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Handball-Europameisterschaft 2026

Alles, was sonst in keine Kategorie passt.
Alex76
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Beitrag von Alex76 »

Mit der Schützenhilfe von Österreich gegen Serbien (26:25) und einem 34:32 Sieg gegen Spanien geht es für den DHB in die Hauptrunde, in der Deutschland mit zwei Punkten startet. Gegner sind die Mannschaften aus Portugal, Norwegen, Dänemark und Frankreich.


Spielberichte von Deutschland in der Vorrunde

GER – AUT 30:27 (12:8)
https://www.sportschau.de/handball/em/a ... t-100.html

GER – SER (-bien) 27:30 (17:13)
https://www.sportschau.de/handball/em/d ... r-100.html

GER – ESP 34:32 (17:15)
https://www.sportschau.de/handball/em/a ... a-100.html


Ausblick auf die Hauptrunde für den Terminplaner

22.01.2026, 15:30: Deutschland – Portugal (Donnerstag)

24.01.2026, 20:30: Deutschland – Norwegen (Samstag)

26.01.2026, 20:30: Deutschland – Dänemark (Montag)

28.01.2026, 18:00: Deutschland – Frankreich (Mittwoch)


Portugal als nächster Gegner – Von Null auf Hundert

Das Spiel gegen Spanien war wild und endete mit einem versöhnlichen 34:32 Sieg. Nun warten drei Topteams und mit Norwegen ein gutes Ausrichterteam.
Portugal schaffte im Gruppenspiel die Sensation gegen Gastgeber, Olympiasieger und Weltmeister Dänemark mit einem 31:29. Ein großer Achtungserfolg der allerdings nicht ganz unerwartet kam, da die Südeuropäer in den letzten zwei Jahren Deutschland, Spanien und Norwegen besiegen konnte und bei der WM 2025 auf Platz 4 landete.

Dänemark hat in 2025 drei Niederlagen beim EHF Euro Cup erdulden müssen, wobei dieses Turnier mit Frankreich, Schweden und Norwegen hochklassig besetzt war. Dänemark verlor das Hinspiel in Frankreich knapp mit 32:33 und in Dänemark mit 38:40 gegen Frankreich. Zudem musste sich das Team auch im Heimspiel gegen Schweden mit 30:33 geschlagen geben. Nach der Niederlage gegen Portugal befindet sich Dänemark in der Krise. Werden sich die Welthandballer um Pytlick und Gidsel pünktlich zur Hauptrunde handballerisch fangen? Oder droht das Aus?

Portugal startete mit einem knappen Sieg gegen Rumänien (40:34) und einem Unentschieden gegen Nord Mazedonien (29:29). Mit dem Sieg gegen Dänemark hat Portugal ähnlich wie Deutschland einen „Traumstart“ in die Hauptrunde erzielen können. Beide Mannschaften stehen nun zusammen mit Frankreich (Sieg gegen Norwegen mit 38:34) bei jeweils zwei Punkten.

Was zeichnet die Portugiesen aus? Über mehrere Jahre hat sich Portugal von Turnier zu Turnier weiterentwickelt und kann nun eine mannschaftlich geschlossene Leistung auf die Platte bringen, die ihren Höhepunkt bei der WM 2025 mit Platz 4 fand.

Auch beim Spiel gegen die Dänen beeindruckte Portugal als eingespieltes Team, das die Nervosität der Dänen cool bestrafte und sich als eingespieltes Kollektiv präsentierte. Die Dänen hatten im Angriff Probleme gegen die robuste und körperlich zweikampfstarke Abwehr, die teilweise überhart (Victor Iturizza gegen Mathias Gidsel) agierte. Auffallend und von den Dänen eher ignoriert ist die starke Verdichtung der Abwehr zur Ballseite.

Die portugiesische Mannschaft hat eine Euphoriewelle in Portugal ausgelöst. Alle Mannschaftstrikots sind ausverkauft. Auch ohne Ronaldo!


Was sagt die Taktiktafel?

