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Taktik-Nachlese mit xGoals und Passmaps: Die DBB-Analysen der Saison 2025/26

Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.
Schulbu_1900
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Beitrag von Schulbu_1900 »

@Lautern-Fahne
Beachtlich was Du zu mancher Uhrzeit in die Tasten haust, Danke für Deinen Beitrag. Ich hab im Spieltagsthread auch schon darauf verwiesen hier mal rein zu lesen. Vielleicht packt das der ein oder andere auch mal.
Ich steig Dir mit Sicherheit nicht aufs Dach :lol:
Schön auch das Du Hanslik angesprochen hast, hat wohl mehrere verwirrt gegen Darmstadt.
Ich teile Deine Ansicht und bin ebenso gespannt, wie sich die Situation hier weiter entwickelt.
Ich bin da aufgewachsen, da rutscht man automatisch rein, wenn man die Stimmung mitbekommt, weil es was großes ist, das ist Tradition.....jetzt bin ich irgendwo anders...
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Ereborn
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Beitrag von Ereborn »

Danke auch von mir, ich habe den Artikel wirklich gerne gelesen, da mich auch generell die taktischen Feinheiten sehr interessieren.

Da möchte ich auch überhaupt mal sagen, wie sehr ich diese teils sehr fundierten Nachbetrachtungen hier im Taktik-Thread schätze.

Ich denke "Hase und Igel" wäre ebenfalls ein legitimer Vergleich, zu jeder Taktik gibt es auch einen Gegenentwurf und wie man diese kontern kann bzw. sich deren Schwächen zunutze machen kann. Es ändert sich nur mittlerweile die Geschwindigkeit, wie schnell neue taktische Konzepte aufkommen.

Mittlerweile sind wir sogar in einer neuen Zeitrechnung angekommen, wie das bei manchen Diskussionen der letzten Spiele auch schon angefüht wurde. Wir - aber auch andere Teams - spielen mittlerweile nicht mehr mit einer Taktik, die durchgehend von der ersten bis zur letzten Minute durchgehalten wird. Klar, auch in der Vergangenheit wurde manchmal im Spiel schon darauf reagiert, wenn etwas nicht gepasst hat, ein Tor fiel - oder sich bei einem wichitigen Spiel auf einem anderen Platz etwas getan hat - das sogenannte In-Game-Coaching.

Aber mittlerweile ist die Taktikänderung selbst schon eine eigene Taktik. Beispiel bei uns - wir laufen jetzt phasenweise hoch an, um den Gegner unter Druck zu setzen und damit auch Fehler zu forcieren, die wir ausnutzen wollen. Es ist dann aber auch oft zu sehen, dass das nur ca. 5-15 Minuten durchgezogen wird, da diese Spielweise ein hohes Risiko nach hinten aufweist und zudem auch die pressenden Spieler viel Kraft kostet. Also sind danach wieder "ruhigere" Phasen und Erwarten des Gegners an der Mittellinie angesagt. Dann wird auch wieder auf eigene Dominanzphasen gesetzt, bei denen wir den Ball zirkulieren lassen, was dann aber oft auch so wirkt, als wollen wir selbst in dem Moment nicht unbedingt ein Tor erzielen.

Das soll auch dazu führen, dass sich der Gegner nicht auf ein bestimmtes Verhalten einstellen kann, sondern immer wieder umdenken und reagieren muss.

Dieses taktische Denken hat seinen Sinn und mag manchmal auf Zuschauer konzeptlos wirken, die auf diese Feinheiten nicht achten, vielleicht auch nicht sehen, wenn sich gerade ein Spieler in der Grundordnung verschiebt.

Die Frage ist aber letztlich, wie immer - welche Spieler hast Du für die einzelnen Phasen oder Taktiken zur Verfügung? Sind die Spieler flexibel genug, die jeweils andere Rolle in der Phase gut auszufüllen? Verstehen sie überhaupt, was gerade passiert und wissen, was dann von ihnen verlangt wird?

Am Samstag in Darmstadt war später zu hören, vom Trainer, aber auch von einzelnen Spielern - dass das zuvor abgesprochene überhaupt nicht umgesetzt wurde. Woran lag das? Am Gegner? An einzelnen Spielern, denen das vielleicht zu hoch war? Wurde es vielleicht nicht gut genug erklärt? Einem Zusammenspiel von vielen Faktoren?

Hier sind wir als Zuschauer dann aber vermutlich raus, weil wir dann auch schlicht nicht wissen, was wirklich abgesprochen, aber dann nicht umgesetzt wurde.

Deswegen sind für mich mittlerweile übrigens auch Spielernoten etwas überholt. Ich kann noch bewerten, ob ein Stürmer den Ball 3 x neben das Tor setzt oder aus 1,5 Chancen 2 Tore macht. Oder ob er ein paar tolle Flankenläufe durchgebracht hat, oder viele Zweikämpfe gewonnen hat.
Ich kann aber nicht mehr beurteilen, ob er die 15 Zielvorgaben vom Trainer zu 80% oder mehr umgesetzt hat.
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Miggeblädsch
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Beitrag von Miggeblädsch »

Ja, Rasmussen zb. sieht in diesem Spiel nicht gut aus. Definitiv.

Aber man sollte sich vielleicht auch anschließend folgende Fragen stellen:

1) warum stellt Lieberknecht einen Spieler, der noch nicht eingespielt und noch nicht bei 100% ist, überhaupt auf?

2) falls das bereits 100% waren, wieso und von wem wurde Rasmussen verpflichtet?

