pisano96 hat geschrieben: 14.02.2026, 02:21
An Klose hatte ich vor 3-4 Tagen auch gedacht als ich meinen großen Kommentar zum Thema „fehlende Geduld, Druck und Erwartungshaltung beim FCK“ schrieb und als konträres Beispiel Christian Eichner in Karlsruhe nannte, den man in den letzten Jahren auch bei Mißerfolg inruhe ließ.
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Aktuell habe ich das Gefühl, die Geduld mit Eichner ist mittlerweile aufgebraucht und ehrlichgesagt sehe ich den KSC auch nicht als eine Blaupause, dass dort ein Trainer in Ruhe arbeiten darf. Vor 12 Monaten noch war der KSC genau wie wir in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen, doch dann verkauft man in der Winterpause Zivzivadse nach Heidenheim. Danach stagniert die Mannschaft. Im Herbst dann der 2. Akt der Demontage des eigenen Trainers - gegen dessen Willen wird der Co-Trainer entlassen. Nach "in Ruhe arbeiten" sieht das überhaupt nicht aus. Man hat zwar an Eichner festgehalten, diesem aber bei allen Gelegenheiten in die Suppe gespuckt. Und nach dem 1:5 gestern werden jetzt auch die üblichen "Bekenntnisse zum Trainer" vermieden. Ganz ehrlich - da wäre eine saubere Trennung fast humaner gewesen, als diese Demontage, vielleicht sogar in der Hoffnung, dass er selbst hinwirft und sie dann keine Abfindung zahlen müssen.
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Umgekehrt für uns sehe ich - bei aller berechtigten, teils aber auch überzogenen Kritik - aktuell einfach keinen Sinn darin, den Trainer Lieberknecht zu entlassen. Er bekommt neue Spieler, muss diese erst integrieren und ein neues Spielsystem installieren, dass nicht mehr auf Prtajin zugeschnitten ist und von diesem auch abhing.
Heute geht's gegen Fürth und von vielen liest man, hier wäre ein Sieg Pflicht, ohne Wenn und Aber. Ich sehe es so - ein Sieg ist relativ wahrscheinlich, aber Fürth ist auch manchmal eine Wundertüte, mal kassieren sie viele Tore, aber sie sind auch selbst torgefährlich und wenn man denen ins Messer läuft, kann das auch schiefgehen.
Einen Sieg zu verordnen, finde ich daher immer schwierig, wenn man nicht gerade Bayern ist. Denn wenn der Gegner weiß, dass man auf Sieg spielen "muss", weiß der auch, wie er dagegen vorgehen kann. Man beraubt sich damit einiger taktischer Möglichkeiten.
Ich halte daher einen Sieg für sehr wünschenswert, aber je nach Spielverlauf, Schiedsrichterentscheidungen, Verletzungen etc. kann man das nicht zu 100% garantieren.
Stattdessen sollten wir als Fans und Publikum im Stadion einfach geschlossen hinter der Mannschaft stehen und auch im Zweifelsfall etwas Geduld mitbringen. Pfiffe nach 40 Minuten, nur weil es noch nicht 2:0 steht - helfen garantiert nur dem Gegner.
Vieles im Leben kann man mit Geld kaufen.
Emotion und Leidenschaft nicht.