Miggeblädsch hat geschrieben: 09.02.2026, 11:38
Ja, Rasmussen zb. sieht in diesem Spiel nicht gut aus. Definitiv.
Aber man sollte sich vielleicht auch anschließend folgende Fragen stellen:
1) warum stellt Lieberknecht einen Spieler, der noch nicht eingespielt und noch nicht bei 100% ist, überhaupt auf?
2) falls das bereits 100% waren, wieso und von wem wurde Rasmussen verpflichtet?
Mir macht das Interview mit Hengen, sowie die Aussagen von Klos und Lieberknecht Angst! Man scheint jegliche Selbstkritik grundsätzlich auszuschließen und stellt die Mannschaft an den Pranger. Ich ahne Schlimmes.
Moin. Aus meiner Sicht kannst du dich beruhigen. Nach dem Magdeburgspiel hast du ja TLs Entlassung gefordert. Ich bin nicht dafür, aber das ist jetzt mal völlig wertungsfrei. Bei Antwerpen, Grammozis und Anfang hat Hengen den Spruch mit dem „die Weicheier spielen keinen Männerfußball!“ in ähnlicher Form auch schon fallen lassen. 2 Wochen später war jeder von den Trainern entlassen. Ich interpretiere das als letzte Warnung im Sinne von „Trainer, bekomm die Spieler zum laufen oder dein Kopf rollt“. Soweit so schlecht.
Zu 1 und 2: so wie ich das mannorientierte System verstehe, spielst du dich nicht mit den anderen im klassischen Sinne ein. Man lässt Sachen wie die Abseitsfalle weg und konzentriert sich auf individuelle Zweikämpfe. Natürlich wird nach links und rechts verschoben, aber der Teil mit „Spieler übergeben“ fällt komplett raus. Du bleibst an deinem Mann. Die einzige Absprache ist, wer wen greift. Hauptsache man kriegt einen Fuß dazwischen. Das ist das Gegenteil davon, wie D98 verteidigte. Wenn du dir unsere Angriffsszenen nochmal ansiehst wird du sehen, dass die mit 10 Mann stur im 4-4-2 den Strafraum vollmachen.
Gyamfis Aufgabe in dem System ist, letzter Mann zu spielen und den LIV und RIV abzusichern. Die müssen sich INDIVIDUELL nur eine Frage stellen: wann rücke ich raus, um den Zweikampf anzufangen? Da interessiert den LIV/RIV aber nicht, was der Nebenmann macht. Robinson macht das par excellance; der hatte bspw. Yokota im Hannoverspiel immer an die Leine genommen. Sobald Yokota ca 10m vor unserem Strafraum war, ist Robinson in den „Sechserraum“ rausgerückt und hat ihn bekämpft. Um die Absicherung hintendran kümmert er sich garnicht. Das macht Gyamfi. Dasselbe gilt auf der anderen Seite für Sirch, wenn der vorstößt. Entweder geht Kunze hinter (selten) oder Gyamfi rückt vor und wir stehen da in Viererkette.
Rasmussens ist ein 28jähriger Fußballer, der diese Saison ca 25 Spiele in der vergleichbaren Österreichischen Bundesliga sowie in der EL gemacht hat. Das System setz voraus, dass die Spieler die Grundlagen beherrschen, die denen bei der Jugend beigebracht werden: Zweikämpfe führen, Bälle abschätzen. Das einzige was darüber rausgeht ist das Gefühl zu bekommen, wann sie rausrücken. Elvedi ist m.M.n. daran gescheitert; er blickte sich teilweise panisch um oder rückte zu spät raus. Für einen Spieler mit Rasmussens Lebenslauf sollte es recht einfach sein, sowas umzusetzen. Der Trainer erklärt ihm, wie sich seine potenziellen Gegenspieler bewegen (Arschwackeln links und geht rechts raus, Arschwackeln rechts und geht links raus, was auch immer) und ansonsten setzt er um. Unsere IV stehen je nach Spiel wirklich 20m auseinander- es geht ja nicht um Kompaktheit wie in der Viererkette.
Seine schlechten Szenen hatten ja nichts mit „nicht mit der Mannschaft eingespielt“ zu tun. Der verschätzte sich bei dem Darmstädter Abschlag und steht 3m zu weit vorne und hat dann die Slapstickaktion vorm 0:4. Solche Fehler auf Kreisklasseniveau dürfen ihm mit der Erfahrung nicht passieren. Gyamfi und Sirch kamen aus der vierten und dritten Liga und machen das nicht. Der muss für die beiden ohne wenn und aber der Stabilitätsanker sein. Wobei es mich alarmiert das der im Interview sagte das „jeder Führungsspieler sein muss“. Aber ich sagte beim Transfer schon: es muss einen Grund haben, dass der Mann bereits 11 Vereine hatte. Ist für mich eher ein Hengen Transfer: irgendwo kein schlechter Spieler, vielleicht bricht er bei uns ja durch.
@Ereborn
Hast das Problem gut zusammengefasst. Er wird nie nur eine Sache stur durchgespielt. Einerseits müssen halt Grundlagen und paar Abläufe sitzen, aber man darf auch nicht völlig unflexibel sein. Da unterscheiden sich Schuster, Anfang und Lieberknecht am stärksten.
