2. Liga O-Ton
“Wäre gut, wenn Lautern noch nicht aufsteigt“
WM-Held Horst Eckel über die Probleme der Roten Teufel, Millionen-Gehälter und seine Besuche im Gefängnis
Von Jens Watermann
SPORT BILD: Herr Eckel, Sie sind Stammgast im Fritz-Walter-Stadion. Sie müssen aber sicher nicht mehr wie damals als kleiner Junge durch ein Loch im Zaun klettern, oder?
Horst Eckel (77): (lacht) Nein. Mittlerweile habe ich eine Dauerkarte auf der Ost-Tribüne, ganz in der Nähe von (Kaiserslautern-Vorstandschef) Stefan Kuntz.
Die FCK-Fans träumen vom Aufstieg, Sie auch?
Natürlich fiebere ich mit. Aber ganz ehrlich: Es wäre gut, wenn die Mannschaft noch nicht aufsteigt.
Wie bitte, das sagen Sie als FCK-Legende? Warum?
Die Zeit ist einfach noch nicht gekommen. Die Mannschaft ist unheimlich jung, wächst gerade erst zusammen. Ich bezweifle, ob sie so schon in der Bundesliga bestehen könnte.
(...)
Solche Summen waren damals ja noch völlig utopisch.
Ich habe in Kaiserslautern 320 Mark im Monat verdient. Als ich später noch einmal an der Universität in Trier die Schulbank gedrückt habe, um Lehrer zu werden, hat meine Frau Hannelore ein Sporthotel geleitet. Sie musste die Familie in der Zeit miternähren.
(...)
Der große Fritz Walter, auch ein Held von Bern. Wie oft denken Sie noch an den Triumph?
Jeden Tag. Immer wenn ich auf meine Uhr am Handgelenk schaue. Die hat jeder von uns 1954 von der Fifa geschenkt bekommen. Für einen Moment ist es dann so, als wäre die Zeit einfach stehen geblieben.
Komplettes Interview: SPORT BILD Printausgabe 13/2009 vom 25. März 2009 auf den Seiten 48 und 49