Im Angriff würde ich folgenden Fokus setzen:
- 1:1 oder 1:2 mit rechtzeitigem Abspiel (keine Stoppfouls) zum mannschaftlichen Weiterspielen
- nicht den Schneid abkaufen lassen (Selbstvertrauen)
- Einläufe der Außen bei offensivem Rückraum
- Rückpass mit Tiefe bei offensiven Halbspielern
- Stärke bei Rückraumwürfen einstreuen
- schnelles sicheres Spiel
- ein 4 gegen 2 (mit zwei Kreisläufern) in Erwägung ziehen

Auch in der Abwehr gilt es Nuancen zu setzen um das Spiel für Deutschland zu entscheiden. Achten sollte man auf den portugiesischen Angriff:
- viele Positionswechsel aus dem Wechsel mit 1:1 Aktionen (Costa-Brüder, Silva)
- Übergeben und Übernehmen
- Breite und Querspiel in der 6:0-Abwehr auffangen
- Würfe aus dem Rückraum provozieren
- auf Wurffinten mit Ansetzen zum Prellen vorbereitet sein (Costa-Brüder)
- 7 gegen 6 Angriffe der Portugiesen

Fazit:

Portugal ist kein Überraschungsei mehr, sondern gehört zur erweiterten Weltklasse (Platz 4 bei der WM 2025). Daher ist eine konzentrierte Mannschaftsleistung incl. guter Torhüterleistung erforderlich.
Alex76
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Beitrag von Alex76 »

1. Spiel Hauptrunde – Portugal ausgebremst!

GER – POR 32:30 (11:11)
https://www.sportschau.de/handball/em/r ... r-100.html

Sowohl Portugal als auch Spanien waren die erwartet harten Gegner. Es entwickelten sich zwei zähe Begegnungen, bei denen die beiden iberischen Mannschaften ebenbürtig waren, allerdings in Andreas Wolff im Tor des DHB ihren Meister fanden.

So war auch die Verfolgung des Spiels sehr emotional spannend bis zum letzten Angriff. Kein Spiel für schwache Nerven. Um dem zukünftig zu begegnen, kann man nur raten das Spiel nochmals intern nachzubereiten, um Situationen in der Offensive besser zu lösen..


Leistungssteigerung durch kurzes Videostudium

Nach einem Tag Abstand sind die Strapazen noch nicht vergessen. Das Angriffsspiel wirkte phasenweise fahrig. Lauf- und Passwege waren noch nicht geordnet. Aus einfachen Wechseln ergaben sich Abspielfehler. Technische Fehler und Passungenauigkeiten erschwerten einen geordneten Spielaufbau. Abhacken und besser machen! Vielleicht auch Jammern auf hohem Niveau.

Auch bei der 2.Welle besteht noch Potential, um zukünftig torgefährlicher zu werden. Auch das Spieltempo der Begegnung zum eigenen Nutzen optimieren, wenn es z.B. gilt 2 Minuten Strafen zu bespielen. So gesehen bei Portugal im ersten Kurzangriff zu Beginn der 2.HZ.

Und Schluroff hat überragend gespielt. Da kann man nicht meckern..


Handballnation Norwegen vor der Männerbrust

Der aktuelle Weltmeister lautet Norwegen. Bei den Damen! Die Norwegerinnen gewannen ihre Goldmedaille gegen die deutsche Nationalmannschaft am 14.12.2025 nach einem packenden Endspiel. Insgesamt errangen die Norwegerinnen fünf Mal den WM-Titel.

Auch die Herren gehörten vor kurzem noch zur absoluten Weltspitze. So erreichten sie 2017 und 2019 jeweils den Vize-Weltmeistertitel mit Sander Sagosen als Superstar im linken Rückraum und den rechten Rückraumspielern Magnus Rød und Harald Reinkind. Beeindruckend die effektive und effiziente Spielweise, die auf einer guten Abwehrarbeit und schnellen Gegenstößen beruhte.

In den letzten Jahren waren die Leistungen von Sander Sagosen schwankend aufgrund einer schweren Schulterverletzung, ansonsten wäre das Prädikat Welthandballer wohl möglich gewesen. Durch die Verletzungen von Magnus Rød und Harald Reinkind fehlen heuer zwei Leistungsträger als wichtige Korsettstangen. Sander Sagosen zeigte im Spiel gegen Frankreich eine Topleistung mit neun Treffern, allerdings mussten sich die Norweger mit 34:38 geschlagen geben.

