Nach Doppel-Gelb DFB zieht Schiedsrichter Metzen aus dem Verkehr
Von J-J. BEER, A. SCHMITZ und M. SCHWAMBORN
Frankfurt/Euskirchen – „Bitte haben Sie Verständnis, dass ich mich dazu jetzt nicht äußere. Ich stecke in der Zwickmühle.
Thomas Metzen war bis Sonntagnachmittag einer der Shooting-Stars der deutschen Schiedsrichter – doch im Zweitliga-Spiel Mainz gegen St. Pauli hat er sich mit dem spektakulären „Doppel-Gelb“ wohl selbst Rot gezeigt.
Der DFB teilt nicht den Humor der Fernsehzuschauer, die sich köstlich über den Auftritt des „Eifel-Djangos“ amüsierten – der 27-Jährige kommt aus Mechernich bei Euskirchen, wo er sogar zum Lehrbeauftragten für Schiedsrichter aufstieg!
Das war am Wochenende passiert: Als der Mainzer Karhan mit dem Paulianer Bruns aneinander geriet, schritt Metzen zur tat. Er stellte die Spieler, griff in beide Brusttaschen – und zog zwei Gelbe Karten gleichzeitig! Irre – das hatte was von Western! (...)
Ebend, ich fand es jetzt weder übermässig witzig noch daneben. Es hat sich auch niemand beschwert, soweit ich es mitbekam. Von daher fand ich die Reaktion übertrieben. Andere Schiris bauen Mist, werden gedeckt und machen weiter, einer der Humor zeigt und nichtmal damit aneckt wird gekickbanned. Das ist mir einfach zu deutsch.
Da sieht man mal wieder wie blind Funktionäre sein können, Schiri-Typen
wie der Weiner dürfen "offiziell" ihren Dillettantismus verbrechen, und is
einer mal offensichtlich menschlich, womöglich noch sympatisch, wird er
gnadenlos ausgebootet....schade....
OWL-Teufel hat geschrieben:Ich finds geil...der DFB hat sich mal wieder als humorloser Bürokraten-Verein hervorgetan!
Ja, das Bild vom DFB rundet sich. Ob es der Umgang und Klüngel mit Sinsheim ist, die Versuche, Blogger einzuschüchtern, der Umgang mit Mr. Metzen, ...
Mia san mia, und alles andere ist falsch. Da wird das lockere Bild, dass Deutschland 2006 der Welt gegeben hat, wieder im Kleinen gerade gerückt. Sehr gerade.
dem fritz seine erben hat geschrieben:
Mia san mia, und alles andere ist falsch. Da wird das lockere Bild, dass Deutschland 2006 der Welt gegeben hat, wieder im Kleinen gerade gerückt. Sehr gerade.
Dieses 2006er Bild hat es nie gegeben,das war eine verlogene Fata Morgana!
hardy68 hat geschrieben:Ich frage mich aber, ober er das geplant hat und sich schon im Vorfeld darüber amüsiert hat. Bei mir wäre das der Fall.
im tv wurde gleich gesagt, ein eintrag in den geschichtsbüchern sei ihm sicher. ob das seine absicht war, es also geplant war, oder ob er es vielleicht doch nur aus versehen getan hat ?!?
wohl kaum...
auf jeden fall klasse aktion
Man müsste diese Aktion nochmal mit der Musik von Ennio Morricone sehen...
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
Naja, den DFB hat wohl weniger die Gestik gestört als die Tatsache, dass er den Auftritt wohlgeplant hatte und deshalb die beiden Gelben schon an die richtigen Stellen gesteckt hatte. Er hat also vermutlich nach einer Szene gesucht, die sich eignet. In der Szene muss man ja auch nicht zweimal gelb zeigen.
Wenn aber der Verdacht aufkommt, dass Schiedrichterentscheidungen sich nicht am Spiel orientieren, sondern nur Mittel zum Zweck der Selbstdarstellung des Schiris sind, dann wird es für den DFB gefährlich. Dann geht der Respekt verloren, auch in den unteren Klassen.
Ein Stück weit nachvollziehbar, finde ich.
