Miggeblädsch hat geschrieben: 16.02.2026, 10:13
Genau das sind auch meine Gedanken. Diese Gedanken beschäftigen mich seit der "großen Aussprache" unter
allen Beteiligten. Bedeutet: auch die Spieler hatten einiges auf dem Herzen, was ihnen nicht passt. Das wurde komischerweise gar nicht groß thematisiert.
Ich denke, intern und bei der Aussprache wurde das sicher thematisiert, aber sowas kommt dann nicht an die Öffentlichkeit, weil sowas auch direkt von den Medien aufgegriffen wird und der Trainer damit schon direkt als angezählt gilt. Ich kann mir aber trotzdem denken, dass man auch der Mannschaft zugehört hat und berechtigte und konstruktive Kritik dann auch mitgenommen hat.
Wissen können wir das aber natürlich nicht.
Miggeblädsch hat geschrieben: 16.02.2026, 10:13
Ich kann mir aber sehr wohl vorstellen, dass die Mannschaft versucht hat darzulegen, dass es schwierig für die Spieler ist, in
jedem Spiel quasi 150% geben zu können,
immer mit brillanten Einzelaktionen glänzen zu müssen und sie sich Strukturen bzw. Abläufe wünschen, die auch ohne 90 Minuten Chaos, Stress und völlige Verausgabung funktionieren können.
Das ist aus meiner Sicht auch, was die Spieler kritisiert haben könnten. Wir haben technisch gute Spieler, Sirch, Sahin, Ritter, Skyttä könnten hier sicherlich eine spielerisch starke Achse bilden, auch Kim oder Rasmussen, der dafür extra geholt wurde, traue ich ein sauberes Passspiel von hinten durch das Mittelfeld zu.
Ich kann die Taktik trotzdem nachvollziehen und sehe auch im Gegensatz zu einigen den Sinn dahinter. Aber die Spielweise von TL ist extrem kraftraubend. Ich denke, wir haben alle zur Mitte der Hinrunde wohlwollend festgestellt, dass sich die Kondition der Spieler verbessert zu haben scheint, dass wir gegen Ende der Spiele nicht mehr so ins Schwimmen geraten sind.
Aber in jedem Spiel ans körperliche Limit gehen zu müssen - damit ist der Körper irgendwann nur noch in der Überlast und damit wundert es dann auch nicht, dass wir so viele Muskelverletzungen haben. Ruhige Spielphasen bei uns, bei der man einfach ein sauberes Passpiel sieht und damit Kraft spart, kommen immer noch sehr selten vor. Stattdessen aber regelmässig in Vollsprints gehen zu müssen, schädigt die Muskelfasern. Gegen Ende der Vorrunde hatte man dann auch das Gefühl, die Mannschaft braucht jetzt dringend die Winterpause. Diese war auch recht kurz, die ersten Spiele danach zeigten aber wieder eine deutlich bessere Mannschaftsleistung. Jetzt zum 4. und 5. Spiel scheint diese Erholung aber schon wieder aufgebraucht zu sein.
Miggeblädsch hat geschrieben: 16.02.2026, 10:13
Wie auch immer: Von dem, was die Spieler zu sagen hatten, hat man nichts erwähnt, und das ist für mich ehrlich gesagt kein gutes Zeichen. Und das, was ich am Samstag auf dem Platz gesehen habe, diente wahrlich nicht dazu, mich zu beruhigen.
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Das am Samstag war für mich bereits ein Alarmsignal und ich hoffe, dass Lieberknecht seinen Kader nicht verliert.
Auch für mich waren am Samstag einige Alarmsignale zu sehen. Für mich waren da einige Fehlpässe drin, die den Eindruck hinterlassen haben "Ok, ich spiele nach vorne, wie der Trainer verlangt, auch wenn es keinen Sinn macht und ich keinen Abnehmer sehen kann." Aber lieber so, als versuchen zu kombinieren, wenn die Mitspieler damit eh nicht rechnen, weil es nicht verlangt ist.
Und dann kommen auch Bälle nach vorne raus, denen jegliche Überzeugung fehlt.
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Im Vorfeld der Partie hatte ich angedeutet, wie ich Fürth taktisch angehen würde. Gerade in deren Partie zuvor gegen Magdeburg waren deren Probleme in der Abwehr deutlich zu erkennen. Pässe über die außen, flache Hereingaben an die Strafraumgrenze, von dort den Abschluss suchen, möglichst flache Schüsse ins Eck. Oder Steckpässe durch die Mitte.
Spezialisten, deren Stärke genau das gewesen wäre, hatten wir auf dem Platz. Es ist kein Zufall, dass Sahin ein gutes Spiel gemacht hat, aber auch Ritter oder Skyttä hätten bei der Spielweise deutlich besser ihre Stärken zeigen können. Die Steckpässe auf Bassette haben manchmal funktioniert, kamen aber zu selten.
Aus meiner Sicht war unsere Spielweise, mit den hohen Bällen genau falsch gegen Fürth, da gerade hohe Bälle eher zu deren Stärken gehören.
Apropos Bassette: Steckpässe sind genau das, wie man ihn gut in Szene setzen kann, hohe Flanken scheinen weniger sein Ding zu sein. Allerdings ist Bassette ein Linksfuß. Ein Steckpass auf ihn auf die halblinke Position bedeutet, dass er von link mit Links abschließt - und der Ball sich dann aber rausdreht. Sehr gut zu sehen, bei der einen Torchance von ihm, als er alleine auf Prüfrock zulief. Hätte er da mit links den Außenrist genommen, hätte sich der Ball ins Tor gedreht. Er nimmt den Innenrist und der Ball dreht sich stattdessen raus. Offenbar kann er mit Rechts nicht so gut und offenbar ist auch der Außenrist-Schuss nicht in seinem Repertoire. Dann sollte man ihn aber auch eher von halbrechts kommen lassen, damit er seinen starken linken Fuß richtig einsetzen kann.
Zusammengefasst - das 1:0 am Samstag war zwar vom Ergebnis her gut, aber ich denke man konnte trotzdem sehen, dass da aktuell einiges im Team nicht zusammenpasst. Gegen einen Gegner, der einen besseren Torabschluss hat, wäre das sicher ins Auge gagangen, bei den vielen Fehlern in der Abwehr am Samstag. Und umgekehrt - deren Abwehr hatte auch so viele Böcke drin und Probleme, wäre man hier geschickter gewesen, hätte man eine deutlich sicherere Führung erzielen können, statt sich noch durch die letzten Minuten durchzittern zu müssen.
Ergebnis ok. Aber ich glaube jedem ist klar, dass das auch in den nächsten Spielen deutlich besser werden muss, wenn man da nicht die nächsten Niederlagen kassieren will.
Vieles im Leben kann man mit Geld kaufen.
Emotion und Leidenschaft nicht.