
3:4 nach 3:0: Lautern verliert Torspektakel in Düsseldorf
Die Erfolgsserie des 1. FC Kaiserslautern ist gerissen. Nach einer 3:0-Führung bei Fortuna Düsseldorf bricht die Mannschaft komplett ein und verliert das Topspiel mit 3:4 (3:1).
Spitzenspiel am Samstagabend zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Kaiserslautern vor 52.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena: FCK-Trainer Dirk Schuster musste auf den noch wieder einsatzbereiten Tymo Puchacz verzichten und konnte auch nicht auf den etatmäßigen Backup Hendrick Zuck zurückgreifen. Der Routinier zog sich im Abschlusstraining eine Risswunde am Fuß zu. Schuster bot stattdessen Kenny Redondo auf, der dann auch die Puchacz-Position auf der linken Seite einnehmen sollte.
Lautstark unterstützt von den wieder zahlreich mitgereisten Lautrer Fans überließ der FCK den Gastgebern zunächst die Initiative, die aus ihrer optischen Überlegenheit anfangs aber keine klaren Chancen herausspielen konnten. Unter freundlicher Mithilfe eines katastrophalen Rückpasses der Fortuna tauchten die Lautrer in der 21. Minute zum ersten Mal gefährlich im Strafraum auf und durften direkt jubeln. Den Schuss von Richmond Tachie fälschte Jordy de Wijs unhaltbar ab - 1:0 für die Roten Teufel. In der 32. Minute brachte wieder Tachie eine scharfe Hereingabe vor das Düsseldorfer Tor. Marlon Ritter verpasste, aber Jamil Siebert beförderte den Ball zum 2:0 ins eigene Netz. Und es wurde noch besser. Nach einem Ballgewinn tief in der gegnerischen Hälfte kam Ritter frei zum Abschluss, scheiterte zunächst an Kastenmeier, setzte den Nachschuss aber in die Maschen. 3:0 in der 32. Minute. Wahnsinn!
Dem dritten Lautrer Treffer folgte allerdings unmittelbar eine unschöne Szene. Ragnar Ache wurde beim Torjubel von einem Gegenstand am Kopf getroffen, konnte nach einer Behandlung aber weitermachen. Die Fortuna erhöhte derweil den Druck und wurde fünf Minuten später belohnt. Im Anschluss an einen Freistoß von der Strafraumgrenze überwand Ao Tanaka den Lautrer Schlussmann Julian Krahl (37.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte setzte es noch einen Rückschlag für den FCK. Ache knickte bei der Landung nach einem Kopfballduell um und musste verletzt ausgewechselt werden.
Das Ding war trotz der zwischenzeitlich klaren Führung längst nicht durch - und dieser Eindruck wurde direkt mit Wiederbeginn bestätigt. Emmanuel Iyoha scheiterte zunächst noch an der Latte (48.), aber Matthias Zimmermann (49.) und Felix Klaus (57.) stellten noch vor einer Stunde Spielzeit auf 3:3. Für ein paar Minuten schien die Lautrer das Unheil danach aufhalten zu können, doch ein weiterer satter Distanzschuss von Tanaka zum 4:3 drehte die Partie komplett. Dann verpasste Yannik Engelhardt bei einem Pfostentreffer wohl schon die Entscheidung (75.). Die Roten Teufel versuchten es in den Schlussminuten noch einmal, konnten sich aber keine wirklich zwingende Chance zum Ausgleich mehr herausarbeiten.
Für den FCK geht es am kommenden Samstag direkt mit dem nächsten Topspiel weiter. Dann kommt der Hamburger SV zum Abendspiel auf den Betzenberg.