Viel schlimmer als dieses Getue um diese Sache finde ich übrigens die "große Linie", mit der inzwischen in Deutschland gepfiffen wird: Jeder Zweikampf wird abgepfiffen, jedes Kopfballduell, jeder Versuch eines Stürmers, den Ball mit Körpereinsatz zu gewinnen, jedes Tackling (ob Foul oder nicht), jede Situation, in der ein Torwart bedrängt (nicht: gefoult) wird. In der Folge haben die Fallenlasser Konjunktur. Und die Schmerzensmänner, die nach jedem Foul heulend liegen bleiben werden mit gelben Karten für ihre Gegner belohnt.
DAS macht den Spielfluss, den Fussball kaputt, schaut Euch mal die Premier League an....
salamander hat geschrieben:
Viel schlimmer als dieses Getue um diese Sache finde ich übrigens die "große Linie", mit der inzwischen in Deutschland gepfiffen wird: Jeder Zweikampf wird abgepfiffen, jedes Kopfballduell, jeder Versuch eines Stürmers, den Ball mit Körpereinsatz zu gewinnen, jedes Tackling (ob Foul oder nicht), jede Situation, in der ein Torwart bedrängt (nicht: gefoult) wird. In der Folge haben die Fallenlasser Konjunktur. Und die Schmerzensmänner, die nach jedem Foul heulend liegen bleiben werden mit gelben Karten für ihre Gegner belohnt.
Das beste Beispiel für deine richtige Wahrnehmung und Einschätzung war das vermeintliche 1-1 von Lakic in Augsburg...das hätte nie und nimmer abgepfiffen werden müssen!
salamander hat geschrieben:Viel schlimmer als dieses Getue um diese Sache finde ich übrigens die "große Linie", mit der inzwischen in Deutschland gepfiffen wird: Jeder Zweikampf wird abgepfiffen, jedes Kopfballduell, jeder Versuch eines Stürmers, den Ball mit Körpereinsatz zu gewinnen, jedes Tackling (ob Foul oder nicht), jede Situation, in der ein Torwart bedrängt (nicht: gefoult) wird. In der Folge haben die Fallenlasser Konjunktur. Und die Schmerzensmänner, die nach jedem Foul heulend liegen bleiben werden mit gelben Karten für ihre Gegner belohnt.
DAS macht den Spielfluss, den Fussball kaputt, schaut Euch mal die Premier League an....
...oder die Champions League. Da hätte Lakic wohl die beiden Gegenspieler noch mit über die Linie drücken können - die Pfeife wäre wohl bei 9 von 10 Schiris stumm geblieben.
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
n4rf hat geschrieben:Nicht mehr als recht, dass Cowboy Joe ne Rüge bekommt. Schiris sollten nicht auffallen und sich schon garnicht derartig selbst darstellen.
Naja, wenn es darum ginge Selbstdarsteller kaltzustellen wäre Rafati mittlerweile arbeitslos.
Aber Salamander hat völlig recht, zufällig steckt niemand zwei Karten ein.
Trotzdem is mir einer lieber, der mal so ne Aktion bringt als die die für die
angesprochene "Linie" stehen. Und die "Fallenlasser" +co. überlegen es sich
bei so einem Mann bestimmt zwei Mal ob se dahinsterben...
Also die Glatze aus Italien war doch auch so einer.
Das Problem sind wirklich die Funktionäre, denn die gelben Karten ham doch
am Spielverlauf nix geändert. Und lasst den Jung doch das geplant haben,
so lange keine Mannschaft dadurch benachteiligt wird - eben - einfach mal
nur lustig. Problematisch wird's dann wenn sich sowas widerholt, dann is klar, der Mann hat'n Problem und DANN muss man Handeln -keine Frage.
Aber so ?
Ich finde überzogen reagiert, eine interne Ermahnung hätts auch getan.
Schon interessant so einer wird gleich "aus dem Verkehr gezogen"..
Andere übersehen beim Elfer das der Ball hinter der Linie ist und pfeifen sonst auch nur s..... aber dürfen lustig weiter machen
„Einen Verein sucht man sich nicht aus, man wird in ihn hinein Geboren!“
Habe lange überlegt ob ich mich nun zu dem Thema melde oder nicht.
Aber die Handlung von Kollege Metzen mit Fehlentscheidungen anderer zu vergleichen ist in meinen Augen falsch.