Fazit:

Im Spiel gegen Spanien konnten die Norweger ihre Rolle als Außenseiter gerecht werden. Eine Warnung für die deutsche Mannschaft. Daher gilt es die Konzentration hoch halten.
Alex76
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Beitrag von Alex76 »

2. Spiel Hauptrunde gegen Norwegen – Revanche genommen!

GER – NOR 30:28 (15:17)
https://www.sportschau.de/handball/em/2 ... r-100.html
Langsam fehlen die Superlative! Andreas Wolff rettete den deutschen 30:28 (15:17)-Sieg am Samstagabend gegen Norwegen mit unglaublichen 22 Paraden und einer Fangquote von 44 Prozent. Im Angriff warf sich Marko Grgic aus seinem Leistungstief bei dieser Handball-EM und erzielte sieben Tore.
Was soll man zu Andreas Wolf noch sagen? Wahnsinn! Noch nie eine bessere Torwartleistung auf dem Niveau gesehen.

Offensiv war diesmal Marko Grigic zur Stelle. 7 Tore (bei 9 Versuchen) liest sich nicht schlecht. Daran gilt es anzuknüpfen in der Crunchtime des Turniers.


Leistungssteigerung möglich?

Gegen Dänemark ist eine Steigerung im Angriff notwendig. Können noch die letzten 10% abgerufen werden, um mental einen Schritt schneller als der Gegner zu sein? Gegen die …


… beste Mannschaft der Welt?!

Frankreich? Oder doch Dänemark? Frankreich konnte gegen Dänemark im EHF-Pokal 2025 zwei Mal gewinnen. Auch im Spiel der Hauptrunde war Frankreich bis in die 2.Halbzeit führend. Doch dann setzte sich die Klasse von Mathias Gidesl und Simon Pytlick durch. Am Ende waren es 9 Tore (von 14 Versuchen) bei Gidsel und 8 Tore (von 10 Versuchen) bei Pytlick. Gute Wurfquote, die auf deutsche Abwehrquote trifft.

Fazit:

Die Vorfreude auf das Duell gegen Dänemark ist riesig. Kann Deutschland mithalten?
Alex76
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Beitrag von Alex76 »

3. Spiel Hauptrunde – Gegen Dänemark im Schongang?!

GER – DEN 26:31 (12:13)
https://www.sportschau.de/handball/em/g ... e-100.html

Erstmals ausverkaufte Halle in Herning bei einem deutschen Spiel. 15.000 Zuschauer sorgten für eine heiße dänische Heimspielatmosphäre. Wie ging Alfred Gislason die Partie an? Mit einer Überraschung für die deutschen Fans. So mutet die Aufstellung nach einer B-Mannschaft an. Ohne Andreas Wolff in der Anfangsformation. Ohne den Stammaußenspielern Lukas Zerbe und Lukas Mertens im Kader. Stattdessen begannen Rune Dahmke und Mathis Häseler.

In der ersten Halbzeit war von einer B-Mannschaft nichts zu erkennen. Stattdessen konnte David Späth mehrere Glanzparaden anbringen. Und die Abwehr zeigte eine grandiose Leistung, so dass die Dänen zur Halbzeit lediglich 13 Tore erzielen konnten. Zehn Minuten am Stück blieb die deutsche Abwehr ohne Gegentreffer. Doch dann zeigten die Dänen im schnellen Offensivspiel ihre Klasse.

16 Treffer steuerten alleine das nimmermüde Duo Gidsel und Pytlick bei. Das deutsche Team hatte mit sieben Pfosten- oder Lattentreffer Pech. Zudem war Torhüter Emil Nielsen mit einer Quote von 35% gehaltener Bälle Garant für das dänische Spiel. Diesmal mussten David Späth (mit 25%) und Andreas Wolff (mit 33%) dem dänischen Weltklassekeeper den Vortritt als Player of the Match lassen.

Insgesamt macht der Auftritt gegen den Weltmeister und Olympiasieger Dänemark Mut auf die kommenden Partien. Das Minimalziel Platz 6 ist sicher. Nun wartet mit dem aktuellen Europameister Frankreich ein weiterer Weltklassegegner.


Segel fürs Halbfinale setzen!

Auch wenn die Franzosen gegen Spanien verloren haben, so sind angeschlagene Boxer bekanntlich gefährlich. Die Partie gegen Dänemark offenbarte in der 1.Halbzeit eine bärenstarke französische Mannschaft auf Augenhöhe mit den Dänen. In der Abwehr waren die Franzosen sehr kompakt im Verbund mit einer 2 Meter großen Mauer.