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Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: Fortuna Düsseldorf - 1. FC Kaiserslautern 4:3
Ergänzung, 0:40 Uhr:

Stimmen zum Spiel
Lautern leckt die Wunden und hält sich Protest offen
Der 1. FC Kaiserslautern wird einige Tage brauchen, um die 3:4-Pleite nach 3:0-Führung bei Fortuna Düsseldorf aus den Kleidern zu schütteln, meint Dirk Schuster. Wegen des Flaschenwurfs gegen Ragnar Ache erwägen die Verantwortlichen zudem einen Protest.
Man werde erst genauere Fernsehbilder sowie den Bericht des Schiedsrichters abwarten, ehe man die Entscheidung über einen möglichen Protest gegen die Spielwertung treffe. So lautete am späten Samstagabend die Aussage der FCK-Verantwortlichen auf Nachfrage von Der Betze brennt. Was war passiert? Beim Torjubel nach dem zwischenzeitlichen 3:0 für die Roten Teufel war Mittelstürmer Ragnar Ache von einem von der Düsseldorfer Haupttribüne geworfenen Gegenstand - laut dem Fernsehsender "Sport1" einer Plastikflasche - am Kopf getroffen worden und krümmte sich am Boden. In den verbleibenden 15 Minuten bis zur Halbzeit wirkte Ache neben sich stehend, fasste sich mehrfach an den Kopf und verletzte sich zu allem Überfluss auch noch ohne Einfluss des Gegners am Fuß. In der Pause musste der 25-Jährige dann ausgewechselt werden und wurde von den Lautrer Mannschaftsärzten untersucht, konnte die Heimfahrt mit seinen Teamkollegen aber antreten. Am morgigen Sonntag sollen weitere Untersuchungen folgen und wie gesagt auch über mögliche Konsequenzen am grünen Tisch beraten werden.
FCK-Verantwortliche wollen am Sonntag weitere Schritte beraten
"Ragnar Ache hatte gesundheitliche Probleme. Deshalb mussten wir ihn in der Pause auswechseln. Ob es zwischen den beiden Vorfällen mit dem Kopf und dem Fuß einen Zusammenhang gibt, kann ich nicht sagen", erklärte Dirk Schuster nach dem Spiel in einer Medienrunde mit den mitgereisten Journalisten aus Kaiserslautern, darunter Der Betze brennt. Der FCK-Trainer betonte, dass seine Mannschaft sportlich auf dem Platz verloren habe, hielt sich aber ansonsten spürbar bedeckt bei der Frage nach möglichen weiteren Konsequenzen: "Alles andere müssen andere entscheiden.”
Der Sprecher des Heimvereins, der mit der Freikarten-Aktion "Fortuna für alle" vor 52.000 Zuschauern eigentlich ein Fußballfest geplant hatte, erklärte zum Auftakt der Pressekonferenz: "Ich möchte mich im Namen von Fortuna Düsseldorf entschuldigen für den Vorfall, den es gegeben hat, den Wurf einer Getränkeflasche. Das ist nicht das, was wir bei Fortuna sehen wollen. Und das verurteilen wir zutiefst. Wir sind dabei alles auszuwerten, was es an Bildmaterial gibt, um den Täter dingfest zu machen."
Die auch vom Spielverlauf sichtlich geschockten Lautrer versuchten sich ansonsten weitgehend auf das Sportliche zu konzentrieren:
Schuster: "Die Mannschaft ist gefestigt, wir bekommen das hin"
Dirk Schuster kritisierte vor allem die Defensivarbeit, sah zunächst aber auch viel Gutes im Spiel seiner Mannschaft: "Das Spiel war ein wilder Ritt. Ein intensives Spiel mit komischen Toren. Von unserer Seite ging es gut los. Wir haben drei Tore gemacht. Ein bisschen glücklich, aber wir waren 3:0 vorne. Wir haben zunächst auch sonst relativ viel richtig gemacht, haben Fortuna nicht ins Spiel kommen lassen, kaum Chancen zugelassen. Trotzdem sind wir bei dem Freistoß mit dem Anschluss bestraft worden. Zur Halbzeit war klar, dass auch mit dem 3:1 noch viel passieren kann. Wir haben die Mannschaft in der Pause darauf eingestellt, dass wir defensiv sauber arbeiten müssen, weil Fortuna mit Sicherheit auf den schnellen Anschluss drücken wird. Aber was wir vermeiden wollten, ist dann genau passiert. Wir hatten 20 Minuten keinen Zugriff mehr aufs Spiel. Das war von unserer Seite ein bisschen abenteuerlich. Wir sind immer tiefer gefallen, haben keinen Druck mehr auf den Gegner bekommen und haben vor allem die Distanzschüsse nicht geblockt. Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Mir sind das zu einfache und auch zu viele Gegentore. Wir werden ein, zwei Tage brauchen, um diese Niederlage zu verdauen. Ich glaube aber, dass die Mannschaft gefestigt ist und wir das bis zum nächsten Samstag wieder hinbekommen werden."