Hier muss man die bewusste Handlung die man scheinbar geplant hat sehen im Gegenzug dann ein vielleicht vermeintliches Foulspiel das 40k im Stadion gesehen haben wollen und durch die x-te Zeitlupe sich bestätigt fühlen w0für der SR aber nur einen Bruchteil einer Sekunde Zeit hat.
Daher sage ich als SR: Gerechte Strafe!
Wir sollen ein Spiel leiten, haben unsere Anweisungen die wir befolgen müssen und müssen auf dem Platz nicht das I Tüpfelchen sein
Aber er hat ja noch 5 Jahre Zeit sich durch gute Leistungen doch noch in Liga 1 zu leiten ( nicht pfeifen )
Oben schreib ich's noch und schon wird es im Spiel gegen die Printen wahr: Die Linie des DFB, ein körperloses Spiel zu fordern, wird immer unerträglicher, wie man am Freitag gesehen hat. Jeder Körperkontakt wird sofort gepfiffen, und zwar für den Verteidiger. Inzwischen sind wir soweit, dass Spieler wie die Aachener das nicht mehr nur im Hinterkopf haben, sondern das gezielt trainieren und ihre Taktik danach ausrichten. Schön zu beobachten, wie die Aachener, wenn sie attackiert wurden, sofort den Körperkontakt suchten und theatralisch hinfielen. Und das nicht bei einzelnen Spielern, die bekanntermaßen gern fallen, sondern kollektv als Team. Und der Schiri pfeift brav. Forechecking und Pressing sind so nicht mehr möglich, jedes agressive Stören der Heimmannschaft wird unterbunden, Kampfspiel findet nicht mehr statt. Der Körperkontakt wird so zum Foul, das "normale" Foul im Kampf um den Ball führt dazu, dass der Gegner fällt und sich am Boden wälzt, um Gelb zu provozieren - mit Erfolg. Clevere Spieler greifen sich nach Kopfballduellen routinemäßig ruckartig ins Gesicht, um einen erhaltenen Schlag vorzutäuschen, Torleute, die außerhalb des Fünfers angegangen werden, markieren eine Tätlichkeit. Und jede Grätsche und jede halbwegs "enge" Kopfballsituation wird unterbunden.
Diese Linie bleibt nicht folgenlos. Im UEFA-Cup und in der CL fallen deutsche Teams immer weiter zurück, weil SO nirgendwo weltweit gepfiffen wird und die deutschen nach Tacklings der internationalen Gegner verzweifelt auf den POfiff warten, der nicht kommt . In den Bundesligen sind die Spiele allzuoft nur noch eine Aneinanderreihung von Freistößen im Mittelfeld, der Spielfluß wird unterbunden. Von der Attraktivität der Premier League, die von der Schnelligkeit des Spiels lebt und von den Zweikämpfen und der Chance, den Ball zu gewinnen, ist man meilenweit weg. Teams wie Lautern, die in Deutschland agessives Pressing spielen wollen, stehen auf verlorenem Posten. Mannschaften wie Schalke, die vor Fallenlassern strotzen, spielen oben mit.
Vielleicht kann man den Schiris nicht mal einen Vorwurf machen. Das Kontroll-System des DFBs ist perfekt (bei sowas sind wir Deutschen RICHTIG gut, wie die Geschichte zeigt), immerhin sitzen bei jedem Spiel Überwacher auf der Tribüne. Lässt der Schiri das Spiel laufen, nutzt das zwar dem Sport, aber die Karriere ist dann bald zu Ende.
Der Fisch stinkt vom Kopf her. Zwanziger will den Fussball am Vorbild des von ihm so geliebten Frauenfussballs ausrichten: körperloses, geschmeidiges Spiel, kindergerecht, eine Art Völkerball im Stadion.
Ewig wird darüber gejammert, dass andere Ligen mehr Fernsehgelder bekommen, dadurch wettbewerbsfähiger sind und wir zurückfallen. Doch statt den Spieltag wegen ein paar Euro zu zerstückeln würde man den deutschen Fussball viel schneller wieder konkurrenzfähiger machen, indem man die Schiedsrichter auffordert, aus Fussball wieder einen Männersport zu machen - wie in allen anderen Ländern auch.
Wann endlich erkennt irgend Jemand, dass wir hier auf dem Holzweg sind? Wann endlich hat ein Schiri den Mut, nach den ersten frei Fallenlassern einfach laufen zu lassen?