Hier mal mein Senf zu dem Thema. Das sind Dinge die mir schon lange im Kopf rumschwirren, hab jetzt einfach mal drauf losgeschrieben.
Nene Leute, es ist nicht alles schwarz und weiss, und weder sind immer die Cops noch sind immer die Fans schuld. Nen bischen differenziert betrachten, und beiden Seiten kritisch gegenüber stehen...
Vor allem der erste Halbsatz, Leute, schreibt euch den hinter die Ohren, das ist ne Erkenntnis die uns nicht nur beim Fussball gut tut, sondern im ganzen Leben!
Man kann sagen: Weder die Fans, noch die Polizei, nehmen sich bisweilen an (unnötiger) Gewalt und Brutalität all zu viel. Der Knackpunkt bei der Sache ist, das die Polizei Beamte eines Rechtsstaates sein sollen. "Es sind auch nur Menschen", ja, aber genau bei diesem Beruf darf man eben keine Machtgeilheit zur Schau stellen, darf weder ein schlechter Tag noch der Frust wegen Wochenenddienst (übrigens,BloodyCut, gehts eigentlich noch? Das ist ihr verdammter Job und damit sollen sie zufrieden sein. Ich kann gar nicht sagen wie moralisch falsch das ist sowas als Rechtfertigung für Polizeigewalt heranzuziehen) als Grund für überzogene Gewalt herhalten dürfen. Jede ungerechtfertigte Aktion der Polizei, vor allem wenn sie gewalttätig ist, zerstört unseren Rechtsstaat ein bischen mehr. Vielleicht verlange ich Unmögliches,aber es muss der Anspruch der Polizei sein, komplett emotionsfrei zu arbeiten. Das Problem sind ja aber nicht nur durchdrehende Beamte, sondern das die Brutalität Methode hat. Ich habe mich nach dem Frankfurt-Spiel mit einem Zivilpolizisten unterhalten, unter anderem auch über die Vorgänge in Pauli. Ein Satz von ihm war: "Wenn wir erstmal im Block sind, gibt es eben keine Rücksicht mehr auf Verluste."
Überlegt mal was das impliziert! Das heisst nichts anderes als , ob alt, jung, Männlein, Weiblein, wenn du im Fussballstadion zusammen mit potentiellen Kriminellen in einem Block stehst, dann nimmst du eben in Kauf, brutal verprügelt zu werden!
Ich errinnere mich auch zum Beispiel an das Auswärtsspiel in Wiesbaden letzte Saison.
Der Gästeblock war wie so oft durch die brutale Unfähigkeit der unsympathischen Wasserfilter so überfüllt, das Fans mit gültigen Karten der Zugang verweigert wurde. Die Polizei hat es dann für eine gute Idee gehalten, in den Block zu schreiten, um die FCK Fans weiter zusammenrücken zu lassen. Es wurde erst verbal aufgefordert, Platz zu machen. Als man dem nicht nachkam, weil Platz eben nur entweder da ist oder nicht, wurde geschubst, als dann zurückgeschubst wurde haben sie eben mal wieder das gemacht was sie am besten können. Der Vorfall wird den wenigsten Fans dauerhaft in Errinnerung geblieben sein, weil man sowas als regelmäßiger Auswärtsfahrer eben leider gewohnt ist, und die Aktion insgesamt dann eben noch zu den kleineren Nummern gehört hat. Aber wenn man sich das mal mit Abstand betrachtet, muss einem mal auffallen, was für ein ungeheuerlicher Vorgang das war. Die inkompetenten Wehener kriegen seit Wochen und Monaten nicht raus, wieviel Leute in ihren Gästeblock passen. Ein ebenso inkompetenter Einsatzleiter ordnet daraufhin solch einen hirnrissigen Einsatz an, aufgrund dem letztendlich Frauen, Kinder, alte Menschen und sogar männliche mit-20er in ihrer Gesundheit gefährdet und zum Teil auch geschädigt werden. Wenn man darüber nachdenkt, müsste das eigentlich ein Riesenskandal sein. In jeder Zeitung müsste das stehen. Der Einsatzleiter sollte für den Rest seines Dienstlebens in Frankfurt Hahn Ausweise kontrollieren. Dem ist nicht so, weil es die Medien nicht interessiert.
Ja,die Medien, mit denen ist es ja auch so eine Sache. Von den ganzen Gebrechen des gierigen Sensations- und Boulevard-Journalismus mal abgesehen, darf man aber auch hier nicht schwarz-weiß malen. Man fragt sich, warum sich auch so wenig seriöse Blätter für Anliegen von Fussball-Fans interessieren. Ein Grund ist für mich, das die Hooligansszene den Ruf des Fussballfans in diesem Land wahrscheinlich auf ewig ruiniert hat. Natürlich wird alles aufgebarscht, natürlich hat das mit der heutigen Realität wenig zu tun. Trotzdem ist es ganz einfach so das die Polizei in Deutschland einen guten Ruf hat, und Fussball-Fans eben nicht. Und sowas kommt nie aus dem nichts. Es ist eine Tatsache, das die Zustände des Hooliganismus in den 70ern und 80ern untragbar war (und das sag ich als Fan, der eigentlich beim Fussball durchaus auf ein relativ hohes Maß an Aggressivität steht).Das wirkt in den Köpfen der Leute bis heute nach, und das die Presse sich dann nicht aus dem Fenster lehnt, um vermeintliche Randalierer zu verteidigen, dass das Wort der Polizei in dem Falle eben schwerer wiegt, ist nicht verwunderlich. Das ist eine Erklärung, keine Rechtfertigung! Journalisten sollten mMn als allererstes an der Wahrheit interressiert sein, auch wenn die manchmal an Volkes Meinung vorbeigeht.
Nachdem ich all das gesagt habe, muss ich doch zugeben das die Polizeipräsenz in den Stadien wohl nötig ist, und Anteil am Rückgang der Gewalt hat. Wenn man von heut auf morgen alle Polizisten entfernen würde, würde es Tote geben.
PS: Eine Doppelmoral bei gewissen Fangruppierungen gibt es absolut. Sie ist sogar so himmelschreiend, das ich eigentlich nicht verstehen kann warum das innerhalb dieser Szene kein größeres Thema ist.
PPS: Wenn ich diese Wolfsburg-Sache lese, kotz ich riesige Brocken. Das ist jetzt wiederum ne Sache wo ganz klar die Augen vor kriminellem Verhalten geschlossen wird, von allen Seiten. Who watches the watchmen?