Kapitän Jean Zimmer haderte ebenfalls mit den letztlich entscheidenden Minuten nach der Pause: "Wir kriegen in 20 Minuten drei Gegentore. Da war gefühlt jeder Schuss ein Treffer. Aber klar, wenn man 3:0 führt, sollte man nicht mehr verlieren. Dass das Publikum bei einem 3:2 kommt, war uns bewusst. Darauf hat uns auch der Trainer hingewiesen. Die haben es dann auch gut gespielt. Aber das war sehr bitter heute. Ich habe so eine Situation wie mit Ragnar Ache noch nicht erlebt. Zumal wir meiner Meinung nach bei dem 3:0 nicht so exzessiv gejubelt haben."
Ritter: "Eine der schlimmsten Niederlagen, die ich je erlebt habe"
Sehr enttäuscht äußerte sich Richmond Tachie nach dem Spiel, der zunächst an allen drei FCK-Treffern direkt beteiligt war: "Es geht ja nicht um mich. Mir wäre es lieber, wenn die Mannschaft gewinnt, als dass ich an drei Toren beteiligt bin. Wir führen mit drei Toren und ich glaube, wir haben die Qualität, diese Führung dann auch zu verteidigen. Wir wollten nach der Pause erstmal gegenhalten. Aber dann schießen die ein schnelles Tor, das Stadion ist da, es wird laut. Die haben natürlich auch Qualität bei den Distanzschüssen. Da müssen wir aber eine Lösung finden, um das besser zu verteidigen."
Marlon Ritter sprach sogar von einer der schlimmsten Niederlagen seiner Karriere: "Wir dürfen das Spiel nicht mehr aus der Hand geben. Aber so ist es jetzt. Das ist eine der schlimmsten Niederlagen, die ich je erlebt habe. Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir keinen mehr kriegen dürfen, sonst brennt das Ding nochmal. Wenn wir mit 3:0 in die Halbzeit gehen, ist das Spiel gelaufen."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 22.10.2023:

Blick in die Kurve
Spektakuläre Choreo und Stichelei gegen Fortuna-Aktion
"Betze Lebe lang" - mit einer überragenden Choreographie setzen die Fans des 1. FC Kaiserslautern bei Fortuna Düsseldorf ein weiteres optisches Highlight. Eine Spitze zur Aktion "Fortuna für alle" haben sie per Spruchband ebenfalls im Gepäck.
Die Partie der Roten Teufel in Düsseldorf wird man in Erinnerung behalten. Nicht nur wegen der insgesamt sieben Tore und einem Spielverlauf, in dem die Lautrer eine zwischenzeitliche 3:0-Führung noch aus der Hand geben und am Ende 3:4 verlieren. Auch der Flaschenwurf an den Kopf von Ragnar Ache wird ein Gesprächsthema bleiben, ebenso wie die schon im Vorfeld viel beachtete Aktion "Fortuna für alle".