Mir macht das Interview mit Hengen, sowie die Aussagen von Klos und Lieberknecht Angst! Man scheint jegliche Selbstkritik grundsätzlich auszuschließen und stellt die Mannschaft an den Pranger. Ich ahne Schlimmes.
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betze25
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Beitrag von betze25 »

Das Problem ist nun mal das die Mannschaft jedes Wochenende anders spielen soll. Deshalb stellen sich keine Automatismen und kein Selbstvertrauen in die eigenen Stärken ein. Mannschaften die oben stehen haben eine klare Linie. Bauen ihre Stärken aus egal wie der Gegner spielt oder heißt. Ich habe das schon die ganze Saison über angemerkt. Aber das nützt natürlich alles nichts. Dieses ständige Anpassen an die ach so starken Gegner , hat bisher keinen dauerhaften Erfolg gebracht.
Schulbu_1900
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Beitrag von Schulbu_1900 »

@Miggeblädsch
1)Die Innenverteidigung hat sich quasi von selbst aufgestellt, sonst war ja keiner mehr da. Sirch hat man vorgezogen weil Robinson gesperrt war. Sirch hatten mehrere da erwartet, er war aber in meinen Augen eher unsichtbar.
2) Ich hoffe nicht dass das 100% waren. Rasmussen stammt aus der Klos Feder, die haben schonmal zusammen gearbeitet.

Ja, mir schwant auch übles. Lieberknecht wird schon erklären können, was angesprochen und nicht umgesetzt wurde, so klang er zumindest in der Pressekonferenz danach.
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Jonaldinho
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Beitrag von Jonaldinho »

In gewisser Weise frage ich mich, inwiefern es beim Darmstadtspiel überhaupt einen Sinn macht, über die Taktik zu diskutieren. Torsten Lieberknecht hat ja selbst offen kundgetan, dass mehr oder weniger nichts von dem, was man sich überlegt hatte, umgesetzt wurde.

Man kann das jetzt als Alibi interpretieren, im Sinne von "an meiner Taktik (=mir) lag es nicht". So schätze ich Torsten Lieberknecht aber nicht ein. Er weiß genau, dass seine Aufgabe nicht nur daraus besteht, den besten Plan auf dem Reißbrett zu haben. Ein Trainer wird am Ende immer daran gemessen, was die Mannschaft auf den Platz bekommt.

Die Frage, die für mich aktuell im Raum steht ist, WARUM die Vorgaben von der Mannschaft nicht umgesetzt wurden. Waren die Spieler überfordert? Nicht überzeugt von der Herangehensweise? Mental nicht da? Lag es an der Haltung/Einstellung? Angst? "Tagesform"?

Für mich sind Grundsatzfragen zur generellen Spielweise/Taktik/Herangehensweise (über das Darmstadt-Spiel hinaus) inzwischen jedenfalls überfällig. Wir haben in den letzten 12 Spielen (!) 13 Punkte geholt. Das ist keine einfache Formdelle mehr. Das ist 1/3 der Saison mit der Punkteausbeute eines Absteigers.
emkathor
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Beitrag von emkathor »

@Lautern-Fahne

Auch von mir ein Dank für die Ausführung und auch die angehängten Videos.

Ich hab hier nur zwei Dinge erstmal (weil kurz) anzumerken.
Das ist alles ja schön und gut. Wie du aber richtig anmerkst spielen wir fast ohne Mittelfeld bzw. machen es dem Gegner halt super einfach. (unabhängig von Darmstadt, das Verhalten konnte man ja schon vorher viel und oft beobachten).

Die einzige Mannschaft in der BL, die es sich leisten kann, sich mit der Aufstellung an den Gegner anzupassen ist Bayern + der Positionswechsel im Spiel. Das in einer solchen "Perfektion", das ein Kane plötzlich zum IV mutiert. Alle anderen Mannschaften wie bsp. Stuttgart spielen mit einem festen Gerüst und schalten "auf unser Rock´n Roll" nur phasenweise, oder im Rückstand um. Wieso meint TL, dass wir gut genug sind uns jedes Spiel auf den Gegner mit anderer Aufstellung einzustellen?

Zum Bus bei den Auswärtsspielen. Hätten wir die Spiele in der Hinrunde nicht vergeigt, währen wir in der tabellarischen Lage hin und wieder den Bus zu parken. Momentan haben wir ein riesen Glück das die Teams hinter uns reihenweise Punkte haben liegen lassen. Wir können das in dieser Situation momentan gar nicht. Außer wir schenken oben komplett ab und verlassen uns drauf, das wir das 1.5 Spiele Polster über die Runde bringen.
Baschdel
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Beitrag von Baschdel »

Schließe mich an und möchte @Lautern-Fahne und allen, die hier ihr fundiertes Wissen zum Besten geben ein Danke dalassen! Wirklich sehr lesenswert!

Über die Saison gesehen und insbesondere wegen der letzten 10 Spiele fange ich an mich zu fragen, in wie weit unsere Spieler dazu in der Lage sind, sich taktische Vorgaben auf wechselnden Positionen sowie In-Game-Änderungen merken und implementieren zu können.

Ich stelle mir das herausfordernd vor. Vielleicht denke ich das aber auch nur, da ich nie Fußball auf einem hohen Niveau unter so vielen taktischen Vorgaben gespielt habe und man kann das heute auch von einem (fremdsprachigen) Profi einfach erwarten.

