
Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg
Highlight unter Flutlicht
Samstagabend-Spiele sind Highlight-Spiele beim 1. FC Kaiserslautern. Auch gegen den 1. FC Nürnberg wird das Fritz-Walter-Stadion wieder gut gefüllt sein. Alles ist angerichtet für spannende 90 Minuten.
Samstag, 20:30 Uhr, Flutlicht, volles Haus und tolle Stimmung. Zu dieser nun schon in der dritten Zweitliga-Saison angewandten neuen Anstoßzeit, die den einstigen Montagstermin abgelöst hat, sorgt der FCK bislang regelmäßig für Spektakel. Seit dem Wiederaufstieg 2022 traten die Roten Teufel bislang sieben Mal an diesem Spieltermin an. Darunter waren der Last-Last-Minute-Punktgewinn gegen den späteren Bundesliga-Aufsteiger Heidenheim oder der großartige Heimsieg gegen den HSV. Die negativen Ausrufezeichen zu dieser Anstoßzeit können sich in dieser Saison sehr gerne schon erledigt haben. Denn beim letzten Top-Spiel-Auftritt gab es Anfang August ein 0:3 auf Schalke, inklusive der beiden Platzverweise gegen Andreas Luthe und Boris Tomiak. Bei FCK-Partien am Samstagabend ist also oft für Unterhaltung gesorgt. Das wird sicherlich auch beim Heimspiel gegen Nürnberg der Fall sein.
Was muss man sonst noch wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zum 5. Spieltag:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Es war in dieser Woche eine der wichtigsten Fragen. Wer wird im Tor des 1. FC Kaiserslautern stehen? Dirk Schuster antwortete darauf am Donnerstag im Rahmen der Pressekonferenz aber noch nicht. Und so bleibt die Entscheidung zunächst offen. Erst gegen 19:30 Uhr wird man mehr wissen, denn da werden in der Regel die Mannschaftsaufstellungen veröffentlicht.
Eine Option für die Anfangsformation könnte auch Afeez Aremu sein, der in dieser Woche das erste Mal komplett mit der Mannschaft trainierte. Er duelliert sich im defensiven Mittelfeld mit Julian Niehues um die Position neben Tobias Raschl. Interessant wird auch, ob es Philipp Klement dieses Mal wenigstens wieder in den Kader schafft. Schuster bescheinigte dem 30-Jährigen gute Trainingsleistungen in dieser Woche.Personell kann der FCK gegen Nürnberg fast aus dem Vollen schöpfen, das heißt drei Spieler werden es nichtmal in den 20-Mann-Kader schaffen, wie der Trainer vorrechnete. Einzig Erik Durm steht aufgrund einer Leisten- und Hüftblessur weiter nicht zu Verfügung.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Fußball ist zwar ein Mannschaftssport, beim 1. FC Nürnberg stand in den vergangenen Wochen aber vor allem ein Name hoch im Kurs: Can Uzun. Das 17-jährige Talent kam zum Ende der vergangenen Saison zu seinen ersten Profi-Einsätzen für den Club und startet in dieser Spielzeit bislang richtig durch. In fünf Pflichtspielen inklusive Pokal gelangen Uzun bislang beachtliche sechs Tore und zwei Assists. Auch in Kaiserslautern wird der Mittelfeldspieler in der Startelf der Nürnberger stehen, deren Saisonstart als okay bezeichnet werden kann. Aus vier Spielen holte die Mannschaft des neuen Trainers Christian Fiel bislang sieben Punkte.
Fiel muss am Samstag auf Ahmet Gürleyen verzichten. Der Innenverteidiger sah beim 2:1-Sieg gegen seinen Ex-Klub Wehen Wiesbaden bereits nach elf Minuten die Rote Karte und wurde für zwei Spiele gesperrt.