Ein Blick auf die französischen Schwächen gegen Spanien sollte dennoch drin sein. Was sind mögliche Erfolgsfaktoren für den DHB?
27.01.2026, 09:01 Uhr: Acht Mutmach-Fakten für das Frankreich-Finale
https://www.sportschau.de/handball/em/a ... n-104.html

Der französische Handball ist bei diesem Turnier eine Wundertüte. Ist der Generationenwechsel vollzogen? Hat sich eine klare Hierarchie gebildet?

Fazit:

Die Erinnerungen an Frankreich sind noch mit positiven Emotionen von den Olympischen Spielen und dem Gewinn der Silbermedaille besetzt. Um sich für das Halbfinale zu qualifizieren muss Deutschland kompakt und zweikampfstark agieren. Wenn die Technischen Fehler dann noch minimiert werden und die Wurfquote gut ist, dann können die deutschen Fans Tickets für die Finalspiele ordern.
Alex76
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Beitrag von Alex76 »

4. Spiel Hauptrunde – Handballderby gegen den großen Nachbarn

GER – FRA 38:34 (19:15)
https://www.sportschau.de/handball/em/h ... a-100.html

Wer sich die Spiele der Franzosen gegen Dänemark und Portugal angeschaut hat, dem war klar, dass Frankreich zu den großen Titelanwärtern zählt. Umso stärker ist der Sieg der deutschen Mannschaft über den Titelverteidiger zu werten, der damit nur den vierten Platz in der Hauptgruppe belegt.

In Erinnerung für die Franzosen bleibt die Partie gegen Portugal, die mit 65 Angriffen die Spielphilosophie der Franzosen charakterisiert. Alleine 20 Tore fielen nach 20 Minuten! 28 Tore nach 30 Minuten! Eine Traumhalbzeit, die dann mit 46:38 nach 60 Minuten nicht mehr ganz so dominant ausfiel. Seit dem schienen die Franzosen etwas körperlich und mental nachgelassen zu haben. Gegen Spanien ging gar nichts, erst beim Spiel gegen die Deutschen waren die Franzosen wieder in guter Verfassung.

Die Leistungssteigerung von Juri Knorr (10 Tore/14 Versuche) war nötig, um die Franzosen in Schach zu halten. Pünktlich zum Halbfinale lieferte Juri eine sehr gute Leistung ab, denen sich durch die Bank alle Mitspieler anschlossen. Dennoch begann in der 2.Halbzeit das große Zittern, als die Franzosen bis auf einen Treffer an den DHB anschlossen. Das spielentscheidende Momentum konnte Andreas Wolff mit einer Glanzparade auf der deutschen Seite belassen. In der Folge wurde der knappe Vorsprung mehr oder weniger souverän nach Hause gefahren.

Neben Juri Knorr ragte auf französischer Seite der sprunggewaltige Dika Mem (11/15) heraus. Der deutschen Mannschaft ist es gelungen das hohe Spieltempo zu drosseln. Statt der 65 Angriffe gegen Portugal waren es nur noch 55 Angriffe gegen den DHB. Im Durchschnitt betrug die Angriffszeit der Franzosen während des Turniers 25 Sekunden.


Körperliche und mentale Fitness in der Crunchtime

Gibt es in Silkeborg eine Eistonne? Oder reicht der Gang nach draußen zur Regeneration? Alfred Gislason konnte während des Turniers den kompletten Kader auf die Platte bringen. So sorgten Miro Schluroff, Juri Knorr, Julian Köster, Marko Grigic, Renars Uscins und Franz Semper für Torgefahr aus dem Rückraum und speziellen Momenten. Die Wurfquoten der Kreisläufer Justus Fischer und Kapitän Johannes Golla sind ebenfalls überragend.

Der Ausfall von Tom Kiesler zeigt wie wichtig eine gesunde Ernährung, viele Vitamine und eine gute Regeneration sind, um das Turnierprogramm bestehend aus neun (Winter-)Spielen in 18 Tagen erfolgreich absolvieren zu können. Rechnet man die Vorbereitung noch dazu, dann sind es 28 Tage Teambuilding. Ganz ohne Lagerkoller!