Von außen betrachtet sieht das in meinen Augen jedenfalls (mit Ausnahmen) oft nach Zufall aus, wenn ein Spiel gewonnen wird. Und dass das Konstrukt, sofern der ein oder andere seine neue Bestimmung nicht sofort auf den Platz bekommt, wie ein Kartenhaus auseinander fällt. Man dann wie nun mehrfach gesehen, vollständig überrannt wird.

Hohe Niederlagen, das Raus-Rotieren einzelner Spieler und persönliche Überforderung führen dann möglicherweise zu weiteren negativen Effekten.

Wo würden wir heute mit einer eher positionsgetreuen und eingespielten Mannschaft stehen? Die 31 Punkte sind jetzt nicht schlecht, aber bei so viel Einsatz auch nicht gut.

Ernstgemeinte Frage: Ist man heute in der 2. BL (explizit!) chancenlos, wenn man sich nicht auf Schere, Stein, Papier einlässt, sondern die Diskussion über andere Argumente wie Kampf, Teamgeist und Kontinuität zu lösen versucht und die Spieler auf ihren angestammten Positionen belässt?

Die Rheinpfalz titelte dazu übrigens aktuell "Sirch fremdelte mit seinem neuen Job als Ersatz-Zehner." Gyamfi (so sehr ich ihn mag) hätte ich in diesem Spiel nicht zum Abwehrchef gemacht und Ritter (trotz der 4 Gelben) gerne eine Halbzeit zur Unterstützung von Hansi gesehen. Wäre gegen dieses abgeklärte Team aber wahrscheinlich aufs Gleiche rausgekommen.
diago
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Beitrag von diago »

Miggeblädsch hat geschrieben: 09.02.2026, 11:38
Mir macht das Interview mit Hengen, sowie die Aussagen von Klos und Lieberknecht Angst! Man scheint jegliche Selbstkritik grundsätzlich auszuschließen und stellt die Mannschaft an den Pranger. Ich ahne Schlimmes.
Also nach dem Spiel am Samstag gibt es genügend Gründe die Mannschaft an den Pranger zu stellen. Der einzige der wirklich was versucht hat war Skyttä, der Rest hat einfach nur seinen Stiefel runtergespielt und war froh dass das Spiel vorbei war. Die Mannschaft wirkte lustlos, behäbig und im Kopf viel zu langsam. Zudem haben wir uns nicht als Einheit präsentiert, jeder hat sein eigenes Ding gemacht. Ein Aufbäumen oder Anzeichen dass man sich wehren möchte habe ich auch nicht gesehen.
Lieberknecht hat in diesem Spiel auch Fehler gemacht, definitiv. Aber dieses Spiel wurde nicht im Taktikbereich entschieden, sondern im Kopf. Wer so unkonzentriert und lustlos agiert, sich nicht wehrt und dann noch haarsträubende Fehler macht kann mit keiner Taktik ein Spiel gewinnen. Und da ist es eben schon richtig die Mannschaft in die Pflicht zu nehmen. Lieberknecht wird intern auch sicherlich kritisiert werden. Aber von der Mannschaft erwarte ich gegen Fürth eine Reaktion. Vor allem in Sachen Körpersprache und Einstellung. Und für Lieberknecht könnte es ein Endspiel werden, wir wissen beide wie kurz die Zündschnur in dieser Hinsicht ist.
Miggeblädsch
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Beitrag von Miggeblädsch »

Schulbu_1900 hat geschrieben: 09.02.2026, 12:57 @Miggeblädsch
1)Die Innenverteidigung hat sich quasi von selbst aufgestellt, sonst war ja keiner mehr da. Sirch hat man vorgezogen weil Robinson gesperrt war. ...
Moi liewer @Schulbu: da Rasmussen offenbar noch nicht "im Flow" ist, hätte der Trainer ja auch Sirch statt Rasmussen in die IV stellen können, und dafür unseren Capitano in die Startelf stellen können.

So hat er nicht nur mehr Unsicherheit in die Mannschaft gebracht, sondern auch gleich Rasmussen und Ritter verprellt. Ich schätze mal, dass Rasmussen nun gleich ein schönes "Päckchen" auf seinen Schultern trägt und die Nichtberücksichtigung von Ritter dürfte diesen nicht gerade begeistert haben.

Wenn man nach dem Spiel dann auch noch schön auf die Mannschaft draufhaut, ist man auf einem guten Weg, selbige zu verlieren.

Natürlich haben einige Spieler einige Fehler gemacht. Das wissen die auch, und das kann und muss der Trainer dann auch mit ihnen intern besprechen bzw. analysieren.

Aber die Mannschaft öffentlich so an den Pranger zu stellen, einzig und alleine das Versagen der Spieler ursächlich für die Klatsche zu machen, ist weder redlich, noch sinnvoll, noch professionell.

Aus meiner bescheidenen Sicht war die "gute Phase" unseres Teams, etwa 15 Minuten, bis wir das 2:0 gefressen haben, hauptsächlich der hohen individuellen Qualität von Sahin und Skyttä zu verdanken. Aber 2 alleine können es halt auch nicht richten, wenn keine eingespielten Abläufe existieren für den Fall, dass da vorne eben kein Prtajin steht. Irgendwie spielen wir immer so, als würde er da vorne stehen. Entweder wir entwickeln einen "Plan B" -also ohne den Zielstürmer, der immer trifft- oder Berisha schafft es ganz schnell, diese Rolle einzunehmen. Dann hätte der auch schonmal sein "Päckchen" auf den Schultern.