"Alle", das sind im konkreten Fall 52.000. So viele Plätze bietet die Düsseldorfer Arena bei Fußballspielen. Und streng genommen muss man davon noch einmal rund 7.000 abziehen. Denn die sind ja nicht wegen der Fortuna im Stadion, sondern aufgrund ihrer Verbundenheit mit dem FCK.

"Um ein volles Haus zu generieren, muss die Fortuna einen Marketinggag kreieren", stichelt dann auch ein Spruchband im Gästeblock zur Aktion der Gastgeber. Tatsächlich ist der Zuschauerschnitt der Fortuna mit zuletzt knapp 30.000 sehr ordentlich, aber eben nicht auf dem Level des FCK, der in der laufenden Saison auch auswärts schon wiederholt mit einem überragenden Support zu glänzen wusste. Man darf davon ausgehen, dass ohne "Fortuna für alle" sogar noch mehr Betze-Anhänger bei der Top-Partie des 10. Spieltags im Stadion mit dabei gewesen wären.

Zum ersten von drei Primetime-Spielen zeigen die FCK-Ultras am Samstag einmal mehr, was sie drauf haben und lassen zum Intro eine große Blockfahne vom Oberrang herunter. Darauf ist ein schon als Doppelhalter- und Aufkleber-Motiv bekannter Slogan abgebildet: "Betze Lebe lang". Eingerahmt wird die Blockfahne von tausenden, in vielen Stunden Vorarbeit gebastelten rot-weißen-Fähnchen und von Bengalos. Ein spektakulärer Anblick.
Im Gästebereich hat sich die aktive Fanszene wie schon letzte Saison im Oberrang positioniert, aber auch einige Leute im Unterrang platziert, um so die große Masse an FCK-Fans bestmöglich mitziehen zu können.

Die Heimkurve präsentiert zum Einlaufen der Teams ebenfalls eine gelungene Choreo im Unterrang mit einem aus Pappen und Fahnen gebildeten, dreidimensionalen F95-Motiv, mehreren Hochziehelementen und Pyro sowie einem Spruchband mit der Aufschrift: "Das ist Fortuna - Das sind wir". Nicht explizit die Aktion "Fortuna für alle", aber wohl andere Marketinginitiativen des Klubs werden von der Düsseldorfer Fanszene zudem in Form eines mehrteiligen Spruchbands kritisiert: "Fotobox, Parkzettel und sonstiger Scheiß - Euer Marketing: Aufmerksamkeit um jeden Preis - Der Moment, bei dem der Verein den Bezug zur Basis verliert!"


Möglicherweise stehen auch die mehrfach vor der Heimkurve explodierenden Böller mit dieser Kritik in Zusammenhang. Der große negative Aufreger des Abends ereignet sich aber nicht in der Kurve, sondern auf der Haupttribüne, von wo nach dem Lautrer Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 eine Getränkeflasche an den Kopf von Ragnar Ache fliegt. Ein Vorfall, der nach einem in vielerlei Hinsicht bemerkenswerten Fußball-Abend am meisten in Erinnerung bleiben und möglicherweise noch weitere Konsequenzen nach sich ziehen wird.
Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Auswärtsspiel in Düsseldorf:
- Fotogalerie | 10. Spieltag: Fortuna Düsseldorf - 1. FC Kaiserslautern
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 22.10.2023:

Noch keine Entscheidung über möglichen FCK-Protest
Der 1. FC Kaiserslautern hat die Entscheidung über einen möglichen Protest gegen die Spielwertung bei Fortuna Düsseldorf (3:4) vertagt. Am Montag soll es eine Stellungnahme geben.