Schuster: ging oft mit einer schlecht eingestellten Truppe ins Spiel, wir haben in der ersten Halbzeit kassiert. Aber er war ein Gott im Ingame Coaching. Er hat jedes Spiel lesen und anpassen können. Gegen den HSV stellte er Zimmer mal im 10er Raum auf, um den HSV Sechser auszuschalten. Weil der das HSV Spiel aufbaute.
Anfang: Er ist Dogmatiker. Wofür er in Bremen, Köln und Dresden aber auch hart kritisiert wurde. Er hat dem FCK eine super Grundlage beigebracht, wofür der ein oder andere Forumsuser ihm zurecht hinterhertrauert. ABER: er hatte keinen Plan B und war furchtbar stur. Darum ging es hintenraus, als sich der Gegner auf uns einstellte (was darin bestand Ritter und Yokota zuzustellen), auch steil bergab. Wir spielten schönen Fußball, aber wir waren auch maximal berechenbar. Der konnte, wenn sein Leben davon abhing, nicht im Spiel reagieren.
Torsten Lieberknecht: er steht für mich dazwischen. Wir gehen mit Manndeckung ins Spiel (was eine relativ lose Geschichte ist). Manchmal hat er geniale Anpassungen (Darmstadt Hinspiel, KSC Auswärts) und gewinnt die Spiele. Manchmal vercoacht er sich aber auch völlig und zieht uns den Stecker (wenn er Ritter und Skyttä zusammen rausholt z.B.)
@betze25
Mal abwarten. Schalke spielt seinen Stiefel runter, aber in den letzten 5 Spielen gab es 2 Niederlagen und drei Unentschieden. Ob die ihre Stärke so durchdrücken können, weiß ich nicht. Die spielen ähnlich wie wir, nur wesentlich defensiver und mit schlechteren Spielern. Die bekommen mittlerweile auch schlechte Mannschaften wie Dresden gut verteidigt. Und Darmstadt passt sich an (weshalb die auch den Meister machen werden). Die spielen je nach Gegner Vierer- oder Fünferkette.
@emkathor
Moin. Die Bayern passen sich ja aber nicht an den Gegner an. Die rotieren ihre Spieler zwischen den Positionen, um den Gegner zu überfordern. Das sind 2 verschiedene paar Schuhe. Wir entscheiden uns ja zwischen 10er Nr 1 und 10er Nr 2. Ich sah es immer so, dass man sich an den Gegner anpasst, wenn man ihn nicht wie Bayern überrollen kann.
@baschdel
Die Mainzer haben seit ihrem Aufstieg das Credo ausgegeben "Wir spielen Umschaltfußball mit Pressing". Klopp und Heidel hatten das bei denen festgeschrieben. Das geht runter bis in die Jugendabteilungen und die holen immer wieder Leute, die die wie ein Bauteil eines Computers da reinstecken können. Die spielen mal bisschen mehr Positionsspiel, jetzt arbeiten sie mehr mannorietiert. Unter Urs Fischer spielen sie auch ein bisschen tiefer als unter dem Vorgänger. Aber die grobe Richtlinie ist über die Jahre gleich geblieben. Identität, DNA, Strategie. Nenn es wie du willst. Die spielten jetzt nicht auf einmal Tiki Taka Light. Blieben bei Schere. Und die holen auch immer wieder Trainer, die grob dieselbe Linie verfolgen. Frankfurt macht das mit dem Osteuropäer, den die geholt haben auch. Der lässt angeblich genauso spielen wie Toppmöller. Hat nur den Ruf ein Arschloch zu sein, das Spielern und Gegnern gleichermaßen in den Arsch tritt.
Für mich ist die Grundsatzfrage, ob wir mehr ein auf Pressing, Umschaltspiel und physischen Komponenten basierendes Spiel haben wollen.
Beispiele in Liga 1 wären Mainz, Heidenheim, Union Berlin und der BVB. Schuster, Funkel und jetzt TL waren die Trainer dafür. Das kann je nach Kader mal bisschen Offensiver oder defensiver sein. Man braucht immer Spieler der Marke "Pferdelunge", "Wandspieler", "Abräumer im Mittelfeld". Also klassische Betzespieler.
Oder ob wir uns eher Richtung Positionsspiel orientieren wollen wie Paderborn oder Elversberg es tun. Das war ja die Steckenpferde von Costa Runjaic und Markus Anfang. Da braucht man ganz andere Charaktere. Eher so Klement, Moritz, Rapp.
Das ist halt das, was Hengen vorgeben muss. Das ständige Wechseln zwischen den
Ansätzen muss halt ein Ende haben. Das verbrennt wirklich nur Geld.
@MRG
Stimme dir zu. D98 hat unsere Fehler provoziert. Und wir sie gemacht. Fürth hat gegen Magdeburg und im Pokal gegen uns den Fokus auch auf die Außen gelegt. Wir werden direkt sehen, ob wir dazugelernt haben oder wieder ins Messer rennen.