Frühere Duelle
Beide Vereine treffen bereits zum 71. Mal aufeinander. Die Bilanz der Roten Teufel ist positiv. 30 Mal ging man bislang als Sieger vom Platz, 26 Mal gewann Nürnberg. Von den letzten acht Partien in der Liga konnte der FCK aber nur eine gewinnen. Am 34. Spieltag der Saison 2016/17 reichte ein Treffer von Daniel Halfar zum 1:0-Erfolg und dem damit verbundenen erzitterten Klassenerhalt. In der vergangenen Spielzeit endeten beide Duelle remis. Auf dem Betze gab es ein 0:0, im Rückspiel schaffte der FCK nach 1:3-Rückstand in der Nachspielzeit noch ein 3:3. Torschütze damals unter anderem: Philipp Klement.
Fan-Infos
Erneut wartet auf den Betzenberg eine prächtige Kulisse. Am Donnerstag waren 42.150 Karten für das Spiel verkauft, so dass gut und gerne von 44.000 Zuschauern ausgegangen werden kann. 4.000 bis 5.000 FCN-Fans werden ihr Team unterstützen. Darunter werden auch einige befreundete Schalker sein, die aus Wiesbaden anreisen werden, wo der S04 am Mittag spielt.
Wer noch ein Ticket sucht oder anzubieten hat, kann die DBB-Kartenbörse mit fairen Preisen von Fans für Fans nutzen. Für die Partie sind auch direkt beim FCK noch Restkarten erhältlich. Diese können im Online-Ticketshop oder vor Anpfiff an den Tageskassen der Südtribüne erworben werden. Die Bahn setzt wieder einige Entlastungszüge ein. Informationen dazu und alles Weitere rund um das Spiel findet ihr auf der FCK-Homepage. Die Partie wird live im Free-TV bei "Sport1" übertragen.
Für einen Bildband mit FCK-Tattoos lädt das "Pfalz Inferno" beim Spiel Nürnberg letztmals Fans dazu ein, Fotos ihrer Tattoos mit Bezug zum FCK, der Stadt Kaiserslautern oder der Pfalz an deren Infostand machen zu lassen. Zudem ist dort die 17. Ausgabe des Fanzines "Paranoid" erhältlich.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Dass wir regelmäßig über 40.000 Zuschauer hier im Stadion haben, könnte man ein bisschen als Normalität abtun. Ist es aber nicht. Die Unterstützung unserer Fans ist extrem wichtig für uns. Das hat man auch im letzten Heimspiel gegen Elversberg gesehen. Da hatten die Anhänger einen gewaltigen Anteil daran, dass wir das Spiel noch gedreht haben."
FCN-Trainer Christian Fiel: "20:30 Uhr, das Stadion wird voll sein. Da müssen wir uns alle darauf freuen. Die Stimmung und die Atmosphäre auf dem Betzenberg wird für den ein oder anderen jungen Spieler bei uns etwas sein, was er noch nicht kennt. Aber dafür ist jeder Fußballer geworden."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
1. FC Kaiserslautern: Luthe (Krahl) - Elvedi, Kraus, Tomiak - Zimmer, Niehues (Aremu), Raschl, Puchacz - Ritter - Tachie, Ache
Es fehlen: Durm (Hüft- und Leistenprobleme)
1. FC Nürnberg: Mathenia - Gyamerah, Hübner, Horn, Brown - Loune - Goller, Uzun, Duman, Okunuki - Hayashi
Es fehlen: Flick (Trainingsrückstand nach Mittelfußbruch), Gürleyen (Rot-Sperre), Lohkemper (Knieverletzung), Schindler (Reha nach Kreuzbandriss), Wekesser (Trainingsrückstand nach Kreuzbandriss)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 28.08.2023:

Samstag, 20:30 Uhr: Der "Glubb" zu Gast am Betzenberg
Baut der 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Nürnberg seine kleine Siegesserie aus? Die Zuschauer erwartet ein Duell zweier Traditionsmannschaften, die nach schwachem Start Selbstvertrauen tanken konnten.
