flammendes Inferno hat geschrieben:
Wir sollten mal wieder einem Trainer etwas länger die Chance geben eine Mannschaft in Ruhe aufzubauen und nicht nach jedem Remis oder Niederlage einen "besseren" Trainer(WO ist DER ??!!)
fordern.
Seit Kalli Feldkamp ist jeder Trainer "geflogen" oder wurde weggemobbt wie OR.
Ich sag nichts zu OR sonst wird das eine Neverendingstory
Aber
Das ist die Geschichte des FCK, das ist das System FCK, das ist die Tradition FCK.
Gestern Abend im Interview mit Stefan Kuntz, fiel ein sehr entscheidender Satz. Stefan sagte sinngemäß, er kämpfe an vielen Fonten gegen dieses:
"Das haben wir schon immer so gemacht"
Sicherlich ist es nicht einfach Trainer in einem Club zu sein, der derartig emotional in seinem Umfeld aufgeladen ist. Allein der Mentalitätskonflikt zwischen "Pfälzer Krischer" und "Mufkepp", die Reibungsflächen zwischen Fritz Walter Emotionen und modernen Controllingmethoden, die Gegensätze zwischen Provinzialiät und der internationalem Anspruch haben die Explisionskraft eines taktischen Atomsprengkopfes.
Die Liste die du so schön aufzeigst, ist in erster Linie ine Liste von Missverständnissen.
Rudolf Kröner ist bei mir als Trainer einfach vergessen, da hab ich keine Erinnerung, weder warum er verpflichtet wurde, noch warum er gehen musste.
Mit Dietrich Weise wurde das Ruder voll rumgerissen, das genaue Gegenteil wurde geholt, ein Fußballphilosoph, der aber seine beste Zeit schon hinter sich hatte und an die Spieler nicht rankam. Das funktionierte von Anfang an nicht und dann zog man die Reißleine.
Manfred Krafft war als Retter geholt, hatte Erfahrung mit schwierigen Klubs aus der Region (Saarbrücken und Karlsruhe), aber dann wurde er für die Entwicklung des Vereins als zu leicht empfunden.
Diese wurde von Hannes Bongartz erwartete, der von der Spielerbank auf den Trainerstuhl wechselte, ein Missverständnis, das sich beim FCK später noch einige Male mit Brehme oder auch Rekdal wiederholte. Dazu gehört auch Rainer Zobel, wo man sich ein gewisses Bayern-Flair einkaufen wollte, das er aber nicht mitbrachte oder Wolf, von dem man annahm (auch ich), das er FCK Kenntnisse und Erfahrungen aus dem Abstiegs- und Aufstiegskampf mitbringen würde. Diese Fehleinschätzungen wiederholten sich auch bei Henke, der wohl eine der größten Luftnummern einer FCK Vereinsführung war. Nur Sepp Stabel, der seinen Vertrag erfüllen durfte, war da eine Ausnahme, wenn ehemalige Spieler Trainer wurden. Aber er war Torwart, genau wie Milan Sasic.
Das Jara, einfach Probleme mit dem Umfeld bekam, war schon bei Unterschrift erkennbar. Ich weiss nicht, wer auf die Idee kam gerade einen Österreicher beim FCK zu verpflichten ("Fesch san die schoo - aber mutig san se nich!). Gerets und Krauzun waren Retter, die wenn die Luft mal abgelassen war nur noch als schrumpelige Hohlkugeln durchgingen.
Aber genauso wie die Geschichte des FCK in den letzten 30 Jahren (und so lange bin ich dem Verein seit meinen Studientagen in Lautere verbunden) eine Geschichte der Fehleinschätzungen von Trainern ist, so ist es auch eine Geschichte derjenigen, die diese Trainer einstellten und entließen. Eine Geschichte von Gutmenschen und Kirchenpatronen, die immer nur das Beste für den Verein wollten, aber nicht unbedingt taten, weil sie Business und Menschenliebe nicht zur Deckung bringen konnten. Von Menschen die nur das Beste für sich wollten, oder wie Stefan Kuntz es ausdrückte: "Viele profitierten, aber nicht der FCK" und Menschen, die wollten, aber nicht konnten.