Nach dem Flaschenwurf von der Düsseldorfer Haupttribüne, bei dem Ragnar Ache am Kopf getroffen wurde, wollten die FCK-Verantwortlichen zunächst weitere Fernsehbilder begutachten und zudem den Bericht des Schiedsrichters abwarten. Ein möglicher Protest beim DFB muss innerhalb von zwei Tagen nach dem Spiel eingereicht werden, in diesem Fall also bis zum morgigen Montag. Ache hatte nach kurzer ärztlicher Behandlung zunächst weitergespielt, sich jedoch mehrfach an den Kopf gefasst und auch allgemein nicht mehr so präsent gewirkt wie sonst üblich. Beispielsweise stellte er sich bei einem gegnerischen Freistoß nicht in die Mauer, was sonst eigentlich Standard ist. Wenig später knickte Ache zu allem Überfluss auch noch um und musste gestützt von zwei Betreuern ausgewechselt werden. Der FCK gab nach dem Flaschenwurf eine 3:0-Führung aus der Hand und verlor die Partie vor 52.000 Zuschauern noch mit 3:4.
Zeitungsbericht: Schiedsrichter soll Teamarzt und Spieler befragt haben
Sollten aktuelle Informationen der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf zutreffend sein, dürfte ein FCK-Protest allerdings wenig Aussichten auf Erfolg haben, zumindest was die Wertung des Spiels angeht: Laut der Tageszeitung soll Schiedsrichter Benjamin Brand sowohl von den medizinischen Betreuern des FCK als auch von Ragnar Ache selbst das Signal bekommen haben, dass keine Beeinträchtigung vorliege und das Spiel weitergehen könne. Dies soll auch im Schiedsrichterbericht so vermerkt sein, der wiederum sowohl für den FCK als auch für den DFB eine entscheidende Rolle spielen wird. Eine saftige Geldstrafe gegen die Fortuna dürfte gewiss sein, aber ein Punktabzug und/oder eine Spielwertung für die Roten Teufel dann eher unwahrscheinlich.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 23.10.2023:

Kein Protest des FCK gegen die Spielwertung in Düsseldorf
Der 1. FC Kaiserslautern wird keinen Einspruch gegen die sportliche Wertung des Meisterschaftsspiels bei Fortuna Düsseldorf einlegen. Im Falle des Flaschenwurfs auf FCK-Stürmer Ragnar Ache ist der FCK aber weiter intensiv mit Fortuna Düsseldorf und den zuständigen Sicherheitsbehörden zur Täterermittlung im Austausch.
Beim Meisterschaftsspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag, 21. Oktober 2023, ereignete sich in der 32. Minute eine unschöne Szene auf dem Spielfeld, als FCK-Angreifer Ragnar Ache nach einem Flaschenwurf, der mutmaßlich von der Düsseldorfer Zuschauertribüne erfolgte, verletzt zu Boden ging. Nach einer kurzen Spielunterbrechung und Behandlungspause wurde von Schiedsrichter Benjamin Brand die Tatsachenentscheidung getroffen, die Partie fortzusetzen.
Obwohl der Flaschenwurf eine erhebliche Störung des Spielverlaufs darstellte, sind die Verantwortlichen des FCK nach eingehender Prüfung des Sachverhalts zur Ansicht gelangt, dass der Schiedsrichter in der oben beschriebenen Situation gemäß der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB regelkonform gehandelt hat, weshalb der 1. FC Kaiserslautern von einem Einspruch gegen die Spielwertung absieht.
Unabhängig vom sportlichen Ausgang des Spiels verurteilt der FCK den Flaschenwurf zutiefst. Dieser stellt eine gefährliche, körperverletzende Handlung dar und der Täter hat mit seinem Handeln bewusst in Kauf genommen, dem Spieler oder auch weitere Personen, die sich zum Zeitpunkt des Flaschenwurfs im Bereich des Innenraums aufgehalten haben, zu schaden. Ein derartiges Verhalten kann nicht toleriert werden, auch, da es nicht nur den betroffenen Personen, sondern vor allem den Vereinen und dem Fußball allgemein schadet.
