Wie Stefan Kuntz den FCK reparierte
Die Säge lebt
Text: Benjamin Apitius Bild: Imago
Stefan Kuntz verhalf der charakterlosen Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern zu einem neuen Gesicht. Der aktuelle Kader besinnt sich auf alte Tugenden und Stärken, die den Verein bereits in den Neunzigern auszeichnete.
Der Trainingsplatz des 1. FC Kaiserslautern war an diesem herrlichen Frühlingstag schon fast im Schatten des Betzenbergs verschwunden. Die Vögel zwitscherten in den Bäumen, die paar Rentner auf der Tribüne brummten vor sich hin. Es erinnerte nicht viel an das Training einer abstiegsbedrohten Mannschaft, vielmehr an die lockere Einheit einer Spitzentruppe, die am Vorabend das Halbfinale der Champions League gewonnen hatte.
Tatsächlich kämpfte der Verein zu diesem Zeitpunkt um seine Existenz, befand sich im freien Fall – doch den Spielern und Trainern merkte man die gegenwärtige Situation an diesem Nachmittag im Februar nicht an.
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Stefan Kuntz packte den Verein an seinen Wurzeln
Im April konnte die Vereinsspitze schließlich Stefan Kuntz überzeugen, zu seinem alten Klub zurückzukehren. Ein Glücksgriff. Der neue Vorstandsvorsitzende kannte Verein und Umfeld aus seiner aktiven Zeit genau, wusste sofort, was zu tun war. Mit seinem Konzept »Lauterer Herzblut« sollten Fans, Verantwortliche und Spieler enger zusammenrücken. Stefan Kuntz packte den Verein an seinen Wurzeln, hauchte ihm neues Leben ein. Sasic und seine Spieler setzten um, was ihnen Kuntz vorlebte. Mit einer unglaublichen Energieleistung und dem viel beschworenem »Lautrer Herzblut« gelang es am letzten Spieltag, die Abstiegsränge zu verlassen und das ganz große Unglück abzuwenden. Die Mannschaft hatte das Wunder geschafft, zusammen mit Stefan Kuntz und Trainer Sasic, zusammen mit den Rentnern, zusammen mit allen Fans.
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Quelle: http://www.11freunde.de/sonstige/114723