Erst jetzt mit Stefan Kuntz (das Interview gestern Abend war mal wieder eine Sternstunde) haben wir einen, der Eigen- und Vereinsziele zur Deckung bringen kann, der die Fähigkeit besitzt, Strömungen aufzunehmen und für sich und den Verein nutzbar zu machen. Ich glaube er wird es auch fertig bringen, das Dilemma zwischen Anspruch und Wirklichkeit, das mit Milan Sasic einhergeht zu lösen und zu einenm für alle Seiten zufriedenen Abschluss zu bringen.
Stefan Kuntz liest sehr genau, was im Umfeld des Vereins geschrieben wird, auch dieses Forum, sonst würden die Fragen, die wir stellen nicht so präzise von ihm beantwortet. Ich hab zwar nicht so einen engen Kontakt mit SK, wie wohl
mxhfckbetze, dessen Opa wohl enger mit Stefans Oma zu tun hatte

, glaube aber in den Antworten, die Denke erkennen zu können. Ihm ist der Zielkonflikt bewusst, der zwischen der Notwendigkeit Aufzusteigen und den wirtschaftlichen und personellen Ressourcen des Vereins besteht. Es ist verdammt schwer aus der Nummer rauszukommen und diesen Kurzschluss in der Argumentationskette aufzulösen.
Lasst es mich mal so formulieren:
Milan Sasic wurde verpflichtet (nicht von Stefan Kuntz !) weil er bereit war, ein Himmelfahrtskommando zu übernehmen, das für ihn aber kein Risiko darstellte, weil er nichts zu verlieren hatte. Er war preiswert und geeignet der Mannschaft die "Tugenden des FCK" einzuimpfen. Damit und nicht zuletzt mit der Person Stefan Kuntz wurde das Wunder geschafft.
Das Problem stellt sich aber nun neu, Ziel ist nicht mehr der Klassenerhalt, sondern der Aufstieg und das Etablieren in Liga 1. (Gestern Abend wurde es ausgesprochen). Da weis Milan Sasic aber, das er schnell gewogen und als zu leicht befunden wird, insbesondere wenn er wenig Zeit hat und einen "engen" Kader (siehe sein RP Interview). Stefan Kuntz steht vor dem klassischen Dilemma, einen Trainer, der nach den einfachen Regeln der Branche und der Öffentlichkeit Erfolg hat, quasi vorausschauend zu ersetzen, weil er ihm eine weitere Entwicklung nicht zutraut. Aber zuzuschauen und sehenden Auges in die Katastrophe Aufstieg und dann freier Fall durch die erste und 2. Liga zu laufen, kann er auch nicht. Nach den oben zitierten Regeln würde man zusammen den Aufstieg feiern, und spätestens in der Winterpause, wenn man nicht auf einem Platz zwischen 10 und 14 steht den Trainer feuern. Um dann den Teufelskreis mit einer anderen Person wieder von vorne anzufangen (siehe Liste von FI)
Spieler zu finden, mit dem Potential für die 1. BuLi, wird nach dem Aufstieg nicht schwer sein, sie aber zu einer funktionierenden Einheit zusammenzubauen und sie tacktisch so vorzubereiten, das sie die Klasse halten können ist eine andere Sache. Die Mannschaft so zu stabilisieren, daß sie nach dem ersten Jahr die zu erwartenden Abgänge von Leistungsträgern verkraften kann, das ist etwas, was ich und Andere Milan Sasic nicht zutrauen. Denn heute schon zeigt es sich, welche Defizite er in den Kategorien Menschenführung und taktischer Schulung hat.
Gottseidank sitze ich hier nur vor einer Tastatur auf meiner Loggia und nicht in einem Büro im FWS. Das wird noch ein schwerer Weg, der zwischen betrieblichen Notwendigkeiten und menschlichen Verpflichtungen gegangen werden muss.
Frohe Ostern