Satanische Ferse hat geschrieben:"...wir stehen am Samstag im Stadion und rufen..." Jahrelang gesungen. Jetzt war es endlich soweit, zwar nicht in der 1.Liga, aber immerhin mal wieder ein Spiel an einem Samstag. Und es kamen, für uns alle sehr enttäuschend, lediglich läppische rund 27000 Unentwegte. Die um 2 Stunden frühere Anstoßzeit und die Schulferien können nicht der Hauptgrund für diese schwache Resonanz sein.
27.000 für ein Spiel gegen Fürth ist doch im Prinzip in Ordnung. Das spiegelt den Schnitt der letzten Jahre doch wieder? In der Saison 2006/2007 25.000 da,obwohl wir um den Aufstieg mitspielten. In der Horrorsaison, waren am 3.Spieltag sogar nur 22.000 da, als noch keiner wusste wie schlimm die Saison wird.
Letztes waren soviele da wie noch nie gegen Fürth mit ein wenig mehr als 31.000. D.h. So schlimm war die Zuschauerzahl gegen Fürth doch nicht. Sie war nur...durchschnittlich und der Atraktivität des Gegners zu verdanken. Gegen Düsseldorf wären sicher 40.000 gekommen, da bin ich mir sicher!
Wer kam wurde belohnt. Heimsieg gegen die Fürther, die in den letzten Jahren stets im oberen Drittel mitgespielt hatten und die zuletzt zweimal hintereinander als Sieger aus der Bastion Betze nach Franken heimkehrten.
Manche rieben sich verwundert, aber begeistert die Augen, denn es wurde nach Jahren der Enthaltsamkeit auch mal wieder richtig Fußball gespielt. In diesem wie von einem Fön angetriebenen Spiel fiel denn auch bereits nach 5 Minuten ein Tor, so ganz nach meinem Geschmack. Drei Spieler sehen eine Passage und spielen den Ball dementsprechend dort hinein. Der dritte Spieler erkennt sogleich was auf ihn zukommen wird, startet im richtigen Moment und vollstreckt souverän mit Übersicht.
Tatsächlich rieben sich viele die Augen, aber es waren Dinge zu sehen, die sich die komplette Vorbereitung über angedeutet haben. Bei jedem Spiel, eingenommen das Pokalspiel gegen Braunschweig, hat man einen Teil des am Samstag gesehenen schon präsentiert bekommen. Das 1:0 war wie schon einmal geschrieben eine Kopie des Tores gegen die Kickers Offenbach. Gegen Frankfurt hat man Kostproben vom Spielerischen gesehen. Bis zum Mittelfeld hin wirkte, dass was ich gesehen habe gut, jedoch fanden sich für die Bälle keine Abnehmer und es wirkte so als der FCK gegen die Adler müde war.
Gegen Braunschweig hat man in der 2.Halbzeit viel Ball halten gesehen, einen überlegten Spielaufbau, sehr gut getretene Standards
Nach Bugeras herrlichem Freistoßtor hätte es ruhig so weiter gehen können. Jedoch der richtige Zug zum dritten Tor fehlte. Sam hatte es dann doch gleich nach der HZ auf dem Fuß. Keine Ahnung, warum das Ding nicht zappelte.
Danach erfolgte das, was ich die ganze Zeit vorher im Hinterkopf hatte - was passiert,wenn wir ein Gegentor kassieren? Positive Erkenntnis, die Jungs befreiten sich ziemlich rasch aus einer leichten Umklammerung. Erstens steht die Abwehr sehr sattelfest und ließ kaum Torraumszenen des Gegners zu. Durch unsere Zweikampfstärke sind Balleroberungen keine Seltenheit und zermürben den Gegner zusätzlich.
Ich bin sogar froh, dass der FCK die Kleeblätter nicht auseinander genommen hat, wie es sich gehört hätte. Die Erwartungshaltung der Fans wäre ins unermessliche gestiegen. Und der gesunde Realismus der momentan im Forum herrscht wäre weg gewesen und zu blindem Optimismus mutiert, der bei der ersten Niederlage in einen Wochenlang Pessimistischen Dauerzustand umgeschlagen wäre.
