Ein sehr guter, authentischer und ehrlicher Post. Genauso geht es doch wahrscheinlich vielen unter uns.rmpa77 hat geschrieben:Geht mir genau so.Fragile X Factor hat geschrieben:Wer übernimmt denn jetzt die Rolle des Sittenwächters? Wer möchte diese haben? Ich nicht, dafür bin ich nicht heilig genug.
Hab mich gerade auf der Rückfahrt von Fürth wieder gefragt warum ich mir dies überhaupt noch an tu.
Meine Freundin fuhr mit mir im Sonderzug zurück und für sie war es unverständlich das einige das Waschbecken, bzw Aschenbecher oder Mülleimer im Zug als Toilette benutzen. In mir schreit alles Alarm wenn ich solche Sachen sehe - trotzdem toleriere ich sie weil ich es einfach schon immer so gesehen und miterlebt habe. Auswärts fahre ich ( Baujahr 77) auch nicht erst seit gestern. Dieses Überwinden, auch mal bekannte Gesichter anzusprechen bei gegebenen Misstständen ist hart - oftmals braucht man aber auch bei offensichtlichen Missständen eine dritte person die einen darauf hinweist. Man ist, sozusagen, Betriebsblind.
Es ist eine Sch... Situation weil auch ich eigentlich gar nicht der sittenwächter sein möchte - ich denke so geht es vielen.Wir "Opfern" unsre Freizeit für den Verein - da fehlt mir ehrlich gesagt noch die Lust daran, irgendwelche Dorftrottel zu erziehen. Ich glaube an das gute im Menschen und auch durchaus daran, das über kurz oder Lang der gesunde Menschenverstand siegt und auch der letzte Bauer versteht dass das gezeigte Verhalten einfach überzogen war. Damit meine ich noch nicht einmal die Schneebälle, sondern eher das Drumherum das an jedem Spieltag Usus ist.
@KL1900:
Wo sind denn die alten? Manchmal komme ich mir mit meinen 32 vor wie ein Methusalem...körperliche Gebrechen inklusive.´
Ich weiß noch wie es war als mir sellemols die Erwachsenen versucht haben Werte zu vermitteln - alles wurde abgeblockt, aber durch erlebte Situationen zügelst du dich und lernst - automatischer Prozess.
Nur durch Kritik und Anfeindungen wird man nie auf einen Konsens kommen da eine der streitenden Parteien "dicht" macht. Viel ist passiert in letzter Zeit - ich bin mir sicher das viele ihre Lehren draus ziehen.
Ich zumindest schon.
Aber vielleicht kann man ja in einem ersten Schritt mit der Vorbildfunktion anfangen, d.h. unsere "Generation" sollte ja in der Lage sein, in der einen oder andere Situation den Adrenalinspiegel soweit unter Kontrolle zu haben, dass man im und um das Stadion noch zum rudimentären Nachdenken in der Lage ist.
Mal bei dem einen oder anderen Fangesang ("Waldhof-Lied", "U-Bahn" etc.) nicht mitsingen, im Bedarfsfall nette Ansprache von und Umgang mit Ordnern und Polizei (sowohl uffem Betze als auch auswärts; es soll schon vorgekommen sein, dass Ordner und Polizisten dann auch wesentlich freundlicher und entgegenkommender reagieren!), "zivilisierter" Umgang mit und Gebrauch von öffentlichem und fremdem Eigentum (Sanitäranlagen, Verkehrsmittel etc.)...mit solchen Banalitäten fängt es an!
Man muss ja nicht direkt ein Sozialprojekt draus machen, einfach nur mal häufiger Herz und Hirn einschalten...damit ist schon viel gewonnen!
Aber eines ist auch klar: die generellen sozialen Missstände werden wir damit alleine nicht lösen!
Gruß vom HAP