Als FCK’ler mag man im Spätsommer 2023 die Abendstunden: Zuletzt durften die Roten Teufel zwei Siege jeweils am Freitagabend feiern. Da passt es doch, dass es nun am Samstagabend im Fritz-Walter-Stadion weitergeht. Deutlich über 40.000 Zuschauer werden wieder erwartet. Die Anwesenden können sich auf beste Betze-Atmosphäre unter Flutlicht und jede Menge Tradition freuen. Schließlich vereinen der FCK und der FCN nicht nur 13 Deutsche Meisterschaften und sechs DFB-Pokal-Siege, sie trafen auch bereits 70 Mal aufeinander. Die Bilanz spricht mit 30:26 gewonnenen Partien für die Pfälzer.
Spektakuläre Spiele früher, aber auch in jüngerer Vergangenheit
Einer dieser Siege ereignete sich im März 2003, als es am Betze ein deutliches 5:0 zu bestaunen gab. Unter anderem traf Miroslav Klose per Elfmeter. Sucht man spektakuläre Duelle muss man aber gar nicht so weit in die Vergangenheit blicken: In der letzten Saison holte die Schuster-Elf im Heimspiel trotz bester Chancen zwar nur ein 0:0, doch im Rückspiel in Nürnberg ging es so richtig ab: Trotz 1:3-Rückstand erkämpfte sich der FCK in den letzten Minuten noch ein 3:3. Torschützen: Terrence Boyd, Julian Niehues und Philipp Klement. Letzterer zimmerte als Einwechselspieler in der sechsten Minute der Nachspielzeit einen Freistoß ins Netz seines Ex-Klubs. Vielleicht bekommt der 30-Jährige am Samstag die Gelegenheit zur Wiederholung, nachdem er es in Paderborn nicht in den Kader schaffte - laut Trainer Schuster rein aus sportlichen Gründen, also nicht wegen einer Verletzung und nicht aufgrund von Wechselabsichten.
Aber nicht nur Lautern hat durch die Siege in Paderborn (2:1), gegen Elversberg (3:2) und zuvor im DFB-Pokal in Koblenz (5:0) Selbstvertrauen getankt. Auch die "Glubberer" waren in den letzten Partien erfolgreich: Im Pokal siegte der FCN locker mit 9:1 beim Oberligisten Oberneuland, in der Liga folgten Siege in Osnabrück (3:2) und am Wochenende ein 2:1 nach 0:1-Rückstand gegen Aufsteiger Wehen, zu diesem Zeitpunkt immerhin Tabellenführer. Insgesamt konnte die Elf von Trainer Christian Fiel sieben Punkte sammeln, einen mehr als die Mannen von Dirk Schuster.
Schusters T-Frage: Luthe oder Krahl? - Durm noch fraglich
Dem FCK-Trainer wird sich beim Blick auf die Aufstellung unter anderem eine Frage stellen: Wer hütet am Wochenende das Tor der Roten Teufel? Die etatmäßige Nummer Eins Andreas Luthe hat seine Rot-Sperre aus dem Schalke-Spiel (0:3) abgesessen und stünde wieder zur Verfügung. Doch dessen Vertreter Julian Krahl machte seine Sache mit Ausnahme eines Patzers auf Schalke tadellos. Schuster ließ deswegen eine (Vor-)Entscheidung noch offen und betonte explizit, dass die Trainingswoche abgewartet und intern nochmal gesprochen werde. Tendenziell wird aber wohl wieder Luthe zwischen den Pfosten stehen.
