funktionieren hat. Immer und überall! :shock:
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Beitrag von Peter Gedöns »

derhonkel hat geschrieben:Jop. Extrem Planungssicher wenn man von heute auf morgen von Kiel nach Bayern versetzt werden kann...
Planungssicher in Bezug darauf, dass du nicht morgen auf der Straße sitzt, weil dein Betrieb dicht macht. ;) Als Polizist stehst du eher auf der Straße, weil ein anderer Betrieb dicht macht und das den Leuten nicht gefällt.

@Paul
Nein, wieder missverstanden. Sie mündet darin, dass der Beruf eben andere Anforderungen an dich hat. Was momentan angeht, ist das menschenunwürdig. Aber die Schuld daran trägt die Politik, nicht das Volk.
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