Aus diesem Grund steht der 1. FC Kaiserslautern mit Fortuna Düsseldorf und den zuständigen Strafverfolgungsbehörden in Kontakt. Ein Ermittlungsverfahren wurde nach Kenntnisstand des FCK bereits eingeleitet. Im Falle einer Täteridentifizierung wird der FCK sämtliche rechtliche Schritte prüfen, um entsprechende Konsequenzen für den Täter herbeizuführen.
"Der Fußball lebt von seinen Fans und Emotionen - gerade wir in Kaiserslautern wissen, wovon wir da sprechen. Das Werfen eines Gegenstandes auf einen Spieler, dessen Verletzung bewusst in Kauf genommen wird, hat mit diesen Emotionen aber nichts mehr zu tun. Wir sind noch immer schockiert von einem derartigen Verhalten, dass weder in Düsseldorf noch auf dem Betze oder sonst einem Stadion auf dieser Welt etwas zu suchen hat. Deshalb werden wir dem auch entschieden nachgehen und hoffen, dass der Einzeltäter identifiziert und für seine Handlungen zur Rechenschaft gezogen wird", erklärte FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen zur aktuellen Einordnung der Geschehnisse von Samstagabend.
Quelle: Pressemeldung FCK
Ergänzung, 28.10.2023:
Thomas Hengen: "Wir wollen alle Heimspiele gewinnen!"
Eine Woche nach dem dramatischen Spiel in Düsseldorf spricht FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen über den Ausfall von Torjäger Ragnar Ache und schwärmt über das Traditionsduell gegen den HSV vor ausverkauftem Haus.
SWR Sport: Heute wenige Stunden vor dem Spiel gegen den HSV: Wie hat die Mannschaft diese Woche verkraftet, dieses Achterbahnspiel, die Vorkommnisse? Wie weit ist der Schock hintangestellt?
Thomas Hengen: Der Schock ist aufgearbeitet. Wie jede Woche setzt sich das Trainerteam mit dem Spiel auseinander, es werden Gespräche und Sitzungen geführt, es wird Videomaterial geschnitten. Wir sprechen an, was gut und schlecht gelaufen ist.
SWR Sport: Über den Flaschenwurf wurde jetzt viel gesprochen, Sie haben keinen Protest eingelegt. Warum eigentlich nicht?
Hengen: Ja, weil es a) keine Aussicht auf Erfolg gab, b) haben wir das Spiel weiter sportlich führen wollen und auch geführt. Laut Regelwerk muss das Spiel direkt abgebrochen werden vom Schiedsrichter. Und c) wollen wir auch kein Alibi gelten lassen für den Spielausgang. Wir verurteilen das auf das Brutalste, was da passiert ist. Das wollen wir in keinem Stadion sehen, auch nicht bei uns. Wir müssen mit aller Härte des Gesetzes da nach gehen. Wir haben einen Strafantrag gestellt. Unser Anwalt wird Akteneinsicht einfordern, wird versuchen in Verbindung mit Polizei, mit Fortuna Düsseldorf, den Täter ausfindig zu machen und dann dementsprechend zu bestrafen, hoffentlich. (…)
Quelle und kompletter Text: SWR
Ergänzung, 15.11.2023:
F95: Flaschenwerfer ermittelt, aber noch nicht identifiziert
Knapp vier Wochen nach dem Spiel des 1. FC Kaiserslautern bei Fortuna Düsseldorf (3:4) läuft die Aufarbeitung des Flaschenwurfs gegen Ragnar Ache weiter. Die "Rheinische Post" hat den aktuellen Stand der Ermittlungen recherchiert und veröffentlicht.