Ich bin echt gespannt, ob intern im Verein eine gewisse Selbstreflektion praktiziert wird und was die nächsten Spiele offenbaren werden. Ich hoffe das Beste, habe aber immer mehr Zweifel.

Lieberknecht muss sich nun in Lieferknecht verwandeln. Es genügt nicht, lieb zu sein, es muss geliefert werden!

@Diago: damit habe ich indirekt auch auf deinen Beitrag geantwortet.

@Schulbu + @Diago: :prost:
Jetzt geht's los :teufel2:
MarcoReichGott
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Beitrag von MarcoReichGott »

Ich kann verstehen, dass sich nun so viele auf die Grundsatzdebatte über den Lieberknecht-Stil stürzen, aber ich weiß halt echt nicht, ob das nach dem Spiel so sinnvoll ist (auch wenn ich mich an der Stelle ebenfalls für den Beitrag von Lautern-Fahne bedanken will.

Das sind einfach über das ganze Spiel hinweg richtig krasse Abstimmungsprobleme und Stellungsfehler in der Defensive.

Da stimmt einfach schon beim 0:1 gar nix. Die Situation ist eigentlich völlig ungefährlich. Wir haben eine 3vs2 Überzahl am Flügel und und im Zentrum eine 4vs3. Und durch mehrere schlechte Entscheidungen im Stellungsspiel entsteht da auf einmal das riesige Loch hinter Joly und Chernev. Wäre vermutlich trotzdem nicht viel passiert, wenn Joly den Spieler nicht umlaufen würde.

Und das zieht sich so halt durch. Bei den darauffolgen Großchancen attackieren wir teilweise mit 3 Leuten den ballführenden Spielern, doppeln Spieler dahinter und andere stehen völlig frei.

Das 0:2 kann man da auch mit einbeziehen. Rasmussen hat erst den krassen Stellungsfehler drinnen. Trotzdem spielen wir 5vs3 in der Situation. Rasmussen irrt orientierungslos durch den Strafraum und Gyamfi und und Chernev stehen beide eigentlich bei Lakenmacher aber keiner geht entschieden hin.

Beim 0:3 ist Klefisch völlig frei bei der Ecke und beim 0:4 legen Rasmussen und Krahl ne Slapstick Nummer hin.

Darmstadt hat richtig stark angefangen. Die haben und selber hochstehend mannorientiert gepresst und es gleichzeitig geschafft sich unseren Pressingversuchen durch gutes Positionsspiel zu entziehen und waren in der Spieleröffnung dabei auch noch sehr varibel.

Die stehen halt jetzt auch nicht grundlos auf Platz 1. Der ein oder andere möge das vielleicht in seinem harschen Urteil auch nochmal mitberücksichtigen. Solche Phasen gibt es aber nunmal öfters in der 2. Liga wo eine Mannschaft richtig am Drücker ist. Und wenn man wenigstens sauber verteidigt, dann kann man sowas auch mal ein paar Minuten überstehen.

Denn: Dauerhaft hat das Darmstadt eben auch nicht aufrechthalten können. Sobald wir dann doch in die Zweikämpfe kamen wurde Darmstadt auch nervös, hatte immer wieder im Mittelfeld einfache Ballverluste und wir haben die Spielkontrolle langsam an uns ziehen können. Letztlich fehlt uns aber einfach Boxbesetzung. Prtajin und nun Berisha als Ersatz sind die einzigen beiden Spieler im Kader, die sich in der Box wohlfühlen. Ich denke auch, dass genau das die Idee mir Sirch auf der 10 war - der ist nämlich immer mal wieder in den Raum vorgestoßen - aber halt als einziger.

Ich wäre richtig gespannt gewesen wie das Spiel weitergegangen wäre ohne das 0:2, denn ich fand unsere Ansätze dort gut. Aber mit dem oben ausgeführten katastrophalen Schnitzern und ZUordnungsfehlern machst du dir natürlich deine eignen Ansätze direkt wieder kaputt.

Dann rennst du gegen den Spitzenreiter einem 0:2 hinterher, bist mental angeschlagen, musst stärker ins Risiko - was bei 3er Kette gegen ein 4-4-2 halt auch derbst unangenehm ist...und dann bekommst auch noch ausgerechnet ein Eckentor - die bei uns selbst meist absolut harmlos irgendwo runterfallen.

Ich denke die grundlegenden Fragen für das Fürth Spiel wird erstmal die personelle Besetzung in der Innenverteidigung und im Sturmzentrum sein. Wahrscheinlich wird Robinson oder Sirch nach hinten zurückkehren - eventuell sogar beide. Im Sturm gehe ich davon aus, dass Berisha anfangen wird - einfach weil die Alternativlosigkeit dort nun deutlich geworden sein soll. Weder Hanslik noch Basette sind die Spielertypen, die Ritter oder Skyttä ergänzen können.
Lautern-Fahne
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Beitrag von Lautern-Fahne »