Erwartungen erfüllt und Euphorie geweckt

Das Spiel Frankreich gegen Deutschland verfolgten im ZDF 7,02 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 34,3 Prozent entspricht. Beim spannenden Vorrundenspiel gegen Spanien ebenfalls im ZDF übertragen betrug die Quote 6,97 Millionen (27,7 Prozent). Weniger Einschaltquote war gegen Norwegen mit 6,22 Millionen (25,4 Prozent) zu verzeichnen.

Dafür reichte das Duell gegen Weltmeister und Olympiasieger Dänemark am Montag in der ARD mit 7,88 Millionen Zuschauern (29,1 Prozent) an das Niveau von Fußballländerspielen heran. Das entscheidende Länderspiel gegen die Slowakei von Trainer Julian Nagelsmann und dem DFB sahen ebenfalls an einem Montagabend 9,68 Millionen Fans (38,0 Prozent).

Deutschland schaut mit Spannung auf das Halbfinale gegen Kroatien. Und vielleicht kann am Sonntag ein neuer Rekord aufgestellt werden. Auf alle Fälle hat die deutsche Mannschaft schon jetzt tolle Werbung für die Weltmeisterschaft 2027 im eigenen Land gemacht!

Doch der Fokus gilt dem Halbfinale gegen Kroatien. Amtierender Vizeweltmeister!


Kroatien aus dem Rückraum abwerfen wollen

Lediglich gegen Schweden mussten sich die Kroaten mit 33:25 geschlagen geben. Alle anderen EM-Spiele, darunter ein knappes 30:29 gegen Island, wurden gewonnen.

Im Vergleich zur Vorbereitung haben sich die Kroaten während des Turniers nochmals steigern können. In der Abwehr sind sie mit einer offensiven 5-1 Abwehr und aggressiven 6-0 Formation flexibel aufgestellt. Der vorgezogene Marko Mamic von der SC DHfK Leipzig tritt dabei die Rolle von Weltklassespieler Domagoj Duvnjak an. Letzterer hat seine Nationalmannschaftskarriere mit dem Vizeweltmeistertitel beendet.

Zu erwarten ist eine kompakte zweikampffreudige Mannschaft aus dem Balkan, die sowohl in der Abwehr als auch im Angriff eklig zu bespielen ist. Es wird wieder auf eine herausragende Leistung in Abwehr, Torwartspiel und Angriff ankommen, um den Einzug ins Finale zu vollziehen. Besonders im Fokus stehen die Rückraumspieler um Miro Schluroff, Juri Knorr, Julian Köster, Marko Grigic, Renars Uscins und Franz Semper. Auf der Seite der Kroaten stechen Ivan Martinovic (30 Treffer), Tin Lucin (24 Treffer), Luka Cindric (16 Treffer) und Zvonimir Srna (28 Treffer) heraus.

Was könnte der Erfolgsfaktor des DHB sein? Während die Kroaten gegen Schweden im Spiel 58 Angriffe gehen mussten, konnten sie ihr Tempo beim siegreichen Spiel gegen Island auf 48 Angriffe minimieren. Daher muss versucht werden das Spieltempo hochzuhalten und die Breite des Kaders möglichst optimal auszunutzen.

Am Ende heißt es welcher der beiden Isländischen Trainer cooler ist!

Fazit:

Deutschland scheint im Vergleich zu Kroatien deutlich flexibler im Angriff zu sein, mit mehr Alternativen. Es gilt die Kroaten nicht ins Spiel kommen zu lassen. Und Provokationen aus dem Weg zu gehen.
Lautern-Fahne
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Beitrag von Lautern-Fahne »

Danke für die Spielberichte! Komme nicht dazu die Spiele zu schauen und deine Beschreibungen sind besser als die von Kicker und co. :daumen:
"Für mich ist Schönheit, dem Gegner nicht zu geben was er will." José Mourinho

"Wir wollen keinen Schönheitspreis, sondern einfach nur punkten" Torsten Lieberknecht
Alex76
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Beitrag von Alex76 »

Lautern-Fahne hat geschrieben: 30.01.2026, 09:04 Danke für die Spielberichte! Komme nicht dazu die Spiele zu schauen und deine Beschreibungen sind besser als die von Kicker und co. :daumen:
Vielen Dank. Freut mich. :)
Alex76
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Beitrag von Alex76 »

1. Halbfinale – Cooles Deutschland gegen feurige Kroaten

GER – KRO 31:28 (17:15)
https://www.sportschau.de/handball/em/f ... o-100.html

Für beide Mannschaften war es das achte Spiel bei der Handball-EM. Kroatien hatte den stressigeren Turnierbaum in Gruppe II. Dafür musste der DHB die Todesgruppe überstehen. Ein weiterer Tag zwischen letztem Gruppenspiel und Halbfinale wäre unter den kroatischen Anreisebedingungen wünschenswert gewesen.

