Jetzt sieht man es wieder mal bundesweit, die Pfälzer sind Grantler und Motzköpp, undankbares Volk, anders ist der letzte Platz in dieser sogenannten Analyse nicht erklärbar.
Jetzt mal Enstl, wer hat hier abgestimmt und wie kamen die Ergebnisse zusammen, gibt es einen Vergleichsrahmen, wie wurden die Noten interpretiert?
Diese sogenannte Umfrage hat den Qualitätscharakter der AutoBild Vergleichstests aus dem gleichen Stall. Ich arbeitete lange Zeit in Paris im Marketing einer Mineralölgesellschaft und wir bekamen die Autozeitungen aus ganz Europa. Egal welche Klasse getestet wurde, in der deutschen Ausgabe gewinnt immer ein deutsches Auto, vor dem Japaner und den Franzosen, die Italiener kommen hinterher. Der gleiche Test wird in der französischen Ausgabe veröffentlicht, da gewinnt der Franzose, der Deutsche ist Zweiter und die Japaner bilden das Schlusslicht. Objektivität wird nur vorgetäuscht. Der Rest ist Meinungsmache und Kommerzgeschwafel.
Doch ist es sicher zu pauschal, einfach nur zu sagen: Das ist ein tendenziöses Machwerk der bösen Presse und weg damit. Es ist in der Welt und eine öffentliche Ohrfeige für Stefan Kuntz in großen Buchstaben. Das ganze knapp einen Monat vor der JHV, nur das alle Bundesligisten bewertet wurden, lässt nicht an die große Verschwörung gegen den pfälzer Traditionsclub glauben.
...und da tauchen sie auch schon wieder auf, wie dunkle Wiedergänger in schlechten Horrorfilmen, die Alfred's, die sich offizielle Fans nennen und geben Kommentare ab. Insbesondere dieser Alfred Wünschel, seines Zeichens "Fanvertreter", der hier in dbb bis zuletzt Buchholz und Entourage die Lanze brach und nun der alten Garde die Schuld am schlechten Image zuschiebt. Da fehlt nur noch unser Obertrommler aus Waldbröckelheim und schon haben wir den Nightmare befor Christmas.
Wenn wir genauer auf die Ergebnisse schauen, spiegeln sie doch eine gewisse Tendenz wieder, die wir hier auf dbb bereits ausführlicher, differenzierter und natürlich objektiver thematisiert haben.
Da sind die Probleme beim Ticketing, dessen Organisation, bei allem Bemühen der Kräfte nicht ideal ist. Gut Galaxy war nicht das Verschulden des FCK, aber durch eine gewisse Naivität von Stadt, Fans und FCK schlitterte der Verein in eine Situation, die bei professionellerem Management hätte vermieden werden können. Aber wer hat sich noch nicht über die dummen Sprüche der Hotline geärgert: ...Versuchen sie es bitte später noch einmal - oder nehmen wir die Ticketvergabe an Gästepöbler in Lauternblöcken. Doch soo schlimm kann es auch nicht sein, der FCK ist besser als die ach so professionellen Bayern.
Auch bei Verkehr und Stadion, keine großen Unterschiede, aber wie wenig objektiv die Noten wirklich sind, zeigt der Wert von 2,30 für das Bruch-buden-Weg -Stadion im Vergleich zu den 2,43 oder 2,42 für die WM Stadien in Köln oder Lautern.
Größere Unterschiede gibt es eigentlich nur beim Verein und dem Selbstbildnis der Fans. Doch diese Dinge haben wir hier doch auch schon durchgekaut, angefangen bei der Grünewaldberufung bis hin zur Stimmungsdiskussion und dem Ansatz zur Reorganisation der Fanstruktur.
Dazu kommt, das die Zufriedenheit mit Management und Mannschaft, die Stimmung im Stadion sehr stark vom Tabellenplatz und dem Eigenbild der Besucher abhängt. Das Mainstream und Kommerz den Lautrer Fans saurer aufstößt als beispielsweise der Karnevaltruppe oder den SAP-Hörigen ist klar und selbsterklärend.
Ich war dieses Jahr u.A. auch beim HSV und in Dortmund und gerade in den Noten für Stimmung HSV 1,47, BVB 1,20 zu 2,02 FCK zeigt sich, wie unterschiedlich sowas wahrgenommen wird. Hamburger scheinen ihre Atmosphäre wie im Kühlschrank geil zu finden, BVB-ler betreiben geistige Onanie, indem sie sich an sich selbst erfreuen.
Stefan und sein Team kommen ähnlich gut (schlecht) an, wie das Gespann Wolfgang Overath/Michael Meier (Köln), Bernd Hoffmann/Bastian Reinhardt (HSV) oder Felix Magath/Horst Heldt (S04). Keine gute Gesellschaft!
Nur die VfB-Führung Erwin Staudt / Fredi Bobic sind noch deutlich schlechter angesehen.
Das sollte zu denken geben, denn Viele scheinen auf dem Weg des FCK in den Mainstream nicht richtig mitgenommen zu werden. Teilweise zurecht, denn die Ex-VIP's und ehemaligen FCK-Profiteure brauchen wir wirklich nicht, aber auch bei vielen "Normalos" staut sich da Ärger an, der mit Stefan und seiner Entourage verbunden wird. und das sind nicht nur die Motzenden Alfred's, sondern auch, solch tief-fck-rote Gestalten wie der Westkurvenveteran.
Aber wie es auch sei, das ist unser Thema, das hat nichts auf den Seiten von Bild oder in dem TV-Magazin vom SWR zu suchen.