Miggeblädsch hat geschrieben: 09.02.2026, 11:38 Ja, Rasmussen zb. sieht in diesem Spiel nicht gut aus. Definitiv.
Aber man sollte sich vielleicht auch anschließend folgende Fragen stellen:
1) warum stellt Lieberknecht einen Spieler, der noch nicht eingespielt und noch nicht bei 100% ist, überhaupt auf?
2) falls das bereits 100% waren, wieso und von wem wurde Rasmussen verpflichtet?
Mir macht das Interview mit Hengen, sowie die Aussagen von Klos und Lieberknecht Angst! Man scheint jegliche Selbstkritik grundsätzlich auszuschließen und stellt die Mannschaft an den Pranger. Ich ahne Schlimmes.
Moin. Aus meiner Sicht kannst du dich beruhigen. Nach dem Magdeburgspiel hast du ja TLs Entlassung gefordert. Ich bin nicht dafür, aber das ist jetzt mal völlig wertungsfrei. Bei Antwerpen, Grammozis und Anfang hat Hengen den Spruch mit dem „die Weicheier spielen keinen Männerfußball!“ in ähnlicher Form auch schon fallen lassen. 2 Wochen später war jeder von den Trainern entlassen. Ich interpretiere das als letzte Warnung im Sinne von „Trainer, bekomm die Spieler zum laufen oder dein Kopf rollt“. Soweit so schlecht.

Zu 1 und 2: so wie ich das mannorientierte System verstehe, spielst du dich nicht mit den anderen im klassischen Sinne ein. Man lässt Sachen wie die Abseitsfalle weg und konzentriert sich auf individuelle Zweikämpfe. Natürlich wird nach links und rechts verschoben, aber der Teil mit „Spieler übergeben“ fällt komplett raus. Du bleibst an deinem Mann. Die einzige Absprache ist, wer wen greift. Hauptsache man kriegt einen Fuß dazwischen. Das ist das Gegenteil davon, wie D98 verteidigte. Wenn du dir unsere Angriffsszenen nochmal ansiehst wird du sehen, dass die mit 10 Mann stur im 4-4-2 den Strafraum vollmachen.

Gyamfis Aufgabe in dem System ist, letzter Mann zu spielen und den LIV und RIV abzusichern. Die müssen sich INDIVIDUELL nur eine Frage stellen: wann rücke ich raus, um den Zweikampf anzufangen? Da interessiert den LIV/RIV aber nicht, was der Nebenmann macht. Robinson macht das par excellance; der hatte bspw. Yokota im Hannoverspiel immer an die Leine genommen. Sobald Yokota ca 10m vor unserem Strafraum war, ist Robinson in den „Sechserraum“ rausgerückt und hat ihn bekämpft. Um die Absicherung hintendran kümmert er sich garnicht. Das macht Gyamfi. Dasselbe gilt auf der anderen Seite für Sirch, wenn der vorstößt. Entweder geht Kunze hinter (selten) oder Gyamfi rückt vor und wir stehen da in Viererkette.

Rasmussens ist ein 28jähriger Fußballer, der diese Saison ca 25 Spiele in der vergleichbaren Österreichischen Bundesliga sowie in der EL gemacht hat. Das System setz voraus, dass die Spieler die Grundlagen beherrschen, die denen bei der Jugend beigebracht werden: Zweikämpfe führen, Bälle abschätzen. Das einzige was darüber rausgeht ist das Gefühl zu bekommen, wann sie rausrücken. Elvedi ist m.M.n. daran gescheitert; er blickte sich teilweise panisch um oder rückte zu spät raus. Für einen Spieler mit Rasmussens Lebenslauf sollte es recht einfach sein, sowas umzusetzen. Der Trainer erklärt ihm, wie sich seine potenziellen Gegenspieler bewegen (Arschwackeln links und geht rechts raus, Arschwackeln rechts und geht links raus, was auch immer) und ansonsten setzt er um. Unsere IV stehen je nach Spiel wirklich 20m auseinander- es geht ja nicht um Kompaktheit wie in der Viererkette.

Seine schlechten Szenen hatten ja nichts mit „nicht mit der Mannschaft eingespielt“ zu tun. Der verschätzte sich bei dem Darmstädter Abschlag und steht 3m zu weit vorne und hat dann die Slapstickaktion vorm 0:4. Solche Fehler auf Kreisklasseniveau dürfen ihm mit der Erfahrung nicht passieren. Gyamfi und Sirch kamen aus der vierten und dritten Liga und machen das nicht. Der muss für die beiden ohne wenn und aber der Stabilitätsanker sein. Wobei es mich alarmiert das der im Interview sagte das „jeder Führungsspieler sein muss“. Aber ich sagte beim Transfer schon: es muss einen Grund haben, dass der Mann bereits 11 Vereine hatte. Ist für mich eher ein Hengen Transfer: irgendwo kein schlechter Spieler, vielleicht bricht er bei uns ja durch.

@Ereborn
Hast das Problem gut zusammengefasst. Er wird nie nur eine Sache stur durchgespielt. Einerseits müssen halt Grundlagen und paar Abläufe sitzen, aber man darf auch nicht völlig unflexibel sein. Da unterscheiden sich Schuster, Anfang und Lieberknecht am stärksten.

Schuster: ging oft mit einer schlecht eingestellten Truppe ins Spiel, wir haben in der ersten Halbzeit kassiert. Aber er war ein Gott im Ingame Coaching. Er hat jedes Spiel lesen und anpassen können. Gegen den HSV stellte er Zimmer mal im 10er Raum auf, um den HSV Sechser auszuschalten. Weil der das HSV Spiel aufbaute.