Die Kroaten litten aber auch so unter dem Ausfall von Zvonimir Srna und der Verletzung von Ivan Martinovic. Letzterer spielte mit einem Bänderriss und zeigte wie die komplette Mannschaft großes patriotisches Herz für Kroatien. So wie schon bei der WM 2025, die mit einer Niederlage gegen Dänemark im Endspiel in Oslo endete.

Auch wenn der DHB zwei Freundschaftsspiele im Vorfeld der EM gewinnen konnte, so ist Kroatien äußerst unangenehm zu bespielen, wenn man sie lässt. Spieler wie Ivano Balić und Domagoj Duvnjak prägten die Spielweise der Kroaten nachhaltig. Und mit Trainer Sigurdsson ist ein Topmotivator an der Seitenlinie, der über große internationale Erfahrungswerte verfügt. Die Handschrift von Dagur Sigurdsson ist seit dem Olympiaqualifikationsturnier 2024 in Hannover erkennbar.

Eine Topleistung war also gefragt. Die direkten Duelle sollten gewonnen werden. Das Torhüterduell ging an Andreas Wolff, der wieder einmal Garant für den Sieg war. Zudem erwischte der kroatische Rückraum keinen Sahnetag. Aufgrund des Ausfalls von Zvonimir Srna mussten Ivan Martinovic (5 Treffer) und Tin Lucin (6 Treffer) in die Presche springen. Deutschland war in der Abwehr griffig und zweikampfstark. Schon recht früh nahm Dagur Sigurdsson seine zweite Auszeit. Doch auch die taktische Umstellung auf 7-6 im Angriff zeigte keine große Wirkung.

Nach 40 Spielminuten war der DHB mit 24:17 in Front. Mit einer konsequenteren Spielweise wäre der Ausgang wohl noch deutlicher geworden. So kamen die Kroaten noch auf drei Treffer heran. Die Szene des Spiels war der Monsterblock von Justus Fischer. Passend vor dem Endspiel kann es keine bessere Beschreibung dessen geben, was es gegen die Dänen bedarf!


Finale gegen Dänemark – Mit dem größeren Herzen den Weltmeister und Olympiasieger niederringen

Das zweite Halbfinale zwischen Dänemark und Island endete ebenso mit 31:28. Lange sah es nach einem ausgeglichenen Spiel aus. Erst ab der 39. Spielminute konnten sich die Dänen mit drei Toren hintereinander entscheidend absetzen. Insgesamt hatten die Dänen bei 44 Angriffen eine Angriffsquote von 70%, dem die Isländer bei 45 Angriffen nur 62% entgegensetzen konnten. Bei der Wurfquote betrug das Verhältnis 74% zu 70%.

Auch im Gruppenspiel leistete sich das DHB-Team ab der 35. Minute zwölf schwache Minuten gegen die Dänen. In der 2.Halbzeit erzielte Simon Pytlick sieben seiner acht Treffer, während Mathias Gidsel über die komplette Dauer des Spiels torgefährlich war. Auf den Vierer-Block mit Matthes Langhoff, Justus Fischer, Johannes Golla und Julian Köster kommt daher große Verantwortung zu. Fraglich wird sein, ob Tom Kiesler rechtzeitig fit sein wird, um die Alternativen in der Abwehr zu erhöhen. Und dann muss zwischen cleveren Blocken, Ringen oder Torwartspiel gewählt werden.

In der Offensive hat sich eine große Bandbreite an Alternativen gebildet, die es den Dänen schwer machen, sich auf die Gegenspieler einzustellen. So sagt selbst Gidsel, dass immer wieder andere deutsche Spieler plötzlich in den Mittelpunkt rücken, "mal Grgic, Köster, Knorr, manchmal Uscins oder Nils Lichtlein. Sie sind so schwierig zu spielen."

