Der NIKE-Fluch!!
Die Hauptdarsteller aus dem Nike-Spot verabschieden sich einer nach dem anderen. Ronaldinho war nicht mal dabei! Arreviderci, Cannavaro! Au revoir, Franck! Good bye, Wayne! Und Christiano, du alter Poser, Tschö mit ö!
Jetzt hat es sogar Nebendarsteller Roger Federer in Wimbledon erwischt! Und Kobe Bryant (aktueller NBA Champion mit LA) hat es den Zeigefinger zerdeppert - der muss jetzt in der Klinik wieder zusammengeflickt werden.
Der Fluch!
Schreib die Zukunft ab
Die Superstar-Träume von Fabio Cannavaro, Franck Ribery und Didier Drogba waren nach der Vorrunde längst Geschichte. Vor allem der Auftritt von Ribery und Co verwandelte sich vielmehr in einen Alptraum. Wobei schon die Besetzung des 36-jährigen Cannavaro unter der Maxime „Schreib die Zukunft“ als mutig bezeichnet werden darf. Die weiteren Einträge in die Geschichtsbücher sollten sich für den Italiener beim orientalischen Club Al-Ahli in Dubai, seinem neuen Arbeitgeber, in Grenzen halten.
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Als Letzten ereilte Cristiano Ronaldo der Fluch des Nike-Spots. Im Achtelfinale gegen Spanien bot der portugiesische Exzentriker eine äußerst dürftige Vorstellung. Bis auf theatralische Flugeinlagen und seinen obligatorischen Cowboy-Anlauf zum Freistoß war nichts zu sehen vom Superstar. Zudem präsentierte sich der Unterlegene als schlechter Verlierer. Unmittelbar vor einem Kameramann spuckte der 25-Jährige auf den Boden und verweigerte seinen Teamkameraden von Real Madrid – wie Iker Casillas, Sergio Ramos oder Xabi Alonso – die Gratulation. Die Bauarbeiten an der von Nike prophezeiten Ronaldo-Statue in Lissabon starten mutmaßlich nicht in den nächsten Tagen.
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„Schreib die Zukunft“, lautet das Motto des Spots. Für alle im Clip prominent platzierten Stars aber ist die WM schon Vergangenheit.
Aufwendig inszeniert spielt der Werbeclip mit unterschiedlichen Szenarien, die den Hauptdarstellern nach ihren Darbietungen in Südafrika blühen. Ritterschlag oder ein Leben im Wohnwagen mit Pennerbart. Das sind die Optionen für Wayne Rooney. Vier Spiele, kein Tor, der K.o. gegen Deutschland. Mit einer Einladung der Queen in den Buckingham Palace muss der Stürmer von Manchester United nicht rechnen. Bei einem geschätzten Jahreseinkommen von sechs Millionen Euro scheint der Trailer Park aus dem Spot allerdings ebenso wenig realistisch.
Die Hetzjagd, die sich vor Rooneys geistigem Auge im Clip abspielt, dagegen schon eher, teilweise ist sie schon Realität. Als „Pitbull-Primadonna“ bezeichnet ihn die englische Boulevard-Presse und fragt höhnisch: „Hat jemand Wayne Rooney gesehen?“
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Ungeschoren kommt in dem von Hollywood-Regisseur Alejandro Iñárritu (Babel, 21 Gramm) produzierten Werk nur ein Zeitgenosse davon, bei dem das Scheitern den Grundstein für seinen Erfolg gelegt hat: Homer Simpson. Den gelben Springfield-Bewohner tunnelt der virtuelle Ronaldo gekonnt. Dem Cristiano Ronaldo aus dem Achtelfinale gegen Spanien wäre selbst das schwer gefallen.
Aber die Marketing-Profis aus Beaverton kämpfen gegen die Teilnahmlosigkeit ihrer Clip-Helden und haben den brasilianischen Übersteiger-König Robinho eingewechselt. Gemäß der Prophezeiung ist das Viertelfinale zwischen Brasilien und den Niederlanden damit entschieden. Die deutsche Mannschaft darf sich freuen: Im Finale wartet das ewig-junge Duell mit den Nachbarn aus den Niederlanden.
http://www.focus.de/sport/fussball/wm-2 ... 25320.html