Wer sehen will, wer sich wie im Training schlägt, der kann die Möglichkeit am Dienstag um 10:00 Uhr wahrnehmen. Dann findet im Sportpark Rote Teufel (Mehlingen) eine öffentliche Einheit statt. Fraglich ist noch der Einsatz von Außenverteidiger Erik Durm, der an einer Hüft-/Leistenblessur laboriert. Der FCN muss auf Verteidiger Ahmet Gürleyen verzichten, der wegen einer Notbremse im Spiel gegen Wehen die Rote Karte gesehen hatte. Zudem wird Mittelfeldspieler Florian Flick, um den sich im Winter und im Sommer auch der FCK bemüht hatte, nach einem Mittelfußbruch noch ausfallen. Mats Möller Daehli (Leistenbeschwerden), Felix Lohkemper (Knieverletzung) und Can Uzun (Kapselverletzung im Knie) sind ebenfalls fraglich.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 30.08.2023:

Foto: Imago Images
Gegner-Check: "Glubb" im Umbruch, aber mit Anspruch
Folgen auf zwei Niederlagen zum Start nun drei Siege in Serie? Der 1. FC Kaiserslautern hat es gegen den 1. FC Nürnberg in der Hand, trifft aber auf einen Club, der zuletzt ebenfalls Selbstvertrauen getankt hat.
Anspruch und Wirklichkeit: Große Ambitionen, hohe Investitionen, damit aber krachend gescheitert, zeitweise gegen den Abstieg gespielt. Für diese Spielzeit war sogar die Lizenz in Gefahr, ermöglicht hat sie unter anderem ein privater Kreditgeber, der auf seine Forderungen verzichtete. Soll sagen: Die vergangene Saison war für den 1. FC Nürnberg eine zum Vergessen. Und bot Anlass für eine Art Strategiewechsel: Keine teuren Verpflichtungen mehr, Jugendstil ist wieder Trumpf, und auch der neue Cheftrainer wurde von der U23 hochgezogen. Christian Fiel regiert jetzt unter den wachsamen Augen von Sportchef Dieter Hecking. Ein überzeugter "Guardiolista", der fest entschlossen ist, trotz bescheidener finanzieller Mittel hohe Fußballkunst beim "Glubb" zu etablieren. Der Anhang hat sich für diese Ideen bereits erwärmen lassen: Obwohl der neunmalige Deutsche Meister sich für diese Spielzeit nur bescheidene Ziele gesetzt hat, wurden über 19.000 Dauerkarten verkauft, genauso viele wie 2022/23, als man Aufstiegskandidat sein wollte. Zum Start zeigte sich, wenig verwunderlich, dass sich die hohen fußballerischen Ansprüche des Trainers nicht von jetzt auf gleich verwirklichen lassen. Zunächst setzte es eine 0:2-Niederlage gegen pragmatische Rostocker, zur Heimpremiere gab’s ein 2:2 gegen Hannover, bei dem immerhin ein 0:2 aufgeholt wurde. Ein 9:1 gegen Fünftligist Oberneuland im DFB-Pokal stärkte das Selbstbewusstsein zusätzlich. Es folgten zwei Siege gegen die Aufsteiger Osnabrück (3:2) und Wehen Wiesbaden (2:1). Durchgehend rund lief’s dabei aber längst nicht. Beim VfL war man drauf und dran, eine 3:0-Führung noch zu verspielen, in der Partie gegen die Hessen hagelte es wechselseitig drei Platzverweise, ehe der knappe Sieg eingefahren war.
