Pfalz unter
Text: Johannes Ehrmann
Der 1. FC Kaiserslautern ist Meister der 2. Bundesliga. Weltmeister Horst Eckel überreichte FCK-Kapitän Martin Amedick am Sonntag die Schale – dann begann die uferlose Party. 11FREUNDE war mittendrin im rotweißen Taumel.
Es ist 16:50 Uhr, als Gerry Ehrmann losspurtet. So wie sich der Mann mit dem großformatigen Brustkasten einst den Stürmern der Liga entgegenwarf, stapft er jetzt mit ausgebreiteten Armen gen Westen. Als das Grüppchen Fans, das Sekunden vorher das Platzsturmverbot ignorierend aus dem Block gehüpft ist, Lauterns »Exekutive« (Stefan Kuntz über Ehrmann) nahen sieht, machen die Anhänger das, was auch die Angreifer früher am liebsten gemacht hätten: Auf dem Absatz kehrt. Als er die verschüchterten Ultras erfolgreich vom Rasen getrieben hat, klatscht »Tarzan« mit ihnen ab. Man feiert zusammen, an diesem Tag im Mai.
Und das nicht zu knapp. Zehn Minuten, bevor Lauterns Torwarttrainer zum Chefordner wird, ist das Fritz-Walter-Stadion von einem fünfzigtausendfachen Jubelschrei erfüllt worden. Kein Ereignis auf dem Rasen, auf dem sich zu dem Zeitpunkt der 1. FC Kaiserslautern mehr schlecht als recht mit der B-Elf des FC Augsburg abmüht, sondern ein Zwischenstand aus dem fernen Hamburg startet die Pfälzer Ekstase. St. Pauli liegt gegen Paderborn zurück, die »Radkappe«, jener noch recht neue Siegerpreis für den Zweitligameister, wird in die Pfalz wandern.
Jendriseks letzte Tat
Ab dann steigt die Stimmung minütlich. Im Stadion werden die Taschentücher gezückt, der scheidende Jendrisek erzielt in seiner letzten Amtshandlung im FCK-Dress in der 91. Minute den Ausgleich, per Stadiondurchsage wird der Meistertitel offiziell bekannt gegeben, Aida aus den Boxen, wilder Pogo auf dem Rasen, Marco Kurz ist der beste Mann, dann auch Stefan Kuntz, Landesvater Kurt Beck nicht, der knuffige SPD-Patron lässt sich nichtsdestotrotz bereitwillig zum Fernseh-Mikro führen. Es feiert ja, wie gesagt, die ganze Pfalz. Und dann, um kurz nach fünf, betritt ein Weltmeister das Grün.
Horst Eckel schreitet im blaugrünen Zwirn zur kurz vorher errichteten Bühne. Ein Name wie ein Ausrufezeichen hinter der glorreichen Vergangenheit dieses Klubs. Eckel, den Fritz Walter einst an Sohnes statt adoptierte, wird die Trophäe an die FCK-Co-Kapitäne Martin Amedick und Srdjan Lakic überreichen.
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Quelle:
11freunde.de