Mathias (Köln) hat geschrieben:Okay, sagen wir mal nicht, daß Aragorn kein Fan ist.
Ich will es mal anders erklären, ohne jetzt auf Aragorn spezifisch zurück zu kommen.
Bei der WM war die Stimmung wirklich mehr auf Party und gute Laune zugeschnitten.
War auch vollkommen okay!
In der Bundesliga gibt es gewachsene Rivalitäten!
Bei einer WM ist das anders. Da freut sich jede Mannschaft überhaupt dabei zu sein!
Natürlich freuen sich auch die Fans, daß ihr Land bei der WM vertreten ist. Ich war doch auch stolz darauf, daß Deutschland dabei war, Ausrichter war und auch noch so weit im Turnier gekommen ist!
Wer war das nicht?
Und in der Liga sieht das wie erwähnt anders aus.
Das liegt logischerweise an der geografischen Nähe.
FCK mag den Waldhof net, die Eintracht nicht, Trier? Wer istn das? Koblenz, von denen will man gar net erst anfangen und Mainz ist Kindergarten mit 11 Mann und einem Hampelmann an der Linie...
Und so kann man das in der ganzen Republik weiter stricken:
Köln mag Düsseldorf nicht und umgekehrt nicht.
Köln mag den HSV nicht, weil sie mit St. Pauli befreundet sind.
Dresden mag Leipzig nicht -> Derby .... oh, hatten wir schon. Aber ohne das Wort "Derby"
Und nicht nur in Deutschland gibt es dieses Phänomen.
Auch im Mutterland des Fußballs.
Schau dir mal den Film "Hooligans" an. Der verdeutlicht das am Besten, wie ich finde. Aber sieh ihn dir in Englisch an. Deutsch ist er nur halb so gut

Und dann, den besseren, also Football Factory.
Das mit der Rivalität ist doch einer der Gründe warum Fussball so gewachsen ist, weil es eben ein Volkssport war. Im gegesatz zu Tennis, Golf, curling etc. die sicher auch Spass machen, oder Basketball. Alles toller Sport, was den Fussball aber heraushebt ist eben die Tatsache das er von Anfang an mit dazu diente Rivalitäten auszufechten. Das war beim FCK vs. VFR so, das war sogar in meiner Kindheit auf dem Dorf so. Die eine Strasse hat gegen die andere gespielt, die alteingesessenen gegen uns aus den Neubausiedlungen. In den Schulen das gleiche, die eine Klasse gegen die andere, einmal im Jahr unsere Schule gegen die beiden benachbarten. Das war wie Krieg, da wurde getobt und gekmämpft, weil es nichtmehr nur um das Spiel ging, es ging um die Ehre.
Das zieht sich von den Schulhöfen und Turnhallen die ganzen Ligen hoch bis in die CL.
Die FIFA hat dann Angefangen das ganze als kommerz auszuschachten un EM und WM zu Massenspektablen umgeschraubt. Firmen wie Bayern, Dortmund, Chelsea und Co. haben das für sich übernommen, denn je mehr "normale" Leute in Stadien gehen, umso mehr kann man verdienen. Mit Hoffenheim, Salzburg etc. ist das dann pervertiert.
Klar werden da, wie in der Politik auch, Sicherheitsgründe vorgeschoben um die "echten" Fans zu unterdrücken und die Stadien dahinzuführe wo z.B. die Kinos schon stillschweigend hinverschwunden sind. Hochtechnisierte, ultramoderne Vergnügungsstätten die ihren eigentlichen Sinn irgendwo auf der Strecke liesen.