Die Neuen: Alles schwärmt vom erst 17-jährigen Supertalent Can Uzun, der in der Liga schon drei Mal traf und im DFB-Pokal drei Buden in seinem Spiel machte - in diesem Alter war dies bis dato nur der Schalker Legende Olaf Thon gelungen. Träumer, von denen es in großen Traditionsklubs bekanntlich immer ein paar mehr gibt, fühlen sich bereits an die Aufstiegssaison 2008/09 erinnert, als in der Rückrunde ein erst 18-Jähriger namens Ilkay Gündogan beim FCN mitzumischen begann. Da fallen also große Namen im Zusammenhang mit dem Youngster - ob das so gut für ihn ist, wird sich noch weisen. Und sonst? Allen Pep-Phantasien zum Trotz war Fiel sich durchaus bewusst, dass in der FCN-Abwehr erstmal rustikales Handwerk angesagt ist. Also kam Innenverteidiger Ahmet Gürleyen ablösefrei aus Wehen. Der machte seine Sache auch gut, flog zuletzt aber gegen seinen Ex-Verein vom Platz und wird in Kaiserslautern fehlen. Der Japaner Kanji Okunuki präsentiert sich bislang als leichtfüßiger, aber nicht unbedingt torgefährlicher Linksaußen. Sein ebenfalls sehr beweglicher Landsmann Daichi Hayashi erhielt als Mittelstürmer jüngst den Vorzug vor Sturmtank Christoph Daferner. Der vom FC Watford geholte Rechtsaußen Joseph Hungbo startete vielversprechend, musste nach Knieproblemen in den jüngsten Partien aber dem erfahrenen Benjamin Goller weichen. Der für kleines Geld aus Köln geholte Jens Castrop verzeichnet bislang erst einen Startelf-Einsatz, der Spanier Ivan Marquez und der aus Schalke nun fest verpflichtete und auch vom FCK umworbene Florian Flick haben sich fürs Erste in den Krankenstand verabschiedet. Auf sich aufmerksam gemacht hat dafür ein weiterer Nachwuchsmann: Der 21-Jährige Ali Loune ist seit seinem Auftritt im DFB-Pokal im defensiven Mittelfeld gesetzt, für ihn musste sogar der erfahrene Johannes Geis auf die Bank.
Die Formation: Christian Fiel setzt auf ein offensives 4-3-3, in dem bislang Jungstar Uzan die Glanzlichter setzt. Der Trainer hat aber auch bereits Mühe, den Hype um den Überflieger zu bremsen: "Wenn der wirklich schon alles könnte, hätte mich Pep Guardiola doch schon angerufen", ließ er sich unlängst zitieren. Und ganz im Pep-Stil setzte Fiel vorne zuletzt auch auf einen pendelnden Mittelstürmer statt auf einen Prellbock. Auf den Flügeln hat der Trainer reichlich Auswahl, zumal neben Hungbo, Okunuki und Goller auch noch der Moselaner Lukas Schleimer bereit steht. Nach Gürleyens Rot-Sperre werden dafür nun die Innenverteidiger weniger, da neben Neuzugang Marquez auch Routinier Christopher Schindler verletzt ausfällt. Mit den ebenfalls erfahrenen Jamie Lawrence und Florian Hübner stehen aber immer noch mögliche Nebenmänner für Jannes Horn zur Verfügung. Mats Möller Daehli, der Denker und Lenker im Mittelfeld, fällt ebenfalls schon seit Saisonbeginn aus. Rechtsverteidiger Jan Gyamerah profilierte sich zuletzt gegen Wehen als Torschütze, für ihn musste Kapitän Enrico Valentini auf die Bank. Einen Wechsel gab es auch auf der linken Verteidigerposition. Dort bevorzugt Fiel seit Saisonbeginn den erst 20-jährigen Nathaniel Brown. Vorgänger Tim Handwerker kam gegen Wehen erst nach über einer Stunde, erzielte dann aber den Siegtreffer per Handelfmeter. Das Tor hütet im nunmehr schon fünften Jahr der gebürtige Mainzer Christian Mathenia.
Zahlenspiele: 52 Prozent Ballbesitz verzeichneten die Nürnberger in den ersten vier Saisonspielen im Schnitt. Das ist noch längst nicht Guardiola-Style. Mit einer Passquote von 82,8 Prozent steht der FCN zwar im Liga-Ranking einen Tick besser als der FCK, für die angestrebte spielerische Dominanz ist dies aber noch zu wenig. Für Lauterns auf weniger Ballkontakte angelegten Fußball, Stichwort "Schusterball", muten 81,6 Prozent Passquote da eher erfolgversprechend an. Beachtlich sind dagegen die 420 gewonnenen Zweikämpfe, die die Statistik für den FCN ausweist. Das ist der drittbeste Wert der Liga, allerdings handelt es sich bei den beiden Führenden - Hertha BSC und Osnabrück - nicht gerade um Top-Teams. Die Roten Teufel belegen mit 320 gewonnenen Zweikämpfen gerade mal Platz 12 in diesem Ranking. Dennoch darf man davon ausgehen, dass es am Samstagabend auf dem Betzenberg ordentlich zur Sache gehen wird: Nürnberger Spieler haben sich bereits 14, Lautrer elf Gelbe Karten in dieser Saison abgeholt. Damit beanspruchen sie die Plätze 1 und 3 im Gelbe-Karten-Ranking für sich.