Wie die Tageszeitung aus Düsseldorf berichtet, liegen Verein und Polizei mittlerweile Bildaufnahmen vor, auf denen der Flaschenwerfer deutlich zu erkennen sei. Allerdings ist die Identität der Person noch unklar. Im nächsten Schritt wird nun die Staatsanwaltschaft prüfen, ob die Sachlage ausreicht, um von einem Richter eine Öffentlichkeitsfahndung genehmigen zu lassen. Denn einfach so dürfen Verein und Polizei, aber auch Medien keine Bildaufnahmen eines Tatverdächtigen veröffentlichen. Sobald die Justiz zustimmt, so die "Rheinische Post" weiter, werde das Foto des mutmaßlichen Täters freigegeben - es sei denn dieser stellt sich vorher freiwillig. Fortuna werde alle juristischen Schritte gehen, um den Vorfall aufzuklären. Auch mit dem FCK steht der Verein dabei im Austausch. Die Roten Teufel hatten nach juristischer Prüfung auf einen Protest gegen die Spielwertung beim DFB verzichtet, sich aber für den Fall der Täter-Ermittlung weitere zivilrechtliche Schritte vorbehalten.
Fortuna wird auch vom DFB noch eine Strafe auferlegt bekommen
Immer wieder kommt in Fan-Diskussionen im Zusammenhang mit dem nicht getätigten FCK-Protest auch die Frage auf, ob Düsseldorf von Seiten des DFB damit etwa ungeschoren davon kommen wird. Antwort: Mit Sicherheit nicht. Zwar wurde bisher noch keine Strafe bekanntgegeben, aber das ist mehr oder weniger normal. Sanktionen wegen Pyrotechnik, Böllern, Becherwürfen, Flitzern und ähnlichem werden fast immer erst einige Wochen später verhandelt und ausgesprochen. Auch ob der Täter vom Verein ermittelt wurde, spielt beim Strafmaß in der Regel eine Rolle. Für die Partie Düsseldorf gegen Kaiserslautern erwartet beide Klubs beispielsweise noch eine DFB-Geldstrafe wegen des Einsatzes von Pyrotechnik bei den großen Fan-Choreos zu Spielbeginn. Und für die Fortuna wird dann mutmaßlich noch ein großer Batzen wegen des Flaschenwurfs von der Haupttribüne obendrauf kommen. Möglich sind auch weitere Sanktionen oder Auflagen.
Quelle: Der Betze brennt / Rheinische Post
Ergänzung, 11.01.2024:
DFB gibt Flaschenwurf-Strafe gegen Düsseldorf bekannt
Nach knapp drei Monaten hat der DFB die Strafe gegen Fortuna Düsseldorf für den Flaschenwurf gegen Ragnar Ache vom 1. FC Kaiserslautern bekanntgegeben. F95 muss eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro bezahlen.
In dem vom DFB-Sportgericht veröffentlichten Urteil heißt es zur Begründung wörtlich:
"In der 30. Spielminute wurde der Kaiserslauterner Spieler Arche im Torjubel von einer Plastikflasche am Kopf getroffen. Der Spieler ging zu Boden. Er blieb unverletzt und konnte im Anschluss weiterspielen (Fall 1). (...) Fall 1 stellt keinen für eine standardisierte Betrachtung geeigneten Fall im Sinne der Richtlinien für die Arbeit des Kontrollausschusses in sportgerichtlichen Verfahren gegen Vereine und Kapitalgesellschaften dar (Ziffer 9 Abs. 1 der Richtlinien). Werden Personen auf dem Spielfeld mit Gegenständen beworfen und getroffen, stellt dies eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit dieser Personen und einen schweren Eingriff in den Spielbetrieb dar. Der DFB-Kontrollausschuss beantragt daher - unter Berücksichtigung, dass der Kaiserslauterner Spieler glücklicherweise unverletzt weiterspielen konnte - im summarischen Verfahren lediglich eine Geldstrafe in Höhe von 10.000,- Euro."