Ob Angriff oder Abwehr, gesucht wird das perfekte Spiel gegen Dänemark. Ansatzpunkte liefern die beiden Spiele der Dänen gegen Island und Portugal, die jeweils geprägt waren durch enorme Disziplin und wenige Technische Fehler, so dass die gewohnte dänische Geschwindigkeit im Angriffsspiel lahmte. Gute Chancen aus dem erweiterten Gegenstoß waren rar.

Portugal kassierte keinen einzigen Gegenstoß! Erst als die Portugiesen in der Abwehr zurückgezogen waren, trafen die dänischen Offensivspieler auf zweikampfstarke Iberer, die mit gesunder Härte die Gegenspieler stellten und den Spielfluss der Dänen stoppen konnten. Diese agierten mit 7 gegen 6 und 7 gegen 5 Angriffsformationen.

Die Isländer haben die „Magdeburg DNA“ bestehend aus Tor, 7-Meter oder Freiwurf implementiert. Diese beruht auf einem erstklassigen offensiven 1 gegen 1, so dass im Optimalfall nicht nur der eigene Abwehrspieler involviert ist, sondern auch dessen Nebenmann aushelfen muss, wodurch Freiräume für die Mitspieler geschaffen werden.

Im deutschen Hauptrundenspiel gegen die Dänen wurden häufiger unvorbereitete Distanzwürfe genommen, die von einem Weltklassetorhüter wie Emil Nielsen entschärft werden konnten. Von 31 Distanzwürfen wurden lediglich zwölf Treffer registriert. Die Portugiesen warfen gegen Dänemark 15 Mal aus dem Rückraum (7 Treffer), die Isländer im Halbfinale nur neun Mal (sechs Tore). Dem steht die positive Unberechenbarkeit des deutschen Rückraums entgegen.

Für das perfekte Spiel gilt es daher eine clevere Abwägung zwischen Nahwurfzone und Distanz zu finden und den richtigen Spielfluss. Und natürlich kommt es wieder auf eine herausragende Leistung in Abwehr, Torwartspiel und Angriff an..
„Für das Finale am Sonntag wissen die Deutschen jetzt, dass sie alle Bausteine haben, die die Goldmedaille ermöglichen: eine Offensive, die kein Gegner ausrechnen kann. Eine Defensive, die sich im Turnierverlauf zur besten aller Teams gesteigert hat. Einen Torwart, meist Andreas Wolff, manchmal aber auch David Späth, der in die Köpfe der Gegner kommt. Einen Trainer, der im Turnierverlauf ein Gespür dafür entwickelt hat, wann er welche Spieler auf die Platte bringt und wann der optimale Zeitpunkt für eine Auszeit ist.“
31.01.2026, 06:32 Uhr: Handball-EM - Kampf, Härte, Kollektiv - So plant Gislason den Gold-Coup
https://www.sportschau.de/handball/em/k ... o-100.html

31.01.2026, 12:09 Uhr: Analyse - Finale der Handball-EM - Wie knackt man das dänische "Imperium"?
https://www.sportschau.de/handball/em/w ... e-100.html

Fazit:

Das Finale gegen Dänemark in Dänemark ist angerichtet. Es wartet eine nordisch heiße Atmosphäre, die ähnlich stimmungsvoll wie bei den Olympischen Spielen im Stadion Pierre-Mauroy in Lille gegen Frankreich sein wird, unterlegt mit lautstarken Pfiffen. Diesmal sind es keine 27.000 Franzosen, sondern 15.000 Dänen, die den Europameistertitel einfordern.

Für Deutschland spricht das kontinuierliche Steigerungspotential während des Turniers und die Euphorie im Finale, dem eine gewisse mentale Müdigkeit und Nervosität der Dänen entgegen schlagen könnte.
Lautern-Fahne
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Registriert: 23.06.2009, 01:56

Beitrag von Lautern-Fahne »

War leider nix. Aber die Stimmung war sehr gut. Auch wenn sie gegen Deutschland gerichtet war.
"Für mich ist Schönheit, dem Gegner nicht zu geben was er will." José Mourinho

"Wir wollen keinen Schönheitspreis, sondern einfach nur punkten" Torsten Lieberknecht
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