GEWALT IM FUSSBALL "Es ist ein gesellschaftliches Problem"
Die Ausschreitungen der Hertha-Fans haben gezeigt, dass es weiterhin Gewalt im Fußball-Stadion gibt. Zwei szenekundige Polizeibeamte erklären auf WELT ONLINE, wie sie die Ausschreitungen in der Bundesliga beurteilen und welche Konsequenzen sie empfehlen.
Nach den Fanausschreitungen von Anhängern des Bundesligaklubs Hertha BSC in der Partie gegen Nürnberg (1:2) hält die Diskussion über eskalierende Gewalt in den Stadien an. WELT ONLINE beleuchtet die Problematik aus zwei Perspektiven: Rainer Schwienke, Mitarbeiter der Landesinformationsstelle für Sporteinsätze im Lagezentrum Berlin, beobachtet Entwicklungen bei den Anhängern auf Grundlage der Kenntnisse szenekundiger Beamter. Ein solcher ist Thomas Fischer (Name auf Wunsch des Interviewten geändert), einer von drei Männern, die bei Werder Bremen in den Fanblöcken ver- und ermitteln.
Ich hab lange überlegt ob ich den Artikel überhaupt, und wenn, wo ich ihn einstellen sollte.
Prinzipiell hat es mit dem Betzenberg/FCK nicht direkt zu tun, darum hier hin.
Von Jens Meifert, 19.03.10, 21:20h
Immer wieder kommt es bei Fußballspielen zu Gewalt. Auch beim Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach ist die Polizei in Alarmbereitschaft und mit mehreren Hundertschaften am Stadion.
Freitagabend, Köln-Müngersdorf: Das Flutlicht strahlt ins Stadion, die Fans schmettern ihre Hymne und verwünschen den Gegner mit herzlichster Verachtung. Derby-Stimmung am Rhein. Doch das heißt längst auch Alarm-Stimmung. Wie am Freitag beim Zusammentreffen der ewigen Rivalen aus Köln und Mönchengladbach, tritt die Polizei bei Risikospielen mit mehreren Hundertschaften an. „Die Gewalt nimmt wieder zu“, sagen nicht nur Polizisten, sondern auch Fan-Beauftragte.
Bei der Überschrift dachte ich zunächst an BLÖD-Niveau. Aber ehrlich gesagt, der Artikel ist absolut lesenswert.
Klare Differenzierung zwischen eher friedlichen Ultras und den wenigen Gewaltbereiten, die unter deren Deckmantel handeln. Auf der anderen Seite auch die kritischen Worte in Richtung der Ultras, genau diese Leute zu decken und mit Selbstkritik nichts am Hut zu haben. Als kleines Schmankerl noch der Seitenhieb auf Herrn Wendt, insgesamt einer der besseren Artikel zu diesem schwiereigen Thema.
Wenn man hier regelmäßig mitliest, kommt einem das Geschilderte doch sehr bekannt vor.
Der 1. FC Nürnberg musste sich am Montag wegen Fan-Ausschreitungen vor dem DFB-Sportgericht verantworten. Bei der Auswärtspartie in Bochum (0:0) hatten sogenannte "Ultras" Brandsätze gezündet. Dabei waren acht Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Das Urteil: Nürnberg darf für die Auswärtsspiele in Freiburg und Hamburg keine Stehplatzkarten verkaufen. Insgesamt beläuft sich die Geldstrafe auf rund 100.000 Euro.
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Bei zwei Auswärtsspielen muss der Gästefanblock komplett leer bleiben. Für die beiden Partien beim SC Freiburg (31. Spieltag) und beim Hamburger SV (33. Spieltag) darf nur das zur Verfügung stehende Kontingent an Sitzplatztickets verkauft und die Karten müssen personalisiert werden. Das Stehplatzkontingent darf nicht verkauft werden und die Blöcke müssen leer bleiben