Weil zusätzlich auch Böller und Bengalische Feuer im Spiel gegen den FCK sowie einige Tage später gegen die SpVgg Unterhaching (DFB-Pokal) sanktioniert wurden, liegt die Gesamtstrafe gegen Düsseldorf bei 13.300 Euro. Auch auf den FCK wird wegen der Partie in Düsseldorf noch eine Geldstrafe zukommen, weil der DFB die Bengalischen Feuer im Rahmen der Choreographie im Gästeblock sanktionieren wird. Diese könnte aufgrund der fragwürdigen und sowohl von Fans als auch Vereinen immer mal wieder kritisierten DFB-Richtlinien sogar höher ausfallen als die Düsseldorfer Strafe für den Flaschenwurf.
Ragnar Ache wurde in Düsseldorf nach rund einer halben Stunde von einer Plastikflasche, die von der Haupttribüne geworfen wurde, am Kopf getroffen und ging benommen zu Boden. Zunächst konnte er weiterspielen, verletzte sich aber wenige Minuten später zusätzlich am Fuß und musste ausgewechselt werden. Der FCK gab in der Folge eine 3:0-Führung aus der Hand und verlor das Spiel noch mit 3:4. Auf einen Protest gegen die Spielwertung verzichteten die FCK-Verantwortlichen nach interner Prüfung wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg. Die Fortuna versuchte ihrerseits den Flaschenwerfer ausfindig zu machen und in Regress zu nehmen. Hierzu ist bis dato noch kein endgültiges Ergebnis bekannt.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 11.05.2024:
F95-FCK: Polizei fahndet öffentlich nach Flaschenwerfer
Der Düsseldorfer Zuschauer, der in der Hinrunde eine Flasche auf FCK-Stürmer Ragnar Ache geworfen hat, wird von der Polizei jetzt mit Fotos per Öffentlichkeitsfahndung gesucht. Er wurde mithilfe von Videoaufnahmen ermittelt, ist aber noch nicht identifiziert.
Es war der Aufreger in der Hinrunde, vielleicht sogar der ganzen Saison beim 1. FC Kaiserslautern. Die Roten Teufel hatten gerade das 3:0 im Spitzenspiel bei Fortuna Düsseldorf erzielt und hätten sich damit in den Top 3 der Tabelle festgesetzt. Da flog von der Haupttribüne des Rheinstadions eine halbvolle Colaflasche in die jubelnden FCK-Spieler und traf Ragnar Ache am Kopf. Der Torjäger konnte noch kurz weiterspielen, wirkte aber geschockt und verletzte sich wenige Minuten später schwer am Fuß. Das damals noch von Dirk Schuster trainierte Team verlor den sicher geglaubten Sieg noch mit 3:4 und geriet danach völlig aus der Spur, die im nun wohl bis zum letzten Spieltag gehenden Abstiegskampf mündete.
Schon im November hatte die "Rheinische Post" berichtet, dass der Flaschenwerfer ermittelt, aber noch nicht identifiziert sei. Im Januar schließlich folgte von Seiten des DFB die Bestrafung gegen Düsseldorf, die viele FCK-Fans noch wütender als ohnehin schon machte: 10.000 Euro Geldstrafe - deutlich weniger als der Verband regelmäßig wegen des Abbrennens bengalischer Feuer oder zuletzt wegen der friedlichen Proteste gegen den geplanten DFL-Investor verlangt.
Und wie im November schon angekündigt, könnte die Angelegenheit nun - mehr als sechs Monate später - tatsächlich bald abgeschlossen werden: Die richterliche Genehmigung ist erteilt und heute wurden zwei Fotos des mutmaßlichen Täters von der Polizei Düsseldorf veröffentlicht. Im Text dazu heißt es merkwürdigerweise "Der Spieler wurde nur knapp verfehlt", obwohl Ache am Kopf getroffen wurde und sich selbigen dann festhielt. Die Polizei bittet um Hinweise und hat die Kontaktdaten sowie die Fotos des Verdächtigen vorübergehend hier veröffentlicht:
» Öffentlichkeitsfahndung in Düsseldorf - gefährliche Körperverletzung
Quelle: Der Betze brennt
