Aus der heutige Rheinpfalz am Sonntag
Lautrer geben niemals auf
Wojtek Czyz aus Kaiserslautern setzt seine Karriere bis zu den Paralympics in London 2012 fort. Nach drei olympischen Goldmedaillen 2004 in Athen ließ der 28-Jährige 2008 in Peking im Weitsprung erneut Gold folgen. Der Vertrag des Sportlers beim 1. FC Kaiserslautern wird um vier Jahre verlängert.
Von Horst Konzok
Die Zeiten sind unruhig bei Wojtek Czyz. Für den Goldjungen aus Kaiserslautern hat sich so vieles geändert in den Tagen vor und nach dem Goldsprung von Peking. Da ist die Sorge um den schwer erkrankten Vater Jan, um den sich der Student der Sportökonomie im umgebauten Eigenheim am Kaiserslauterer Kaiserberg liebevoll kümmert. Da ist aber auch der neue Lebensgefährte - Sammy, ein Labrador, gerade mal drei Monate alt. Später soll er den Sportler bei den Trainingsläufen durch die Lautrer Wälder begleiten. „Ein Tier bedeutet Verantwortung. Es ist quasi die Vorstufe zum Kind", sinniert der Leichtathlet bewegt und glücklich. Mit Sammy hat er sich einen Kindheitstraum erfüllt.
6,50 Meter - Weltrekord, Sieg bei den Paralympics, den Olympischen Spielen der Menschen mit Handicap. Man darf auch sagen, der Sportler mit körperlicher Beeinträchtigung, mit Behinderung. Czyz lebt und springt seit 2001 mit Prothese. Im Fußball-Verbandsligaspiel seines VfR Grünstadt gegen SV Niederauerbach brutal gefoult, Opfer einer Irrfahrt durch drei Krankenhäuser, musste dem damals 21-Jährigen in der vierten Klinik der Unterschenkel amputiert werden. Der Vertrag beim damaligen Drittligisten Fortuna Köln war Makulatur, der Traum von der Karriere als Fußball-Profi einem Albtraum gewichen. Heute springt Czyz mit einer Hightech-Sportprothese. Seine erste Sportprothese, damals 50.000 D-Mark teuer, finanzierte ihm im Mai 2002 durch ein Benefizspiel der 1. FC Kaiserslautern. Eine Herzensbeziehung! (...)
Quelle: Die Rheinpfalz am Sonntag; gepostet von User Sommerjunge auf rt.de:
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