Zweitens bleibt auch die Mannschaft auf dem Boden und geht nicht überheblich an die Aufgabe Ahlen heran. Das ist nämlich nach einem Schützenfest immer das Problem. Gerade am ersten Spieltag. Außerdem hat die Mannschaft durch das Gegentor gemerkt, dass ein Vorsprung sehr schnell weg sein kann! Trotzdem wurde der Vorsprung sehr Souverän verteidigt und bis auf das eine Luftloch wurden keine Fehler mehr gemacht
Zum letztem war dies eine sehr gute Lektion für Sidney Sam, der vielleicht gemerkt hat, dass er vor dem Tor aufhören sollte zu spielen und das Ding lieber sicher einschieben sollte, denn sonst könnte das Spiel noch kippen.
Insgesamt zirkulierte der Ball oft in langen Stafetten in unseren Reihen. Wir hatten endlich mal wieder Spieler, die im Mittelfeld anspielbar waren, was nur durch eine läuferische und kämpferische Bereitschaft erreichbar ist. Wichtig auch die erkennbare Bereitschaft mitzudenken. Auch habe ich sehr erfreut verbuchen können, dass sie sich als ballsicher erwiesen. Auch das Bemühen, schnell Umschalten zu wollen, war erkennbar Bestandteil unseres Spieles.
WAs zudem auch noch aufgefallen ist, dass viel Wert auf das Kontern gelegt wird. Daraus resultierte auch Sams Chance. Das lange Zirkulieren und das schnelle verschieben ergibt Lücken. Das einzige Problem könnte es hierbei mit aggressiven Mannschaften geben, die versuchen diesen Spielaufbau im Vorfeld zu zerstören.
Am positivsten gefällt mir jedoch das viele "klatschen lassen" Das reißt Lücken und ist relativ sicher. Zudem zeichnet gerade das eine schöne Spielkultur und auch oft eine gute Technik aus. Außerdem ist es Kraftschonend. Dürfte hier jeder Fußballer nachvollziehen können.
Was mir noch auffiel: es gab für zahlreiche Einzelaktionen einen spontanen Szenenapplaus, was ich in der Häufigkeit schon sehr auffällig war. Denke, vielen Zuschauern ging es so ähnlich wie mir. Jeder vernahm es wohlwollend, zu sehen, dass in der Vorbereitung der Mannschaft etwas vermittelt worden ist und sie scheinbar in der Lage und willens ist, dies auch umzusetzen.
Ich denke dir schwirrt da auch die Szene im Kopf rum, als Sam den Ball mit der Sohle zurück legt und ihn dann hintenrum mit der Innenseite zieht und so einen Gegner ganz bitter tunnelt. Wenn es klappt in Ordnung. Klappt es nicht, redet man hier von Verspieltheit und auch im Stadion kann bei 2-3 Misslungenen Szenen die Stimmung ins Negative umschlagen. Auch gegneüber einem Spieler... Ich erinnere dich an die 3Spiele-Ente Husejinovic. Das einzelne Spieler anfeuern war früher eigentlich guter Ton auf dem Betze...Buck Buck Buck - Sprechchöre bei jedem Ballkontakt. Ratinho ohoh...eieiei wir haben einen Jesus, Miro Miro...bei Kadlec und Klose...Ehrmann Ehrmann...Ein Martin Wagner, es gibt nur ein Martin Wagner
Mein Gott habe ich das geliebt... Eieiei wir haben einen Ivo, Sam Sam Sam Sam Sam, Gegen Martin habt ihr keine Chance, ein Tobi Sippel, es gibt nur einen Tobi Sippel...die Kurve war da mal sehr Kreativ...
Aber allenfalls nach dem ersten Auswärtsspiel und einer weiteren Bewährungsprobe gegen einen Mitkonkurrenten zu Hause, können wir ein erstes kleines Fazit ziehen.
Sollte konditionell tatsächlich noch nachzuarbeiten sein, sollte man dies aber schleunigst tun. Step by step.
Konditionell habe ich eigentlich nur bei Ivo, Sam und Jendrisek schwere Bedenken. Das Spielsystem erfordert gerade von denen einen ernomen läuferischen Aufwand. Das hat man am Ende gemerkt. Bei Sam mehr als bei Ilicevic, denn dieser wurde ja Verletzungsbedingt rausgenommen. Sam weil er einfach kaputt war.
Fritz Walter hat den ,,Deutschen Gruß'' abgelehnt, Briefe nicht mit ,,Heil Hitler'' unterzeichnet, im Vereinslokal der TSG Diedenhofen soll er gar ,,Heil Moskau'' gerufen haben. (Süddeutsche 17.05.2010)