Anfang: Er ist Dogmatiker. Wofür er in Bremen, Köln und Dresden aber auch hart kritisiert wurde. Er hat dem FCK eine super Grundlage beigebracht, wofür der ein oder andere Forumsuser ihm zurecht hinterhertrauert. ABER: er hatte keinen Plan B und war furchtbar stur. Darum ging es hintenraus, als sich der Gegner auf uns einstellte (was darin bestand Ritter und Yokota zuzustellen), auch steil bergab. Wir spielten schönen Fußball, aber wir waren auch maximal berechenbar. Der konnte, wenn sein Leben davon abhing, nicht im Spiel reagieren.
Torsten Lieberknecht: er steht für mich dazwischen. Wir gehen mit Manndeckung ins Spiel (was eine relativ lose Geschichte ist). Manchmal hat er geniale Anpassungen (Darmstadt Hinspiel, KSC Auswärts) und gewinnt die Spiele. Manchmal vercoacht er sich aber auch völlig und zieht uns den Stecker (wenn er Ritter und Skyttä zusammen rausholt z.B.)

@betze25
Mal abwarten. Schalke spielt seinen Stiefel runter, aber in den letzten 5 Spielen gab es 2 Niederlagen und drei Unentschieden. Ob die ihre Stärke so durchdrücken können, weiß ich nicht. Die spielen ähnlich wie wir, nur wesentlich defensiver und mit schlechteren Spielern. Die bekommen mittlerweile auch schlechte Mannschaften wie Dresden gut verteidigt. Und Darmstadt passt sich an (weshalb die auch den Meister machen werden). Die spielen je nach Gegner Vierer- oder Fünferkette.

@emkathor
Moin. Die Bayern passen sich ja aber nicht an den Gegner an. Die rotieren ihre Spieler zwischen den Positionen, um den Gegner zu überfordern. Das sind 2 verschiedene paar Schuhe. Wir entscheiden uns ja zwischen 10er Nr 1 und 10er Nr 2. Ich sah es immer so, dass man sich an den Gegner anpasst, wenn man ihn nicht wie Bayern überrollen kann.

@baschdel
Die Mainzer haben seit ihrem Aufstieg das Credo ausgegeben "Wir spielen Umschaltfußball mit Pressing". Klopp und Heidel hatten das bei denen festgeschrieben. Das geht runter bis in die Jugendabteilungen und die holen immer wieder Leute, die die wie ein Bauteil eines Computers da reinstecken können. Die spielen mal bisschen mehr Positionsspiel, jetzt arbeiten sie mehr mannorietiert. Unter Urs Fischer spielen sie auch ein bisschen tiefer als unter dem Vorgänger. Aber die grobe Richtlinie ist über die Jahre gleich geblieben. Identität, DNA, Strategie. Nenn es wie du willst. Die spielten jetzt nicht auf einmal Tiki Taka Light. Blieben bei Schere. Und die holen auch immer wieder Trainer, die grob dieselbe Linie verfolgen. Frankfurt macht das mit dem Osteuropäer, den die geholt haben auch. Der lässt angeblich genauso spielen wie Toppmöller. Hat nur den Ruf ein Arschloch zu sein, das Spielern und Gegnern gleichermaßen in den Arsch tritt.

Für mich ist die Grundsatzfrage, ob wir mehr ein auf Pressing, Umschaltspiel und physischen Komponenten basierendes Spiel haben wollen.
Beispiele in Liga 1 wären Mainz, Heidenheim, Union Berlin und der BVB. Schuster, Funkel und jetzt TL waren die Trainer dafür. Das kann je nach Kader mal bisschen Offensiver oder defensiver sein. Man braucht immer Spieler der Marke "Pferdelunge", "Wandspieler", "Abräumer im Mittelfeld". Also klassische Betzespieler.

Oder ob wir uns eher Richtung Positionsspiel orientieren wollen wie Paderborn oder Elversberg es tun. Das war ja die Steckenpferde von Costa Runjaic und Markus Anfang. Da braucht man ganz andere Charaktere. Eher so Klement, Moritz, Rapp.

Das ist halt das, was Hengen vorgeben muss. Das ständige Wechseln zwischen den Ansätzen muss halt ein Ende haben. Das verbrennt wirklich nur Geld.

@MRG
Stimme dir zu. D98 hat unsere Fehler provoziert. Und wir sie gemacht. Fürth hat gegen Magdeburg und im Pokal gegen uns den Fokus auch auf die Außen gelegt. Wir werden direkt sehen, ob wir dazugelernt haben oder wieder ins Messer rennen.
"Für mich ist Schönheit, dem Gegner nicht zu geben was er will." José Mourinho

"Wir wollen keinen Schönheitspreis, sondern einfach nur punkten" Torsten Lieberknecht
Schulbu_1900
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Beitrag von Schulbu_1900 »

@Miggeblädsch
Ich denke wir sollten mit Plan A und Plan B spielen. Berisha wird körperlich noch nicht soweit sein, sonst haben wir gleich wieder den nächsten Verletzten, wenn wir den als Zielspieler verheizen. Nicht so krass formuliert es auch Lieberknecht. Ansonsten muss es das Kollektiv richten. Ich stimme zu, wir spielen unentwegt so, wie wenn Ivan immer vorne drin stehen würde.
Ritter auf der Sechs? Das war das letzte mal in der dritten unter Antwerpen. Der würde das schon können, aber kein Trainer danach hatte das jemals gemacht. Dann schon eher Sahin.
Warum Ritter gar nicht kam, hat mich allerdings auch verwundert.
:prost:
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Beitrag von Miggeblädsch »

Schulbu_1900 hat geschrieben: 09.02.2026, 17:57 @Miggeblädsch
Ich denke wir sollten mit Plan A und Plan B spielen. Berisha wird körperlich noch nicht soweit sein, sonst haben wir gleich wieder den nächsten Verletzten, wenn wir den als Zielspieler verheizen. Nicht so krass formuliert es auch Lieberknecht. Ansonsten muss es das Kollektiv richten. Ich stimme zu, wir spielen unentwegt so, wie wenn Ivan immer vorne drin stehen würde.
Ritter auf der Sechs? Das war das letzte mal in der dritten unter Antwerpen. Der würde das schon können, aber kein Trainer danach hatte das jemals gemacht. Dann schon eher Sahin.
Warum Ritter gar nicht kam, hat mich allerdings auch verwundert.
:prost:
Ich denke auch, dass wir mit Plan A und Plan B spielen sollten. Plan A kenne ich inzwischen, die gegnerischen Trainer bestimmt auch. Auf Plan B bin ich gespannt.