Fazit: Unser kleiner Schnelldurchlauf hat es hoffentlich deutlich gemacht: Der FCN hat nur bescheiden, aber mit viel Sinn und Verstand investiert, orientiert sich fußballerisch dennoch am State of the Art, wird aber noch einige Zeit brauchen, bis er das angestrebte Level erreicht hat. Um als Kurzpassmaschine aufzutreten, fehlt noch die Feinabstimmung in den Mannschaftsteilen. Auch wird das Team gegenwärtig von den Ausfällen einiger Leistungsträger geplagt. Bislang leben die Clubberer in erster Linie von Einzelaktionen, und das durchaus nicht schlecht, insbesondere dank des Jungstars Uzun. Die gilt es zu unterbinden, durch aggressives, kompromissloses Zweikampfverhalten. Und auch wenn der FCK-Coach dazu neigt, Mannschaften, die partout dominant auftreten wollen - siehe zuletzt Elversberg und Paderborn -, erst einmal mit abwartendem "Schusterball" zu begegnen: Solche passiven und trotzdem nicht standfesten Startphasen wie zuletzt in Ostwestfalen braucht kein Mensch, am Betzenberg erst recht nicht. Also "druff unn dewerre", bitte.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 31.08.2023:

"Schwere Entscheidungen": Große Auswahl für den Coach
Der 1. FC Kaiserslautern kann am Samstagabend gegen den 1. FC Nürnberg nahezu aus dem Vollen schöpfen. Die Torwart-Frage ist noch nicht entschieden und auch bei den Feldspielern gibt es zahlreiche enge Duelle.
"Es war eine sehr gute Trainingswoche, in der die Spieler volles Rohr gegeben haben und wir fast alle Inhalte sehr gut umsetzen konnten. Dementsprechend werden schwere Entscheidungen für uns als Trainerteam anstehen. Drei Spielern werden wir sogar mitteilen müssen, dass sie nicht im Kader stehen werden. Jeder hat irgendwo den Finger gestreckt, dass er in der ersten Elf stehen möchte und jeder Einzelne hätte auch die Berechtigung, das zu tun. Genau diesen Konkurrenzkampf wollten wir erreichen", zeigt sich FCK-Trainer Dirk Schuster von der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen die "Glubberer" (Samstag, 20:30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion) angetan.
Luthe kehrt zurück, Aremu drängt sich auf, Durm fällt aus
Fast alle Spieler sind für die Partie unter Flutlicht einsatzfähig. Torwart Andreas Luthe hat seine Rot-Sperre abgesessen und könnte ins Tor zurückkehren, aber auch seine in den vergangenen Spielen solide Vertretung Julian Krahl steht bereit. Eine endgültige Entscheidung darüber ist laut Schuster noch nicht gefallen. Neuzugang Afeez Aremu wird voraussichtlich erstmals im Kader der Roten Teufel stehen und drängt ebenso in die Startelf wie sein Konkurrent auf der "Sechs", Julian Niehues. Ein weiteres enges Duell gibt es beispielsweise zwischen Richmond Tachie und Kenny Redondo. Von der Bank drängen außerdem letztjährige Stammspieler wie Hendrick Zuck, Terrence Boyd, Aaron Opoku oder Philipp Klement ins Team. Einzig Erik Durm fehlt weiterhin wegen einer Hüft-/Leistenblessur.
Der FCK hat für die traditionsreiche Partie gegen den FCN bislang 42.150 Karten verkauft, rund 4.000 Tickets davon gingen an Anhänger aus Franken.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel gegen Nürnberg folgen morgen im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