Ja, natürlich Sahin dann neben Kunze auf die 6, dafür aber Ritter auf die Position, die Sahin einnehmen musste und das auch gut gemacht hat.

Wenn ich als Trainer dann aber nicht so verfahre, Ritter auf der Bank lasse, Sirch vorziehe, und in diesem wichtigen Spiel dafür den Neuankömmling Rasmussen in die Startelf stelle, dann darf man diese Herangehensweise sehr wohl im Bereich zwischen "gewagtes Projekt" und "Fehleinschätzung" einordnen. :prost:

@Lautern-Fahne: Dir auch vielen Dank für den fundierten Input :daumen: :prost:
Jetzt geht's los :teufel2:
Baschdel
Beiträge: 99
Registriert: 20.01.2024, 23:55

Beitrag von Baschdel »

Wenn das so weiter geht, müssen wir @Lautern-Fahne und @Kohlmeyer einen Maulkorb verpassen, sonst ist der Gegner nächste Woche zu gut eingestellt.

Die wären ja dämlich, vor dem Spiel nicht mal in unserem Taktikthread nachzuschauen, was aktuell Phase ist... Daher ein direkter Appell an alle Fürther: Zieht euch warm an, es ist Februar und unsere Jungs haben allerhand gut zu machen!
emkathor
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Registriert: 16.05.2019, 23:03

Beitrag von emkathor »

Selbst wenn das jetzt Supermodern oldschool ist, erklärt das mir aber immer noch nicht, wieso wir ständig so offen ins messer laufen. In der BL (1 und 2) ist das neben uns nur noch Wagners Augsburg passiert. Gab eigentlich auch die gleichen Diskussionen. Hab jetzt Augsburg nicht weiter verfolgt, von dem her weiss ich auch nicht, was die geändert haben.
Wenn man mal von der Ausgangslage 'jeder auf dem Platz kann kicken" ausgeht, dann muss es ja Gruende geben warum das bei uns immer so ein Harakiri ist. Selbst in dieser Rueckrunde kam der Gegner ja schon immer verdammt einfach durch die Ketten. Ob erfolgreich oder nicht.
Lautern-Fahne
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Beitrag von Lautern-Fahne »

emkathor hat geschrieben: 10.02.2026, 13:59 Selbst wenn das jetzt Supermodern oldschool ist, erklärt das mir aber immer noch nicht, wieso wir ständig so offen ins messer laufen. In der BL (1 und 2) ist das neben uns nur noch Wagners Augsburg passiert. Gab eigentlich auch die gleichen Diskussionen. Hab jetzt Augsburg nicht weiter verfolgt, von dem her weiss ich auch nicht, was die geändert haben.
Wenn man mal von der Ausgangslage 'jeder auf dem Platz kann kicken" ausgeht, dann muss es ja Gruende geben warum das bei uns immer so ein Harakiri ist. Selbst in dieser Rueckrunde kam der Gegner ja schon immer verdammt einfach durch die Ketten. Ob erfolgreich oder nicht.
Wir verteidigen die Angriffe über Außen teilweise einfach garnicht. Das ist für mich das Hauptproblem an der Kombi 5-3-2/Manndeckung: kein Schwein hilft den AVs. Wir werden bei eigenen Angriffen gedoppelt, der Gegner darf uns aber Austanzen. Hier mal alle Spiele, in denen wir mehr als 1 Tor kassierten. Mir Ausnahme von Elversberg auswärts fangen wir sie immer dann, wenn der Gegner über die Außen angreift.

3.Spieltag SVE-FCK 2:1
https://www.youtube.com/watch?v=mSTqSn5_lIY
1.Abspielfehler Krahl. Elv presst
2.Eckball

7.Spieltag Paderborn FCK 2:0
https://www.youtube.com/watch?v=3Ztu-02jbzE
1.Steckpass zwischen AV und RIV durch, Hereingabe auf den 5er, Tor
2.Halbraumflanke auf die Fünferkante, „Kung Fu tritt Tor“

8.Spieltag FCK-Bochum 3:2
https://www.youtube.com/watch?v=aI6RABH85Xw
1.Auf rechts Außen gespielt, Hereingabe, Tor (5er Kante)
2.Balleroberung in der Mitte, spielt links raus, flache Hereingabe, Tor (5er Kante)

9. Spieltag KSC – FCK 2:3
https://www.youtube.com/watch?v=XPL3DhAOI0Q
2x flache Hereingaben über die Außen

14.Spieltag Braunschweig FCK 2:0
https://www.youtube.com/watch?v=EphChW1GqYY
Klare Rote Karte für Braunschweig wird einfach nicht gegeben
1.Conte setzt sich links durch, flache Hereingabe auf die 16m Linie
2.Langer Ball, Yaidin läuft Kunze weg (war letzter Mann)

17.Spieltag FCK Magdeburg 2:3
https://www.youtube.com/watch?v=FUfQl7Qk1aE
1.Flanke vom rechten Flügel auf 5m Kante, Verängerung per Kopf, Tor
2.Zkowski dribbelt über den linken Flügel Gyamfi aus und schweißt den in den Winkel (assives Abseits?)
3.Nollenberger dribbelt auf rechts Außen Gyamfi aus und schießt ihn in den langen Winkel

Das ist halt das Problem, wenn du dogmatisch von oben herab eine Aufstellung vorgibst (Hengen). Sich einspielen ist so lange toll, bis der Gegner Papier spielt. Wir verteidigen das teilweise innerhalb des Systems auch sehr gut. Im 5-3-2 stoppst du halt nicht den Angriff/Hereingabe, sondern schiebst immer den Fuß dazwischen.

Fairerweise muss ich aber 2 Sachen sagen.1. TL hatte auch kaum Möglichkeiten zu reagieren. Durch die langen Verletzungen von Redondo und Asta hatte er schlicht keine Außen, um Haas und Joly zu unterstützen. Ein 4-5-1 mit Alidou oder Tachie als Flügel wäre gnadenlos gescheitert und hätte uns vorne der Durchschlagskraft beraubt. 2.Als wir unter Schuster mit Zimmer und Opoku auf Rechtsaußen spielten, haben wir die Tore genauso gefressen. Ist auch einfach eine effektive Art anzugreifen. Keine Ahnung wie man das abtrainiert. Das muss jemand mit Trainerschein beantworten. Bin reiner Theoretiker.
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Beitrag von Ereborn »

Lautern-Fahne hat geschrieben: 11.02.2026, 11:40
Wir verteidigen die Angriffe über Außen teilweise einfach garnicht. Das ist für mich das Hauptproblem an der Kombi 5-3-2/Manndeckung: kein Schwein hilft den AVs. Wir werden bei eigenen Angriffen gedoppelt, der Gegner darf uns aber Austanzen.
Ich würde aktuell (gefühlt, hab's jetzt nicht extra recherchiert) behaupten, wir haben defensiv zwei Hauptprobleme:

1. Wenn wir Angriffspressing spielen, hängt sehr viel von unseren Pressingspielern ab, wie sehr die die ballführende Defensive unter Druck setzen (können). Es gibt hier natürlich sehr passichere und kombinationssichere Defensivreihen, die das dann gut ausspielen können. Dazu kommt noch, wie hoch ist zu dem Zeitpunkt noch die Kondition unserer Angreifer, können die wirklich noch jeden Gegenspieler so intensiv anlaufen, dass er genügend unter Druck gerät?
Wenn man das aber mal rein auf das System herunterbricht, kommt es auch schlicht auf das Vermögen der ballführenden Spieler an, wie gut sie einen halblangen Pass über unsere erste Angriffslinie hinbekommen.
Unser System hat in diesem Fall den Nachteil, dass man mit einem guten Pass diese erste Linie überspielt, wenn dann die Verteidigung dahinter nicht gut genug aufpasst oder aufgerückt ist, hat der Gegner plötzlich sehr viel Platz vor sich und kann sich schnell bis an unseren Strafraum durchspielen. Von hinten rücken dann viele Spieler nach, die Positionen sind nicht mehr sauber besetzt, es herrscht Chaos - das wir ja auch gerne so provozieren.

2. Wenn der Gegner sich ca. bis zur 30m Linie vorgespielt hat, ist die Frage, wo unsere AVs gerade stehen. Waren die selbst gerade noch im Angriff und sind noch in der Rückwärtsbewegung?
Hier ist es entschiedend, dass der jeweilige IV auf seiner Seite (also RIV/LIV) hier dem AV aushilft. Aufgrund der sehr offensiven Ausrichtung unserer AVs kommt diese Situation im Spiel häufiger vor. Taktisch wird das durch die IVs ausgeglichen, wir wechseln damit fließend zu einer 4er Kette, bis der IV wieder in seiner Verteidigungsposition ist.

Gerade bei Haas/Robinson (als LIV) ist mir aufgefallen, dass die das oft gut hinbekommen. Hier findet dann auch oft ein Wechselspiel/Rotation statt. Auch der 6er auf der entsprechenden Seite ist dann in einer wichtigen Rolle, hier müssen 6er, L/R-IV und L/R-AV ein gut eingespieltes Trio bilden. Wenn dann aber eine dieser Positionen durch anderes Personal besetzt ist, klappt die Absprache vielleicht nicht so gut. Das war vielleicht auch im Darmstadt-Spiel das Problem mit Rasmussen, dass der hierfür noch nicht sensibel genug war.

Auf der R-AV Seite ist das aktuell auch das Problem mit Joly. Er wird hier zu oft "hinterspielt", die Seite ist zu offen und der Gegner kommt in gute Flankenpositionen oder dribbelt sogar in den 16er ein - wie beim Elfmeter in Darmstadt gesehen.

Generell ist bei der 5er-Kette mit AVs als Schienenspieler das der neuralgische Punkt in der Verteidigung. Die Gegner bereiten sich darauf vor, trainieren die gechippten Pässe hinter den AV und setzen nach Möglichkeit auf schnelle oder dribbelstarke Außen, die das ausnutzen.
Vieles im Leben kann man mit Geld kaufen.
Emotion und Leidenschaft nicht.
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